Claras Allerleiweltsgedanken


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Ein Politiker namens J.Sp. übernimmt die Schirmherrschaft …

über alle? Über eine? Über keine Hartz IV-Empfänger und -Innen?

Und ihr könnt sicher sein, auf MEINEN Balkon ließe ich ihn nicht! Auch wenn das mit der Schirmherrschaft gut aussieht.

Ich könnte gar nicht so viel Shit rauchen, so viel „Gras“ fressen, mich hinter verschiedenen Pflanzen verstecken oder alle Gedanken im Kopf zu Schmetterlingen umformen, um so einen Besuch schadlos zu überstehen. Auch eine Überdosis Medizin würde dagegen nicht helfen. Er als Gesundheitsminister würde vielleicht empfehlen, noch mehr Pillen zu schlucken, falls das Geld für einen Lebensmitteleinkauf nicht reichen sollte.

Oder ich würde einen Antivirusengel aufstellen, um ja nicht etwa von der Art der Politik angesteckt zu werden.

Hätte er zur Begrüßung schöne Blumen in der Hand, würde ich sofort das Trojanische Pferd dahinter wittern.

Käme er mit einem (ausgeliehenen) Sparsamkeitsauto vorgefahren, würde ich ihm nie und nimmer glauben, dass er damit immer fährt, denn nur die wenigsten Politiker sind noch glaubwürdig.

Was wäre ich froh – sollte er sich doch zu mir durchgeschlichen haben – wenn alles vorbei ist und ich in aller Ruhe meinen abgasgefärbten Abendhimmel genießen könnte.

 

 

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Brandbeschleuniger Advent

Diese eindeutig zweideutige Überschrift meine ich unterschiedlich.

Sehe ich so ein rosa Tattü mit Flaumfedern in der Form eines Adventskranzes, möchte ich nicht vergessen, die Kerzen zu löschen – er muss hervorragend brennen. – Mir wird ja eine gewisse Sympathie für solche Farben nachgesagt, aber was zu viel ist ist zu viel, in jeder Beziehung. – Ich fand das rosa Ungetüm so abartig hässlich, dass ich es gleich zweimal auftreten lasse.

2811 Adventsluxus 17

Und dieses „in jeder Beziehung“ meine ich jetzt hauptsächlich finanziell, denn über Geschmack möchte ich hier nicht streiten – jeder verziert oder verunziert sich seine Wohnung wie er möchte. – Aber für etwas, was gerade mal 4 Wochen steht (nur selten kann man so ein Gesteck mehrere Jahre verwenden) zwischen 100,00 und 200,00 Euro auszugeben, wo die halbe Welt auf der Flucht ist und hungert, da fällt mir nicht viel ein – oder doch, aber ich werde es nicht schreiben. Manchmal finde ich, dass Deutschland zum Ko…. reich ist, und damit meine ich nicht weltweit nur diese 85 Milliardäre, die gemeinsam so viel Geld haben wie die arme Bevölkerung der restlichen Welt zusammen. – Wer das Bedürfnis hat, diese „künstlerischen künstlichen Gestecke“ in groß zu sehen, kann sie in der Galerie einzeln anklicken.


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Hat Churchill Recht?

Dem Kapitalismus wohnt ein Laster inne: Die Verteilung der Güter. Dem Sozialismus hingegen wohnt eine Tugend inne: Die gleichmäßige Verteilung des Elends.
Winston Churchill

Ich stand vor einiger Zeit vor den vielen Schaufenstern des KdW in Berlin. Es waren wirklich nicht die ausgestellten Waren, die mein Gemüt bewegten, es waren die Preise für Gebrauchsgegenstände wie Schuhe oder Handtaschen, bei manchen auch Rucksäcke genannt. Seht selbst:

Mein Leser Snoopy bemerkte treffend dazu:

Mir ist eher teuer, was mir lieb ist. Prada??? Gehört bestimmt nicht dazu.

Oder auch hier:

Das Bild lässt sich vergrößern, falls euch die Preise genauer interessieren.

Ich will euch die Modelle der „TiT“ = Taschen in Teuer natürlich nicht vorenthalten. – Andersherum, wenn es diese Möglichkeiten zum Geld ausgeben nicht gäbe, würden die Schönen und Reichen entweder caritativ werden (kaum anzunehmen) oder ihr Geld in dubiose Geschäfte stecken (bei Frauen auch nicht so wahrscheinlich – doch oft stammt ja das Geld von deren reichen Männern). Kurz und gut, ich weiß es nicht.

Dass es die gleiche Collage auch mit Schuhen gibt, war ja so klar wie das Amen in der Kirche.

Auch hier möchte ich nicht einen einzigen haben, aber meine Meinung ist da absolut unmaßgeblich.

Die Art der Dekoration fand ich gut, witzig und einen Hingucker.

Im Fotoblog gibt es noch ein paar andere Hingucker.


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Luxus – das Gegenteil

(Der Anfang des Artikels ist am 9. Juli zu finden.)

Leute wie du und ich, keine Alkis, keine Kiffer – sie durchsuchen die Papierkörbe nach Flaschen, gehen durch die S-Bahnen und betteln um etwas Essbares. Manchmal habe ich das Gefühl, irgendwer wirtschaftet Deutschland systematisch in die Armut.

Das ist aufgenommen beim Festival der Kulturen. Diese Flaschensammler haben ja nebenbei noch den unschätzbaren Vorteil, dass nicht so viele zersplitterte Flaschen auf den Straßen herumliegen. – Der hier mit seinem Einkaufswagen war recht pfiffig.

Als ich so um den 6. Juli dabei war, an diesem Post zu schreiben, „begegnete“ mir was eigenartiges. In meinem Kasten, an dem groß ein Anti-Werbung und auch Anti-Zeitungsaufkleber prangt, steckte eine der kostenlosen Zeitungen, die „Berliner Woche“. Wenn schon einmal drin, landen sie fast immer in der großen runden Tonne, doch dieses Mal nahm ich sie mit nach oben. Thomas Schubert hatte darin einen Artikel veröffentlicht: „Flaschensammler auf BestellungEine Idee verändert das Geschäft mit dem Pfand“ – zu finden unter http://www.pfandgeben.de – dieses Portal wurde von dem Studenten Jonas Kakoschka gegründet – ich finde, eine Form des sozialen Engagements.

Aus der Faulheit der einen (ihre Flaschen selbst abzugeben, vom „Tatort“ mitzunehmen) und der Armut der anderen, die sich zu ihrem mageren Hartz-IV-Satz etwas dazu verdienen wollen oder müssen, ist eine Internetbörse entstanden mit dem Ziel, dass die einen das Leergut verschenken und die anderen es in dringend benötigte Sachen umsetzt – ich hoffe mal ganz sehr, dass das nicht Alkohol ist. Die Sammler machen das bestimmt nicht aus Jux und Dollerei und niemand ist berechtigt, diesen Menschen ihre Würde abzusprechen, kein Amt und keine Privatperson.

Thomas Schubert berichtet von einer Sammlerin, die in dieser Börse als „Flaschenfee“ verzeichnet ist. Sie sucht dringend nach einer richtigen Arbeit, hat jedoch keine Ausbildung abgeschlossen. Sie gibt diese Flaschensammelei beim Jobcenter als Nebenverdienst an, da sie 100 € im Monat zuverdienen darf. Von diesem Geld kauft sie was für ihre Tochter, die sehr oft zurückstecken muss, weil ihre Mutter weitaus weniger Geld zur Verfügung hat als die anderen Mütter in der Umgebung.

Ich finde es gut, dass die Jobagentur schlecht in der Lage sein wird, die Anzahl der gesammelten Flaschen genau zu prüfen, so dass meinetwegen solche Leute auch monatlich weitaus mehr Geld zusammensammeln und zusammentragen können, als sie dürfen. – Meinen Segen haben sie!