Claras Allerleiweltsgedanken


22 Kommentare

Himmelhochs brauchen 1973 ein Auto /Stöckchen

Hallo, meine liebe SPS, mein Stöckchen-Sammelbehälter läuft über, bei der Hitze geht ja auch nichts davon weg in den Kamin.

Deswegen muss ich was an dich zurückgeben zum Thema: „Das braucht doch kein Mensch!

**********

In meiner Schrankwand stehen 4 Modellautos: 3 schnucklige weiße für den Fall … siehe Gedanken über Luxus, aber dann natürlich in groß und nicht als Modell  – und ein hässliches, grauweißes Entlein. Und gerade an diesem hängt mein Herz besonders – wie in der Bibel die Geschichte  mit dem schwarzen Schaf schon erklärt.

Diese schicken Weißen braucht man schon nicht, höchstens für die Kinder, die  haben schon oft damit gespielt.

Doch warum ich den kleinen, hässlichen, grauweißen Trabant-Kombi immer noch hier stehen haben, versteht nur, wer Clara kennt – denn da hängt – welch ein Zufall – eine Geschichte dran, nicht  am Modell, sondern am Auto in echt. – Damals bin ich noch nicht auf die Idee gekommen, einen Sponsor für einen Audi zu suchen (heute aber auch nicht, Es gibt Autos, die ich mehr mag.)

Die Geschichte vom typischen DDR-Autokauf erzähle ich gleich, nachdem ich mir einen Kaffee geholt habe.

**********

Die Zeitrechnung zählt  1973 Jahre nach Christi Geburt  und 2 Jahre nach Clemens‘ Geburt. Theres Abstand zur Zeitenwende betrug 1968 Jahre, aber in dieser männlich dominierten Zeitenzählung hat ein Mädchen leider nur geringe Chance, die Kalenderzählung zu bestimmen und damit hier kundzutun, dass sie 5 Jahre jung ist.

Clara hat ein schreckliches Erlebnis mit ihrem Motorroller hinter sich, den sie sich kurz nach dem Abitur gekauft hat. Eines Tages rutschte sie auf einer Ölspur geradewegs auf die linke Fahrbahn und dort blieb ein riesiger LKW kurz vor dem Zusammenprall ca. einen Meter vor ihr stehen.

Echte Schrecksekunden brennen sich ins Gedächtnis ein, auch wenn sie 45 Jahre her sind. Fazit: Der Motorroller wurde sofort verkauft und jeglichem motorisierten Verkehrsmittel wurde abgeschworen. Lieber wollte sie den „Auto-Anteil“ ihres Führerscheins ein Leben lang ungenutzt lassen als noch einmal in eine solche Paniksituation zu kommen.

Aus diesem Grund hat sie sich nicht für ein Auto angemeldet. Jede Oma, jeder beidseitig Erblindete, fast jedes Schulkind war angemeldet, nur Clara versäumte es, mit 18 Jahren das Anmeldeformular auszufüllen. In der „Provinz“ wäre nach ca. 15 Jahren, in dem immer etwas privilegierteren Berlin nach ca. 10 Jahren das entsprechende Auto in Zwickau oder Eisenach vom Band gelaufen.

Hätte sie nur über einen Funken Geld- und Handelssinn verfügt, wäre aus dem Verkauf dieser Anmeldung kurz vor dem Fälligkeitsdatum viel Geld zu machen gewesen. Zu dumm oder zu ehrlich?!

Als bei einem innerfamiliären (Streit-)gespräch Hannes den Tatbestand äußerte, zwar über eine Anmeldung für ein Auto, aber nicht über eine Fahrerlaubnis=Führerschein  zu verfügen, blieb Clara dennoch bei ihrer motorlosen Meinung. Sein sofortiger Fahrschulbesuch wäre nicht möglich gewesen, weil auch dafür die Wartezeiten zwischen zwei bis fünf Jahre betrugen. Das hielt ihn davon ab – also wurde die Autoanmeldung 1972 fällig und keiner wollte (Clara) oder konnte (Hannes) es fahren. Das Auto wurde im Kollegenkreis weiterverkauft und deckte mit der „Verkaufsprämie“ etliche der gerade notwendig gewordenen Ausgaben.

Das jetzt herrschende autolose Klima wurde kühler bis frostig, da Hannes dem entschwundenen Auto über Gebühr nachtrauerte.
Irgendwann hatte er Clara weich“geredet“, so dass die sagte: „Ich besorge uns ein Auto“ (bisschen naiv war sie ja schon immer!)

Um ein vernünftiges gebrauchtes zu bekommen, mussten ca. 150 Mitbewerber ausgestochen werden. Mit Geld war dies in unserem Fall nicht möglich, also, wie dann? Der Preis eines 3-Jahres-Wagens pendelte so um den Anschaffungspreis herum.

Clara verschaffte sich eine Übersicht, studierte Chiffre-Annoncen auf der Suche nach einem Trabant-Kombi. Chiffre deswegen, weil kaum jemand Telefon hatte, Handys noch nicht erfunden waren. Kombi deswegen, weil sonst eine vierköpfige Familie mit Bambirad nicht unterzubringen wäre.

Und dann ging es ans Schreiben – mit der Hand – jeder Brief ein Unikat.

Eines Tages ein Anruf, wir sollten kommen und Geld mitbringen. Gemeinschaftliches Unterkiefer-Aushaken war angesagt.

Dort angekommen, fragte Clara vorsichtig: „Haben Sie denn nur wenige Zuschriften bekommen?“ Der Verkäufer griff hinter sich und holte drei dicke Stapel vor.

Ihr Staunen wandelte sich fast in Ehrfurcht, denn die Verkaufsverhandlungen waren perfekt abgeschlossen. „Und warum haben Sie sich gerade für uns entschieden?“ Seine Antwort: „Sie haben den lustigsten Brief geschrieben und außerdem ging mir ihre Autonot richtig ans Herz!“

Noch Fragen?

Damals fürs Schreiben ein Auto – und heute einen Kommentar! Qualitätssteigerung? Werteverfall? – Alles relativ – heute brauche ich kein Auto, gebrauchte stehen an jeder Ecke rum – heute freue ich mich mehr über (freundliche) Lesermeinungen .


Und hier könnt ihr das Auto der Himmelhochs sehen, na fast, und hier auch.


30 Kommentare

Hurra, ich habe einen Job, …

… leider unbezahlt, aber immerhin voller Spaß!

  • Ich sitze täglich länger am Computer als mich je ein Bildschirm im Büro hat davor sitzen sehen
  • Ich produziere täglich mehr Buchstaben und Ideen(unsinn) als es je ein Chef von mir zu sehen oder zu lesen bekam

und, vor allem

  • ich trinke täglich mehr Kaffee als je in eine Angestellte in einem Bürojob hineinfließen konnte!

Wie das mit dem täglichen Kaffeekonsum so ausschaut, könnt ihr hier sehen!

Aber wie das manchmal beim Arbeiten auch geht, erzähle ich euch noch schnell:

Eine Blogbekannte bat mich um unterstützende Mithilfe bei einer kleinen Rede, die sie halten muss. Ich dachte „Kein Problem“ und sagte zu, erfreut über meine angenommene stilistische Kompetenz.

Dass mir dann aber der fertig bearbeitete Text in der Tasche von meiner auslaufenden Wasserflasche eingeweicht und unkenntlich gemacht wird und danach – auf dem Balkon zum Trocknen ausgelegt – vom Wind in den Garten geweht wird – das sind alles die Imponderabilien des Bürojobs zu Haus. Bei dieser Hitze musste ich zwei Etagen runter und vor allem zwei Etagen wieder rauf. Wer bedauert mich?

(Seit ich im Jahr 2000 dieses unmögliche Wort versucht habe, meinem damaligen Chef auszureden, seit dieser Zeit verwende ich es selbst mit Vorliebe – es sind die Unwägbarkeiten des Lebens – als Erklärung für diejenigen, die jetzt zum Fremdwörterbuch greifen müssten.

Es gibt Leute in der Bloggerwelt, die sagen dann „Oh Sch…“ oder einfach nur „oh nein


17 Kommentare

Bloggen verbindet

Vollkommen anonym möchte ich mich bei einer Bloggerin bedanken, die durch ihre Worte Augen zum Weinen und Krusten zum Aufbrechen gebracht hat und dadurch vielleicht Welten aufeinander zu bewegt.

Danke, liebe X., aber auch danke liebe Y.!

Lila, die Farbe der Hoffnung!

Nicht immer ist alles so (bunt), wie es scheint – manchmal ist es vielleicht auch nur tarnender Anstrich.

Und sehr oft ist richtiges  zuhören gefragt.


55 Kommentare

Helden und Heldinnen

(Vornweg sei gesagt, dass der Text nicht von mir ist (er wurde mir im Internet von Freunden zugespielt), ich aber durchaus mit mehreren Passagen davon konform gehe. Seit 2004 mache ich relativ oft Kinderbetreuung und konnte da so meine Erfahrungen machen.)

***********

Bist du vor 1980 geboren ?

Bitte weiter lesen !

Wenn du nach 1980 geboren wurdest, hat das hier nichts mit dir zu tun?

Aber du solltest trotzdem weiterlesen, um zu verstehen, warum die Pampers-Generation, zu der du ja auch gehörst, keine Helden hervorbringen wird!

Wenn du als Kind in den 50er, 60er oder 70er Jahren lebtest, ist es zurückblickend kaum zu glauben, dass wir so lange überleben konnten!

Wir sind Helden!

Warum ?

Wir saßen im Auto ohne Kindersitz, ohne Sicherheitsgurt und ohne Airbag!

Unsere Bettchen waren mit Farben voller Blei und Cadmium gestrichen !

Auch die bunten Holzbauklötze, die wir uns begeistert in den Mund steckten …

Die Fläschchen aus der Apotheke konnten wir ohne Schwierigkeiten öffnen, genauso wie die Flasche mit Bleichmittel.

Türen und Schränke waren eine ständige Bedrohung für unsere Finger!

Wenn wir zu faul zum Laufen waren, setzten wir uns hinten auf das Fahrrad unseres Freundes – natürlich ohne Helm!

Der strampelte sich ab und wir versuchten, uns an den Stahlfedern des Velosattels festzuhalten !

Unsere Schuhe waren immer schon eingelaufen durch Bruder, Schwester, Neffe, Freunde der Eltern oder so.

Auch das Fahrrad (nicht Mountain-Bike!!) war meistens entweder zu groß oder zu klein !

Überhaupt hatte ein Fahrrad keine Gangschaltung. Und wenn doch, dann nur eine mit 3 Stufen !

Und wenn du einen Platten hattest, lerntest du vom Vater, wie man das selber flicken konnte !

(Am Samstagnachmittag – mit Wassereimer, Schlauchwerkzeug, Schmirgelpapier und Gummilösung …)

Wasser tranken wir aus Wasserhähnen und nicht aus Flaschen!

Einen Kaugummi legte man am Abend auf den Nachttisch und am nächsten Morgen steckte man ihn einfach wieder in den Mund !

Wir aßen ungesundes Zeug (Schmalzbrote, Schweinsbraten,…), keiner scherte sich um Kalorien – und wir wurden trotzdem nicht dick!

Wir tranken Alkohol und wurden nicht alkoholsüchtig!

Wir tranken aus der gleichen Flasche wie unsere Freunde und keiner machte deswegen ein Theater oder wurde gleich krank !

Wir verließen frühmorgens das Haus und kamen erst wieder heim, wenn die Straßenbeleuchtung bereits eingeschaltet war.

In der Zwischenzeit wusste meistens niemand, wo wir waren –  und keiner von uns hatte ein Handy dabei !!!

Wir haben uns geschnitten, die Knochen gebrochen, Zähne raus geschlagen und niemand wurde deswegen verklagt. Niemand hatte Schuld – außer wir selbst.

Das waren ganz normale, tägliche Unfälle und manchmal bekamst du hinterher sogar (als erzieherische Zugabe) noch eins auf den Po!

Wir hatten nicht:

Playstation, Nintendos, X-box, 200 Fernsehsender, Videos, DVDs, Dolby-Surround-Sound, iPods, eigene Fernseher, PCs und Internet, Jahreskarten im Fitness-Club, Handys …

Wir hatten Freunde !

Wir gingen einfach raus und trafen uns auf der Straße.

Oder wir marschierten einfach zu denen nach Hause und klingelten.

Manchmal brauchten wir gar nicht zu klingeln und gingen einfach hinein.

Ohne Termin und ohne Wissen unserer Eltern!

Das Fernsehprogramm begann erst um 18 Uhr !

Die Eltern bestimmten, was und wie lange „TV-geglotzt“ wurde !

Wir bauten Seifenkisten und entdeckten während der ersten Fahrt den Hang hinunter, dass wir die Bremsen vergessen hatten.

Damit kamen wir nach einigen Unfällen klar!

Wir spielten Straßenfußball, und nur wer gut war, durfte mitspielen. Wer nicht gut genug war, musste zuschauen und lernen, mit   Enttäuschungen umzugehen !

Und das ging auch ohne Kinderpsychiater!

Manche Schüler waren nicht so schlau wie andere. Sie rasselten durch Prüfungen und wiederholten Klassen. Das führte damals nicht zu emotionalen Elternabenden oder gar zur Änderung der Leistungsbeurteilung!!

Wir machten unsere Pausenbrote selber, nahmen am Morgen einen Apfel mit und wenn wir das vergaßen, konnte man in der Schule nichts kaufen !

McDonalds … Burger-King … Döner-Bude Snack-Bar … Imbiss-Stand … Pizza-Ecke…………….

Fehlanzeige !

Zur Schule gingen wir (auch im Winter) zu Fuss!

Schulbusse?? Gab´s nicht!

Unsere Taten hatten manchmal Konsequenzen.

Das war klar und keiner konnte sich verstecken.

Wenn einer von uns gegen das Gesetz verstieß, war klar, dass die Eltern ihn nicht automatisch aus dem Schlamassel herausboxten.

Im Gegenteil:

Sie waren oft der gleichen Meinung wie die Polizei!

Na so was!

Unsere Generation hat eine Fülle von innovativen Problemlösern und Erfindern mit Risikobereitschaft hervorgebracht.

Geboren vor 1980!

Gehörst  D U auch dazu ? Gratuliere ! Wir sind HELDEN !

************

Und dazu das Foto: Und morgen gibt es dann dazu die Fortsetzung zum Foto.


39 Kommentare

Clara bekommt Telefon (1985)

Bei einer Scheidung in der DDR ging es nicht nur darum, die persönlichen Erinnerungen aufzuteilen nach dem Motto, wer bekommt welche Fotoalben, Schallplatten oder Bücher. „Bücher“, „Schallplatten“ – das hört sich für Leute, die nicht in einer solchen (teilweise bewusst herbeigeführten) Mangelwirtschaft groß geworden sind, so an, als wenn man sie doch einfach bei Amazon oder im Laden nachkaufen könnte. – Mit Nichten (auch nicht mit Neffen) – dafür musste man Beziehungen haben, damit man diese Bückware bekam, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Fleck stundenlang in der Schlange stehen. Na ja, vorbei, dafür hatten wir damals immer das nötige Geld für die wenigen guten, aber preiswerten Bücher.

Also wurden diese Exemplare, an denen von beiden Seiten Herzblut hing, ausgelost – bei uns zumindest.
Doch dann ging es ja auch noch darum, die größeren Sachen zu teilen wie Wohnung, Garten oder Auto. Bei der Wohnung hilft das Gericht, bei den anderen die finanzielle Situation

Doch wer hilft bei der Teilung der Telefonnummer? Es brächte ja nichts, wenn jeder 4 Ziffern der Nummer bekommt!

Die Wartezeit auf einen neuen Telefonanschluss lag in manchen Gegenden der DDR im zweistelligen Jahresbereich, wenn der Antrag nicht durch ärztliche Atteste, betriebliche Dringlichkeitsbescheinigungen oder sonstige erlogene Schreiben unterstützt werden konnte.

Aus dem „Kampf“ um die Telefonnummer ist Clara als Verliererin hervorgegangen.

Da war guter Rat teuer, wo doch das Telefon den Stellenwert für sie hatte, wie es heute vielleicht das Internet haben mag – schlichtweg Möglichkeit zur Kommunikation.Die familiären Telefonrechnungen wurden immer nur von ihr in die Höhe getrieben.

Nicht, dass jetzt jemand den Ratschlag erteilt, als Interimslösung auf ein Handy auszuweichen!

Keiner soll sagen, es gab in der DDR kein Handy – nur jeder kann sagen, die Hand- und Hosentaschen für dieses Handy waren zu klein.

Anträge schreiben ist  wohl typisch deutsch, nicht nur typisch DDR-deutsch, denn es heißt:

Von der Wiege bis zur Bahre – Formulare, Formulare!

Kaum in die neue Wohnung gezogen, war der Telefonantrag auch schon abgegeben. In Berlin hatte sich der Markt etwas entspannt – die Wartezeiten lagen bei ca. 3 Jahren, abhängig von der Wohngegend.

Üblich waren sogenannte Doppelanschlüsse, bei denen gleichzeitig immer nur ein Partner telefonieren konnte. Kaum jemand kannte seinen Partner – wahrscheinlich sollte Lynchjustiz vermieden werden bei solchen Leuten wie Clara, die stundenlang die Leitung blockierte.

Es gab folgenden Trick: Wenn besetzt, Hörer daneben legen, und dann war es wie bei den heutigen Bandansagen:

Die nächste freie Leitung ist für Sie reserviert!

Das Ende der Wartezeit ist schneller erreicht als gedacht, die Techniker der Deutschen Post kommen zur Montage in die Wohnung. Verwunderlich ist die ausgesprochene Unfreundlichkeit der Männer, trotz Kaffee. Unbedarft, wie Clara des öfteren ist, fragt sie nach dem Grund der Unfreundlichkeit. Sie erfährt, dass sie für eine Stasimitarbeiterin gehalten wird, da sie einen der begehrten Einzelanschlüsse verlegt bekam.

Wahrer Grund für den Einzelanschluss:

Doppelanschlüsse konnten nur im gleichen Haus verlegt werden, und Clara war offensichtlich der 23., 25. oder 27. Teilnehmer in diesem Haus.

Mein eventueller Partner hat sich viel Wartezeit erspart!

Und hier gibts zum heutigen Datum noch ein Bild.


26 Kommentare

Regen-Bogenbuntes Straßenfest

Vor längerer Zeit habe ich schon mal über Regenbogenfamilien gepostet.

Doch heute war ich mitten im Geschehen des regenbogenbunten Treibens drin. Leider hat beim Lesbisch-Schwulen-Stadtfest – besser bekannt als  „Motzstraßenfest“ – das Wetter dem ersten Teil des Wortes besondere Ehre gemacht. Es war außerdem noch lausig kalt, so dass mir nichts anderes übrig blieb, als mich beim Frisör aufzuwärmen.

Dieser nette „Udo Waltz“ hat mich doch tatsächlich überredet, meine dünnen langen Haare farblich zu verändern und durch Schneiden zu kürzen. Hier also erstmal die Ausgangssituation:

Irgendwie tun sie mir ja leid, diese schönen, so mühsam gewachsenen Haare. Aber was soll’s, no risk, no fun.

Als er mir anbot, eine Dauerwelle zu machen, kringelten sich nicht nur meine Haare vor Lachen – als ich seinen Vorschlag sah, wollte ich stehenden Fußes weglaufen.

Wer sagt, das diese Frisur mir steht, wird 3 Leserunden gesperrt mit roter Karte!

Die nächste Variante ist etwas gekürzt und die Haarfarbe passt so gar nicht zum Outfit – also habe ich das outfit kurzerhand ausgezogen – Opfer müssen gebracht werden.

Ich überlege hin, ich denke her – nein, so halblang gerötet möchte ich dann auch nicht rumlaufen. Dann lieber wieder richtig kurz, wie sie lange Jahre getragen habe – und vor allem mit ein paar Fäden von meinen silbernen Naturhaaren – das gefällt mir und so verlasse ich vieles erleichtert (in mancherlei Hinsicht) den berühmten Salon.

Kaum bin ich raus, begegnet mir doch eine Gruppe junger Frauen. Diese lassen mich bedauern, dass ich mir in meinem Alter nicht mehr jede verrückte Frisur leisten kann, auch nicht jedes Tattoo. Schade eigentlich!

Danke für’s fotografieren dürfen!

Aber die schönste aller schönen Frisuren gibt es auf meinem Fotoblog.

An diesem Tag war es ja so kalt und so nass, dass wir vom Straßenfest geflüchtet sind und stattdessen ins Museum für Völkerkunde gegangen sind. Dort zeigte man als Kontrastprogramm zur Fußballweltmeisterschaften (momentan kracht es hier um mich herum – das vierte Tor ist gefallen; was machen die denn, falls wir ins Finale kommen sollten? Da fällt hier alles zusammen!)  eine Ausstellung über vodou – Kunst und Kult aus Haiti.

Aber der Sonntag war auch in Berlin wieder schön – also ging ich nochmals hin. Lohnende Ausbeute.

Heute zeige ich euch nur noch diese Bilder:

Ihr wisst sicher, dass die schönsten jungen Damen beim CSD und beim Motzstraßenfest junge Männer sind – mit Figuren und mit Beinen, dass Frau vor Neid blass werden kann.

Aber sie genießen dieses Anders-Sein auch!


11 Kommentare

Sommerfest in Bloggerland (5/5)

Medizinisches Wunder am Rand

Der allgemeine Trend heißt: „Kinder bekommen“. Medizinisch soll das in meinem Alter schwer möglich sein, doch technisch kam raus:

http://clarahimmelhoch.wordpress.com/

also quasi eine geklonte Clara. Nicht ganz, es ist einfach ein Fotoblog, weil so eine Erstellung im Trend liegt.

Abgeguckt habe ich mir das Design bei Sunny, Fotos nehme ich eigene, und die Adresse des alten Fotoblog

http://jauchzendnormalbetruebt.blogspot.com/

könnt ihr gegen die obere tauschen, obwohl er bestehen bleiben wird. Er wird nur noch für Videos aus meiner Kamera verwendet, also äußerst selten.

Doch jetzt endlich zum Sommerfest:

***************

Die gesamte  (Vor-)Geschichte ist hier zu finden:

Clara hat mit Hut zu erscheinen

Von nicht unmaßgeblicher Stelle wurde angeordnet, dass Clara dieses Fest nur noch mit Hut besuchen darf, da der Sonnenscheinpegel einen Sonnensstich befürchten lässt. Da sie sowieso schon einen Knall, Spleen, Vogel, Trilli und sonstwas hat, wäre ein „Stich“ eine merkliche Verschlechterung der allgemeinen Chaos-Lage.

Also putzt sie sich festtagsmäßig raus, schminkt sich übertrieben und setzt die farblich zur Hutschleife passende Brille auf, durch die sie aber natürlich nichts mehr sieht.  Jetzt braucht sie einen Blindenhund oder die kleine Anna, die auch noch für sie hören können.

Also weiter zum Tagesgeschehen, nach diesem unbeabsichtigten Ausflug in die Hüte-Welt!

Die Sache mit den Luftballons

Habt Ihr schon mal ein Kind gesehen, dass ohne Luftballon von irgendeinem Fest nach Hause kommt?

Ich nicht. Prompt, als so ein Verkäufer mit den dicken Bündeln heliumgefüllter Ballons in die Nähe kommt, geht das Gequengel los: „Ich will einen Luftballon!“ Ziemlich unwirsch fragt Clara: „Wie heißt das?“ „Ich möchte einen Luftballon!“ Clara ist immer noch nicht zufrieden und fragt nach dem Zauberwort. Mit leicht verleierten Augen kommt es zum dritten Mal: „Ich möchte bitte einen Luftballon“. Wie alte, manchmal eben auch erziehende Omas so sind, bringt sie jetzt das passende Sprichwort von der Höflichkeit an: „Die Höflichkeit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr!“ Dass jetzt prompt kommt: „Das muss aber ‚sie’ heißen!“ , weiß jede, die Anna ein wenig kennt. Die grammatische Diskussion dauerte also nicht lange.

Die einfachen roten, gelben, blauen oder lilafarbenen gefallen ihr nicht, sie sucht etwas Außergewöhnliches. Plötzlich läuft sie auf einen Kinderwagen zu und zeigt mir, dass sie genau so einen Hubschrauber möchte, wie ihn der kleine Kerl krampfhaft festhält. Na, das wird sich ja machen lassen und kurze Zeit später hält sie ihn stolz in der Hand.

Skryptorias Blumenstand

Als wir so weiterschlendern, kommen wir an einem extravaganten  Blumenstand vorbei. Die Frau, die uns freundlich zuwinkt, hat so wie Clara ein Namensschild anstecken. Diese Schilder wurden übrigens von Seelenbalsam für alle spendiert. Das ist günstig, denn wir kennen uns ja alle nur unter unserem Pseudonym. Auf dem Schild steht „Skryptoria“ in passendem Blumengrün und da gibt es natürlich ein freudiges Hallo.

Ihr Stand fällt nicht nur wegen der wunderschönen Blumen und Blüten auf, sondern vor allem wegen der riesengroßen Kakteen, die so bequem wie Polstermöbel zum Sitzen einladen.

Weil wir noch keine Sitzgelegenheit für unseren Hubschrauber haben, nimmt Clara einfach mal auf so einem Riesenkaktus Platz. (Übrigens ist das die Jacke, die Clara auf ihrem Tempelhofer-Flughafen-Spaziergang trug und die von tonari kurzerhand zur „Gartenjacke“ gemacht wurde – jetzt ist sie noch eine „Kaktusjacke“)

Es gefällt ihr sehr gut darauf, Anna muss auch noch mal probieren – doch sie findet es ein wenig zu stachlig.

Ohne eine kleine Schlitzohrigkeit kann Clara diesen Markt nicht verlassen. Sie sagt zu Skryptoria; „Dreh dich doch mal bitte um!“ und im Handumdrehen hat sie sich eine der schönsten Blüten gemaust: Die Coco Chanel-Blüte. – Skryptoria ist großzügig und schenkt sie ihr.

Die Blüte heißt: claracocachanela

Man verspricht sich, im Kontakt zu bleiben und dann geht es los.

Der Flug nach Griechenland

Und jetzt fliegen wir beide zusammen damit nach Griechenland. „Verdatterung“ – falls es so ein Wort überhaupt gibt – steht Clara im Gesicht geschrieben. „Machst du Witze? Das ist doch unendlich weit!“ – „Ach Clara, du bist immer so skeptisch! Du weißt doch, dass ich in eine griechische Schule gehe. Und heut ist auf dem Gelände Schulfest – und da heißt eben alles Griechenland. Bist du jetzt zufrieden?!

Etwas, aber noch nicht ganz! Wir sind doch viel zu schwer für diesen kleinen Hubschrauber!

Und wofür habe ich eine Dose Zaubersalbe gewonnen? Diesen komischen Namen von der Salbe will ich jetzt nicht aussprechen.

Beide beschließen, dass das klappen könnte und machen einen letzten Abschiedsrundgang über das Festgelände. Immer und immer gibt es noch neues zu entdecken.

Claras Löwenherz hüpft ganz besonders bei den löwigen Artikeln. Aber sie weiß, dass es hier noch mehr „löwt“, denn Anna-Lena und Seelenbalsam sind auch in diesem sonnigen Monat geboren.

Anna hat auch noch Spaß an einigen Sachen, wie da sind: Ein kleiner Gecko  am Stand von Sunny als ihr persönlicher Gruß an diese Geschichte, denn sie hat sich extra freigenommen und ist aus ihrem fernen Bayernland angereist.

In lila gibt es immer noch so unendlich vieles zu entdecken, z.B. eine Tasche mit lila Henkeln – doch die überschreitet um vieles das Taschengeldbudget – und tollen Haarschmuck – da lässt sich doch vielleicht was basteln.

Doch langsam wird es Zeit, Abschied zu nehmen, denn sonst haben sie gar nichts mehr von dem Fest in Griechenland.

Gemeinsam überlegen sie, welche Teile des Hubschraubers sie gut schmieren müssen. Sie entscheiden sich für die Rotorenblätter und für das Halteseil.

Als sie das erledigt haben, springt Anna auf Claras Rücken und huiiiiiiiiiiiiii, geht es hoch in die Lüfte, quer über Berlin und auf einem Platz in Lichterfelde senkt sich der Hubschrauber mit seiner schweren Last ganz langsam zu Boden.

Aber das ist jetzt ein anderes Fest, bei dem sind wir aus Bloggerland nicht mehr dabei – nur Anna und Clara, denn wir können eine gültige Eintrittskarte vorweisen: ein selbstgemaltes Mandala.

Ein Bild zeige ich euch noch. In Griechenland konnte ich den etwas unbequemen Hubschrauber gegen ein weitaus bequemeres, aber vor allem standesgemäßeres Fahrzeug umtauschen.

Meine vier starken Löwen wollten gleich auf dem Rückweg einen Besuch in München bei der Freidenkerin abstatten, denn dort sind sie schließlich entlaufen. Doch wenn ihr dieses superbequeme Fahrzeug sehen wollt, dann müsst ihr auf die „Löwen“ klicken.