Claras Allerleiweltsgedanken


19 Kommentare

Ich habe die beste Bibliothekarin der Welt …

oder zumindest von Berlin oder auch nur von Marienfelde …

Da ich es nicht geschafft habe, einen Artikel aus dem STERN komplett auf meinem Computer zu laden, unternahm ich einen (Gesundheits-)Ausflug in die Bibliothek. Zu meiner großen Enttäuschung haben die diese Zeitschrift gar nicht im Angebot und ich wollte schon unverrichteter Dinge wieder nach Haus gehen.

Doch ich hatte die Rechnung ohne „meine Bibliothekarin“ gemacht. Flugs stellte sie einen Laptop auf den Tisch und klinkte sich beim STERN ein. Außer dem Erscheinungsdatum des Heftes wusste ich leider nichts Relevantes für meine Suche, aber sie fand den Artikel dennoch zielsicher für mich.

DANKE!

Aber dann wurde es erst richtig gut. Ob sie mir meinen leicht „angegrabbelten“ Gesundheitszustand ansah oder ich irgendwelche klagenden Laute von mir gegeben habe, möchte ich jetzt nicht so genau wissen. Auf jeden Fall kamen wir auf Krankheiten allgemein oder Blasenkrankheit im speziellen zu sprechen.

Besser hätte ich in keiner Apotheke beraten werden können. Sie kannte sich aus eigener schmerzvoller Erfahrung sehr gut aus – und ich trabte noch am gleichen Abend in die Apotheke, um dort vom Apotheker bestätigt zu bekommen, dass es eines der besten pflanzlichen Heilmittel ist: Canephron Dragees. Sie lassen sich viel angenehmer schlucken als dieser ekelhafte Blasen- und Nierentee – da hat es mich bei jedem Schluck geschüttelt, wo ich doch eh keine Teetrinkerin bin.

Mein eBookreader Tolino führt ab und an sein Eigenleben. Die Bibliothek bekommt jetzt Reader der neuesten Generation. Sie hat mir angeboten, dass ich doch einen für 6 Wochen ausleihen kann und dann verlängern. – Über das Angebot muss ich mal nachdenken.

Jetzt habe ich aber das Gefühl, dass die Invasion der Bakterien, Mikroben, Viren, Keime und sonstiger Ungeheuer ihrem Ende entgegen gegangen ist und ich in Zukunft nur noch über schönere Sachen erzählen kann.

Apropos Invasion – sollte euer Blog vor kurzem auch von der USA übernommen werden? Oder war es einfach nur das amerikanische Facebook, was sich bei mir so breit gemacht hat und die Zugriffszahlen so enorm in die Höhe getrieben hat? Mein Blog ist ja weniger international und die Amis sind sonst nie oder kaum oder selten zu Besuch.

Am 31. Oktober – ich hatte nichts veröffentlicht, waren 387 Aufrufe aus den Staaten aufgezeichnet, es ging weiter mit dem 5. November, da waren es aber nur 180 Aufrufe. Damit nicht genug, sie suchten mich noch einmal am 6. Nov. mit 393 Aufrufen und am 7. Nov mit 277 Aufrufen heim.

Habt ihr ähnliches auf euren Blogs verfolgen können? Nicht, dass ich noch deren Liebling werde.

 


40 Kommentare

Wir organisieren uns selbst weg

Längere Zeit war ich nicht in der „Bibliothek meines Vertrauens“ gewesen – meine kostenlose Benutzerkarte war abgelaufen und die Geldausgabe für eine neue hielt ich erst einmal für überflüssig, da so viele Bücher noch zu Haus darauf warteten, gelesen zu werden. – Das Repertoire an Hörbüchern ist auch umfangreich, zumal ich lange nicht gehörte gut und gern wieder hören kann, da ich vieles schon wieder vergessen habe.

So, genug der einleitenden Worte.
Ich betrat den großen Saal, der alles auf einmal ist: Ausleihe und Rückgabe, Information, Rechercheplätze, Kinderbibliothek mit Spielraum, Leseplätze und natürlich die umfangreichen Bestände in Regalen und Fächern.

Meine Augen fielen auf Geräte, die ich vorher nicht dort gesehen hatte:

Auf der einen Seite faszinierte mich die Technik. Meinen Leserausweis scannen lassen, mich mit meinem kompletten Geburtsdatum als Codewort einloggen, und schon bin ich handlungsfähig. Ich muss nicht jede CD-Packung einzeln auflegen – nein – ein versetzt aufgelegter Stapel wird sofort und gleich eingelesen – immerhin sieben Stück übereinander.

Nicht ganz so „effektiv“ arbeitet die Rücknahme.

Der Hinweis, die Medien einzeln einzulegen, klebte etwas versteckt an der unteren Ecke – oder ich übersah ihn einfach.
Also legte ich zwei Packungen übereinander ein und – schwupps – war alles weg, nur die  Rückgabequittung wies nur eine CD-Packung aus.  – Aber das ließ sich klären – und das ist es auch nicht, worauf ich hinaus will.

Ich möchte auf meine Überschrift zurückkommen. Die Arbeitslosigkeit in Berlin und in ganz Deutschland schreit zum Himmel – ob da nun gerade der Bibliothekssektor davon ausgenommen ist, entzieht sich meiner Kenntnis – und da lassen wir Arbeiten von automatisierten Computern erledigen, wofür vorher mindestens vier Servicekräfte nötig waren. Ich fand so manches Mal einen schäkernden Plausch mit dem jungen Bibliothekar ermunternder als diese seelenlose Automatenfütterung.

Und das ist nicht das erste Mal, dass ich das Gefühl habe, die Menschen sind für ihr Schicksal mehr als selbst verantwortlich.

Im Fotoblog können wir dann die sehen, die nicht mehr in Lohn und Brot stehen und auf der Straße sitzen 🙂