Claras Allerleiweltsgedanken


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Mein ungefährer Tagesablauf

Das hat mir eine Freundin aus dem Netz geschickt – die muss mich sehr genau kennen oder gar beobachten!

Vor Kurzem wurde bei mir A.A.A.D.D. diagnostiziert – Age Activated Attention Deficit Disorder:
ALTERSBEDINGTES AUFMERKSAMKEITS-DEFIZIT

Und so zeigt es sich:
Ich beschließe, meinen Rasen zu sprengen.

Während ich den Gartenschlauch in der Einfahrt aufdrehe, schaue ich zu meinem Auto hinüber und stelle fest, dass es mal gewaschen werden sollte.

Als ich zur Garage laufe, bemerke ich, dass Post auf dem Terrassentisch liegt, die ich zuvor aus dem Postkasten geholt hatte.

Ich beschließe also, zuerst die Post durchzusehen, bevor ich das Auto wasche.

Ich lege die Autoschlüssel auf den Tisch, schmeiße die Reklame in den Mülleimer unter dem Tisch und bemerke, dass der Mülleimer voll ist.

Also lege ich die Reklame wieder auf den Tisch und beschließe, erst einmal den Papiermüll wegzufahren.

Doch dann denke ich mir, wenn ich den Papiermüll wegfahre, kann ich auch gleich bei der Bank Geld abheben.

Ich schnappe meinen Geldbeutel und bemerke, dass meine Girokonto-Karte fehlt. Mir fällt ein, dass die Karte auf dem Schreibtisch im Büro liegt, also gehe ich zum Schreibtisch im Haus und sehe dort eine Tasse Kaffee herumstehen, die ich ja noch trinken wollte.

Ich schaue gleich nach meiner Bankkarte, aber erst muss ich noch den Kaffee wegstellen, damit ich ihn nicht aus Versehen umkippe.

Der Kaffee wird kalt und ich beschließe, ihn in der Küche im Topf etwas aufzuwärmen.

Während ich mit dem Kaffee in die Küche laufe, fällt mir die Blumenvase auf dem Esstisch ins Auge – die Blumen brauchen Wasser.

Ich stelle den Kaffee auf den Esstisch und entdecke meine Brille, nach der ich den ganzen Morgen gesucht habe. Ich beschließe, die Brille lieber auf den Schreibtisch ins Büro zu legen, aber erst brauchen die Blumen frisches Wasser.

Ich lege dir Brille wieder auf den Esstisch, laufe mit der Vase zum Spülbecken und erblicke plötzlich die TV-Fernbedienung.
Jemand hat sie auf dem Esstisch liegen lassen.

Mir wird klar, dass ich, wenn ich später fernsehen möchte, nach der Fernbedienung suchen werde, aber mich nicht daran erinnern werde, dass sie auf dem Esstisch liegt, also entscheide ich, sie wieder ins Wohnzimmer zu bringen, wo sie hingehört, doch zunächst werde ich den Blumen frisches Wasser geben.
Ich fülle frisches Wasser in die Vase, aber leider kleckere ich dabei etwas Wasser auf den Boden.
Also lege ich die Fernbedienung wieder auf den Esstisch, hole Handtücher und wische das Wasser auf.

Dann laufe ich wieder in den Flur und versuche mich zu erinnern, was ich eigentlich vorhatte.

Am Ende des Tages:
– ist das Auto nicht gewaschen,
– habe ich kein Geld abgehoben,
– steht eine kalte Tasse Kaffee auf dem Esstisch,
– haben die Blumen immer noch kein frisches Wasser,
– ist meine Bankkarte immer noch nicht in meinem Geldbeutel,
– kann ich die Fernbedienung nicht finden,
– suche ich wieder meine Brille
und
– kann mich nicht erinnern, wo die Autoschlüssel hin sind.

Als ich dann versuche, herauszufinden, warum ich heute nichts erledigt habe, bin ich erstaunt, denn ich weiß, dass ich heute den ganzen Tag lang verdammt beschäftigt war und jetzt völlig erschöpft bin.

Mir wird klar, dass das ein ernstes Problem ist, und ich versuche gleich, mir Hilfe zu holen, aber erst muss ich noch meine E-Mails checken…

Lacht nicht – ihr, das Jungvolk  — auch Euch wird dieses Schicksal eines Tages ereilen!!!


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Ich war mit Suchen beschäftigt …

gesucht habe ich nach diesem und jenem, aber mehr nach dem als nach dem 🙂 – blöder Spruch, ich habe wirklich gesucht, im Laufe der letzten Tage unterschiedliche Sachen, manchmal auch einfach nur den gestrigen Tag, weil der besser war als der heutige. – Erst habe ich die Sommersachen im Schrank gesucht. Da sie ganz hinten waren, kam alles durcheinander und passte zu ChaosClara. Doch diesmal gefiel mir das Chaos nicht – doch als diese hier zu „besichtigende“ Ordnung im Schrank wie kurz nach dem Schöpfungsakt herrschte, dachte ich auch: „Das ist nicht mein Schrank!“ – Und richtig, nach 3 Tagen sah er schon wieder menschlicher aus.

2304 Ordnung Kleiderschrank 71

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Behindert oder doch nur beeinträchtigt?

Wenn du morgens aufwachst und dir tut nichts weh, dann bist du tot!“

Diesen dummen Satz kennt ja wohl jeder. Tot bin ich nicht, über Schmerzen kann ich im allgemeinen auch nicht klagen – nur einen neuen Kopf möchte ich haben. Die Medizin hat Transplantationen wohl schon stückweise versucht – aber mir ist nichts bekannt, dass schon ganze Köpfe von dem einen Körper auf den anderen  gepflanzt wurden. Und wie ich mich und meine Mäkligkeit kenne – könnte ich mich im Ernstfall nicht entscheiden: Der eine wäre mir zu alt, der andere zu hässlich, der dritte zu männlich. Also muss ich wohl mit dem meinigen trotz aller Unvollkommenheiten leben.
Warum habe ich alle Einschränkungen nur am Kopf? Will mir da jemand etwas zu verstehen geben? Ich kann das Rätsel nicht lösen. – Wenn ich mich mit gleichaltrigen Frauen vergleiche, sehe ich ganz schön alt aus, auch wenn es nicht gleich auf den ersten Blick auffällt. Figur und Geist sind ok, doch was machen wir mit dem Rest?
Nase: Eine total verpfuschte Operation, die sogar zu einer Klage führte mit mittelprächtigem Erfolg. Der Arzt (bzw. seine Versicherung) musste nicht für die misslungene Operation zahlen, sondern nur für die fehlende Aufklärung über die Risiken. – Die zweite Op war eine korrigierende, die dritte eine nochmalige Totaloperation. Das jetzt niemand auf falsche Gedanken kommt – es ging nicht um Schönheit, sondern lediglich um Luft. Ich wollte einfach und allein den Mund zulassen können beim Luftholen, und das nicht nur im Ruhezustand, sondern auch in Bewegung. – So richtig hat es aber auch die große HNO-Koryphäe nicht hinbekommen. Wahrscheinlich waren ihm die 3.000,00 € zu wenig, die ich gezahlt habe. Er wollte 4.000,00 haben.
Augen:  Eine überflüssige (durch Fehldiagnose zustande gekommene) Kataraktoperation. Dann die notwendige Op, da auf der Netzhaut eine Membran lag. Es bestand die Gefahr der Verwachsung. Eine zu späte Entfernung hätte Blindheit auf einem Auge bedeutet. – Aber nicht das stört, sondern die ständig und immer brennenden Augen. Das Gefühl, im einen Auge drei Wimpern und im anderen zwei Sandkörner zu haben. Tropfen, Gel, Kompressen – es gibt kaum etwas, was ich nicht schon probiert hätte und es gibt kaum etwas, was dauerhaft hilft. – Wenn ich so überlege, dass eine Brille so um die 800,00 € kostet, habe ich in meinen Kopf schon mehr als einen Cadillac investiert.

„Blind sein trennt von den Dingen, doch taub sein trennt von den Menschen!“

Ohren: An diesen Spruch muss ich immer wieder denken, wenn ich mir den Zustand meines Innenohrs vorstelle. Ca. zwölf Hörstürze über 30 Jahre verteilt und zwei Mittelohrvereiterungen mit anschließendem hammerharten Tinnitus  im Jahre 2004 haben dazu geführt, dass ich rechts sehr wenig und links ein wenig mehr höre. Hörgeräte sind wohl am besten für die Hörgeräteakustiker und die Herstellerfirmen, denn sie verdienen daran. Sie verbessern das Hören in Situationen, in denen ich auch noch ohne etwas verstehen würde. Bei Musik, Lärm, Strassengeräuschen und ähnlichen akustischen Widrigkeiten sind sie eher störend, da sie auch diese ungewollten Geräusche verstärken. Ich bin öfters so genervt und gestresst, dass ich Feiern, Veranstaltungen u.ä. vorzeitig verlasse, weil ich denke, mir explodiert der Schädel.- Wenn ich überlege, dass ich dafür mehr als 5.000,00 € bezahlt habe, bin ich noch mehr gestresst.
Gehirn: Meine Vergesslichkeit grenzt schon manchmal an Demenz oder Alzheimer, aber es ist keines von beiden. Vielleicht will mich mein Gedächtnis auch nur schützen vor unangenehmen Erinnerungen. – Und die bipolare Erkrankung hat ihren Sitz im Gehirn, es fehlen chemische Botenstoffe, die bei mir mit einem Lithiumpräparat ausgeglichen werden.
Zähne: Wenigstens das ist doch ein „erfreulicher“ Absatz, denn Zahnschmerzen kann ich nicht mehr bekommen, nur noch Implantatschmerzen. Im Unterkiefer hat mich der Spaß, wieder feste Nahrung zu mir nehmen  und den Pürierstab aus der Liste meiner engsten Freunde aussortieren zu können, mehr als  6.000,00 € gekostet – alles Geld, was ich eigentlich für meine Altersvorsorge gedacht habe. Bei der zu erwartenden Mindestrente wird am Ende des Geldes immer noch viel zu viel Monat übrig sein. – Mit dem Millionär als Ehemann wird es nicht mehr klappen, also muss ich entweder auf Günter Jauch ausweichen oder eben nicht so lange leben.

Ja, was ist , bin ich jetzt behindert oder doch nur beeinträchtigt?“