Claras Allerleiweltsgedanken


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Claras Allerleiweltsgedankensplitter (3)

Oder die Vorbildwirkung von Erwachsenen

Wartezimmer einer kinderpsychiatrischen Beratungsstelle. Eine Mutter kommt mit zwei Mädchen zur Tür herein, daseine geht in das Behandlungszimmer, das andere sitzt neben ihr. Ca. 8 Jahre, sehr brav, sehr still, sehr gelangweilt. Die Mutter tippt und tippt und tippt immer noch auf ihrer Smartphonetastatur herum, hat keinen Blick, kaum eine Geste für das Mädchen übrig, sie muss ja mailen, simsen, kommentieren oder sonstwas. Fragen ihrer Tochter beantwortet sie kurz und abgehackt.

Ihr Smartphone konnte so oder so hübsch aussehen, mir tat das Mädchen Leid.

0411 Smartphone 9

0411 Smartphone

(Diese Hüllen sind noch aus meiner Pink-Periode 🙂 – das gleiche in lila habe ich noch nicht erstanden)

Als das zweite Mädchen wiederkommt, steht sie auf und verlässt grußlos den Raum.

Clara, man kann seine Kinder so oder so erziehen – und das hier war mehr die Methode „so“ 🙂


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Mülliges Berlin – mit oder trotz BSR

Auf der Zick-Zack-Jagd nach peppigen Mülleimeraufschriften keine Gefahren und Mühen gescheut – ohne Ampel durch den Verkehr gewuselt – trotz Brille Aufschrift auf anderer Seite nicht erkannt – Laufband vom Fitnessstudio, in das ich nicht gehe, gegen Straßenhoppertraining getauscht.

Ab und an orangefarbenes Kapuzenshirt mit Mülleimer verwechselt – vielleicht doch Optikerbesuch nötig? Bei versuchtem Einwurf meiner Papiere in die Kapuze oder bei gezückter Canon Power Shot grobe Kommentare bekommen. Tja, so sind se, die Berliner, immer unhöflich, mit schlagkräftigen Argumenten schnell bei der Hand und sofort schießen sie aus allen Rohren. Noch nich ma uff alte Leute nehm’se Rücksicht. – Ich wollte doch auch nur schießen, aber mit der Kamera.

Witz kann der Berliner sehr oft nicht lesen oder verstehen

Es gibt zwei wichtige Kategorien, der Straßenmüll zeigt  hier seine Schönheit  und  Hausmüll könnt ihr bei Verena bewundern. – Bei uns sieht es  eine Stunde nach der Reinigung nur wenig schlimmer aus als vorher. Merken Eltern das nicht, dass ihre Kinder alles im Hausflur entsorgen?

Nur Fotos vom Grillen im Tiergarten könnten das noch toppen!

Und das heutige Wetter können wir gleich mit in die Tonne treten – dort kann es bleiben, bis es schwarz wird.


Gute Spracherziehung

Mutter und Tochter an der Ampel, die Mutter hat eine Tüte Pommes in der Hand.
Die Tochter: „Mama, gib mich die Pommes!“
Die Mutter: „Katharinchen, das heißt nicht „Gib mich die Pommes“, das heißt „Gib mich bitte die Pommes!“

Der Berliner Witz mit ALDI ist ja bekannt.
Ein Berliner fragt einen Türken: „Wo geht’s denn hier nach ALDI?“ Der Türke: „Zu ALDI.“ „Was, ALDI hat schon zu, so eine Schweinerei!“


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Verkehrte Welt?

Wäre es nicht so bitter ernst, es wäre zum totlachen.
Wie weit hat eine Erzieherin, eine Tagesmutter, eine Lehrerin, aber auch eine Oma bis zu einem gewissen Grad Verantwortung für die Erziehung der Kinder, die ihnen anvertraut sind? Ist Erziehung wirklich nur Sache der Eltern? Hat da niemand anderes auch nur ein Wort mitzureden, wenn er es gut mit dem Kind meint und sich verantwortlich fühlt? Ist es nur Sache der Mutter, wenn das Kind  fast nur mit Toastbrot und Bärchenwurst ernährt wird, wenn es oft zu wenig oder zu viel angezogen ist, wenn es mit 7 Jahren noch am Daumen nuckelt, ständig zu viele Süßigkeiten isst und u.a. deswegen jetzt schon sehr schlechte Zähne hat, wenn es zu viel fernsehen darf?  Um das Unglück voll zu machen, hat das besagte Kind zu Weihnachten einen Nintendo geschenkt bekommen, obwohl der große Bruder schon fernseh- und computersüchtig ist. Soll ich dann als Tagesmutter immer ruhig bleiben? Leider kann ich das nicht, das verbietet mir mein anerzogenes (?),  eingepflanztes(?) „Weltverbesserungs-Gen“.
Ich betreue ein Kind ca. 60 bis 70 Stunden im Monat, für das das Jugendamt die Kosten übernimmt, da die Mutter an drei Tagen in der Woche im Schichtdienst tätig ist, dabei aber zu wenig verdient.
Hätte ich mir einen fröhlichen Lenz gemacht und das Kind bei einer nicht altersgerechten Sendung lange Zeit vor dem Fernseher geparkt, um in der Zwischenzeit einen spannenden Krimi lesen zu können, hätte ich den mütterlichen Zorn und Frust verstanden.
Aber genau andersherum wird ein Schuh daraus. Beim vorletzten Abenddienst wollte das Kind plötzlich nicht mehr KIKA sehen, sondern SuperRTL, eine Stunde lang. Meiner Meinung ist die Sendung nicht nur schwachsinnig und mit Werbepausen durchsetzt, sondern von der Thematik her für 10 bis 14jährige gedacht. Also lehnte ich ab, schaltete wie eh und je KIKA ein, las ihr danach noch eine Geschichte vor und hatte ein friedlich einschlafendes Kind.
Doch das Kind beschwerte sich bei der Mutter, die darauf nichts anderes zu tun hatte, als mir aufzuschreiben, dass SuperRTL durchaus in Ordnung wäre, am Wochenende sogar 90 Minuten im Stück. Also setzte ich mich 60 Minuten daneben, um zu wissen, ob ich diese Sendung wirklich als „Schwachsinn“ beschimpfen darf. Untertrieben, wie der Sendername ist es „Superschwachsinn“, vielleicht nicht unbedingt schädlich für knapp 7jährige, aber vollkommen unangebracht.
Am Ende der Sendung klagte das Kind über Kopfschmerzen und konnte ewig nicht einschlafen. Viermal kam sie wieder raus, was sie sonst nie tut.
Also setzte ich mich hin und schrieb der Mutter eine Nachricht, dass ich bei meiner Ablehnung bleibe usw. usf. – Ihre Reaktion war dementsprechend heftig, es war dicht am Rande der Beschimpfung. Ich weiß momentan nicht so recht, wie ich mich beim nächsten Spätdienst verhalten werde.

Verkehrte Welt deshalb, weil ich immer denke, die Mütter sollten die strengeren sein und die Omas die, die den Kindern vieles durchgehen lassen. Aber ich habe sehr oft das Gefühl, dass das den jungen Müttern zu anstrengend ist, konsequent nein zu sagen und auch dabei zu bleiben.


Geschützt: Omazeit = Fastenzeit statt Faxenzeit?

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