Claras Allerleiweltsgedanken


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Kennt ihr das????

Nicht: „Kennt ihr den??“ – denn ich will euch keinen Witz erzählen, vielleicht später, wenn ich noch einen schönen finde. Aber ich meine erst mal das: „Kennt ihr malen nach Zahlen?“ Das machen Kinder und Unbegabte gern, die nicht malen können. Sie müssen nämlich nur den entsprechenden Zahlen die richtigen Farben zuordnen – und schon entsteht ein Pferdekopf, ein Auto oder eben das Motiv, das man gekauft hat.

Und was mache ich hier? „Erzählen nach Fotos!“ – Ich habe mir vor längerer Zeit zueinander passende Fotos zusammen gestellt und mit dem entsprechenden Veröffentlichungsdatum versehen. Doch was ich mir dabei gedacht habe, als ich die Fotos für heute betrachtete, das kann ich nicht mehr nachvollziehen. Herrentag ist doch schon um Wochen vorbei – sooooooooo stark hinke ich doch mit der Berichterstattung im Normalfall nicht zurück.  Oder habe ich mich irgendwie von Don Quijote, dem Ritter von der traurigen Gestalt, animieren lassen.

Zuerst kam ich an einer Kindertagesstätte vorbei und fotografierte das lustige Schild vom

Diese kleinen Ritter sind meist noch lustig, voller Tatendrang und stillen ihren Durst mit Wasser – wenn sie ihre Flaschen von gesundheitsbewussten Müttern befüllt bekommen – oder mit süßen Fruchtsäften, wenn die Mütter die Zahnschäden nicht so im Auge haben.

Doch werden diese Jungritter größer, dann vernebelt sich an manchen Tagen ihr Verstand und man kann sie derart leicht bekleidet und stark schwankend so fotografieren. Die Vernebelung des (Rest-)Verstandes ist an Tagen nach Fußballsiegen oder -niederlagen besonders stark.

Hularöckchen ist Kür, Hawaihemd jedoch scheint Pflicht zu sein, wie man an dieser Fünferreihe beobachten kann. Vielleicht hat Herr J. von der Lippe seine Hemden in eine Auktion gegeben, weil sie ihm nicht mehr gefielen oder nicht mehr passten.

Und wurde dann das Bier literweise von oben eingefüllt – verunreinigen manche nur die umliegenden Grünanlagen, doch manche stürzen auch ab und brauchen dann einen rettenden Freund, der sie nach Hause trägt bringt. Leider habe ich nur eine Plastik mit einem weiblichen Opfer gefunden.  (Die Skulptur steht neben dem Alten Museum in Berlin)

Im Fotoblog habe ich mir zu dem unteren Foto ganz andere Gedanken gemacht – vielleicht die, die wirklich ausgedrückt werden sollen.

Hier werde ich einen Witz aufschreiben, dessen Urheber witze.net ist.

Murphys Gesetz: Alles was schief gehen kann, geht schief.

Ein kleiner Mann sitzt traurig in der Kneipe … vor sich ein Bier … kommt ein richtiger Kerl, haut dem Kleinen auf die Schulter und trinkt dessen Bier aus. Der Kleine fängt an zu weinen.
Der Große: „Nu hab dich nicht so, du memmiges Weichei! Flennen wegen einem Bier!“
Der Kleine: „Na dann passe mal auf: Heute früh hat mich meine Frau verlassen, mein Konto abgeräumt, Haus leer! Danach habe ich meinen Job verloren! Ich wollte nicht mehr leben, legte mich aufs Gleis … Umleitung! Wollte mich aufhängen … Strick gerissen! Wollte mich erschießen … Revolver klemmt! Und nun kaufe ich vom letzten Geld ein Bier, kippe Gift rein und du säufst es mir weg …


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Hier spricht die Gesundheitsmodendetektei Himmelhoch …

Sie sprechen mit Frau Clara.

Ich wollte euch nur mitteilen, dass meine Verdachtsdiagnose über das gestrige entschwundene 2,00 Euro-Stück richtig war – es wird sich in billigen Rotwein in Tetraeder verwandelt haben.

Wie der Zufall es manchmal so will, habe ich diese Frau gestern und heute getroffen – sie scheint auf meiner Straße zu wohnen. „Haut und Knochen“ ist dick gegen den Zustand ihrer Beine, die zur Unterstreichung auch noch in hautengen Jeans stecken.  –
Heute stand sie hinter mir an der Kasse im Supermarkt – nichts Essbares, nur eine Kiste mit 1,5 l Rotwein für 1,79 € lag auf dem Band. Die Verkäuferin kannte sie schon und meinte, das kommt sie immer hier holen. – Als ich beim Auto einpacken war, sah ich sie plötzlich auf der gegenüberliegenden Straßenseite zu Kaufland gehen.  Und da war meine Neugier angestachelt. – Den Rest könnt ihr euch denken – auch da gab es nur einen viereckigen Artikel, der an der Kasse eingescannt wurde.

Mir tun solche Leute sehr Leid. Vielleicht hat sie seit ihrem Unfall, von dem sie auch der Verkäuferin erzählt hatte, wirklich solche Schmerzen, dass sie in den Alkohol abgerutscht ist. Ich schaffe es nicht, meinen Stab über solche Leute zu brechen, weil ich die Gründe und Ursachen nicht kenne. -Ich hatte mal eine Kollegin, die schon 3 x in der Entzugsklinik war und immer wieder rückfällig geworden war. Als Ehefrau eines erfolgreichen Schauspielers wurde zu Haus viel getrunken, doch abhängig wurde nur sie. – Er trennte sich von ihr, das war ihm dann doch zu peinlich. Der letzte Entzug, den sie mit unserer Hilfe antrat und durchstand, war erfolgreich.

Jetzt bin ich beruhigt, jetzt weiß ich, dass ich die richtige Verdachtsdiagnose gestellt habe.

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Wer heute nicht in den Fotoblog klickt, versäumt echt etwas.  Der Artikel heißt: „Der Hund von Welt trägt Kragen und eine Hose aus dem Hause Himmelhoch.

Hier gibt es auch ein paar Foto – ganz taufrisch.

Und hier ergänze ich noch: Der Herr von Welt trägt … Hund!

Zu beachten ist dieses süße Hasenpuschelchen am Popo!

Schluss mit der Modenschau – jetzt wird gefressen!

 


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Sprichwort-Bilder im Februar – 20

… und führe uns nicht in Versuchung …

was ja wohl eher ein Teil eines Gebetes als ein Sprichwort ist. Oder ich singe jetzt:

Wenn das so weitergeht, bis morgen früh – steh’n wir im Alkohol bis an die Knie – was ja für viele ein Motto für die närrischen Fastnachtstage und -nächte sein dürfte.

TamTam, der kleine knuffige Zebrajunge, der auch wegen seiner Physiognomie „Nasenbär“ heißen könnte, war vor einigen Tagen mit bigi, seiner unheimlich fantasievollen Bespaßerin und Gouvernante (nicht schlagen, bitte!), bei mir zu Besuch. Offensichtlich hieß das Bildungsprogramm für den Lütten „erwachsen werden!“. Mir fiel dabei noch der einfachere Part zu – er durfte mal am Alkohol in Form von Alsterwasser schnuppern bzw. seine Nase hinein stecken. Als er merkte, dass er sich anschließend doppelt und dreifach sah, war der ZebraKatzenjammer groß.

Hätte er gewusst, dass er am nächsten Tag zum ersten Mal eine nackte Frau zu sehen bekommt, ich schwöre euch, der hätte mich um drei weitere Gläser Dröhnung gebeten, um seine Bedenken wegzuspülen.

Die Collage vergrößert sich durch Anklicken!

Aber jetzt muss es natürlich noch was aus meinem Sprichwörterlexikon geben:

Aus dem schlechtesten Bier entsteht der gesündeste Kater. (TamTam, da hast du gleich einen Spielgefährten!)

Ist das Bier im Manne ist der Verstand in der Kanne. TamTam, dann gehörst auch du zu den alkoholisierten Dummschwätzern!

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Leonie und ich gehen jetzt im Fotoblog auch einen trinken.


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… steh’n wir im Alkohol bis morgen früh …

Heute früh bei Zeitungsschau entdeckt:

L.L. muss trotz dicker Kullertränen für 90 Tage ins Gefängnis, weil sie gegen Bewährungsauflagen in punkto Alkohol verstoßen hat. Auch ihr Alkoholmessgerät am Knöchel hatte Alarm geschlagen.

Heißt das, wenn der Alkohol anfängt, deine Knöchel zu umspielen und zu umspülen, solltest du spätestens aus- oder umsteigen, auf Wasser zum Bleistift Beispiel. Oder: Hochhackige Schuhe anziehen.

Sind die Amis da nicht ein wenig zu pingelig? Da durfte man ja schon immer nur hinter geschlossenen Türen und Tüten aus einer Flasche trinken, heiße Luft durfte auch kaum öffentlich ausgeatmet werden.

Bei uns heißt die laut und falsch gegrölte Devise:

Wenn das so weitergeht bis morgen früh, ja früh
stehn wir im Alkohol bis an die Knie.

Da kann man wenigstens schon drin schwimmen.

Die Deutschen sperren ja für ihre Trink- und Feierlust auch mal einen Tag die Autobahn, damit der Bundesbürger, hier vorrangig der an der A40 beheimatete Ruhrpottler, sich in aller Ruhe volllaufen lassen kann, ohne Angst haben zu müssen, nachher überrollt zu werden.


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Müsste ich über kochen, küssen, Kinder bloggen …

Müsste ich über das Kochen bloggen, dann gähnte hier ein großes „Schwarzes Loch“ – es sei denn, ich schaute bei anderen Bloggerinnen in den Kochtopf.

Könnte ich über das Küssen bloggen, dann könnte die blonde Kabarettistin Mirja B., die mich ein wenig an Pittiplatschs Gefährtin Schnatterinchen erinnert, vielleicht noch was von mir für ihr Kusstagebuch lernen.

Schreibe ich über Kinder, dann entstehen hier solche (schönen) Post, wie sie unter „Kindergeschichten“ zu finden sind.

Und heute möchte ich über Kochen, Küssen und Kinder zusammen schreiben. Herausgekommen ist folgende Geschichte, die auch ein ganz klein wenig zum „Frauentag“ passt, der sozialdemokratischen Variante des „Muttertages“.

Anfang der 80er Jahre sollte Hannibal, die grüne Familienkutsche, alle vier bildungs- und sonnenhungrigen Großstädter an den bulgarischen Strand bringen. Wieder einmal fiel  Claras Geburtstag in diesen Urlaub, denn eine Löwin hat nun mal in den Sommerferien Geburtstag. Einige Tage davor – nachdem brav alle Kirchen, Schlösser, Burgen, Ruinen und sonstige Bildungssteine besichtigt und bestiegen waren – begann der eigentliche Erholungsteil auf einem schönen Zeltplatz am Schwarzen Meer.
Irgendwo und irgendwann auf der Hinfahrt standen alle vier vor einem Geschäft mit Alkoholitäten. Einen großen Teil der Auslage machte der „Mastika“ aus, der bulgarische Nationalschnaps.  (Zur Erklärung: er schmeckt wie der griechische Uzo. Über diesen Schnaps gibt es nur zwei Auffassungen: Frau schüttet ihn in die Kehle oder Frau schüttet ihn in den Ausguss. Clara gehörte ohne Wenn und Aber zu der Ausgussfraktion – nicht, weil sie Antialk… ist, sondern weil sie ihn ätzend, eklig, furchtbar und, und, und findet.)
Clara weist grinsend auf die vielen Flaschen Mastika. und sagt zu ihrem Herzallerliebsten: „Falls du noch kein Geschenk für mich haben solltest, dann …“  Ihr süffisantes Grinsen machen weitere Worte überflüssig, denn sie hatte mit ihrer Abneigung nie hinter dem Berg gehalten.

Auf dem Zeltplatz finden die Kinder schnell Freunde und sind immer mal lange Zeit weg, so dass es für die Eltern sehr erholsam ist, zumal am Tage der Zeltplatz weniger hellhörig ist als in der Nacht (und hiermit ist das Schlagwort „küssen“ und mehr abgearbeitet)

Am Geburtstagsmorgen sind Hannes und Theres verschwunden. Nach langer Zeit tauchen sie auf, die Gesichter hinter einem wunderschönen Wald- und Wiesenblumenstrauß versteckt. „Mit solch einem Feldblumenstrauß kann kein Rosenstrauß konkurrieren“, denkt Clara in diesem Moment, „auch wenn die Rosen noch so dunkelrot sind.“ Ein dickes Konservenglas ersetzt die edlere Vase, die es zu Haus für diese Zwecke gegeben hätte.

Und plötzlich kommt Clemens auf die Mama zu. Ganz aufgeregt hält der Achtjährige ein Päckchen in der Hand, eingepackt in eine Serviette. „Da Mama, das hast du dir doch gewünscht!“ Clara packt aus und ……… hält eine Flasche Mastika in der Hand.

Theres, die Mutters Ironie schon verstand, und Hannes schmeißen sich fast weg vor Lachen – heimlich natürlich. Clara will – so unpädagogisch es sicher sein mag – erst einmal wissen, wie der Lütte zu dem Alkohol kommen konnte. Er berichtet: „Das Geld habe ich mir durch Flaschen sammeln beschafft“ – (als gelerntes DDR-Kind war er ja das Sammeln von Altstoffen gewöhnt). – „und dann habe ich dem Mann am Kiosk gezeigt, was ich haben will.“
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Clara nahm ihren Jüngsten und drückte ihn ganz fest. Zu einer Aufklärung fehlte ihr der Mut – sie wollte ihm die Freude und den Stolz nicht verderben. (Jetzt ist der Punkt Kinder genügend abgearbeitet)
Der Höhepunkt des Tages bestand darin, dass alle Vier gemeinsam kochten und jeder konnte sich das wünschen, was er am liebsten hatte. Für eine Propangas betriebene Feldküche war das Ergebnis opulent – so hat es Clara jedenfalls in Erinnerung. (Falls jetzt irgend jemand der Beteiligten Protest einlegt – das ist der Punkt, den ich mit „dichterischer Freiheit“ begründe.)

Viele, viele Jahre später sah Clemens die Flasche Mastika im Schrank stehen und wunderte sich, dass  sie noch existiert. Da war es an der Zeit, ihn über die wahren Zusammenhänge aufzuklären. Und mit diesem Moment landete die Flasche im Müll.