Claras Allerleiweltsgedanken


49 Kommentare

Clara – die Hausfee

… was natürlich backen und kochen einschließt.

Einen Vorteil gab es bei meiner „Ladehemmung“ im Dezember – ich konnte mich fast ungebremst in den Backwahn stürzen. Es gab süße und würzige Sorten und ein Blech voller Baisers, da ich die 3 Eiweiße nicht verkommen lassen wollte.

Nach einiger Zeit setzte ich dem Luxus die Krone auf und glasierte sie mit Schokoladenguss – da schmeckten sie gleich noch einmal so gut.

Eine Panne, die ich natürlich auf mein Auge schob, ergab eine witzige Neukreation. Ich wollte Zimtplätzchen backen. Beim ersten Versuch machte ich das auch. Die warmen Kekse wurden in einer Zimt-Zucker-Mischung gewälzt und schmeckten so fluffig weich, dass ich sofort beschloss, noch einmal zu backen.

Als sie fertig waren, wunderte ich mich nur, warum sie in Richtung „rot“ tendierten und alle Leute die Kostproben als ziemlich scharf und würzig empfanden – trotz meiner Beteuerung, nur einen Teelöffel Zimt verwendet zu haben. – Doch einen Tag später kam die Aufklärung. Statt zum Zimt hatte ich zum scharfen Paprika gegriffen. Jetzt überlege ich, ob ich das noch einmal mache.

Die Marzipankugelproduktion lief auf Hochtouren, weil ständig der Nachschub aufgebraucht war. Hier nur ein paar Fotos aus der Manufaktur. Der Puderzucker ist in mühevoller Handarbeit eingeknetet, die Nougatschokolade in verstaubare Stücke geschnitten, die Rollen aus der Marzipanmasse geformt und geschnitten, die Kuvertüre geschmolzen und die Kugeln mit ihrem Nugatinhalt geformt.

Als Weihnachtsessensbeigabe durfte ich Obstsalat mitbringen – ein kleines Schüsselchen für den Sohn ohne Rosinen, die größere für die drei anderen mit Rosinen. Jedem aus der Familie fällt bei diesem Salat sofort eine Episode aus den 70er Jahren, da war er ca. 7 Jahre jung. Strahlend steht er vor seiner Oma und fragt, ob sie wieder Chicoréesalat zu Weihnachten macht. Ganz glücklich nickt sie – und dann ließ er die Katze aus dem Sack: „Aber ohne Chicorée und ohne Rosinen!“ – So viele Jahre später bekam er seinen Wunsch erfüllt.

Dieser Salat wurde nur für interne Gäste zubereitet und schmeckte ohne Rosinen, dafür aber mit Oliven sehr lecker.

Es ist ja vollkommen idiotisch, dass ich meine größere Kochlust auf den neuen Herd schiebe. Wenn ich schon nicht unter seniler Bettflucht leide, beginnt jetzt vielleicht die senile Küchenerstürmung. Seltsam, seltsam – was es so alles gibt. – Kurz vor dem Jahreswechsel wurde der Tiefkühlschrank inspiziert und von Produkten befreit, die gegessen werden sollten.

Aber diese leckeren Entenkeulen MUSSTEN nicht gegessen werden, denn die waren gerade erst gekauft worden. Bei dem ausgewählten Rezept fehlten mir zwar einige Gewürze, aber auf die verzichtete ich großzügig und ich dachte, sie schmecken dennoch – garniert mit Klößen und Rotkohl – vorzüglich. Leichte Fehleinschätzung, wie sich zeigte.

Die sehen so lecker aus. Doch hätte der Koch am zweiten Weihnachtsfeiertag die Gänsekeulen in Entenkeulenkonsistenz wie bei mir angeboten, hätte er eine Klage riskiert. Ich musste die Zahnarztnotdienstnummer griffbereit haben.

Aber die Klöße und das Rotkraut waren lecker. Ich habe sogar das Rezept fotografiert. – Wäre es ein DDR-Kochbuch, hätte ich angenommen, die nur 20 Minuten Garzeit wären auf Stromengpässe zurückzuführen. – Im Nachhinein habe ich mich bei Chefkoch.de informiert, dort ist die Bratzeit die drei- oder sogar vierfache. – Das kann ich ja dann mit der dritten Keule machen, die noch im Tiefkühler vor sich hinfriert.

Der zweiten, schon gebratenen, habe ich noch einmal mit 180° 70 Minuten eingeheizt – und dann war sie zart wie ein Kinderpopo. Geht doch!!!!

*************

Und da ich weder zum Jammer- noch zum Gesundheitsblog werden will, aber auch nicht zum Koch- und Backblog, höre ich jetzt auf.

Sollte euch irgendwo bei den Fotos der Appetit gekommen sein, kann ich euch leider nicht mehr helfen, denn die Speisen sind alle schon verzehrt.


28 Kommentare

Backen ist so gut wie basteln …

fängt jedenfalls auch mit „ba“ an, macht aber weniger Spaß …

… mir jedenfalls. Außerdem wird man vom backen dick, wenn man die Endprodukte mit anderen zusammen aufisst, vom basteln eher nicht.

Nach meinen Erfahrungen vor und am dritten Adventssonntag muss ich feststellen, dass ich so gut wie keinerlei Backgene mitbekommen habe, und auf lange Tradition auf diesem Gebiet kann ich auch nicht zurückblicken.

Hier im Netz stand etwas von einfach herzustellenden Marzipankartoffeln (werden weder gekocht noch gebacken) und von Kokosmakronen. Die ersteren ließen sich noch relativ unkompliziert herstellen, obwohl das Unterkneten des Puderzuckers unter das Rohmarzipan ziemlich anstrengend war, bei den zweiten gab es typische (Clara-)Schwierigkeiten..

Bei den Kartoffeln kam in die Mitte ein kleines Würfelchen von einer Nugatschokolade – auch einfach.

Als sie fertig waren, stellte ich fest, dass ich keinen Kakao hatte, um sie zu wälzen. Da ich Kakao in meinem Haushalt überhaupt nicht brauche, versuchte ich es mit Zartbitter-Kuvertüre. Sah gar nicht übel aus und schmeckt auch gut. – Mit viel Überredung wurde die Kuvertüre irgendwann auch fest, nachdem ich den Teller auf den kalten Balkon gestellt hatte. Was hätte ich bloß im Sommer bei glühender Hitze gemacht? – Morgen bringt mir eine Freundin 2 EL Kakao mit, da wird auch der Rest gewälzt.

Dann begab ich mich also zu dem Rezept der Kokosmakronen. Auf Anhieb erkannte ich, dass sie meine Mama immer ganz anders gemacht hat – und jetzt im Nachhinein muss ich sagen, dass sie mir besser geschmeckt haben. Sie waren groß, weich und mit Eischnee und Zucker gemacht. Diese hier bestanden aus ca. 500 g anderen Zutaten (Schlagsahne, Mandelblättchen, Zucker, Butter, Mehl) und nur aus 100 g Kokosflocken.

Die Masse musste auf dem Herd erwärmt und gerührt werden – der Topf sah danach sehr verklebt aus.

Als die Masse fertig war, wollte ich klebrige Haufen aufs Blech setzen. Nach kurzer Zeit entschied ich mich für die Hostien = Oblaten, um zügiger arbeiten zu können.

Mit lila Taschenlampe überwache ich zwischendurch an der Scheibe den Backfortschritt. Gut, dass mein kleiner Ofen auf der Schrankwandplatte steht, beim richtigen Backofen müsste ich mich immer so bücken.

Lecker sehen sie ja aus, aber für meinen Zahnbefund sind sie mir zu hart.

Unter den Backrost wird Backpapier gelegt, damit die Kuvertürearbeit spurenfrei gemacht werden kann.

Die harte Schokolade wird zerschnitten und im Wasserbad erwärmt, gerührt und dann geschmiert.

Dicke Pinselstriche in der Schokolade der Unterseite – damit müssen die Beschenkten leben. Es kann sich überhaupt JEDER, der etwas von meinen Produkten abbekommt, wahnsinnig was darauf einbilden, denn ich erwähnte es schon -zig mal: Backen und Kochen sind nicht meine Lieblingsbeschäftigungen. Sollte eine sehr gute Blogfreundin traurig sein, dass Weihnachten nichts im Weihnachtsmannsack war, weil sie noch gar nicht gebacken waren, gibt es ja noch einen Geburtstag, falls sie bis dahin nicht das Makronenteufelchen auffuttert.

Und dann habe ich sie in einer Büchse verstaut, die auch auf dem Balkon stehen kann, falls die Schokolade wieder weich wird.

Und das war es dann für das Jahr 2017 mit der Backerei.


34 Kommentare

Basteln oder Backen???

… oder Basteln und dann Backen?

Ola: Hast du kleinere Backformen als diese hier?

Clara: Nein, das sind schon die absolut kleinsten und auch die runde Form ist viel größer.

Ola: Gut, und hast du Backpapier?

Clara: freudestrahlend Na klar, ich bin doch ein perfekt ausgestatteter Haushalt und sie überreicht ihr eine Rolle.

Ola: Und dann hätte ich gern noch einen Tacker!

Clara: ??? ich hatte gehofft, sie will backen – und jetzt will sie doch eher basteln, Mist! Hier ist einer und wenn du willst, kannst du auch einen für dein Zimmer bekommen!

Und dann ging ich und blieb in unauffälliger Neugierbeobachtungsposition! Ich nützte meine Fähigkeit, auch hinten Augen zu haben. 😉

2701 Clara beobachtet 63

Als ich sah, wie sich Ola mit Hilfe des Tackers aus Backpapier eine kleinere Form bastelte, war ich richtig stolz auf sie, auch wenn ich ihr diese Pfiffigkeit nicht anerzogen hatte.

Ich sah, wie sie etwas in die Form hineinkrümelte, dann hineingoss und erneut krümelte. – Und das war das Ergebnis:

2701 Basteln u Backen

Der mit Quark gefüllte Kuchen schmeckte supergut – und die kleinen Mohnkrümel stören zwischen den Zähnen nur minimal – bei diesem guten Geschmack stören sie eigentlich gar nicht.

2701 Backen


45 Kommentare

Meine Mutter wurde von ihren Enkeln …

u.a. deswegen geliebt, weil sie hervorragende Pfefferkuchen backen konnte.

Ich will das bei meinen Enkelkindern mit Pflaumenkuchen schaffen, dennoch schicke ich ihnen jetzt kein Carepaket nach Westdeutschland.

Ich verstoße mit einer Plauderei über Essen gegen alle meine Bloggersitten und Gewohnheiten. Auch wenn es an Körperverletzung grenzt, leckeren Pflaumenkuchen zu zeigen (und hier zumindest nichts abgeben zu müssen *grins*), müssen wir jetzt durch – oder ihr macht den Post gleich zu.

Der Anfang wurde ja am 31. August gemacht, als ich euch in aller Ruhe und Anschaulichkeit zeigte, wie die Pflaumen der pflaumenblauen Clara in den Schoß oder in den Eimer fielen.

Das Ende sieht so aus:

Die vielen Kilo sind entsteint, auf dem Kuchen platziert, die Streuseln verteilt, ein Streifen wunschgemäß ausgelassen und gebacken sieht er auch nicht schlecht aus

Und zwischendurch gibt es eine Schätzaufgabe: Wie viele Grammkilos Pflaumen hingen an diesen Pflaumenkernen dran:2 Kilo, drei oder 4 Kilo oder irgendwas dazwischen?

Die neue Clara-Kunst!

Und jetzt noch eine Rundfrage. Ich nenne die Dinger auf dem Kuchen „Streusel“. Sagt ihr anders oder kennt ihr noch andere Bezeichnungen?

Zwei Leute in meiner Bekanntschaft mögen Pflaumenkuchen lieber ohne Streusel – für mich einfach undenkbar, da dann die Pflaumen so nackt sind und vertrocknen. Welche Art bevorzugt ihr?