Claras Allerleiweltsgedanken


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Gut, dass ich gestern …

schon so zeitig eingeschlafen bin …

und sogar recht gut geschlafen habe, denn heute um 7.00 Uhr begann die

Bauarbeiter-Ballett-Aufführung „Wir wecken jetzt die Clara“.

Ein richtiges Orchester nahm nicht teil, doch die Zurufe der Beteiligten untereinander, die Geräusche des Lastenaufzuges, die geschobenen, gefüllten Mörteleimer und das Kratzen der Maurerkellen auf den Wänden rund um mein Fenster reichten aus, um sofort mein Bett zu verlassen. Doch immer noch ist es nur die Wand, die bearbeitet wird – diese Wand, von der vorher kein Mensch wusste, dass sie überhaupt so intensiv bearbeitet werden wird, denn sie enthielt kein Ethernit. Mein Balkon bleibt unbearbeitet, wo er mir doch so wichtig ist. Ab 5. Juni bin ich für ein paar Tage weg, da kann ich keinen Einfluss mehr darauf nehmen, falls ich einen lila Anstrich wählen wollte. 🙂

Ich muss den Bauarbeitern wirklich bestätigen, dass sie hart, unverdrossen und schnell arbeiten. Auch vor 50 Jahren hätte ich mit ihnen nicht den Job tauschen wollen. Allein dieses viele Treppensteigen über wacklige Außentreppen wäre nichts für mich gewesen. Weiterhin missfällt mir, dass sie so lange auf Knien OHNE Knieschutz arbeiten (müssen), kann sich später rächen. In Extremfällen liegen sie auf dem Rücken und verputzen – OHNE SCHUTZBRILLE – wie schnell kommt so ein kleines Klümpchen Mörtel wieder nach unten.

Im Endeffekt tun sie mir leid, die Bauarbeiter. Nicht nur wegen der Hitze, sondern auch wegen der schlechten Löhne und der vielleicht noch schlechteren Arbeitsschutzbedingungen.

Die ganz „normalen“ Fotos von heute früh stelle ich als Galerie ein, die besonderen getrennt. – Wenn die Wand fertig verputzt ist, sieht sie richtig gut aus.

Jetzt die Einzelaufnahmen. Neben den Artisten = Bauarbeitern sind natürlich auch die vollen Eimer Solisten – oder etwa nur Statisten? Ich bin schon ganz durcheinander und muss raus hier – sonst „verliebe“ ich mich noch in so ein zartes Jungbauarbeiterpopöchen 🙂

Und hier zeige ich euch, was für eine Viecherei es ist, im Liegen den Mörtel an die Wand zu „klatschen“ – die zarten Pfeile weisen auf ihn.

Das Ballett der Mörteleimer hat hier auch seinen Auftritt – nicht nur das linke Bein eines Arbeiters. 🙂

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Allein an der Veröffentlichungszeit (gegen 10.00 Uhr) könnt ihr sehen, dass das heute ein sogenannter „Spontanbeitrag“ ist.

 


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Ich passe – oder 18, 20, 22 weg

Falls sich jemand wundert – dieser Artikel war gestern schon mal kurz online. Ich hatte mit meinem Baulärmkopf vergessen, das Erscheinungsdatum richtig einzustellen.

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Die Bauarbeiten haben gerade ihren Lärmhöhepunkt erreicht. Gefühlsmäßig turnen 10 Bauarbeiter genau vor meinem Fenster herum, jeder mit einer Schlagbohrmaschine in der Hand. Und die haben sie nicht zum Spaß in der Hand, sondern nutzen sie dafür, um irgendwelche Metallgegenstände rund um meine Fenster in die Außenhaut des Hauses zu jagen.

Ohropax in den Ohren ist der einzige Schutz, sonst drehe ich durch. In der Nacht zum Donnerstag hatte ich mit angeklapptem Fensterflügel geschlafen, weil es schon so herrlich warm war. Im Normalfall begann der Bau- und Bohrlärm gegen acht Uhr. Doch an diesem Tag glaubte ich an ein Erdbeben, als 7.30 Uhr die Bohrmaschinen ungebremst ihren Lärm in mein Bett verbreiteten.

Abends komme ich nicht zum Schreiben, weil ich den verschiedenartigsten Vergnügungen fröne.

Also macht es gut bis zu besseren und leiseren Zeiten.

Die Fotos sind nicht topaktuell, aber auf dem Balkon hat sich noch nicht wesentliches verändert. Allerdings ist die unterste Lage der Dämmung angeklebt und zwei Fensterbretter sind auch schon vorbereitet, damit dann das Zink-Abdeckblech montiert werden kann.

Eigentlich muss man sich diese Elendsbilder nicht noch vergrößert ansehen, indem man sie anklickt. Doch wer es unbedingt machen will – ich halte keinen davon ab. Ich muss es ja auch immer in Originalgröße sehen.


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Whg 9 – Ein Streifen – kein Streifen …

ein Strich – kein Strich …

Clara ist zum Strich“mädchen“ geworden. Keine Angst, ich bin nicht auf den Seniorenstrich gegangen, obwohl ja in Berlin fast nichts unmöglich ist. Nein, ich habe mich einen ganzen Abend mit Strichcodes beschäftigt und dabei 4 Stunden lang den Mindestlohn erarbeitet, aber es war hart und ein wenig deprimierend.

2906 Strichcode

So ein Strichcode besteht aus 13 Zahlen, die nacheinander mühsam eingetippt werden mussten. Meist waren die Zahlenkolonnen recht klein gedruckt und eng beieinander, so dass das Programm meckerte: Diese Codierung kann nicht erkannt werden.

Was habe ich nun gemacht. Bei einem Buch- und CD-Aufkäufer habe ich Bücher angeboten und viele, viele CDs. Manche Bücher oder CDs waren so alt, dass sie keinen normgerechter 13stelligen Code hatten, also machte ich zwei Häufchen:

Die „guten“ ins Töpfchen, die „schlechten“ ins Kröpfchen.

Leider standen mir nicht so viele Tauben zur Verfügung wie weiland dem lieben Aschenputtel.

Also musste ich mich einzig und allein auf meine Augen, meine Tasten und mein Gefühl verlassen, deswegen hat es ja auch so lange gedauert. Unter 10,00 € wird kein Paket angenommen – wenn es aber für viele Bücher und CDs Beträge von 25 Cent oder manchmal noch weniger gibt, fragt man sich, was die ganze Quälerei soll. Doch verschenken kann man ja auch nicht ohne weiteres – außerdem bleiben noch genügend Bücher übrig, die ich verschenken oder verteilen möchte.

Der Lohn für einen Abend betrug dann rund 30,00 € – schnell das Label ausgedruckt, den Sendeschein – alles in ein großes und recht schweres Paket gepackt, mit Knüllpapier aufgefüllt und mit der neuen Sackkarre vom Auto zur Post gebracht.

Und dann konnte ich mich wieder schöneren Dingen widmen als dem Ausdünnen der Bestände.

Als ich meinen Buchsbaum auf dem Balkon ansah, dachte ich so bei mir, dass er sich dem „Ausdünnen“ angeschlossen hat – er sah aus die ein Weihnachtsbaum im Osten – der hatte auch nie genug Äste, dass es für rundherum gereicht hätte. – Ich weiß gar nicht, was den Buchsbaum bewegt hat, auf einer Seite so auszutrocknen.

2906 Ostweihnachtsbaum

 Und dann saß ich bei dem wunderschönen Sommerwetter auf meinem Balkon und sinnierte, ob ich sehr traurig sein soll, dass ich ihn bald nicht mehr haben werde. Das viele Grün und die Ruhe werde ich vermissen. Und just in diesem Moment fing es auf der Vattenfall-Baustelle an zu „randalieren“. Spätestens da bekam ich bestätigt, dass ein Umzug sooooooo schlecht doch nun auch nicht ist. Es konkurrieren Baulärm mit Straßenlärm – nur der Baulärm gewinnt, denn er ist wahrscheinlich 2017 oder sogar schon 16 beendet – der Straßenlärm keinesfalls.

Und wenn ich dann von dem ganzen Straßenlärm einen wirren Kopf bekomme, dann gehe ich mit diesem Kopf-Gedöns zum Psychologen G. Döns 🙂

2906 Gedöns