Claras Allerleiweltsgedanken


17 Kommentare

Clara hat Unglaubliches geschafft …

und das alles ohne große Anstrengung

Beispiele dafür sind:

Erstens: Am 6. Januar fand das große Neujahrsdoppelkopfturnier mit 21 Teilnehmern statt. Es dürfte inzwischen niemand hier geben, der nicht weiß, dass das mein Leib- und Magenspiel ist. Deswegen hat mir die liebe Mallybeau vor einiger Zeit – als ich noch in Queens-Würden war – eine herrliche Collage gewidmet. Vielleicht hat sich das 2018er Schicksal überlegt, dass es da ruhig mal ein bisschen daran drehen kann. – Wir spielen mit ausgelosten Plätzen an drei Tischen – jeweils zwei Runden, also 8 Spiele – komplett am Abend also 24 Spiele.

Meine Bilanz: Erster Tisch: 0, in Worten NULL Punkte; zweiter Tisch: sechs Punkte; dritter Tisch: 8 Punkte durch ein Solo erbeutet.
Das alles zusammen brachte mit den LETZTEN Platz mit einer Flasche Piccolo ein – besser als die Mittelplätze, die mit Süßigkeiten „abgespeist“ wurden.

Ich habe also den Spruch „Dummheit frisst, Intelligenz säuft“ ein wenig ad absurdum geführt. Als die Doppelkopf“queen“ zur Tat schreiten wollte, um zu queenen siegen, waren alle Karten fast immer schlecht – und wenn sie mal gut waren, spielte eine andere ein Solo. – Als sie dann spät in der Nacht nach Hause kam, setzte sie sich eine Maske der Schmach und Schande auf und raufte sich die Haare, doch am nächsten Morgen war alles wieder gut.

Zweitens: Clara illuminiert innerhalb von zwei Tagen einen Teil ihrer Wohnung

Mein Motto: Gut hören kann ich schlecht, aber schlecht sehen kann ich gut.

Deswegen bin ich ständig und immer auf gute und helle Lichtquellen angewiesen. Neuerdings sollen die auch LED-bestückt sein, weil das Strom spart, Umwelt schont und gut aussieht. Von der in der A*LDI-Voranzeige gezeigten 4 Sorten Tischleuchten gefielen mir zwei auf Anhieb. Also früh aus dem Bett gequält und mit 3 Stück nach Haus gekommen. Montage mittelprächtig einfachkompliziert, also standen sie bald dort, wo sie Licht verbreiten sollte. Sie gefielen mir so ausnehmend gut, dass ich die Restbestände noch um zwei dezimierte. Vom Geld her bezahlen viele Leute für eine Lampe mehr als ich für meine fünf.

Allein im Schlaf-/Arbeitszimmer leuchten vier – 2 am Arbeitsplatz für Bildschirm/Drucker und Tastatur, eine am Bett, um mir heimzuleuchten und den Traumfänger zu halten und eine am Tisch, weil der Deckenfluter keine Leselampe hat. – Jetzt habe ich ausgesorgt. Der Leuchtarm kann um 350 ° gedreht werden, um 90 ° nach oben geschwenkt werden und die Leuchtröhre kann auch ihre Leuchtrichtung verändern. Der Schalter ist nicht unpassend an einer Strippe, sondern am Ende des Leuchtarms.

Und die fünfte beleuchtet mir das Essen, damit ich keine Gräten verschlucke.

Die Bettlampe tritt im Duo mit der Tischlampe auf:

Und die Küchenlampe lasse ich auch zweispaltig ihr Licht verbreiten.

Drittens: Jetzt bin ich schon in der Küche, da kann ich euch gleich zeigen, wie ich Familienzusammenführung verstehe – warum die allerdings alle am Herd sind, verstehe ich dann doch nicht, denn die richtigen Herdtypen finden sich bei dieser Biersorte nicht. – Es scheint also Mitglieder dieses Namens zu geben, die eine Brauerei besitzen.

Viertens: Es grünt so grün wenn Claras „Blumen blühen“

Zwei Sommer Balkonerfahrungen sagen mir, dass es hier mehr als zwei grüne Daumen braucht, um Pflanzen zu pflegen und zu erhalten. Entweder ist es zu windig oder es regnet zu viel oder die Pflanzen können mich nicht leiden oder ich kann die Pflanzen nicht leiden. Deswegen bin ich auf Schnullifix umgestiegen, der meine beiden Balkonkästen füllt. Jetzt habe ich drei neongrüne Scheiben (10 cm) und 3 ebenfalls in dieser Farbe leuchtende Blumen gekauft und im Schweiße meines Angesichtes zusammengesteckt. Bis ich begriffen hatte, dass sie beidseitig mit weißer Folie bezogen waren, dauerte es eine Zeit. Die kleinen Befestigungsschräubchen steckten so tief im Gewinde, dass ich sie nur mit Hilfe des Nachbarn heraus bekam. – Jetzt kann ich nur hoffen, dass sie nicht beim ersten kräftigen Wind durch die Gegend segeln. – Die verwackelten Fotos sind entstanden. als ich den Doppelkopf-Verlierer-Sekt getrunken hatte.

Fünftens: Clara hat beste Detektivarbeit geleistet

Ich bin ja eine recht eifrige Bloggeschichtenleserin – da macht man sich ja so seine Gedanken, ob da überwiegend die Wahrheit geschrieben wird, ob Bären in großer und in kleiner Form aufgebunden werden oder ob in lustiger Weise „Falschinformationen“ gestreut werden.

Seit längerer Zeit lese ich schmunzelnd bei einem Reihenhausbewohner, der uns bis zu einem gewissen Grad in sein Familienleben Einblick gestattet, der in der schönen Stadt Wien an sein Tagewerk als Abteilungsleiter in einer Fischfabrik schreitet.

So weit, so gut. Clara – gutgläubig, wie sie in den Schlafstunden ihres Lebens meist ist – hat das also alles verinnerlicht. Bis zu dem Punkt, als sie beim Einkaufen folgendes fand:

Frau Mallybeau wird jetzt vor Begeisterung aufschreien, weil sie jetzt eine Quelle gefunden hat, wo sie auch an katholischen Feiertagen Schokolade beziehen kann, denn Wien hat sicherlich andere Feiertage.

Also nicht stinkender Fisch, sondern zart schmelzende Schokolade ist Ihr Tagewerk, Herr Moser! 🙂

Advertisements


17 Kommentare

Wer spielt mit mir?

Ist es mir dort, wo ich oft Doppelkopf spiele, zu laut und zu hektisch, dann ziehe ich mich in mein schönes Refugium zurück. Dort bin ich aber im Normalfall allein – und Doppelkopf spielt man nun eben zu viert.

Was sage ich immer: „Ich bin vielleicht dumm, aber nicht blöd“ – und deswegen habe ich einen Ausweg gefunden.

Zwei kurzärmlige lila Damen und zwei langärmlige schwarze Herren, alle mit dem lilaverzierten Vogel auf der Brust, haben auf der Erde Platz genommen, um Karten zu spielen.

Ein wenig musste das Fotoprogramm aushelfen, denn das eine schwarze Herrenshirt, was mir hoffnungslos zu groß war, habe ich schon an meinen Sohn weitergegeben.

Im einzelnen sieht das schöne Motiv so aus:

Lila in lila gefällt mir natürlich noch besser als lila auf schwarz – aber für Herren ist es in schwarz sicher besser.

Ist bei der Clara der Reichtum ausgebrochen? (Denn diese T- und Sweatshirts sind nicht ganz billig und werden von weither für einen erklecklichen Transportpreis bis nach Berlin gebracht.) Hat sie auf ihre Stromsperrenauszahlung großzügig eingekauft? (Hätte aber nur für ein Shirt gereicht!) – Warum hat sie jetzt vier hier liegen, und nicht alles ist Fotoprogrammschummelei.

Das kam so. Ich bestellte in kurz die Größe L und bei dem schwarzen ebenfalls. Dabei berücksichtigte ich nicht, dass es von der Herrenabteilung war, weil es das für Damen nicht gab.

Ergebnis: Das schwarze war rettungslos zu groß und das kurze, das tailliert gearbeitet ist, hätte größer sein können.

Obwohl Redbzbble in Übersee produziert, gibt es zum Glück in Berlin eine Kontakttelefonnummer mit hochmotivierten jüngeren Männern. Die zeigten sich willig und bereit, beides erneut und in der richtigen Größe zuzusenden. Und genau so passierte es und jetzt ist größenmäßig alles in Ordnung.

Das einzige, das außergewöhnlich ist: Ich musste die beiden Shirts nicht zurückschicken, deswegen habe ich das eine meinem Sohn geschenkt und das zweite wollte ich bei Mallybeau unterbringen, da sie dort maßgeblich als Designerin eine eigene Kollektion eingestellt hat. Aber ihr geht die Liebe zu Lila etwas ab. Aber ich habe schon ein zweites „Opfer“ im Auge.

 


Goodbye

… auf deutsch wage ich den Titel nicht in die Überschrift zu setzen, denn ich weiß, es wird nie mehr ein Wiedersehen geben. Nie mehr werde ich deine klugen Gedanken zu hören bekommen, nie mehr werde ich dein unbeschwertes Lachen im Ohr haben, denn du bist gestorben, liebe U. Willst du uns die Erinnerung leicht machen durch das Datum? Oder hast du dich an deine Kindheit und Jugend erinnert, denn du kommst aus einer Ecke, wo die 5. Jahreszeit mehr Bedeutung hat als in Berlin. Gestern bist du beerdigt worden – nicht in Berlin.

Ich weiß nicht, ob es für den Tod ein passendes Alter gibt – auf jeden Fall kommt er zu früh, wenn gerade man eine 5 vorn steht. Und wenn er kommt, wenn in deinem Leben noch so viele Pläne, Gedanken und Ideen sind – dann ist er auf jeden Fall zu früh. Deine Partnerschaft machte auf uns alle so einen unheimlich glücklichen Eindruck – ihr habt euch so wunderbar ergänzt. Viele Jahre kannte ich dich noch suchend und erprobend – doch dann kam G. und alles war klar – dein Herz hatte gefunden, was du so lange gesucht hast. In gegenseitiger Fürsorge habt ihr euch beigestanden bei den doch auch bei euch langsam einsetzenden Zipperlein des Alters. Die eine konnte nach einem Sturz lange Zeit nicht richtig laufen – doch solche Beschwerden werden entweder besser oder heilen sogar ganz aus – die anderen eben nicht.

Als du beim Arzt die Diagnose Mamma-Ca gehört hast, brach für euch beide sicher eine Welt zusammen. Doch du warst es von frühester Jugend an gewöhnt, mit ernsthaften gesundheitlichen Problemen fertig zu werden. Ein Unfall hat dich ein Bein gekostet – doch kaum haben wir es bemerkt, habe ich es gesehen. Nicht nur, dass du immer ohne Unterarmstützen gelaufen bist, nein, du hast auch richtig lange Fahrradtouren gemacht. Wie habe ich dich dafür bewundert. – Es gab kaum etwas, was du nicht machtest – einfach toll.

Und dann deine Rechtskenntnisse, die du einmal so hilfreich für mich eingesetzt hat. Der Autohändler mit dem stierähnlichen Logo wollte mich zu einer ziemlich hohen (vierstelligen) Vertragsstrafe verdonnern, weil ich von einem Vertrag zurück getreten bin.  Es war im Zusammenhang mit der Abwrackprämie und ich traute mich als Hartz-IV-Empfängerin nicht, ein neues Auto zu kaufen. – Du hast dich so intensiv mit dem Geschäftsführer auseinandergesetzt, als wärst du meine Anwältin. Am Ende blieb zwar immer noch ein halber Tausender, doch gegen den Anfangsbetrag war das ein Klacks. – Ich weiß nicht, wie oft ich dir schon dafür gedankt habe – doch diese Dankbarkeit bleibt auch über deinen Tod hinaus. Deine Hilfe kam so selbstverständlich, so selbstlos und so gut überlegt.

Das war dein Motto: lebendig kräftig scharf – so haben wir dich alle immer erlebt – bis der Krebs zugeschlagen hat. (Dieses Foto habe ich bei einem Doppelkopfabend in deiner schönen Wohnung gemacht.) Wie es ganz tief in dir drin ausgesehen hat, weiß ich natürlich nicht, denn sooooooo eng waren wir auch nicht befreundet – aber zumindest wußtest du von Anfang an, dass diese Sorte Krebs nicht heilbar ist – bestenfalls war er mit allen möglichen unangenehmen Therapiemaßnahmen etwas in Schach zu halten. Aber du hast gekämpft, unheimlich tapfer und ohne groß zu jammern. Du wolltest das Bestmögliche und die längste gemeinsame Zeit für euch beide herausholen. Der neue Ring sollte doch wenigstens noch ein paar Alltagsscharten bekommen.1911-t-shirt

Wenn ich nicht schon zwei sehr liebe Menschen an diese Krankheit hätte verlieren müssen, die auch in etwa in deinem Alter waren, wäre ich vielleicht nicht so wütend auf Krebs. Aber er ist so wahnsinnig heimtückisch. Lange Zeit wiegt er die Patienten in Sicherheit, weil sie sich nach der Chemo ziemlich gut und gesund fühlen – aber er wühlt weiter, legt seine widerlichen Ableger in allen möglichen Organen ab, macht auch vor dem Kopf nicht halt. Und wenn er dann massiv zuschlägt, dann ist jeder Widerstand zwecklos – dann müssen ganz nah stehende Freunde und Angehörige und Freunde und Bekannte einfach hinnehmen, dass ein ganz lieber Mensch seinen Weg in die andere Welt angetreten hat.

1911-raenzlein-schnueren

Das Bild ist auf deinem 50. Geburtstag aufgenommen. Deine Familie mit Geschwistern und Nichten und Neffen hat einen wunderbaren Sketch für dich aufgeführt und wir konnten sehen, mit was du als Kind gespielt hast und womit du losgewandert bist in die Berge, nämlich mit diesem Rucksack. Ganz unbedeutend war er dich nach 43 Jahren (oder so ähnlich) zu eng und klein geworden – aber es gibt Schlimmeres.

Von meinem letzten Besuch im Britzer Garten schickte ich dir dieses Foto.

1911-dahlie-fuer-u

Für einen Besuch bei mir oder ich bei dir warst du schon zu schwach. Ich habe dir gewünscht, dass du noch so viele Wochen leben mögest wie diese Dahlien Strahlen hat – ahnte aber schon, dass es bestenfalls Tage werden. Und so ist es leider auch gekommen – die Krankheit hat dir noch nicht einmal so viele Tage gelassen wie die Dahlie Blütenblätter hat.

Lebe wohl! Hier hast du dich so wohl gefühlt, die Chemo war überstanden, der kahle Kopf stand dir bei deinem Charakterhinterkopf vorzüglich. Gut, eine Zweitfrisur war vorhanden, aber eine Mütze reichte dir oft aus. Später, nach mehreren Wochen kamen lauter lustige kräftige Locken – die Haare zuvor waren viel glatter – jetzt verführten deine Locken alle Besucherinnen, dir mal kurz über den Kopf zu wuscheln. – Du meintest, so hätte es noch lange Zeit weiter gehen können.

1911-uh

8. Juni 1962 – 11. November 2016

Und jetzt noch ein Abschiedslied für dich – Musik war deine Welt – nicht nur passiv, sondern auch aktiv.

In diesem Blog gibt es noch ein paar Fotos. Für mich als deine ferne Begleitung bei deiner Krankheit war besonders schlimm, dass es ein Wiederholungserlebnis war. T.E. hatte die gleiche Krankheit und wusste auch nach kürzester Zeit, dass es keine Rettung, keine Hoffnung und keine Heilung geben wird.


15 Kommentare

I am the champion, I am the winner …

… oder „nomen est omen, denn ich habe gestern das Doppelkopfturnier gewonnen.

Warum nomen, warum omen? Ich war so zeitig da, dass ich mich als erste in die Liste der Teilnehmerinnen eintrug – und sofort und gleich sagte ich kühn und keck: Und das bleibt so bis zum Ende!

Geholfen hat mir beim Gewinnen meine Glückszahl, denn es waren 13 Spielerinnen da. Die ersten beiden Runden gingen glatt an mich und in der dritten spielte ich nicht so schlecht, dass der Sieg gefährdet wäre.

1910 Karten

Für „die Guten“ gibt es am Ende Preise und ich konnte mir etwas aussuchen.

Ich habe mir diesen Regenschirm mit dem Ampelmännchen genommen.

1910 Schirm 12 1910 Gewinn Ampelmännchen 13

Ich bitte, von Ovationen oder gar standing ovations abzusehen 🙂 – aber gefreut habe ich mich sehr.


14 Kommentare

Die Sache mit den Teller- ???

Der 1. April ist zwar noch etwas entfernt, aber wir können ja schon mal üben. 🙂

1402 Doppelkopf 2Geplanter privater Doppelkopfabend – 1402 Doppelkopfjeder bringt etwas mit. Ich frage die Gastgeberin, was sie macht, und bekomme als Antwort: „Mohrrübensalat mit Nüssen“.

Also kann ich ganz getrost meinen ChicoreePampelmusenApfelBananenRosinenNüsse-Salat machen, der mein absoluter Favorit ist. Da kann sogar ICH Küchenwunder nichts falsch machen oder gar versauenschweineln.

Ich stelle meinen Salat auf die Küchentheke und sehe eine Schüssel mit brauner Füllung, garniert mit Tomaten. Da ich die erste bin, kann es nur der „Möhrensalat“ von der Gastgeberin sein. Meine Augen sind nicht nur zwei, sondern mindestens sechs Fragezeichen? Zaghaft: „Was hast du denn mit den Mohrrüben gemacht?“  Sie schüttet sich fast aus vor Lachen und meint dann: „Das sind die anderen Möhren – die Tellermöhrchen“

Als Pointe sage ich euch, dass es sehr wohlschmeckender (Teller)linsensalat war – mit mehr oder weniger Zwiebeln – und ich aß aus der Schüssel mit den „mehr Zwiebeln“ – was ich gegen Ende des Abends sehr bereute, weil ich so oft zum Entlüften auf den Balkon musste.


30 Kommentare

„Standesgemäßes“ Ausläuten und Einläuten

Monate, Quartale und Halbjahre haben eine gemeinsame Eigenschaft: Sie vergehen, fließen dahin und hinterlassen bestenfalls gute Erinnerungen. Und dieser Post muss trotz anders lautender Versprechungen heute kommen, sonst sind alle Informationen darin zu veraltet.

Am letzten Tag des ersten Halbjahres war wieder einmal Turnier in meiner Lieblingssportart: Doppelkopf. Ich kann dabei meinen Blutdruck mindestens so hoch peitschen wie bei einem 100-Meter-Sprint – und dabei spielt keine Rolle, ob aus Freude über einen „Doppelkopf“ (Extrapunkt) mit dem eigenen Fuchs (Karo As), der auch noch den gegnerischen Fuchs (wieder ein Extrapunkt) gefangen hat. Da kann ich vor Freude auf den Tisch trommeln oder im Karree springen – ruhig und zurückhaltend wie ich eben so bin 😉 🙂

Das Gegenteil ist der Fall, wenn meine durch die Karten zugeteilte Mitspielerin in dieser Runde nur Scheiße Mist baut, was beim Turnier allerdings kaum vorkommt, aber beim Spielen am Donnerstag. Die Reihe der gravierenden (Anfänger-)Fehler kann so lang sein, dass ich – obwohl um meinen Zahnbefund fürchtend – symbolisch in die Tischkante beiße und mich so ärgern kann, dass das auch keine mehr übersehen oder überhören kann. Für mich ist Doppelkopf das, was für andere der Fußball ist: Ein Spiel auf Leben und Tod der Ehre und des logischen Denkens.

Wenn ich dagegen ununterbrochen schlechte Karten wie diese habe, kann ich das noch mit relativer Gelassenheit hinnehmen – ist eben so. Und so war es an diesem Turnierabend. Diese Karten kann man nicht in groß und scharf zeigen, denn dann kommen allen, die Ahnung haben, die (Mitleids-)Tränen.

Lange Rede, wenig Sinn: Es kommt zur Preisverleihung. Die letzte bekommt einen „Trostpreis“ in Form eines alkoholischen Getränks. Aufgerufen wird „Christine“. – Ihr glaubt doch nicht etwa, dass ich mich angesprochen fühlte, denn schließlich heiße ich ja Clara. Doch als ich von meinen Mitspielerinnen angestoßen wurde, die natürlich annahmen, ich hätte es nicht gehört, erwachte ich wie aus einem schlechten Traum. DAAAAS war mir ja noch nie passiert: Ich – die letzte – aber nicht „das letzte“, das wollen wir mal klarstellen.

Als ich meinen Preis genauer betrachtete, wurde ich sofort an das am nächsten Abend stattfindende Italien-Spanien-Duell Spiel erinnert. Jetzt, wo ich den Post schreibe, weiß ich das Ergebnis noch nicht. Ich weiß nur definitiv, die hier rechts im Bild spielen (wohl) nicht mehr mit, das habe sogar ich mitbekommen.

Vielleicht soll der italienische Wein wirklich Omen werden.   Wenn der Post erscheint, wissen alle, ob die Flasche ihre Schuldigkeit getan hat oder nicht. Es ist also die Frage: Spendieren die Italiener den Spaniern einen guten Wein oder trinken sie diesen Fusel diese Flasche hier selbst auf ihren Sieg??? – Jetzt ist es 00.05 Uhr , wir alle wissen, der Wein war nicht gut, denn sie müssen ihn selbst trinken. Bis zum 2:0 habe ich tapfer durchgehalten. Als ich das nächste Mal bei meinem Sohn auf die Großbildleinwand guckte, stand es 4:0 und ich konnte nach Hause gehen. – Sehr spektakuläres Ergebnis für die Spanier: Olé und Gratulation!!!!

Wenn die Krone auf dem Schraubverschluss (was schon auf keinen guten Wein hinweist) ein Omen ist, dann trinken sie ihren prickelnden Rosé selbst. Übrigens, das ist doch fast ein perfektes Makro: Die Krone scharf, die Blumen in verschwommen, was will mein Fotografenherz mehr.

So, das war jetzt alles zum „Ausläuten“ des Monats/Quartals/Halbjahres geschrieben. Doch ich hatte ja oben auch ein „Einläuten“ versprochen, was im Grunde genommen nichts mehr mit feinem ästhetischem Geläute zu tun hatte, sondern ein einziges Gerummse, Gepoltere und Gedonnere war. In vielen, vielen Blogs Berliner Blogger konnte ich mich vergewissern, dass es dort auch so war.

Echt und ehrlich: Sooooooooo ein Gewitter habe ich noch nie erlebt oder ich war nie in so „dramatischer“ Umgebung dabei oder ich habe es einfach vergessen. Ich fuhr schon vom Turnier gegen 1.00 Uhr in der Frühe im sogenannten Wetterleuchten nach Haus. Zu Haus angekommen, lockte mich plötzlich ein Stark-Regen-Geräusch auf den Balkon. Halleluja, kann das schütten. Die Zeiger gingen auf 2.30 Uhr zu. Und plötzlich brach ein wahres Inferno von Blitzen los, ein kleiner Gedanke an das Jüngste Gericht konnte schon aufkommen. Ich hatte das Gefühl, es kamen drei Fronten gleichzeitig auf uns zu und vereinigten sich über meinem Kopf – lautstark und grell natürlich. Da gleich neben mir das Kraftwerk mit seinen drei Schornsteinen steht, fühlte ich mich erstens sehr geschützt, aber zweitens auch toll unterhalten. Taghell beleuchtete Türme, nachts um drei – wo hat man das schon. Für Stativfotos war ich zu blöd und an ein Video habe ich nicht gedacht. Ich war auch von den Blitzen zu fasziniert – es waren wunder-, wunderschöne 25 Minuten Naturschauspiel – DANKE, liebe sich ausgleichende Luftmassen oder so, ich habe es genossen.

Kurz nach 3.00 Uhr war alles vorüber und ich konnte sehr gut einschlafen.


35 Kommentare

Blatt XVII für Frau Kunterbunt

Na, alles gut überstanden mit den Feiertagen? – Langsam wird mir das mit den römischen Ziffern hier etwas plümerant, die gehören ja nun wirklich nicht zum normalen Umgang mit Zahlen. – Zu den Feiertagen oder jetzt zwischen den Jahren bleibt vielleicht hier und da etwas Zeit für ein schönes Kartenspielchen. Mein Lieblingsspiel ist Doppelkopf – nichts geht drüber. – Wenn ich hier zu diesen Karten eine anständige starke Partnerin bekomme, dann kann es vielleicht klappen. – Das Blatt ist hier für dieses Gewinnerblatt richtig in den Hintergrund getreten.


4 Kommentare

Der Abschluss einer gemeinsamen Geschichte …

die aus irgendeinem unerfindlichen Grund die „Doppelkopfgeschichte“ genannt wurde und  Opfer auf allen Seiten gefordert hat, ist  jetzt zu Ende.

Die Geschichte selbst könnt ihr gleich darunter lesen. Mit ihrem Ausgang bin ich nicht 100%ig zufrieden, will aber jetzt auch nichts künstlich in die Länge ziehen.

Wer sehen will, wie farben- und abwechslungsreich Doppelkopf im echten Leben ist, der schaut in das Fotoblog.

Ich muss mich jetzt erst einmal bei einem anständigen Kaffee nach den vielen Hins und auch den Hers ausruhen.


67 Kommentare

Geschichten-Doppelkopf (Schluss)

Herr Teddy hat die ganze Sache „traumhaft“ beendet und seine Traumversion geschrieben. Ich sehe da ein paar Unstimmigkeiten, aber wir wollen ja keinen Literaturnobelpreis damit gewinnen.

**************

Die Mitschreiber sind:

Herr Teddy (lila) Clara Himmelhoch (Seelenbalsam)
Anna-Lena (grün)

Die bisherigen Fotos hat Clara eigenmächtig der Geschichte hinzugesellt, da das Archiv zufällig passende Aufnahmen lieferte.

****************

Die beteiligten Personen:

Jochen: Vater von Felix und Ex-Partner von Sylvia
Felix: Sohn von Jochen und Sylvia
Sylvia: Mutter von Felix und Ex-Partnerin von Jochen
Felicitas, genannt Feli: Mutter von Jochen und Großmutter von Felix
Celina: Schwangere Freundin von Jochen

*************

Jochen trat kräftig in die Pedale. Etwas wütend war er schon auf sie, nachdem sie ihm ihren gemeinsamen Sohn nur widerwillig und mit der Drohung ausgehändigt hatte, dass es das letzte Mal wäre. Kaum vorzustellen, dass sie sich mal geliebt hatten, wenn man betrachtete, wie sie jetzt miteinander umgingen. Und dass sie ihm das Umgangsrecht mit seinem Sohn entziehen wollte, machte ihn besonders wütend.

Felix saß hinter ihm auf dem bequemen Kindersitz und schaute sich aufmerksam die Gegend an. Man konnte hier in der Märkischen Heide weit über das Land sehen, über Wiesen, Felder und schmale Wassergräben. In der Ferne waren vereinzelte Häuser und Wälder zu sehen. Oben am Himmel kreisten zahlreich kleine und größere Vögel, für die sich der Vierjährige besonders interessierte. Ein großer Greifvogel erregte besonders seine Aufmerksamkeit.

Der Adler mit den zwei Köpfen

„Papa, was ist das dort für ein Vogel?“

Jochen schaute kurz in die Richtung, in die Felix wies.
„Ein Doppelkopfadler!“

Jochen hatte wenig Lust, sich diesen mühsam erkämpften Ausflug mit Felix durch trübe Gedanken an Sylvia, seine Verflossene, vermiesen zu lassen. Deswegen war er richtig froh, als sein Sohn von hinten protestierte:
Aber ein Adler kann doch gar keine Karten halten mit seinen Krallen! Und … äh … hat der wirklich zwei Köpfe?

Felix hatte oft mitbekommen, wie seine Eltern mit Freunden Dopppelkopf spielten.  Die Karten für dieses Spiel sahen  so anders aus als die für Maumau oder Uno, das sie sonst zusammen spielten. Papa erklärte ihm die Karten  und murmelte dabei immer was von „Doppelkopf“. – Nicht nur deswegen hatte Felix sich den Namen so gut gemerkt. Nein, an diesen Abenden gab es oft Streit, den er bis ins Kinderzimmer hören konnte. Dabei bekam  er Angst.

Die andere Erinnerung war schöner. An diesen Abenden kam immer seine lustige Oma Felicitas, die alle nur Feli nannten. Sie machte viele Faxen und Spiele mit ihm und las ihm  tolle Geschichten vor. Oma Feli hatte immer Zeit und ein offenes Ohr für ihn.

Oma Feli konnte herrlich singen und reimen. Sie konnte sich sogar auf  den Kopf stellen und dabei mit dem Strohhalm Seifenblasen pusten. Felix  übte, so oft er nur konnte, aber was Oma Feli auf die Beine stellte, das schaffte er nicht. Doch das war nicht schlimm, er war ja noch klein. Und  zusehen und mitlachen war auch viel schöner, und dann von Oma Feli  geknuddelt zu werden, war am allerschönsten.

Einmal hat die Oma erzählt, dass sie eine Heldin ist, weil sie viel  früher gemacht hat, was heute undenkbar wäre. Zum Beispiel mit einer sogenannten „Seifenkiste“ den Berg runter zu rollen. Und als sie unten ankam, erzählte sie dann Felix, ist ihr aufgefallen, dass Bremsen eine erfolgreiche Erfindung gewesen wären  für ihr kleines, hölzernes Fahrzeug.

Felix weiß nicht, was eine Seifenkiste ist, und kann sich auch nichts darunter vorstellen, als Oma Feli versucht, sie zu malen. Eigentlich kennt er nur sein kleines rotes Bobbycar!

Den Gedanken an den Doppelkopfadler hatte Felix schnell wieder verworfen. Was kümmerte ihn ein Vogel hoch in der Luft, wenn es auf der Erde viel interessantere  Themen gab.

„Papa, bastelst du mir eine Seifenkiste?“, fragte Felix unvermittelt von hinten und – um seinen Worten Nachdruck zu verleihen – klopfte er seinem Vater mit der rechten Hand kräftig auf den Rücken.

Jochen grummelte leise vor sich hin. Was hatte seine Mutter bloß wieder angerichtet? Welchen Floh hatte sie Felix ins Ohr gesetzt, sie, die sich als Wildfang in der Kindheit und Jugend einen Knochen nach dem anderen gebrochen hatte?

„Mit deinem Bobbycar bist du viel schneller als es Oma je mit ihrer Seifenkiste war. Glaub mir, das ist  viel besser.“

Felix überlegte angestrengt, ob er sich mit dieser Erklärung seines Vaters zufrieden geben sollte und biss sich nachdenklich auf die Unterlippe. Seine kleine Stirn legte sich in einen Anflug von Falten.

„Ich will aber eine Seifenkiste!“ quengelte er.

„Ja, ist ja gut“, stöhnte Jochen. „Wenn wir bei Oma sind, bauen wir eine Seifenkiste.“

„Versprochen?“

„Jaa.“

„Sind wir bald da?“

„Da vorn, das vereinzelte Gehöft ist es.“

Felix ließ nicht locker. Wenn er sich erst einmal in Fragelaune gebracht hatte, konnte es eine Viertel Ewigkeit so gehen. „Und bleiben wir dann länger oder nur ein Wochenende wie sonst auch?“

Jochen überlegte kurz, ob er es ihm jetzt schon sagen sollte, ließ es aber, obwohl er bei dieser Frage wieder an das letzte Gespräch mit Sylvia denken musste, als sie ihn so abgekanzelt hatte.

„Etwas länger bleiben wir schon. Wie lange genau, weiß ich noch nicht.“

Und bevor Felix eine weitere Frage stellen konnte, wies Jochen auf den kleinen, gepflegten Vierseithof und die ältere Frau, die davor stand. „Wir sind da. Und schau, die Oma wartet schon auf uns!“

Felix stürzte in die ausgebreiteten Arme der Oma. Statt „Hallo …“ sprudelte es aus ihm heraus:  „Hast du ‚Matteral’ zum Seifenkistenbauen?

Jochens Handy klingelte. Er wollte die unbekannte Nummer schon wegdrücken, als die Vorwahl ihm Sylvias Wohnort signalisierte. Er kannte dort keinen, denn Sylvia war nach der Trennung überstürzt nach Glückstadt gezogen. – Mit unguten Vorahnungen nahm er ab: „Hallo?

… … Ihre Frau ist soeben verletzt eingeliefert worden. Wir brauchen Ihre Einwilligung zur Operation. Könnten Sie bitte herkommen?!

Zuerst dachte Jochen „Sch…, warum ist bloß die Scheidung noch nicht durch!

Doch dann  wurden seine Gedanken versöhnlicher. Er gab selbstkritisch zu, dass er durch seine „schwangere Büroflamme Celina“ und vorherige „Nebenfrauen“ die Trennung verursacht hat.

Schnell erklärte er Felix und Felicitas das notwendigste und machte sich auf die Rückfahrt. Das „Omageheimnis“ mit dem neuen Opa sollte seine Mutter selbst lüften. Er hatte genug damit zu tun, Felix den künftigen Halbbruder „schmackhaf“t zu machen.

Beim Kopfkino während der Fahrt wechselten sich Selbstvorwürfe mit Gefühlen ab, die er längst verschüttet glaubte.

Als er das Krankenhaus betrat und ihm der Geruch nach Desinfektionsmitteln entgegen schlug, kam er langsam in der Wirklichkeit an. Er hatte gar nicht gefragt, um welche Operation es sich handelte. Wenn sie seine Einwilligung zur Operation haben wollten, bedeutete das, Sylvia sei nicht ansprechbar.

Sein Herz begann zu rasen, als er die Treppen in den dritten Stock hinauf hastete. Die freundliche Dame am Empfang hatte ihm mitgeteilt, dass Sylvia auf der Intensivstation läge.

„Gut, dass Sie so schnell gekommen sind“, begrüßte ihn die Dienst habende Schwester. „Der Oberarzt wartet schon auf Sie. Ihre Frau befindet sich in einem äußerst kritischen Zustand. Ohne Operation hat sie keine Überlebenschance und sie selbst ist nicht ansprechbar“.

Sie führte Jochen in ein elegant eingerichtetes Büro. Kurz danach erschien der Arzt, der ohne große Höflichkeitsfloskeln zur Sache kam.

„Ihre Frau hat eine Hirnblutung, das ist das eine Problem. Beim Röntgen haben wir außerdem ein Aortenaneurysma festgestellt, das dringend operiert werden muss.“ Jochen schluckte. Er musste schnellstens handeln, das wusste er. Vor seinem inneren Augen tauchte Felix auf und er wusste, was er zu tun hatte.

„Papa! Papa!“ Jochen wurde kräftig in die Seite gekniffen. Felix saß neben ihm im Gras und schaute ihn neugierig an. Was machten sie hier? Wo war Sylvia, wo das Krankenhaus? Hatte er alles nur geträumt? Nur langsam fiel ihm alles wieder ein. Dass er mit Felix eine Radtour gemacht hatte, dass sie unterwegs – hier, auf dieser Wiese – eine kleine Pause gemacht und Jochen überlegt hatte, wie er dem Kleinen schonend beibringen konnte, dass es wahrscheinlich der letzte Ausflug mit seinem Papa wäre und Felix auch seine geliebte Oma zum letzten Mal besuchen würde. Dann muss er wohl eingeschlafen sein.

Und dann hatte er diesen furchtbaren Traum. Jetzt quälte ihn das schlechte Gewissen. Noch war es nicht zu spät, alles zu verhindern. Ja, er hatte  eine Affäre mit Celina, aber sie war nicht schwanger wie in seinem Traum. Aber es war nur eine Frage der Zeit, bis alles genau so kommen würde wie in seinem Traum. Vielleicht konnte er das mit Sylvia wieder hinbekommen, wenn er sein Ego mal außen vor lassen würde.

„Fahren wir jetzt weiter zu Oma?“ fragte Felix und begann bereits seinen Fahrradhelm wieder aufzusetzen.

„Ja. Gleich. Ich muss nur noch kurz mit Mama telefonieren.“