Claras Allerleiweltsgedanken


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Wer schon nicht beißen kann, soll wenigstens gut streichen

Noch zwei Tage und dann kann ich die Überschrift (vielleicht) umdrehen: „Wer schon schlecht streicht, kann wenigstens gut beißen“ – Frau hat eben so ihre Wunschvorstellungen.

Wenn ich schon nicht oder nur wenig unter Leute gehen will, muss ich ja irgendwas machen, denn immer nur lesen, fernsehen, schlafen und essen ist für einen ganzen Tag zu wenig.

Bevor ich mit den Streicharbeiten auf der Balkonbrüstung anfing, animierte ich mich erst einmal selbst mit einem Aperol Spritz – hat gewirkt und ich hatte Lust. Hier steht das Glas aber schon ziemlich lange und in dem kleinen Rest sind weder Eis noch Sektperlen zu erkennen.

Mir gefiel der von meinem Lieblingshandwerker gemachte Anstrich auf der Balkonbrüstung an manchen Stellen nicht bis gar nicht – er war einfach zu dünn und jeder Pinselstrich war zu sehen. Ich schrieb ihm eine WhatsApp und bat ihn darum, mir den Rest der Farbe zur Verfügung zu stellen. Er war so nett und brachte mir die Büchse sogar vorbei.

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Ist etwa alles „zu viel oder zu lange?“

Wenn ich mein gegenwärtiges Dasein versuche, objektiv zu betrachten oder einzuschätzen, könnte ich fast vermuten, ich hätte das gefürchtete „long-Covid-Syndrom“ Mein Aktionsradius bewegt sich nur im unmittelbaren Umfeld herum und die „Bett-oder-Schlafsessel-Aufsuchzeiten“ sind außergewöhnlich lang und viel zu oft. Bin ich gegen 8:00 Uhr aufgestanden, schaffe ich es maximal 6 bis 7 Stunden, bevor ich mich wieder platt und kurze Zeit schlafend in der Horizontale befinde. Kurzbeschreibung: „Die nicht näher genannte Person hat als Hauptinteressen Essen und Schlafen“

Long Covid kann ich aber nicht haben, da ich „Short Covid“ nicht hatte – ich bin eine der wenigen und vor allem in der Familie fast die einzige, die diese Krankheit bisher umschifft oder umsegelt hat – besser gesagt, die Krankheit hat mich nicht gefunden. Alle anderen waren zwar auch geimpft – ich habe jetzt zur Sicherheit noch den zweiten Booster draufgesetzt – also: „Sleep too much“ muss eine andere Ursache haben.

Dass mir vor kurzem eine zweite Sieben für mein Alter geschenkt wurde, wurde besonders bei Fb lieb, nett und einfallsreich kommentiert, aber auch hier bei WP war es zu merken. Danke noch einmal an alle Gratulanten. Dennoch ist mir bei meinem Geburtstag folgendes deutlich vor Augen geführt worden:

Wer mir felsenfest etwas verspricht und das dann OHNE jegliche Erklärung – auch Tage danach – nicht hält, hat es schwer mit meiner weiteren Sympathie oder ähnlichem.

Mit Sohn, Enkelsohn, mit einer Freundin aus dem vorhergehenden Haus, mit einer netten Mitbewohnerin aus diesem Haus und mit meiner „Hörwunderwaffe“ habe ich das Kaffeetrinken zu Haus und das leckere Essen beim Italiener sehr genossen. Kleine Geburtstagsgeschenke haben die Freude gesteigert.

 

Es könnte also auch sein, dass die allgemeine Unlust mit „live too long“ zu tun hat. Unsere Vorfahren vor langer Zeit, also unsere Ahnen, Urahnen und Urururahnen durften ja nicht so lange auf dieser Welt leben, obwohl die damals wahrscheinlich noch nicht mal 20 % so kaputt und verwüstet war wie heute. Ich merke viel zu deutlich, wie mich die leider fast nur negativen Schlagzeilen bedrücken und fertig machen. Bei einigen Sachen – z.B. die Situation der Frauen in Afghanistan – versuche ich die Hilfsorganisationen mit Geld zu unterstützen – aber was kann ich außer Wasser sparen gegen die Trockenheit tun, die Waldbrände machen mir Angst – auch wenn sie nicht in meiner unmittelbaren Nähe sind, die gestiegenen Energiekosten werde ich in gewisser Weise wohl besonders hart spüren. Unsere gesamte Wohnanlage hat weder Wasserverbrauchsuhren noch Heizkostenzähler für jede einzelne Wohnung. So kann ich bei Abrechnung über Wohnungsquadratmeterzahlen bei Heizkosten und Wasser für all diese „Idioten“ mitbezahlen, die alles munter durch den Abfluss rinnen lassen oder zum Fenster hinaus jagen, weil sie den Unterschied zwischen lüften und dauergekippten Fenstern aus Egoismus nicht begreifen und beherzigen wollen.

Aber es gibt vielleicht auch noch eine dritte Variante, und die heißt „blog too long“. In wenigen Wochen vollendet sich beim Bloggen meine zweite Lieblingszahl – die 13 – denn ich habe im letzten Quartal 2009 angefangen. Meine Begeisterung für dieses von mir sooooooooooooo geliebte Medium pendelt ein wenig um die 10%-Grenze – und das ist eindeutig zu wenig, um hier mit Enthusiasmus zu schreiben. Ich bin ja eine „Aktivitäten-Bloggerin“ – schon immer gewesen – und wenn kaum Aktivitäten stattfinden, wo sollen dann Worte darüber herkommen???

Wenn einige von euch diesen Artikel lesen, sitze ich auf dem Zahnarztstuhl, mit vielen Spritzen schmerzfrei gespritzt, und bekomme auf der linken Seite die Knochenersatzmasse in den Kiefer gedrückt. Beide Mundwinkel und Lippen wird die  supergute Zahnärztin durch Vaseline hoffentlich vor dem erneuten Einreißen schützen können, denn das hat mich ja nach der letzten Op am längsten beeinträchtigt. Also: Bitte um Daumendrücken, vielleicht hilft es. Die Schwellungen können mit Kühlauflagen behandelt werden, die Blaufärbung stört mich nicht – nur der Zahnersatz sollte nach zwei bis drei Tagen wieder verwendbar sein, damit ich nicht ewig und drei Tage lang pürierte Suppe lutschen muss.

Zum Glück habe ich mir meinen Balkon noch ein wenig schöner gestaltet, so dass ich es – mit guter Literatur – darauf mindestens 3 Tage aushalte. Außerdem bringt mir mein Lieblingshandwerker eine Büchse Farbe vorbei, die ich partiell auf dem Balkongeländer verteilen will – damit kann ich mich STUNDEN beschäftigen und meinen Schmerz dabei hoffentlich vergessen.

Jetzt gibt es nicht mehr viel zu sagen – außer euch und mir alles Gute für die nächsten Tage zu wünschen. Sollte es mir drei Tage nach der Op noch nicht wesentlich besser gehen, habe ich gute Vorräte, um mir den Schmerz wegzusaufen – der wunderbare „Fürst von Metternich“ hat keine Abnehmer gefunden und zur Verstärkung könnte ich ihn noch mit Aperol aufpeppen – ich hoffe, es wird nicht so schlimm werden. Aber der Vertreter der Familie Metternich darf sonst auch in seinem weißen Gewand im weißen Regal stehen bleiben, bis er mal heftig gefragt ist.

Und zum Schluss noch ein typischer Clara-Joke. Ich habe auf dem Bauch eine knapp einen cm lange Wunde – nicht Schnittwunde direkt, mehr Quetschwunde – tut aber ein wenig weh. – Wenn ihr raten müsstest, wie oder wo ich dir mir geholt habe, kommt sicher niemand drauf. – Ich warte mal auf Vorschläge in einem Kommentar.


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Und morgen ist nun Ostern

Immer öfter frage ich mich in diesen unchristlichen Zeiten mit so wenigen echten Gläubigen, warum wir in Deutschland – und sicher auch in sehr vielen anderen Ländern – den Karfreitag und den Ostermontag als arbeitsfreien Feiertag begehen. Allen, die eine anstrengende Arbeit verrichten, gönne ich diese freien Tage von Herzen. Doch wären sie weniger christlich motiviert, würde ich mich damit wohler fühlen.

Es gibt ja Wohnungen, Gärten und Fenster, da springen mir die Plastikeier schon fast ins Gesicht, dekoriert mit unzähligen Osterhasen. – Ganz kann auch ich nicht auf diese Tradition verzichten – aber die Eier sind entweder ausgeblasen verziert worden oder aus Holz.

Viel passiert ja momentan im Leben einer alten Dame nicht – Dürrenmatt schrieb 1959 die tragische Komödie „Der Besuch der alten Dame“, deren Hauptfigur Milliardärin ist und Claire heißt, in Jugendjahren jedoch Klara genannt. Sie wird von einem ehrlosen jungen Mann geschwängert, der alles abstreitet. Klara geht weg und wird durch mehrere Ehen sehr vermögend. –

Spätestens nach diesen Tatsachen seht ihr, dass ich mit dieser Claire wenig gemeinsam habe und deswegen auch keiner über einen „Besuch der alten Dame“ berichten könnte. – Deswegen kann ich euch nur wenige Fotos aus meinem Umfeld zeigen.

So sah es wenige Tage vor Ostern aus – kalt, windig bis stürmisch, regnerisch, sogar Schnee oder Graupelregen kamen vom Himmel.

Wenn ich schon Christ… heiße, so muss ich doch wenigstens eine Kleinigkeit mit dem berühmten Christo zu tun haben, dessen Verhüllung des Reichstags in Berlin Geschichte geschrieben hat. – An solche Projekte kann ich mich nicht wagen, denn ich bin ja noch nicht mal Millionärin – aber ich habe klein und bescheiden angefangen und ein hässliches Heizungsrohr in meiner Küche verkleidet – rot in rot, also Ton in Ton. – So kommt keine Langeweile auf.

Der Balkon ist teppichmäßig nicht mehr so sauber wie am Anfang – das Zeux bekomme ich einfach nicht ausgebürstet. Dafür habe ich eine große Pflanze hingestellt, die alles verdeckt und allen Temperaturen und hoffentlich auch allen Böen trotzt. – Ich weiß, ich bewege mich hier auf dünnem Eis, wo es in meinem Umfeld so viele Gründaumenbesitzerinnen mit prächtigen Balkonen gibt.

 

Eine Frage noch – verdienen unsere Schauspieler und Moderatoren – Beispiel Jürgen Vogel macht Reklame für die DHL und hier Jörg Pilawa für die SKL – so wenig, dass sie solche zum Teil fragwürdigen Jobs machen müssen?

Meinen Gravatar mit dem lila Motorroller habe ich ja nun schon fast seit hundert Jahren – wäre da nicht mal Zeit, mir was anderes einfallen zu lassen, zumal doch meine Motorrollerzeit schon über 50 Jahre hinter mir liegt. Aber Nachteule bin ich noch immer, also wäre das doch passend:

Ich verabschiede mich jetzt von euch mit einem kleinen Osterflirt:

… die ich gerne mit dir teile 🙂 😉

Ich wünsche euch allen frohe Ostertage – mit oder ohne Familie – und mit dem Wetter, das ihr gerne hättet, um das zu machen, was euch gefällt.

Solltet ihr nach der Ostereiersuche so erschöpft sein, dass ihr eine Ruhepause braucht, leihe ich euch kurzzeitig meinen Sessel aus – aber nicht für lange, denn dann brauche ich ihn wieder.

Solltet ihr jedoch absolute Such-Langeweile haben, weil euch niemand Ostereier oder -hasen versteckt hat, habe ich einen Tipp dafür oder dagegen. Am heutigen Samstag einfach eine volle Trommel mit dunkler Wäsche waschen und aus den Taschen von Jeans oder Jacken zwei süße kleine Papiertaschentücher NICHT entfernen – die Fusseln und Flusen könnt ihr das ganze Wochenende suchen – und nicht so kompliziert, denn sie sind gut zu sehen.


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Frühlingsfarben aufgelegt

Viele legen zum Entspannen Musik ein – meine Hörnerven (nicht Hörner-ven lesen 😉  )sind dafür zu stark verändert geschädigt und deswegen nicht musikkonform – deswegen mache ich es mit Farben. Bei dem verlinkten Video ist die Musik sehr eintönig entspannend – ich habe sie sofort stumm geschaltet – aber die Fotos sind sehr schön.

Als ich noch jung und unbedarft und meine Tische alle noch neu und unbeschadet waren, holte ich kaum mal eine Tischdecke zur Abdeckung des Möbels aus dem Schrank. Nur Gäste wurden tischdeckenverziert begrüßt. – Genau so halte ich es ja auch mit Gardinen – da kommen bestenfalls Rollos oder Plissees als Sicht- und Sonnenschutz vor die Fensterscheiben.

Doch jetzt haben fast alle Tische Kerben, Kratzer, Schrunden und ähneln meinem Gesicht, so dass seit einiger Zeit die Tischdeckenära bei mir ausgebrochen ist – immer farbig auf den Raum – und natürlich auf die Tischgröße – abgestimmt.

Auf dem Balkon ist rot die Standardtischdeckenfarbe.

Für Wasch- und Bügelpausen (die können bei mir seeeeeeeeeeeeeeehr lange dauern) gibt es eine Interimslösung (wenn ich so weiter machen, löst „interim…“ mein Lieblingswort „Imponderabilien“ ab 🙂 😉 )- Doch ich finde diese Tischdecke langweilig, wollte sie schon verschenken.

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Im Wohnzimmer hat mir der runde Metalltisch für die Sitzecke nicht gefallen – also wanderte er auf den Balkon.

ICH wäre nicht ICH,  wenn ich mal einfach etwas SO hinnähme, wie es anfangs ist. Das sah mir zu kahl aus – und da hat nach meiner Meinung eine große runde dunkelgrüne wasserfeste Tischdecke Abhilfe geschaffen. Bestellt – geholt – Schalen mit „Gedöns“ zwischengelagert – aufgelegt – Schalen zurück geräumt und Fotos gemacht. – Würde ich nicht so viel beim großen A…. bestellen, könnte die Exfrau von Bezos nicht Millionen für gute Zwecke spenden – das ist doch wenigstens ein Trost, wenn ER schon sein Geld für Weltraumflüge verpulvert.

Ihr seht, Kugeln spielen in meiner Wohnung eine große Rolle – vielleicht liegt es daran, dass ich mich bemühe, selbst nicht diese Form anzunehmen. Früher habe ich bei Kummer kaum etwas gegessen. 1980 hatte ich RICHTIG Stress und wog bei 170 cm nur noch 47 kg. Jetzt hat sich das ins Gegenteil verkehrt – will der Körper Reserven anlegen für kommende kalte und schlechte Zeiten? Vielleicht – jedenfalls ist es jetzt fast ein Zahlendreher.

Vielleicht sind die zwei weihnachtlichen Kugelkränze nicht gerade zeitoptimal abgelegt, aber ich kann sichtbare leere Fächer nicht leiden.

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11 Fotos und ein Video und ca. 300 Wörter reichen – mehr kommt, aber nicht morgen.

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Aber das muss jetzt noch sein, habe ich gerade als Mail bekommen – von wem, ist ja wohl sonnenklar. – Hätte ich so eine Mähne mit langen Haaren, gäbe es nicht einen einzigen Spiegel mehr in meiner Wohnung – ich mag keine langen Haare an mir.

 

 


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Wodurch wurden Sie zur Alkoholiker*in?

“ … durch Ylenia und Zeynep, auch Eunice genannt!“

Diese Frage wurde mir in einem Bekloppten-Sender-Interviev gestellt, an dem ich gar nicht teilnehmen wollte. Aber die gaben keine Ruhe und da habe ich sie aufgeklärt!

Da ja in geraden Jahren diese schrecklichen Ereignisse wie Stürme, Orkane, Hurrikans, Tornados und sonstiges weibliche Namen bekommen,l könnte man jetzt vermuten, dass mich Frauen in den Alkoholismus getrieben haben – stimmt so nicht direkt, es war einzig und allein das Wetter.

Bisher ist die Trunksucht noch heilbar – denke ich zumindest – aber wenn das Wetter mit solchen Kapriolen fortfährt, sehe ich schwarz mit meinem Grappakonsum.

Am Freitagabend ging es langsam los: das Orkantief Zeynep nahm langsam Fahrt auf. Anfangs war es mir noch möglich, die Geräuschkulisse auszublenden und Fernsehen zu sehen UND zu VERSTEHEN. Doch als ich nach Mitternacht schlafen wollte, war das nicht möglich – dieser blöde „Flatterrand“ von der Markise machte einen Höllenlärm, unterstützt vom Orchester der ächzenden Bäume. Der Regen säuberte ununterbrochen die schon lange sauberen Scheiben und es war einfach nur gruselig.

Da merkte ich, dass ich doch in manchen Situationen zu Angst neige. Ich stellte mir immer wieder vor, was ich machen würde, wenn es die Markise an den Seiten bzw. oben aus den Halterungen reißt und sie beim Sturz meine Fensterscheibe durchstößt. – Diese Horrorvorstellung ließ mich zu einem Grappa-Apfelsaft-Gemisch im Verhältnis 1:1 greifen, so dass ich dann gegen 5:00 Uhr wohl endlich einschlief und das bis gegen 10:00 Uhr durchhielt. – Laut Wettervorhersage sollte das „Drama“ bis gegen 8:00 Uhr anhalten.

Als ich diese Meldung las: „Besonders stark schlug der Sturm im Süden und Südwesten der Stadt zu … In Dahlem wurden mit 108 Stundenkilometern die höchsten Windgeschwindigkeiten in Berlin gemessen.“ – wusste ich, dass meine Angst nicht vollkommen unberechtigt war, denn auch ich wohne dort – weniger im Südwesten, sondern im äußersten Südsüden, falls es das gibt.

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Damit die hier enthaltenen „Informationen“ bei der Veröffentlichung nicht schon total veraltet sind, bringe ich sie mal zu einer vollkommen ungewöhnlichen Zeit in die Öffentlichkeit.