Claras Allerleiweltsgedanken


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Claras Teufeleien

  • Male den Teufel nicht an die Wand, sonst sitzt er dir im Nacken.
    Deswegen habe ich ihn (oder besser eine hübsche Teufelin) auch nicht gemalt, sondern geklebt – und das sicherheitshalber gleich zweimal, im Bad und über meinem Bett.
    Neutralisiert habe ich das Böse durch einen eben so großen und mächtigen Engel, der natürlich auch ein Weib ist.
  • Auch dem Teufel muss man sein Recht lassen.
  • Auf der Straße ein Engel, zu Hause ein Teufel.
  • Der Teufel hat das Suchen erfunden und seine Großmutter das Warten.
  • Der Teufel ist nicht so schwarz wie man ihn malt – und deswegen sind meine Teufel weiß und grün.

  • Der weiße Teufel ist schlimmer als der schwarze.

  • Jeder hält seinen Teufel für einen Engel – vor allem, wenn beide Schaumgeborene sind und dem Meer entsteigen.
  • Lügen sind des Teufels Wahrheiten.
  • Mit einem alten Weib führt der Teufel keinen Prozess.

Und jetzt müssen noch ein paar Sprichwörter mit Engeln folgen – da gibt es in meinem Sprichwörterlexikon höchstens 10 % so viel wie über Teufel.

  • Ein gescheiter Teufel ist besser als ein dummer Engel.
  • Jeder hält seinen Teufel für einen Engel (offenbar gibt es Engel nur in Verbindung mit Teufeln)
  • Wer sich vor dem Teufel verwahrt, ist vor den Engeln noch nicht sicher.

Ich überlege ernsthaft, ob ich mir noch einen kuscheligen Teufel fürs Bett hole, denn an Kissen kann ich gar nicht genug haben: Unter die Beine, zwischen die Beine, unter den lädierten Arm, ins Kreuz und so weiter und so fort.

Dieser hier lacht mich mächtig an – das wäre dann der männliche Oberteufel.

Und tschüss!

 


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BB = Balkon nach den Bauarbeiten – Teil 1

Auch die längsten Fassadenarbeiten gehen mal zu Ende – doch nicht alle Bewohner der 8 betroffenen Balkons hat es so hart getroffen wie mich. – Das Hauptproblem war die elektrische Markise, die so ca. 90 kg bei ihren 4 m Länge wiegen soll. Dass sie abgenommen werden musste, weil sonst die Dämmung nicht dahinter gepasst hätte, schrieb ich ja schon. Ich schrieb auch schon von den 230,00 € für das Wiederanbringen und den 110,00 € für die Elektrik, die eine Firma von mir wollten. Also habe ich die vor Ort vorhandenen Handwerker gebeten, das zu erledigen.

Vom Prinzip her hat es auch geklappt, außer dass die Markise fast nach unten gestürzt wäre, weil der zweite Mann zu klein war, um seine Aufgabe richtig erfüllen zu können. Bei dem mühsam aufgetriebenen langen Inbusschlüssel musste der Kunststoffgriff halbiert werden, weil er sonst hätte nicht gedreht werden kann. Die Markise sitzt fast auf der Wand auf. – Lange Rede, wenig Sinn, alles ist dran und auch die Elektrik funktioniert. – Als die Steckdose mit Schwierigkeiten (ein anderer hatte mit der orangefarbigen Füllungsdose das dritte Kabel ganz nach hinten ins Loch geschoben) angebracht war, kam ein Elektriker und wollte auf allen Balkons eine neue anbauen – da war ich wieder zu schnell.

Wenn jetzt schon alles schön und fein aussieht, dann soll auch diese hässliche Brüstung mit ihren vielen abgeplatzten Farbstellen aufgehübscht werden. Ich bin ja als Folienfreak bekannt, also waltete ich meines Amtes und kaufte Metallicfolie. – Mir gefällt das Ergebnis. Ich hoffe, dass es auch weiterhin der Sintflut trotzt.

Als nächstes kam der Fußboden dran. Eigentlich wollte ich das mit einer Freundin machen, aber ich war zu ungeduldig. Vier Reihen konnte ich ohne Probleme verlegen (Ich hatte sie ja reihenweise sortiert abgelegt). Doch die letzte Reihe passte nicht mehr, da die Wände jetzt dicker sind als vorher.

Also schnell die Stichsäge vom Sohn geholt und abgeschnitten oder abgesägt. Jetzt viel passender als vorher. Übung macht die Meisterin.

Es gibt eine Fortsetzung


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Die Folien sind der Clara (zweit)liebstes Kind

Ganz ehrlich gefragt und geantwortet: Hat schon jemand „Entzugserscheinungen“ weil hier schon soooooooooooo lange nichts von Folien berichtet wurde??? Ihr denkt wohl gar, ich gehe fremd und widme mich einem anderen Hobby? – FALSCH gedacht.

In meinem Flur habe ich drei weiße Türen mit Glaseinsätzen – leider jede anders, eine Keine-Tür in der Küche, eine Panzertür als Wohnungseingangstür und eine Badtür in dem von den Vormietern offenbar geliebten Bahamabeige – passend zu den Fliesen.

Warum ich diese Farbe nicht sonderlich mochte und mag, kann ich gar nicht genau begründen – aber in mir wuchs der Entschluss, daran etwas zu ändern.

Wieder stundenlang das Netz durchforstet und dann doch wieder beim fast teuersten Anbieter hängen geblieben. Doch die anderen hatten Maße, die in der Breite einer Kirchentür nahe kamen. Wenn ich dann die Hälfte des Motivs hätte wegschneiden müssen, wäre der Rest nicht mehr aussagekräftig gewesen.

Inzwischen habe ich endlich gelernt, mit Lesezeichen zu arbeiten, so dass ich mir alle abspeichern konnte, die mir gefielen. Und von diesen (knapp 50) wurde eine nach der anderen gelöscht.

Als meine zwei Wunschfolien unterwegs waren, gingen die Vorbereitungen los. Tür gründlich reinigen und alle Beschläge abschrauben. Und da fing der Ärger an. Der Beschlag von der Verriegelung muss sich vakuumartig angesaugt haben – jedenfalls hat er so lange Widerstand geleistet, bis ich beinahe aufgehört hätte. – Die Klinke durfte bis zum Schluss bleiben, denn ich wollte mich nicht ein- oder aussperren.

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Als ich mich im Bauhaus nach chromfarbenen Türbeschlägen umsah, ließ ich diese Absicht ganz schnell fallen. Ich denke immer, ich muss 10 Jahre Preissteigerungsrate versäumt und verschlafen haben.

Alles liegt auf der Waschmaschine geordnet und sortiert, denn nicht alles passt zu allem.

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Auf los gehts los – beide Seiten sind blank und kahl.

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Ich entschließe mich, mit der Innenseite (also vom Badezimmer aus) zu beginnen. Eine Bekannte hält die Rolle, auf der noch die Folie ist, so dass ich in aller Ruhe und Gemütlichkeit streichen und befestigen kann. Alles klappt, keine Blasen, keine Falten.

Das maritime Feeling des Badezimmers wurde aufgenommen.

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Als ich die Wahl der Folie zeigte, die ich für den Flur vorgesehen hatte, waren manche ganz, ganz leicht pikiert – ich weiß nicht, warum. Ich wollte, dass man bei geschlossener Tür erkennen kann, das dahinter das Bad ist. Es ist alles sehr schemenhaft und nichts ist anstößig – und leider sehe ich sooooooo nicht mehr aus.

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Dieser leichte lila Schimmer, der hier auf das Foto gekommen ist, ist in Wirklichkeit nicht da.

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Finger weg von IFOHA … Antiwerbung

Alle, die das hier lesen, werden sicher mit dem Firmennamen IFOHA nichts anfangen können.

IFOHA stellt selbstklebende Folien für die unterschiedlichsten Verwendungszwecke her und wirbt mit dem Slogan:

Bei uns bleiben Sie kleben!

Es können Autoscheiben und Fensterscheiben gegen Einsicht oder gegen die Sonne oder Wände mit Dekomotiven beklebt werden. Sicherheitsfolien sollen Glas einbruchssicher machen ODER hochglänzende Glasbilder sollen durch das Aufkleben von Entspiegelungsfolie so entspiegelt werden, dass sich nicht mehr vorwiegend die Umgebung in der Oberfläche spiegelt, sondern das Motiv zu erkennen ist.

Bis auf das Bad sind alle Räume meiner Wohnung mit solchen Glasbildern ausgestattet, ich habe ja lang und ausführlich im Oktober darüber berichtet. Auf manchen Bildern störten die Spiegelungen weniger, auf anderen dagegen war die Spiegelung so massiv, dass ich tatsächlich das Bildmotiv nicht mehr erkennen konnte.

Nach ausgiebiger Recherche fand ich eine Firma, die solch eine Folie produziert. Der Preis ist ziemlich hoch – der Quadratmeter kostet 80,00 €, in Worten: achtzig Euro. In drei Telefonaten wurde mir immer wieder versichert, dass das eine besonders hochwertige Folie ist, die ihren Preis auch wert ist.

Ich bekam ein Musterstück zugeschickt, Größe ca. 20 x 12 cm. Trocken klebte ich es auf das am meisten spiegelnde Bild und war mit dem Entspiegelungseffekt zufrieden.

Doch was dann kam, ist besser als jeder Schildbürgerstreich.

Nach Ausmessen aller Bilder kam ich auf 1,50 lfd. Meter bei 125 cm Breite der Rolle – ein stolzer Preis von 150,00 € kam zusammen, wahrscheinlich für keinen von uns ein Pappenstiel – und die bestellte ich und bezahlte auch im Voraus. Das war mein erster Fehler – die Firma hatte eine Zahlung auf Rechnung angeboten. Doch da ich bei Internetkäufen eine Vorauszahlung gewöhnt bin, habe  ich die 2 % Skonto gewählt und bezahlt.

Das Folienstück auf einer Decke auf den Fußboden gelegt, alle Bilder angezeichnet und zugeschnitten. Bis hierher war noch alles in trockenen Tüchern. Dann ging die Wasserpantscherei los. Die Folien SOLLTEN nass verklebt werden, das wurde per Video und per mitgeschickter Anleitung angeordnet – trocken hätten Flächen von 100 x 50 cm und kleiner auch nicht blasenfrei aufgeklebt werden können.

Also mit der Spezialmischung Scheibe eingesprüht, Folie drauf, Schutzfolie abgezogen, Wasser drauf, Bild mit Wasser besprüht und dann: rakeln, rakeln, rakeln. Die Flüssigkeit, die sich zwischen Scheibe und Folie befindet, muss ja wieder raus. So sorgfältig wie bei diesen Bildern habe ich bisher kaum gearbeitet. – Angefangen habe ich mit 20 x 20 und 30 x 30 – da war das Rakeln noch ein Kinderspiel.

Dann kam der Gendarmenmarkt, der immerhin 30 x 90 cm groß ist und zum Schluss die beiden Monstergrößen von 100 x 50 cm.

Die Bilder wurden stundenlang zum Trocknen gelagert – und da fing ich an, richtig stutzig zu werden. Die Folie hätte schon längst trocken sein sollen, doch ständig bildeten sich neue Luftblasen, die nur zum Teil entfernt werden konnten. Es gab auch Lufteinschlüsse, die von Anfang an nicht entfernt werden konnten.

Doch dann kam richtig Ärger. Bei den beiden großen Bildern löste sich einmal eine Längskante und einmal die kurze Seite – die Folie klebte so ca. 1 – 1,5 cm nicht und konnte auch nicht mehr befestigt werden.

Als ich nach ca. 20 Stunden das Bild vom Gendarmenmarkt in die Halterung schieben wollte, fiel die Folie einfach komplett ab. (Soviel zu dem Slogan der Firma!!!!!)

Natürlich wendete ich mich an den Kundendienst der Firma und nach drei Ablehnungen an den Geschäftsführer. Da steht die Antwort noch aus.

Der immer gleiche Mitarbeiter aus der Kundenbetreuung, Herr R. R.,  begründete einzig und allein mit der Zusendung des Musterstückes seine Ablehnung, einen Teil der Kosten zu erstatten und für die abgefallene Folie Ersatz zu leisten. Daraus hätte ich ersehen können, ob mir die Folie gefällt und ob sie klebt. Herr R., noch einmal langsam zum Mitschreiben:

Es ist ein Unterschied, ob ich ein kleines Folienstück TROCKEN aufklebe oder riesige Teile nass auf die Scheibe bringe. An diesem kleinen Stück kann ich nicht erkennen, ob die Folie dem Verwendungszweck entspricht.

„Bonmots“ aus den Antwortmails von IFOHA:

  1. (1. Mail) Wir haben uns Ihre ausführliche Beanstandung angesehen, können aber keine Fehler unsererseits feststellen.
  2. Sie haben dann ein Muster der Folie bestellt und erhalten. Danach haben Sie sich entschieden, die Folie zu bestellen, da diese scheinbar für Ihren Zweck verwendbar ist.
  3. Es handelt sich um einen wieder ablösbaren und repositionierbaren Silikonkleber mit mittlerer Haftung. (Das war nirgendwo auf der Website zu lesen, dass diese Folie offenbar schwer klebt)
  4. Wie bereits mitgeteilt, haben wir keinen Fehler gemacht und werden daher auch keine Erstattung des Rechnungsbetrages vornehmen (Hatte ich gar nicht verlangt, sondern nur eine Entschädigung)
  5. (2. Mail) (Wiederholung) wir haben Ihnen ein kostenloses Muster zugeschickt. Da Sie mit diesem Muster zufrieden waren und die Eigenschaften Ihrem Zweck entsprachen, haben Sie die Folie bestellt.
  6. … Ausserdem haben wir heute aus dieser Rolle nochmals ein Muster geschnitten und es lässt sich problemlos aufkleben. – Das Musterstück wurde trocken mitten auf das Bild geklebt und blieb maximal 5 Stunden auf dem Bild – denn da hatte ich den Entspiegelungseffekt genügend prüfen können.
  7. (3. Mail) es liegt uns nicht eine weitere Beanstandung eines Kunden vor, dass die Folie nicht kleben soll. (Es wurde aber auch nicht gesagt, wie groß die beklebten Flächen sind.) Daher ist es nicht nachvollziehbar, dass nur Sie Schwierigkeiten bei der Montage haben.  (Das ist der einfachste und bequemste Weg – der Kunde ist der Dumme, und wenn das auch gar noch eine alte Frau ist, dann kann sie ja nur dumm und ungeschickt sein!!!)

Ich könnte über diese Art der Behandelung kochen vor Wut, denn 150,00 € sind kein Peanuts aus der Portokasse – für mich jedenfalls nicht.

 


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Wetten dass …

… 99,9 % der Menschen eine blickdichte Folie auf ihre Fenster kleben, damit ihnen keiner beim Duschen, pullern, lieben oder ankleiden zusehen kann??? Natürlich kann man auch Gardinen dafür verwenden, doch diese sind im Bad unüblich. Damit nicht so umständlich mit Folien gearbeitet werden muss, haben die Anti-Durchblick-Akteure geriffeltes Fensterglas erfunden.

Was ist nun aber mit den 0,1 % der Menschheit?

Diese Minimalmenge heißt z.B. Clara. Sie geht in den Baumarkt, kauft eine Rolle solcher Folie, legt sich alle Werkzeuge zurecht und schneidet sie fenstergerecht zu. Dieses Foto zeige ich hauptsächlich deswegen, damit die liebe Fee etwas wiedererkennt.

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Kann man mich in der 8. Etage ohne Gegenüber beim Duschen, ankleiden, ausziehen beobachten? Eher nein! Also will ich die Folie nicht benutzen, damit keiner hineinschaut, sondern dafür, dass keiner rausschauen kann, ganz konkret ich nicht. Die hässliche Industrie geht mir gegen den Strich.

Ich säubere mit Glasreiniger die Scheibe klinisch rein und schaffe es sogar, die Folie blasenfrei auf die Scheibe zu kleben.

Die Industrie konnte ich im Sitzen nicht mehr sehen, nur beim Stehen war sie natürlich noch da.

Leider hafteten die beiden Fensterblumentöpfe auf der Folie nicht – und ich fand es ungeheuer blöd, nicht rausgucken zu können. Die Folie war genau 12 Minuten auf der Scheibe und jetzt ist der Blick auf Baukran oder Sonnenuntergang wieder frei – im Sitzen und im Stehen.

Ich habe einen anderen Weg gefunden, ein wenig von dem Durchblick abzulenken. Im Wohnzimmer wurden passend zu den Blumentöpfen Hibiskusblüten auf die Scheibe geklebt – sehen irgendwie lustig aus.

Und jetzt noch zwei Blüten original.

3008 Hibiskusblüte 15

3008 Hibiskus rot 41

Aber ich habe ja noch viele andere Fenster, die verziert werden können. Auf zwei von ihnen habe ich einfach Schmetterlinge fliegen lassen – da habe ich das Gefühl, länger oder immer Sommer zu haben.

Für heute erst einmal genug Klebebilder.

Update: Mein kleines Badezimmerfenster ist frei von Schmetterlingen und Hibiskusblüten, dafür kleben dort zwei kleine Olivenbäumchen.


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Lila-nicht-Liebende blättern schnell weiter …

denn sonst bekommen ihre Augen einen Schock.

Da mich ja sonst keiner lobt oder tadelt, muss ich das Ergebnis meiner Folienbezieherei aus dem Schlafzimmer noch schnell zu Papier Bildschirm bringen.

In mein Schlafzimmer gibt es noch einen Blick in groß im Fotoblog.


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Die „Folienseuche“ breitet sich aus

Dieser Bericht ist nicht nur für interessiertes Fachpublikum – andere, nicht Renovierungswillige, werden auch ihren Spaß beim Lesen haben.

Die nun optisch veränderte 46jährige prahlte mit ihrer neu erworbenen Schönheit,

1907 Schrankwand WZ

so dass die bedeutend jüngere Dame im Schlafzimmer richtig neidisch wurde. Obwohl ERST schlappe 33 Jahre jung, ließen sich auch bei ihr schon so einige Schwachstellen erkennen. Vor ca. 10 Jahren hatte sie sich einer generellen Farbbehandlung unterzogen, all ihre holzimitierten Teile gegen weiß oder dunkelgrün eingetauscht. Aber alle Schönheit ist endlich – der Lack platzte an mehreren Stellen ab. Alle beschädigten Türen taten sich zusammen und riefen laut im Chor: „Wir wollen Auch! Wir wollen auch!“ – als Clara das Gebrüll im Schlafzimmer vernahm, erkundigte sie sich nach dem Grund. Sie trat mit der Führung der Türen in Verhandlung und man einigte sich auf die Erneuerung von 4 grünen und 4 weißen Türen. Was weiß war, sollte weiß bleiben, doch was grün war, sollte NICHT Grün bleiben.

Folie war schnell besorgt, leider gab es die Wunschfarbe nicht in matt oder leicht strukturiert, sondern nur in Hochglanz, was den Reiz der Arbeit um vieles erhöhte.

1907 1 Ursprung SZ

Links und oben kann man den ursprünglichen grünen Originalzustand sehen. Das linke Foto muss wirklich schon längere Zeit her sein, denn jetzt fülle ich den Spiegel besser aus als hier 🙂 – Die auf die Türen geklebten Spiegelfliesen waren mit Jahrtausendkleber befestigt, denn ich hatte beim Gebrauch von Spachtel und Hammer mächtig Angst, dass plötzlich ein explosionsartiger Splittterregen niedergeht. Ging er zum Glück nicht, dafür war der Lack bis auf die Grundfesten weg.

1907 2 Folienarbeit

So, jetzt seht ihr, dass ich mich für LILA entschieden habe – und es noch nicht eine Minute bereut habe. Auf dem Balkontisch in gemütlicher Arbeitshöhe ließen sich alle Kanten sauber bekleben. Der Fön wurde zu meinem Lieblingsarbeitsgerät, der tatsächlich viel richtete, was meine Finger ver“beulten“

1907 3 erste Erfolge

Eine Tür ist fertig. Diese hier habe ich im eingebauten Zustand beklebt, doch das machte sich nicht so gut, ständig über den Fußboden zu robben. Deswegen habe ich die nächsten ausgebaut. Doch baut mal eine Tür mit ihren blöden Scharnieren wieder ein, wenn ihr nur mit 2 Händen ausgestattet seid, obwohl eine dritte für die Taschenlampe und Nummer 4 und 5 für Schraube und Schraubendreher gebraucht werden würden. Gut – Problem Lampe kann man lösen, wie ihr an meinem Foto erkennen könnt. Und zum Halten der Tür kam mir die Idee, Bücher zu miss-brauchenverwenden und die Tür auf ihnen so abzustellen, dass sie einbaufähig ist. Blinkfeuer oder Clementina  – spätestens hier erwarte ich ein Tätschel von euch!!!!

1907 4 Auslaufschwierigkeiten

Die letzten beiden Türen machten noch einmal so richtig Ärger. Eine baute ich aus – beim Wiedereinbau klappte der Bücherturmtrick nicht, da sie in Augenhöhe befestigt ist. Da half nur der Ruf nach einer Nachbarin – denn von dem Kauf eines magnetischen Schraubendrehers, der den Kopf der Schraube hält, konnte ich nur träumen.

Warum das Schloss sich nicht mehr schließen lässt und warum die Folie sich noch einmal kräftig klebrig vertüdelte, das weiß nur der Himmel – und der sagt nichts.

Die fertigen Ergebnisse zeige ich euch später.