Claras Allerleiweltsgedanken


30 Kommentare

Keine nachträglichen Scherze zum 11.11. 11 Uhr 11

An was denkt eine „besorgte Bürgerin“ 🙂 😉 wie ich, wenn sie auf dem Handy die ersten beiden Eindrücke bekommt in einer Mail von „Keinem Absender“:
Cyberattacke, Virenalarm, wer will Clara hier etwas andrehen?

Ich weiß ganz genau, dass ich mir nicht selbst eine Überraschung hinterlegt habe und lösche alles ganz schnell. – Dann gibt es auf dem Daggiblog die Mitteilung, dass DauerleserInnen eine Mail bekommen haben. Natürlich moniere ich, dass ich keine bekommen habe und auch im Spam nichts ist.

Als dann der Schriftführer alles aufklärte und sie noch einmal schickte, habe ich sie dann tatsächlich geöffnet und war vollkommen beruhigt und erfreut, dass ich mich wieder (intern blamieren darf bei Kniffelfragen) öffentlich amüsieren darf. – DANKE! Jetzt kann ich schon die einzelnen Türchen suchen – da dauert es kurz nach Mitternacht nicht mehr so lange.

**************

Und jetzt zu meiner Heizung, die allerdings schon einige Tage früher instandgesetzt wurde.

In der DDR konnte man sich als Installateur eine goldene Nase verdienen, weil manche Leute, die schneller oder besser bedient werden wollten, mit blauen DM-Scheinen bezahlten. Da konnte schon ein kleines Westgeldvermögen zusammen kommen.

Der Chef von der Firma, bei denen wir die beiden Reparaturen in Auftrag gegeben haben, stammt auch aus der DDR. Vielleicht hat er sich diese „Reich-werde-Mentalität“ auf eine andere Art und Weise erhalten.

Der Chef selbst kam, um den Auftrag zu konkretisieren. Er schrieb die Maße für den neuen Heizkörper in meinem Zimmer auf und schaute sich den halbherzig heizenden Flachheizkörper in der Küche an. Er bemerkte – wie ich schon einmal hier berichtete – dass die beiden Rohre vertauscht wurden – Zufluss und Abfluss waren falsch montiert.

Mehr als 4 Wochen nach der Besichtigung wurde der Termin festgelegt. Gegen 7.00 Uhr sollte der Klempner auf der Matte stehen. Einen Tag vorher wurde der Termin um eine Stunde nach hinten verschoben. Die Kollegin am Telefon sagte mir, dass der Monteur erst sein Auto in die Werkstatt bringen muss. (Später stellte sich heraus, dass das gelogen war, der Monteur war im Auftrag der Firma früh unterwegs.)

Gegen 8.00 Uhr stand der Monteur mit einem Azubi aus Syrien vor der Tür. Meine sofortige Frage: „Wo ist der neue Heizkörper?“ Worauf er mir entgegnete, dass er den erst aus dem Lager holen müsse. Wenn das nicht eine knappe Stunde gedauert hätte, in der der Azubi wartend auf seinem Handy spielte, wäre ich nicht so erstaunt gewesen.

So schön, so gut schlecht: der Heizkörper war falsch. Die Angaben vom Chef stimmten alle, aber die Kollegin hatte (aus Dummheit oder Unaufmerksamkeit) den falschen bestellt.

Also das gleiche Spiel noch einmal: Telefonat, neuer Heizkörper wurde geordert, der Monteur war wieder eine knappe Stunde unterwegs, der Azubi spielte.

Dann klappte es mit der Heizung und der Einbau war erledigt. Neues Ventil war dran und alles paletti. Mein Pendant, der Löwe, nickt die Arbeit ab. Aber der Löwe kann nicht überall sein.

Der Monteur verlegte seinen Arbeitsplatz in die Küche und setzte wunderschöne Kupfer- und Messing- und überhaupt -teile ein. So sah es aus:

 

Gegen 14.00 Uhr verließ er die Wohnung. Auf dem Arbeitsbogen, den ich unterschreiben sollte, stand als Arbeitszeit 7.00 Uhr bis 15.00 Uhr. Natürlich veränderte ich das selbstherrlich in 8.00 – 14.00 Uhr, wobei aber nur 4 Stunden reine Arbeitszeit war, denn die restliche Zeit brauchte der Monteur zur Beschaffung zweier Heizkörper.

Als dann beide weg waren, wartete ich immer auf den großen „Knalleffekt“ – dass meine Heizung endlich warm wird. Als sie das auch später und am nächsten Tag nicht tat, erboste mich das doch sehr und ich rief in der Firma an.

Er kam – leicht genervt – und ich bemerkte, dass er weder entlüftet hatte noch Wasser in die Heizung hat laufen lassen. Er musste am Ablaufventil noch was ändern, bevor ich mich in wohliger Küchenwärme aufhalten konnte.

**********

Und dann warteten wir auf die Rechnung. Gleich vornweg: ICH hätte sie reklamiert, aber mein Sohn, der Wohnungseigentümer, hat sie bezahlt.

Sie hatten die Arbeitszeit im Gegensatz zu dem Angebot zwar herunter gesetzt, aber nicht ausreichend, denn die Zeit zur Beschaffung EINES Heizkörpers war in der Gesamtzeit von 5 Stunden eingerechnet.

Der Helfer war ein junger Mann aus Syrien, der maximal eine halbe Stunde im Einsatz war – für ihn waren nur 3,5 Stunden angesetzt. Früher hieß es immer: „Aufbauhilfe Ost“ – jetzt sage ich: „Hilfe für Migranten“ – das war der einzige Posten auf der Rechnung, den ich willig abgenickt habe.

 

 

 


24 Kommentare

Handwerk hat goldenen Boden …

… und manchmal auch goldene Preise!

Damit ich beim Ein- und Umräumen in Übung bleibe, habe ich beschlossen, meine Küchenspüle zu wechseln bzw. wechseln zu lassen. Sie gefällt mir weder von der angegriffenen Oberfläche noch von der dunkelbraunen Farbe her. Im Moment ist mir in diesem unserem Land zu viel braun.

Durch „Zufall“ kam ein Installateur ins Haus. Obwohl es vorher nicht abgesprochen war, griff ich die Gelegenheit beim Schopfe und trug mein Anliegen vor. Über Farbe und Material hatte ich mich schon schlau gemacht. Es sollte eine helle Granitspüle sein, damit ich später, wenn ich tatterig geworden bin, auch Töpfe oder Deckel hineinfallen lassen kann, ohne dass größerer Schaden entsteht und heiße Töpfe will ich auch schadlos abstellen können. Im Baumarkt hatte ich geeignete Objekte entdeckt, die in der Preislage von 165,00 bis 195,00 € lagen, also nicht unbedingt aus der Portokasse zu bezahlen sind.

Der Handwerksmeister stellte sich beim Aufmaß des Ausschnitts in der Arbeitsplatte nicht geschickter als ich an. Dann zog er ab und recherchierte bei seinem Großhändler B*är und O*llenroth nach einer Granitspüle aus dem Sortiment von B*lanco.

Als er mit dem Preis herausrückte, konnte ich nur sagen: „Ich wollte keine Spüle mit einem goldenen Boden!“

Er wollte sage und schreibe 469,00 € PLUS Mehrwertsteuer, also rund 560,00 € allein für die Spüle – und dazu dann noch 226,00 € Arbeitslohn als Festpreis = gesamt 784,00 €. Da konnte ich nur schlicht und ergreifend nein sagen. – Irritiert hatte mich sofort, dass er mir eine Kopie aus dem Katalog von B&O  vorlegte, auf der die Preise aber nicht gedruckt, sondern handschriftlich eingesetzt waren. – Inzwischen habe ich mit einem Trick den Kaufpreis ermittelt, den er bei dem Großhändler bezahlt hat. Somit hat er versucht, bei mir über 300,00 € Gewinn zu machen. Das wäre fast ein Grund, ihn bei der Handwerkskammer anzuzeigen.

Ich recherchierte im Netz und fand genau diese Spüle für 258,00 € und für 265,00 €. Als ich ihm anbot, dass ich die Spüle kaufe und er sie nur einbaut, hat er gemeint, dann solle ich sie mir auch von einem anderen einbauen lassen. – Nur gut, denn sein Arbeitslohn war eben so überzogen wie der Spülenpreis. – Wenn alles fertig ist, trinke ich den Champagner lieber als dass ich ihn als Spülenfarbe habe.

 

2302 Spüle

 

Wenn ihr es nicht weitersagt, verrate ich euch, dass ich mir im Baumarkt eine Granitspüle für 165,00 € geholt habe, das fand ich teuer genug. Außerdem ist sie viel formschöner als diese hier. – Ich fragte bei H*ornbach nach der oben angeführten B*lanco-Spüle und die freundliche Verkäuferin schaute nach – dort kostet sie sogar nur 248,00 €, preiswerter als das billigste Onlineangebot. – Ich habe nichts dagegen, dass ein Handwerker verdienen will – doch das soll er bitte mit seiner Arbeitsleistung und mit fairen Materialpreisen machen.

Ich fragte wegen des Arbeitslohns bei einem anderen Installateurbetrieb – die wollten sich auf den Endpreis als Arbeitslohn nicht festlegen, meinten jedoch, eine Arbeitsstunde kostet 42,00 € (Endpreis, nicht zuzüglich Märchensteuer) + 19,00 € Anfahrtskosten. Das würde bedeuten, „mein“ Installateur plante ca. 5 Stunden Arbeitszeit, um eine Spüle zu wechseln – mehr oder weniger 1:1, da der Ausschnitt schon da ist und lediglich ein paar Schrauben gelöst und neue befestigt werden müssen und nur der neue Ablauftrabs angebracht werden muss. Die Mischbatterie muss nicht angefasst werden – die ist oberhalb der Spüle an der Wand. Durch das Wort „Festpreis“ könnte er das Geld auch einfordern, wenn er nach einer halben Stunde fertig ist.

Die neue Spüle ist da und ich zeige euch zwei Collagen von der alten und der neuen.

2902 Alte Spüle

2902 Neue Spüle

HALTEN VIELE HANDWERKER ÄLTERE DAMEN FÜR STEINREICH ODER EINFACH NUR FÜR STRUNZDUMM???