Claras Allerleiweltsgedanken


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Rundreise Marokko 5 – Meknes – Fes (Teil 1)

Realer Reisetag: 15.06.2018

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Über den Verkehr, natürlich den Straßenverkehr, in Marokko habe ich mich ja noch gar nicht ausgelassen.  Was ich wirklich bewundere ist die Tatsache, dass ich in den 14 Tagen so gut wie keine Unfälle gesehen habe, weder verletzte Fußgänger noch röchelnde Fahrrad- oder Mofafahrer oder fetten Blechschaden an Autos. Jeder deutsche Verkehrspolizist hätte jede Nacht drei Stunden lang Alpträume, wenn er das dort regeln müsste. Für Mofas scheint es überhaupt keine Vorschriften zu geben – ob mit oder ohne Helm, ob beleuchtet oder ohne Licht, ob allein oder zu viert, nämlich mit Frau und zwei kleinen Kindern vorm Fahrer und zwischen den Eltern – und vor allem, von links nach rechts und von rechts nach links schießend, immer dicht an der Karosserie des Autos vorbei, das man gerade geschnitten hat. – Aber letztendlich passieren vielleicht deswegen weniger Unfälle, weil sie wegen der Verkehrsdichte nicht so schnell fahren können und nicht jeder so erpicht auf seine Rechte und seine Vorfahrt ist.

Bei Fb hatte ich folgendes geschrieben: Hier auf den Straßen fahren ständig junge hübsche Nierenspender herum. Was meine ich damit? Junge Männer, die wie die Irren auf starken Motorrädern fahren und keine Sturzhelme aufhaben. Diesen Verkehr hier würde ich nicht eine Stunde mit dem Auto überleben, ohne einen Totalschaden zu machen.

Im Bus habe ich einmal laut aufgeseufzt, weil ich den Mopedfahrer schon unter den Reifen liegen sah (Langleser wissen, dass unser Bus in Jordanien einen Zusammenstoß mit einem PKW hatte, wo auf der Stelle beide Insassen, nämlich Brüder, tot waren. Solche Erinnerungen kommen natürlich hoch, denn ALLES vergesse ich ja nun doch nicht). Dieser Seelenseufzer hat mir eine vollkommen dämliche Rüge des Reiseleiters eingetragen. – Wir beide mochten uns von Tag zu Tag mehr.

Der Text über den heutigen Tag lautet in der Reisebroschüre so:

Unser Tag beginnt nach dem Frühstück mit der Besichtigung des Mausoleum Moulay Ismail°. Anschließend erleben wir eine traditionelle Teppichknüpferei bevor wir die prunkvolle  und die Altstadt° von Meknes, welche seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, besichtigen. Auf unserer Weiterfahrt begeben wir uns nach Volubilis°, der größten römischen Ausgrabungsstätte des Landes, welche ebenfalls als UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichnet wurde. Danach fahren wir weiter nach Fès, unserer nächsten Königsstadt. Unsere Übernachtung findet in einem 4-Sterne-Hotel (z.B. Hotel Menzah Zalagh) im Raum Fès statt.

In Meknes haben wir zwar das Mausoleum besucht, aber die Teppichknüpferei wurde uns erlassen. Stattdessen erlebten wir eine Teezeremonie. Der Hausherr war ein Studienkollege des Reiseleiters, der inzwischen arbeitsloser Akademiker ist. Für seine 4 Kinder und das sehr kostenaufwändige Haus braucht er Geld – da machen sich doch die vielen Gruppen sehr bezahlt. Da es wirklich sehr schön war, gab es neben der regulären Bezahlung durch die Reiseagentur noch reichlich Trinkgeld. – Es kamen aber noch ausreichend Verkaufsveranstaltungen anderer Art, von denen zu berichten sein wird.

Der erste Tagesordnungspunkt war der „kleine Abstecher zu der weltweit bekannten und gut erhaltenen Römersiedlung Volubilis.“ Da ich mir aus alten Steinen nicht sehr viel mache, besonders dann nicht, wenn sie in glühender Hitze angeboten werden, so dass man auf den heißen Steinen ein Spiegelei hätte braten können – da war die Gefahr des Umkippens schon sehr groß.

Mir haben am besten die Störche gefallen und die waren auch beliebtestes Fotoobjekt von allen. Als Storchenhorte sind doch die antiken Säulen hervorragend geeignet 🙂 Mehr Fotos kommen, wenn ich insgesamt Tierfotos zeige. – Ich will und ich mag hier nichts Ausführliches dazu schreiben, weil ich entweder nicht zugehört oder es nicht verstanden oder schon wieder vergessen habe.

Wo wir jetzt genau sind, ist euch sicher noch egaler als mir – ich wollte nur kalte Getränke und nicht immer dieses pupslaue stille Wasser aus dem Rucksack und Schatten – und beides bekam ich nicht, auch wenn ich es mir noch so sehr wünschte!

Der Sonnenschutz vor den Fenstern und den Balkonen war schon recht erfinderisch, doch in eng bebauten Städten kann man wohl nicht sehr viel gegen diese Hitze machen. – Wasser gab es schon, aber nicht für uns zum Baden. – Die Stadttore und sonstigen Tore waren alle sehr schön, aber sie rauschten an meinem Auge vorbei – ich erfreue mich jetzt mehr an den Fotos als an den Originalen.

Der 15.06. war ein Freitag – der Tag, an dem die Männer in die Moschee gehen. Die Frauen dürfen auch gehen, wenn ihnen ihre Arbeit Zeit dafür lässt. Wenn alle Männer so wie unser Reiseleiter von der bevorzugten Stellung der Männer überzeugt sind, dann … mehr will ich jetzt sicherheitshalber nicht schreiben. Deswegen seht ihr weit unten den Zug der Männer in ihrer religiösen Kleidung, die sie wohl vor allem im Ramadan tragen.

Zum Schluss noch ein paar Fotos, wie die kleinen marokkanischen Jungen zeitig auf den späteren irren Verkehr vorbereitet werden sollen – da muss man doch klein anfangen. – Ob das pinkfarbige Cabrio etwa für Mädchen gedacht ist?

Da ich mit 800 Worten schon mehr als genug geschrieben habe, lasse ich die Teezeremonie vom späten Nachmittag für übermorgen.

Und tschüss sagt Clara

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