Claras Allerleiweltsgedanken


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Die Höflichkeit lebt, ja wirklich!!!

Da man ja unserer Jugend meist nicht das Allerbeste nachsagt, muss ich jetzt mal eine Lanze für sie brechen (heißt das Sprichwort so?)

Liegt es daran, dass ich mein Alter nicht mehr so richtig wegleugnen kann, liegt es daran, dass meine Beinschmerzen meist einen mittelprächtig leidenden Gesichtsausdruck hinterlassen? Ich habe doch schon mindestens 1/8 Murmeltier oder Murmeltierfett oder sonstwas vom Murmeltier auf das Bein geschmiert – bisher hat sich das Murmeltier noch nicht gnädig gezeigt.

Jedenfalls habe ich in der letzten Zeit oft einen Platz angeboten bekommen. Auch die Tür wurde mir lange aufgehalten, auch wenn ich noch ein paar Meter weg war. Ich freue mich dann immer sehr und sage das auch deutlich, denn ich hoffe, dass das dann anspornt, auch zu anderen so zu sein.

Mir wird ja nachgesagt, doch recht emanzipiert oder selbständig zu sein. Ich habe selten gewartet, bis mir jemand in die Jacke oder in den Mantel hilft – da habe ich es schon selbst erledigt. Aber manchmal finde ich Höflichkeit einfach angenehm – ich muss sagen, dass ich mich auch immer bemühe, niemand die Tür vor den Latz zu knallen.

Will jemand diese Tür einem anderen aufhalten, hat er Hilfe. Denn oben auf dem Stein steht: „Gott hilft, Gott hat geholfen, Gott wird helfen“ – sicher lege ich das mit dem Tür aufhalten einfach zu eng aus. Oder galt das mit der Hilfe nur für das 18. Jahrhundert?

 

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Ist das der Anfang vom Ende bei mir? …

… oder hat das Ende schon längst angefangen?

Ich hasse stockdunkle Zimmer, und seit ein paar Tagen weiß ich auch warum.

Ich bin zu Besuch – nicht zum ersten Mal dort und auch über Nacht nicht zum ersten Mal. Mein schlechter Orientierungssinn – ich müsste eigentlich von einem „fehlenden Orientierungssinn“ sprechen, müsste ja inzwischen hinlänglich bekannt sein. Deswegen hätte ich mir vor dem Einschlafen den Weg von meinem Bett zur Toilette stundenlang einprägen müssen.

Als wir zu später Stunde zu Bett gingen, versäumte ich es, die Gastgeber  darum zu bitten, meine Jalousie mindestens bis zur Hälfte hochzuziehen, um etwas Licht ins Zimmer lassen. Ich fand den Mechanismus nicht, um die Jalousie selbst hochzuziehen. – Mein Schlafplatz war mit keiner Lampe verbunden und meine Taschenlampe legte ich leider auch nicht neben das Kopfkissen.

Also ging ich schlafen – kennt ihr den Ausdruck „Es ist finster wie im Bärena….!“ und genau so war es. Im ungewohnten Bett dauerte das Einschlummern etwas länger – aber irgendwann muss ich so tief geschlafen haben, das ich gar nicht wieder wach werden wollte. Doch das getrunkene Radler wollte raus. Ich wurde wach und damit ging die Misere los. Ich reflektierte nicht, dass ich in einer fremden Umgebung bin, sondern „orientierte“ mich anhand meines Schlafzimmers zu Haus. Doch immer wieder stieß ich an einen Tisch, an einen Sessel, bekam Blumenvasen zu fassen – alles Sachen, die bei mir zu Haus nicht im Weg rumstehen.

Das einzig Schlimme an diesem Irrgang war die Tatsache, dass der Blasendruck immer schlimmer wurde. Ich setzte die Suche nach der rettenden Tür mit überkreuzten Beinen fort.

In der medizinischen Fachwelt heißt diese Desorientiertheit „Durchgangssyndrom“ und tritt meist bei älteren/alten Patienten auf, die für eine Operation narkotisiert wurden. Eine „Schlafnarkose“ würde erklären, warum ich nicht wusste, wo ich war.

Nun machen wir der Story ein Ende – ich fand die Tür, ich fand den Lichtschalter und ich fand in allerletzter Sekunde auch die Toilette. – Den Rest der Nacht verbrachte ich mit eingeschalteter Stehlampe.

**************

Aber alles andere war ganz wunderbar, nicht nur das exquisite Kuchenbüfett und das leckere Abendbrot. Nein, die Kontakte waren das Schöne – mehr zur zweiten und dritten Generation. Die erste Generation sehe ich ja ab und zu, aber die Kinder der Gold-Eltern äußerst selten. Und dieses Mal waren sie alle da. Neu waren in manchen Fällen die Ehepartner – es entstanden spontane, herzliche Sympathien. Es war ein rundum gelungenes Fest.


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Fünfzig Jahr, graues Haar, so steht sie vor dir …

Das Lied von Udo Jürgens „17 Jahr‘, blondes Haar …“ stimmte damals ein wenig, nämlich das Alter – die Haarfarbe von der heutigen Goldbraut war damals dunkel.

Ich kannte sie eher, länger als ihr Godbräutigam – aber der kennt sie zweifellos besser. Doch ich freue mich, dass wir uns immer noch kennen, ein wenig noch befreundet sind und ich zu ihrer goldenen Hochzeit eingeladen wurde. Bei der ersten im Jahr 1967 war ich oder besser, waren wir, auch dabei.

Reichtümer muss ich diesem glücklichen Goldpaar nicht schenken, aber diese neckische Kleinigkeit wird ihnen hoffentlich gefallen. Es hat eben auch einen Vorteil, wenn Freunde den Blog nicht lesen.

Es passten zwar keine 50 Stück von den 50-Cent-Münzen in die Herzen, doch auch so wird die Absicht sicher klar.

 


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Lang, lang ist’s her – 2

So, jetzt sind wir also schon den dritten Tag auf Fototour in Görlitz, denn den Beitrag aus dem Fotoblog habe ich natürlich dazugezählt. – So eine altehrwürdige Stadt wie Görlitz darf an einigen Stellen auch ein wenig marode sein – das gehört einfach dazu.

2706 Alte Ziegelmauer 65

Doch jetzt zu Sachen, die wirklich ansehenswert sind, z.B. die vielen Brunnen. Morgen kommen im Fotoblog auch noch Fotos davon. – Dieser Engel hockt in der Steinstraße, dicht am Demianiplatz – und machte auf mich einen – vorsichtig gesagt – eigenartigen Eindruck, wie er sich so das Wasser durch die Finger rinnen lässt.

 

2706 Brunnen Görlitz Engel 76

Ich hatte das Gefühl, er ist so dünn, dass man ihm durch die Rippen pusten konnte.

2706 Brunnen Görlitz Engel 78

Das „Gegenstück“ dazu scheint mir diese Figur zu sein, die mit voller Kraft aus ihren Nüstern das Wasser speit.

2706 Brunnen Görlitz 15

Nun wieder zur Architektur, für die Görlitz so berühmt ist. – Ein heftiges Streitobjekt der Vergangenheit war das Jugendstil-Kaufhaus am Demianiplatz. Es wurde zuletzt von K*a*r*stadt geführt, doch dann geschlossen. Die Görlitzer haben wohl seine Wiedereröffnung erkämpft.

2706 Görlitz Kaufhaus 71

Von außen an der Fassade lang fotografiert:

2706 Görlitz Kaufhaus 69

In der Altstadt wäre fast jedes Haus ein Foto wert, doch das wäre langweilig. Hier nur eines. Details daraus hatte ich schon gezeigt. – Es ist eine Schule. Ich weiß nicht, ob Görlitzer Schüler sorgsamer mit der Vergangenheit umgehen als Berliner – hier wäre es sicher schon besprayt und schlimmer.

2706 Architektur Görlitz 88

Ich sehe gerade, das ist heute der Post der Hochkantfotos, aber was kann ich dafür, wenn der Engel so lang und dünn und groß ist?

Wolltet ihr schon immer wissen, wo die EU ihre Butterberge lagert???

2706 Butterberg

In einem hübschen Restaurant an der Neiße, das sich „Obermühle“ nennt. Aber sie geben davon reichlich an ihre Gäste ab. Und damit das alles ganz gerecht zugeht, wacht dieses Tier mit Weisheit und Verstand über die Verteilung.

2706 Garten Eule 59

 Zum Schluss noch die gleichen Fotos als Galerie, wenn sie sich jemand lieber so ansehen möchte.


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Lang, lang ist’s her … 1

Damit meine ich nicht den chinesischen flinke-Finger-Pianisten (auch wenn einer in der Familie beste Ansätze zeigt, ähnliche Erfolge zu erringen – und sie unterscheiden sich gerade man um 20 Jahre), sondern meine Zeit in Görlitz.

1964 habe ich dieser Stadt schnöde den Rücken zugedreht, um in die weite Welt zu ziehen. Diese hieß erst Dresden, dann  Berlin, und das war wirklich „weite Welt“. Jede Stadt erschien mir besser als dieses baufällige Nest am Arsch der Welt Rande Deutschlands. – Inzwischen ist durch die Grenzöffnung zu Polen der Rand Deutschlands nicht mehr ganz so schlimm, obwohl kaum jemand aus Deutschland polnisch spricht.

Doch die Baufälligkeit hat sich deutlich gebessert – Görlitz hat sich zu einer der schönsten Altstädte gemausert – und das sage ich nicht nur aus Lokalpatriotismus. Vor kurzem war ich zweimal dort – vom „50 Jahre Abitur-Treffen“ berichtete ich ja am 15., 17. und 19. Mai d.J. ausführlich .

Der zweite Anlass war der 70. Geburtstag meiner Freundin – der blieb bisher noch unkommentiert. Da Görlitz so eine Fülle an Motiven bietet, gibt es in diesem Blog heute und übermorgen Fotos und im Fotoblog am 26. und 28. Mai – ohne Extraverlinkung.

CLARA lädt zur Stadtbesichtigung ein

2506 Figur Görlitz 82

und sie kann nicht verleugnen, dass sie aus einer Lehrerfamilie stammt.2506 Cafe Görlitz 802506 Gästewohnung Lehrer 01Die Altstadt war zu meinen Schülerzeiten eine der gemiedensten Wohngegenden – überall wo anders war es besser, weil neuer, moderner, schöner. Heute würde ich das bei dieser herrlichen Architektur nicht mehr schreiben.

2506 Architektur Görlitz 90

Was mich an nach außen öffnenden Fenstern so fasziniert, kann ich gar nicht sagen – aber ich finde sie schön, obwohl sie wohl durch Wind und Wetter schneller bruchgefährdet sind.

2506 Architektur Görlitz Fenster 942506 Architektur Görlitz Fenster 95

Und wenn dann noch solche liebevoll gestalteten Türen den positiven Gesamteindruck vervollkommnen – bekommt Görlitz wieder einen Pluspunkt von mir.

2506 Architektur Görlitz Tür 03

Die Eigentümer dieses Hauses können sagen: „Klein, aber mein.

2506 klein aber mein

Da bleibt mir nur zu sagen: Vergiss mein nicht!

2506 Zunftzeichen Blumen defekt 86

 

 


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Ein Klassentreffen wirft seine Schatten hinterher

Die Fotos im Fotoblog sind nach meiner Auffassung sehenswert.

Und was ist jetzt noch für hier übrig?

Wir alle hoffen, dass sich die Türen zueinander nicht wieder für 30 Jahre schließen

Wir alle hoffen, dass sich die Türen zueinander nicht wieder für 30 Jahre schließen

Die Innenhöfe sind immer wieder eine Überraschung wert

Die Innenhöfe sind immer wieder eine Überraschung wert

Ich wusste gar nicht, dass Jesus in die Bäcker-Gilde gegangen ist. - Ich finde den Namen unpassend und unangebracht, aber vielleicht bin ich zu empfindlich.

Ich wusste gar nicht, dass Jesus in die Bäcker-Gilde gegangen ist. – Ich finde den Namen unpassend und unangebracht, aber vielleicht bin ich zu empfindlich.

So verhutzelt, verholzt und unbeweglich wollen wir alle NICHT bei unserem nächsten Treffen sein.

So verhutzelt, verholzt und unbeweglich wollen wir alle NICHT bei unserem nächsten Treffen sein.

1905 Stadtbummel 91Ein Denkmal, dass an alle Kriegsopfer erinnern soll – denn die Soldaten waren wohl noch mit am unschuldigsten an den Gräueltaten dieser Zeit.

1905 Stadtbummel 90

Und jetzt sage ich tschüss und winke, winke – zumindest aus Görlitz! Ich zwinkere euch durch das B meines Geburtsnamens mit dem rechten Auge zu. – Görlitz war und ist schön!

1905 133 Christine

 

 


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Kultur und Politik in Görlitz …

… etwas anders dargestellt

Görlitzer Kulturschänderin gesucht – läuft sonnenbebrillt herum!!!

1705 FB Brunnen

Anfang oder Ende der Frevelei??? Die Schänderin wurde ob ihrer auffälligen Jacke sofort identifiziert und von einem aufmerksamen Görlitzer der Presse gemeldet.

 

Auf dem Höhepunkt der Frevelei - von einer Klage wegen unsittlicher Berührung wurde Abstand genommen.

Auf dem Höhepunkt der Frevelei – von einer Klage wegen unsittlicher Berührung oder Beleidigung von Brunnen“heiligen“ wurde Abstand genommen.

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Als diese Brunnenschänderin noch einen einwandfreien (politischen) Leumund hatte, stellte sie sich dem Volk zur Wahl als Bürgermeisterin. Das Ergebnis:

Görlitzer wollten keine „ausländische“ Bürgermeisterin aus Preußen – nur Schlesier sind erwünscht! 🙂 Dabei hat sie doch oberschlesische Wurzeln. Aber Görlitz ist Niederschlesien – und das mit Überzeugung!!!

1705 Bürgermeister 25

Die „Monarchin“ vor Ort 🙂 *grins* *haha*

Sie versicherte sich des Beistandes von Justizia

Als Bestechungsgeld für die Wählergemeinde wurden wohlschmeckende, schmelzende Kugeln unter das Volk verteilt.

1705 Eis

1705 Bürgermeister 27

Nachdem die Nichtgewählte den Wahlort verlassen hat, wird beobachtet, dass sie sich mit fragwürdigen Männergestalten in der Stadt herumtreibt.

1705 Bürgermeister 23

Macht sie Wahlwerbung für die nächste BürgermeisterInnenwahl? – Tröstet sie sich? – Lauter unbeantwortete Fragen.

Im Fotoblog gibt es zwei Fotos der neuen „Schulkleinodien

 

 


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Vor 50 Jahren haben wir gebangt …

… und zwar genau hier in dieser Aula … ob der Abiaufsatz auch gut bewertet wird, ob alle Matheaufgaben lösbar sind und in welchem Fach wir in die mündliche Prüfung müssen.

1705 Schule Aula Deutschaufsatz

In einer Schulbroschüre fand ich die Aufsatzthemen von 1964:

  1. Hohe Anforderungen an sich selbst stellen ist die Voraussetzung für schöpferisches Tun (aus dem Jugendkommunique)
  2. Brecht: „Das Leben des Galilei“ – Papstszene erläutern
  3. Gedanken zu dem Bild von Jürgen Wittdorf „Urteil des Paris“
  4. Der Dichter muss ein Kenner, ein Bekenner und ein Könner sein.

Ich habe diesen unseeligen Aufsatz so verdrängt, dass ich noch nicht erst mal weiß, welches Thema ich gewählt habe. Ich weiß nur noch, dass ich „nur“ eine zwei bekam, damit in die mündliche Prüfung musste und dort bei „Mario und der Zauberer“ offenbar auch die falschen politischen Schlussfolgerungen gezogen habe … denn die Eins in Deutsch aus den letzten 12 Jahren war dahin. Das einzige Fach, wo ich wirklich etwas konnte, wurde auch hier von der „Einstellung zur Sache“ beeinträchtigt – aber ich habe es überlebt.

Hier im Fotoblog sind einige große Fotos zu sehen.

 


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26 BSuM ist heute nach Görlitz gereist

Für unkundige Leser: BSuM heißt „Brunnen, Skulpturen und Meer“ – ein Projekt, das bei Lucie angesiedelt ist.

Dieser Soldat ist eine Nachbildung von dem legendären Vorbild, das noch über die Grenze und den Stacheldraht gesprungen ist, als fast schon alles zu spät war. – Ich benutze ihn hier als Symbol dafür, dass wir in einen neuen Monat gesprungen sind – in den Frühlingsmonat – und gleich in eine andere Stadt springen werden, nämlich in meine Heimatstadt Görlitz.

Wie immer gibt es die schöneren Fotos oder einfach nur die größeren im Fotoblog, aber das kennt ihr ja schon.

0503 Grenzsoldat 2

So, und jetzt springen wir nach Görlitz zu einem sehr schönen Brunnen. Da ja Görlitz fast schon ein Touristenmagnet geworden ist, hier der Standort: Wenn man aus dem Bahnhof Richtung Stadtzentrum rausgeht, einfach die Berliner Straße so lange stadteinwärts laufen, bis auf der linken Seite der Brunnen auftaucht.