Claras Allerleiweltsgedanken


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Blumen gegen verrohte Sitten

Gestern habe ich beobachtet, wie ein Krankenwagen mit Blaulicht und Sirene und Hupe versucht hat, an einem Auto vorbeizukommen. Der machte und machte keinen Platz. Zum Glück konnte der Krankenwagen dann rechts ausweichen.

Ich konnte es mir nicht verkneifen, den Fahrer durch das geöffnete Fenster zu fragen: „Wo haben Sie denn ihren Führerschein gewonnen?“

Plötzlich ging das hintere Fenster runter und ein Mann brüllte mich an: „halt’s Maul, Alte und verfatz dich. Sonst poliere ich dir deine Fresse.“

Das ist gelebter Berliner Charme. Da lasse ich mich doch glatt weg von meinen Dahlien auf der Fensterscheibe beruhigen, wenn ich schon nicht in den Britzer Garten gehe.


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Wer nicht computern darf…

… darf aber wenigstens fensterln

Da ich vor sehr langer Zeit mal schlechte Erfahrungen mit Folien gemacht habe, behandle ich die inzwischen mit großem Respekt.

Am hellerlichten Tage wollte ich mir nicht unbedingt Mut antrinken. Also habe ich die Betten neu bezogen und mir durch die Löwen Mut zusprechen lassen.

Ursprünglich wollte ich einen jungen Mann bitten, diese Folienarbeiten am Fenster mit mir gemeinsam zu machen, aber dann hatte ich wieder nicht ausreichend Geduld zum warten. Also fing ich selbst an. – Das hier ist die Vorlage, die ich mehr oder weniger auf die Fenster bringen möchte.

Zuerst begann ich, an der Balkontür Maß zu nehmen, in welche Höhe ich das Bild bringen will.

Eindeutig zu hoch

Ich fing damit an, auf den vier großen Bögen die einzelnen Motive auszuschneiden und zu sortieren. Dann bereitete ich eine Sprühflasche mit einer Wasser Spülmittel Lösung zu. Die Fenster hatte ich schon vorher geputzt.

Ich begann mit dem Bekleben der Balkontür. Das Foto ist von der Balkonseite her aufgenommen. Da sieht es auch nicht so schlecht aus.

Am Abend wirkt es am besten. Da ist nicht so viel hässliches im Hintergrund.

Als kein Schmetterling, keine Libelle und keine Pusteblume wieder abfivom Fenster, wurde ich mutig und machte mit dem anderen Fenster weiter

Erst mal ausgemessen, ob auch alles auf das Fenster passt. Die Größenangaben vom Hersteller waren sehr großzügig, ich bin mit sehr viel weniger Platz ausgekommen.

Ich mache es jetzt kurz und versuche, eine Galerie einzustellen.

Wenn ihr ebenso zufrieden seid wie ich, dann kann ich mich jetzt in Ruhe wieder aufs Ohr hauen. Nein, stimmt nicht. Ich warte auf einen Handwerker, der in der Küche einen neuen Wasserhahn anbaut, weil der alte tropft wie Sau. – oder ich gehe mir dieses T-Shirt bestellen, passend zu meinen Fenstern.


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Claras Teufeleien

  • Male den Teufel nicht an die Wand, sonst sitzt er dir im Nacken.
    Deswegen habe ich ihn (oder besser eine hübsche Teufelin) auch nicht gemalt, sondern geklebt – und das sicherheitshalber gleich zweimal, im Bad und über meinem Bett.
    Neutralisiert habe ich das Böse durch einen eben so großen und mächtigen Engel, der natürlich auch ein Weib ist.
  • Auch dem Teufel muss man sein Recht lassen.
  • Auf der Straße ein Engel, zu Hause ein Teufel.
  • Der Teufel hat das Suchen erfunden und seine Großmutter das Warten.
  • Der Teufel ist nicht so schwarz wie man ihn malt – und deswegen sind meine Teufel weiß und grün.

  • Der weiße Teufel ist schlimmer als der schwarze.

  • Jeder hält seinen Teufel für einen Engel – vor allem, wenn beide Schaumgeborene sind und dem Meer entsteigen.
  • Lügen sind des Teufels Wahrheiten.
  • Mit einem alten Weib führt der Teufel keinen Prozess.

Und jetzt müssen noch ein paar Sprichwörter mit Engeln folgen – da gibt es in meinem Sprichwörterlexikon höchstens 10 % so viel wie über Teufel.

  • Ein gescheiter Teufel ist besser als ein dummer Engel.
  • Jeder hält seinen Teufel für einen Engel (offenbar gibt es Engel nur in Verbindung mit Teufeln)
  • Wer sich vor dem Teufel verwahrt, ist vor den Engeln noch nicht sicher.

Ich überlege ernsthaft, ob ich mir noch einen kuscheligen Teufel fürs Bett hole, denn an Kissen kann ich gar nicht genug haben: Unter die Beine, zwischen die Beine, unter den lädierten Arm, ins Kreuz und so weiter und so fort.

Dieser hier lacht mich mächtig an – das wäre dann der männliche Oberteufel.

Und tschüss!

 


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BB = Balkon nach den Bauarbeiten – Teil 1

Auch die längsten Fassadenarbeiten gehen mal zu Ende – doch nicht alle Bewohner der 8 betroffenen Balkons hat es so hart getroffen wie mich. – Das Hauptproblem war die elektrische Markise, die so ca. 90 kg bei ihren 4 m Länge wiegen soll. Dass sie abgenommen werden musste, weil sonst die Dämmung nicht dahinter gepasst hätte, schrieb ich ja schon. Ich schrieb auch schon von den 230,00 € für das Wiederanbringen und den 110,00 € für die Elektrik, die eine Firma von mir wollten. Also habe ich die vor Ort vorhandenen Handwerker gebeten, das zu erledigen.

Vom Prinzip her hat es auch geklappt, außer dass die Markise fast nach unten gestürzt wäre, weil der zweite Mann zu klein war, um seine Aufgabe richtig erfüllen zu können. Bei dem mühsam aufgetriebenen langen Inbusschlüssel musste der Kunststoffgriff halbiert werden, weil er sonst hätte nicht gedreht werden kann. Die Markise sitzt fast auf der Wand auf. – Lange Rede, wenig Sinn, alles ist dran und auch die Elektrik funktioniert. – Als die Steckdose mit Schwierigkeiten (ein anderer hatte mit der orangefarbigen Füllungsdose das dritte Kabel ganz nach hinten ins Loch geschoben) angebracht war, kam ein Elektriker und wollte auf allen Balkons eine neue anbauen – da war ich wieder zu schnell.

Wenn jetzt schon alles schön und fein aussieht, dann soll auch diese hässliche Brüstung mit ihren vielen abgeplatzten Farbstellen aufgehübscht werden. Ich bin ja als Folienfreak bekannt, also waltete ich meines Amtes und kaufte Metallicfolie. – Mir gefällt das Ergebnis. Ich hoffe, dass es auch weiterhin der Sintflut trotzt.

Als nächstes kam der Fußboden dran. Eigentlich wollte ich das mit einer Freundin machen, aber ich war zu ungeduldig. Vier Reihen konnte ich ohne Probleme verlegen (Ich hatte sie ja reihenweise sortiert abgelegt). Doch die letzte Reihe passte nicht mehr, da die Wände jetzt dicker sind als vorher.

Also schnell die Stichsäge vom Sohn geholt und abgeschnitten oder abgesägt. Jetzt viel passender als vorher. Übung macht die Meisterin.

Es gibt eine Fortsetzung


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Die Folien sind der Clara (zweit)liebstes Kind

Ganz ehrlich gefragt und geantwortet: Hat schon jemand „Entzugserscheinungen“ weil hier schon soooooooooooo lange nichts von Folien berichtet wurde??? Ihr denkt wohl gar, ich gehe fremd und widme mich einem anderen Hobby? – FALSCH gedacht.

In meinem Flur habe ich drei weiße Türen mit Glaseinsätzen – leider jede anders, eine Keine-Tür in der Küche, eine Panzertür als Wohnungseingangstür und eine Badtür in dem von den Vormietern offenbar geliebten Bahamabeige – passend zu den Fliesen.

Warum ich diese Farbe nicht sonderlich mochte und mag, kann ich gar nicht genau begründen – aber in mir wuchs der Entschluss, daran etwas zu ändern.

Wieder stundenlang das Netz durchforstet und dann doch wieder beim fast teuersten Anbieter hängen geblieben. Doch die anderen hatten Maße, die in der Breite einer Kirchentür nahe kamen. Wenn ich dann die Hälfte des Motivs hätte wegschneiden müssen, wäre der Rest nicht mehr aussagekräftig gewesen.

Inzwischen habe ich endlich gelernt, mit Lesezeichen zu arbeiten, so dass ich mir alle abspeichern konnte, die mir gefielen. Und von diesen (knapp 50) wurde eine nach der anderen gelöscht.

Als meine zwei Wunschfolien unterwegs waren, gingen die Vorbereitungen los. Tür gründlich reinigen und alle Beschläge abschrauben. Und da fing der Ärger an. Der Beschlag von der Verriegelung muss sich vakuumartig angesaugt haben – jedenfalls hat er so lange Widerstand geleistet, bis ich beinahe aufgehört hätte. – Die Klinke durfte bis zum Schluss bleiben, denn ich wollte mich nicht ein- oder aussperren.

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Als ich mich im Bauhaus nach chromfarbenen Türbeschlägen umsah, ließ ich diese Absicht ganz schnell fallen. Ich denke immer, ich muss 10 Jahre Preissteigerungsrate versäumt und verschlafen haben.

Alles liegt auf der Waschmaschine geordnet und sortiert, denn nicht alles passt zu allem.

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Auf los gehts los – beide Seiten sind blank und kahl.

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Ich entschließe mich, mit der Innenseite (also vom Badezimmer aus) zu beginnen. Eine Bekannte hält die Rolle, auf der noch die Folie ist, so dass ich in aller Ruhe und Gemütlichkeit streichen und befestigen kann. Alles klappt, keine Blasen, keine Falten.

Das maritime Feeling des Badezimmers wurde aufgenommen.

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Als ich die Wahl der Folie zeigte, die ich für den Flur vorgesehen hatte, waren manche ganz, ganz leicht pikiert – ich weiß nicht, warum. Ich wollte, dass man bei geschlossener Tür erkennen kann, das dahinter das Bad ist. Es ist alles sehr schemenhaft und nichts ist anstößig – und leider sehe ich sooooooo nicht mehr aus.

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Dieser leichte lila Schimmer, der hier auf das Foto gekommen ist, ist in Wirklichkeit nicht da.

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