Claras Allerleiweltsgedanken


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Mund oder Hand gewünscht?

Weil heute so ein schönes Schnapszahldatum ist, wollte ich mir natürlich was Besonderes einfallen lassen. Bei voller Konsequenz hätte ich die Erscheinungszeit auch auf 11:11 Uhr stellen müssen, aber diese Uhrzeit ist für den Beginn der närrischen Zeit reserviert. Die wird zwar dieses Jahr begrenzt, beschnitten und reglementiert werden, aber für mich gibt es Schlimmeres.

Und mit „närrischer Zeit“ hat mein Beitrag so absolut gar nichts zu tun. Es ist aber auch keine Andeutung auf irgendwelche Praktiken, die eine „Dame“ vielleicht einem „Herrn“ oder Freier stellt.

Beim Einfügen der Fotos habe ich festgestellt, dass es auch noch 13 sind – da MUSS der Beitrag ein positives Echo finden. – Für die Qualität mancher Fotos entschuldige ich mich – aber als ich es auf dem Display bemerkte, hatte ich keine Zeit mehr, sie noch einmal zu fotografieren.

Jetzt zur Überschrift – was meine ich damit?

Seit vielen Jahren schon habe ich lange vor der Adventszeit einen dickeren Umschlag im Briefkasten. Groß und deutlich ist vermerkt, dass ich zu keiner Abnahme, Zahlung oder Zurücksendung verpflichtet bin – es ist also ein Appell an das Verständnis der Menschen, an die Menschlichkeit – denn ich werde ja so einen Umschlag nicht allein bekommen. Weiterhin könnte ich auch gegen die Verwendung meiner Adresse für Zusendungen widersprechen. (Leider befürchte ich, dass es viele eher wegwerfen als sich die Mühe zu machen, ihre Adresse löschen zu lassen)

Ich denke, es wird so verfahren, dass Empfänger, die das festgelegte Geld für die Sachen (6 Weihnachtskarten mit Umschlag, einen Jahreskalender und 10 Geschenkanhänger) überweisen, im nächsten Jahr wieder einen Umschlag bekommen.

Um nichts in der Welt bin ich die größte Weihnachtskartenschreiberin auf diesem Planeten – aber voriges Jahr habe ich alle adressiert, beschrieben und verschickt – das wird mir doch dieses Jahr auch wieder gelingen, denn ich habe natürlich den Umschlag behalten und auch bezahlt.

Hier mal eine Preisübersicht.

Es fasziniert mich sehr, dass Leute mit einem langen Pinsel im Mund oder zwischen den Zehen weitaus besser malen können als ich mit zwei gesunden Händen. Na gut, ich bin da kein gutes Beispiel, weil ich weder zeichnen noch malen kann – aber diese Künstler, die entweder wegen Contergan ohne Arme geboren geboren wurden oder durch einen Unfall an der HWS querschnittsgelähmt sind, vollbringen Kunstwerke, die wirklich mein Herz rühren.

Ich habe mal ein paar Sachen abfotografiert, damit ihr meine Begeisterung verstehen könnt.

Einzelne Kalenderblätter

Die im Mai Geborenen können sich mit diesem blumenreichen Monatsbild in gute Laune hinein radeln.

Das ist der Juli, der ja auch Heikomonat war. Der Schirm auf dem Blatt erinnerte mich sofort an dieses Bild: einmal von vorn, einmal von hinten 🙂 😉

Meinen Monat habe ich natürlich auch fotografiert. Santorini war die einzige Urlaubsreise, die ich mit meiner Mutter zusammen gemacht habe. Meine Fotos von dort (so ich überhaupt welche habe) könnten nicht besser sein.

Und für die Oktobergeburtstagskinder habe ich auch noch ein Foto – besonders für die, die zwar kein Pferd sein wollen, sondern lieber eine Kuh.

Von den Weihnachtskarten gefällt mir diese am besten, weil ich die traditionellen Krippenbilder nicht so mag.

Zum Abschluss noch eine Galerie mit den Künstlern, die hinter diesen Werken sind:

Die Methode, mit dem Mund zu malen, scheint weitaus verbreiteter zu sein. Ich frage mich, wie das funktioniert – ist da immer eine helfende Person dabei, die den Pinsel mit Farbe vorbereitet und dem Künstler in den Mund steckt?

Ich bin fasziniert!


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Behindert oder doch nur beeinträchtigt?

Wenn du morgens aufwachst und dir tut nichts weh, dann bist du tot!“

Diesen dummen Satz kennt ja wohl jeder. Tot bin ich nicht, über Schmerzen kann ich im allgemeinen auch nicht klagen – nur einen neuen Kopf möchte ich haben. Die Medizin hat Transplantationen wohl schon stückweise versucht – aber mir ist nichts bekannt, dass schon ganze Köpfe von dem einen Körper auf den anderen  gepflanzt wurden. Und wie ich mich und meine Mäkligkeit kenne – könnte ich mich im Ernstfall nicht entscheiden: Der eine wäre mir zu alt, der andere zu hässlich, der dritte zu männlich. Also muss ich wohl mit dem meinigen trotz aller Unvollkommenheiten leben.
Warum habe ich alle Einschränkungen nur am Kopf? Will mir da jemand etwas zu verstehen geben? Ich kann das Rätsel nicht lösen. – Wenn ich mich mit gleichaltrigen Frauen vergleiche, sehe ich ganz schön alt aus, auch wenn es nicht gleich auf den ersten Blick auffällt. Figur und Geist sind ok, doch was machen wir mit dem Rest?
Nase: Eine total verpfuschte Operation, die sogar zu einer Klage führte mit mittelprächtigem Erfolg. Der Arzt (bzw. seine Versicherung) musste nicht für die misslungene Operation zahlen, sondern nur für die fehlende Aufklärung über die Risiken. – Die zweite Op war eine korrigierende, die dritte eine nochmalige Totaloperation. Das jetzt niemand auf falsche Gedanken kommt – es ging nicht um Schönheit, sondern lediglich um Luft. Ich wollte einfach und allein den Mund zulassen können beim Luftholen, und das nicht nur im Ruhezustand, sondern auch in Bewegung. – So richtig hat es aber auch die große HNO-Koryphäe nicht hinbekommen. Wahrscheinlich waren ihm die 3.000,00 € zu wenig, die ich gezahlt habe. Er wollte 4.000,00 haben.
Augen:  Eine überflüssige (durch Fehldiagnose zustande gekommene) Kataraktoperation. Dann die notwendige Op, da auf der Netzhaut eine Membran lag. Es bestand die Gefahr der Verwachsung. Eine zu späte Entfernung hätte Blindheit auf einem Auge bedeutet. – Aber nicht das stört, sondern die ständig und immer brennenden Augen. Das Gefühl, im einen Auge drei Wimpern und im anderen zwei Sandkörner zu haben. Tropfen, Gel, Kompressen – es gibt kaum etwas, was ich nicht schon probiert hätte und es gibt kaum etwas, was dauerhaft hilft. – Wenn ich so überlege, dass eine Brille so um die 800,00 € kostet, habe ich in meinen Kopf schon mehr als einen Cadillac investiert.

„Blind sein trennt von den Dingen, doch taub sein trennt von den Menschen!“

Ohren: An diesen Spruch muss ich immer wieder denken, wenn ich mir den Zustand meines Innenohrs vorstelle. Ca. zwölf Hörstürze über 30 Jahre verteilt und zwei Mittelohrvereiterungen mit anschließendem hammerharten Tinnitus  im Jahre 2004 haben dazu geführt, dass ich rechts sehr wenig und links ein wenig mehr höre. Hörgeräte sind wohl am besten für die Hörgeräteakustiker und die Herstellerfirmen, denn sie verdienen daran. Sie verbessern das Hören in Situationen, in denen ich auch noch ohne etwas verstehen würde. Bei Musik, Lärm, Strassengeräuschen und ähnlichen akustischen Widrigkeiten sind sie eher störend, da sie auch diese ungewollten Geräusche verstärken. Ich bin öfters so genervt und gestresst, dass ich Feiern, Veranstaltungen u.ä. vorzeitig verlasse, weil ich denke, mir explodiert der Schädel.- Wenn ich überlege, dass ich dafür mehr als 5.000,00 € bezahlt habe, bin ich noch mehr gestresst.
Gehirn: Meine Vergesslichkeit grenzt schon manchmal an Demenz oder Alzheimer, aber es ist keines von beiden. Vielleicht will mich mein Gedächtnis auch nur schützen vor unangenehmen Erinnerungen. – Und die bipolare Erkrankung hat ihren Sitz im Gehirn, es fehlen chemische Botenstoffe, die bei mir mit einem Lithiumpräparat ausgeglichen werden.
Zähne: Wenigstens das ist doch ein „erfreulicher“ Absatz, denn Zahnschmerzen kann ich nicht mehr bekommen, nur noch Implantatschmerzen. Im Unterkiefer hat mich der Spaß, wieder feste Nahrung zu mir nehmen  und den Pürierstab aus der Liste meiner engsten Freunde aussortieren zu können, mehr als  6.000,00 € gekostet – alles Geld, was ich eigentlich für meine Altersvorsorge gedacht habe. Bei der zu erwartenden Mindestrente wird am Ende des Geldes immer noch viel zu viel Monat übrig sein. – Mit dem Millionär als Ehemann wird es nicht mehr klappen, also muss ich entweder auf Günter Jauch ausweichen oder eben nicht so lange leben.

Ja, was ist , bin ich jetzt behindert oder doch nur beeinträchtigt?“