Claras Allerleiweltsgedanken


Nie! Mehr! Wieder!

„Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch“

Bertolt Brecht in „Arturo Ui“

Stärker denn je, schlimmer denn je – wehret den Anfängen ist schon zu spät –
doch geben wir Hetze gegen Menschen – gleich welcher Art – keinen Raum!

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Wie hättet ihr reagiert?

Das ist eine vollkommen ernst gemeinte Frage, deren Beantwortung mich interessiert.

Ich bin irgendwo zum Kaffee trinken. Es wird über eine „Veranstaltung“ gesprochen, in der als Gruppe der Reichstag, das Außenministerium und andere wichtige Einrichtungen der Politik in Berlin besucht wurden. Einer der Anwesenden zeigt sein deutliches Desinteresse, was ich aber noch nicht als bedenklich einstufte.

Dann wurde davon erzählt, dass in der gleichen „Veranstaltungsreihe“ im Jahr zuvor das Konzentrationslager Auschwitz besucht wurde. Ich meinte, dass da starke Nerven notwendig seien und mich ein Besuch dort sehr mitgenommen hat.

Ich fragte, ob sie mitgefahren sind. Ich bekam von ihm zur Antwort:

Wat soll ick’n dort, da brennt doch keener mehr.

Und jetzt meine Frage: „Wie hättet ihr reagiert? Nicht langfristig, nicht für die Zukunft – Nein, genau in dieser Sekunde oder Minute.


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Stein und meine Assoziationen – RB

Hier mit diesem Post ist mal wieder das passiert, was mich an der Likerei so stört. – Versehentlich hatte ich den Artikel sofort erscheinen lassen und nicht auf den 16. Feb. vordatiert. Nach KÜRZESTER Zeit bemerkte ich den Irrtum – die Zeit war kürzer, als dass man sich diesen Artikel richtig durchlesen könnte – und nahm ihn vom Bildschirm. Doch ich hatte schon 3 Likes. Gibt es Blogger, die automatisch liken, ohne den Artikel gelesen zu haben? Welche Feedreader sind so schnell, dass sie soeben erschienene Post zeigen? Bei WP und Newsfox erschien er jedenfalls nicht – aber bei Fb, wo ich ihn auch löschte. Doch von dort kamen die drei Likes nicht.

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Sind wir denn heute einen Schritt weiter im Gegensatz zum März 2012??? Nein, sage ich mal kühn und keck und denke dabei an die unsäglichen Montags-, Dienstags-, P- oder L-egida-Demos und anderes unerfreuliches Zeugs – höchstens haben wir Schritte rückwärts gemacht. Wenn ich „wir“ schreibe, dann trifft es fast immer die Falschen, denn gerade in der Bloggersociety gibt es viele aufrechte und auch kämpferische Menschen, die für Freiheit und Demokratie was tun, nicht nur für das eigene deutsche Volk, sondern auch für diese Menschen, die sich freiwillig oder aus Notgründen auf deutschem Gebiet aufhalten.

ES MÖGE NÜTZEN – nichts anderes kann ich erbitten, damit es nicht 50 Jahre später wieder solche Stolpersteine geben muss, wie ich sie hier gezeigt habe.

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Link: “Stein” und meine Assoziationen dazu (1)

7. März 2012 31 Kommentare

Steine im Weg – Über Stock und Stein  – Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein – Stein des Anstoßes – (dazu fand ich diese Collage passend)

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Stolpersteine – hier welche der schmerzlichen Art.  Vor einigen Häusern, aus denen in der Nazizeit Juden deportiert wurden, gibt es zur Erinnerung diese Steine aus Messing, die mit Namen und – so bekannt – Todestag gekennzeichnet sind.

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(und den Rest meiner versteinerten Gedanken könnt ihr im Originalpost nachlesen)


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Nachdenkliches aus der Nacht …

des Faschismus – „Zerstörte Vielfalt“

Mehr zufällig als beabsichtigt kam ich zu der oben genannten Straßenausstellung , die vor dem Lustgarten aufgebaut war. Auf vielen, vielen Litfaßsäulen wurde den Betrachtern deutlich gemacht, welches kulturelle und geistige Potential durch die systematische Vernichtung der Juden einfach ausgelöscht wurde. Die Namen mit den dazugehörigen Gesichtern sprachen sehr ausdrucksstark zu den Betrachtern, die lesen und verstehen wollten und konnten … und nicht achtlos daran vorüber gingen.

1305 Nazizeit Ausstellung Collage 2

Könnt ihr euch noch an den Post über das neue Wertheim-Kaufhaus auf der Leipziger Straße erinnern? Spätestens gestern beim Kran-Ballett sind vielleicht Erinnerungen hochgekommen. Und hier ist der Gründer dieses Kaufhauses:

2504 Ausstellung 37

Wir sehen sie hier, die Wissenschaftler, Schriftsteller, Künstler, Dichter und Denker. Die Millionen „namenlosen“ Juden bekamen hier kein Foto auf einer Säule, aber ich glaube, jeder mit Herz und Verstand hatte auch diese im Kopf beim Lesen der Begleittexte. – Zum Glück zeigen viele Sterbedaten, dass diese Person das Grauen der Vernichtung überlebt hat. Durch Intuition oder Beziehung konnten einige Deutschland noch zeitig genug verlassen.

1305 Nazizeit Ausstellung Collage

Im Fotoblog gibt es die Fotos einzeln.

Diesen Post schreibe ich u.a. für diese und jene, bei denen in Bezug auf mich der Ausdruck „Gestörte Vielfalt“ zutrifft. Weil ich mal hier und da  Stellung bezogen, Fraktur geredet und Ehrlichkeit eingefordert habe, wurde ich aus Lese- und Kommentarlisten gestrichen.  Ich merke immer wieder: Gunst kann in Bloggershausen sehr schnell vergeben, aber auch sehr schnell wieder entzogen werden.   – Wenn ich mich unschuldig fühle, kann ich stur sein und „Neuanfänge“ ignorieren.


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Spät … aber nicht zu spät

bigi vom Synchronuniversums-Blog postete heute zum Erinnerungstag der Reichskristallnacht eine schier unglaubliche Meldung. In Greifswald waren alle Stolpersteine, die zur Erinnerung an deportierte und umgekommene Juden erinnerten, in der Nacht vor dem 9. November gestohlen worden.

Nur Hirnlose klauen Stolpersteine.

Nur Geistlose negieren Stolpersteine.

 Nur Gefühllose lachen über Stolpersteine.

Aber der Rest der Bevölkerung, also mindestens 99,9 %, sieht und ehrt sie als das, was sie sind:

Zeitzeugen an die Verbrechen in der Nazizeit.


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Im Dreisprung von Nord nach Süd (15/28) Friedrichsstraße

Hier als erstes die Folge der Bilder des Denkmals, das gleich am Ausgang steht. Mich hat es sehr berührt, obwohl ich diese Zeit und das, was das Denkmal meint – zum Glück nicht miterleben musste.

Dieses letzte Foto, was ja einige für das ergreifendste dieses Denkmals halten, habe ich ausgetauscht gegen eine von Skryptoria bearbeitete Fassung. Sie ist ja Colour-Key Expertin und hat das farblich betont gelassen, worauf es ankommt. – Danke, liebe Tina. Der Link zu dem Artikel ist vielleicht nicht der glücklichste, aber das erscheint mir hier unwichtig.

Nun muss ich gestehen, dass ich jetzt ein wenig schummle. Beide Bildserien hätte ich nicht in der Zeit geschafft, weil ich einmal nach links und einmal nach rechts gehen musste (hätte Frau einen besseren Orientierungssinn, würde sie das mit Süd-Nord oder Ost-West ausdrücken, also sucht euch das richtige aus.

Zuerst gehe ich zu dem interessanteren Objekt – der Weidendamer Brücke. Tonari hatte einmal erwähnt, dass dort junge Paare Schlösser an dem Adler anbringen, um die Festigkeit ihrer geschlossenen Ehe zu dokumentieren.

Beim ersten Mal konnte ich das bestätigen – alles voller Schlösser. Eine Zeit lang später – der größte Teil der Schlösser ist entfernt.

Das erzählte ich meinem Enkel. Nach kürzester Zeit sein Kommentar:

Da haben die ja die Ehe gebrochen!

Wen ich in die andere Richtung gehe, komme ich an die Kreuzung Friedrichstraße / Unter den Linden. Dort ist das große Autohaus von VW. Ich will für die keine Reklame machen, aber was die an Ausstellungen zeigen, ist meist sehenswert bis sehr sehenswert – so gut wie immer kostenlos. Viele Jahre wurde im Untergeschoss auch ein Weihnachtsmarkt aufgebaut, der für Alt und Jung ein tolles Programm bot. Schade, es gibt ihn nicht mehr. Das war einer der wenigen Weihnachtsmärkte, wo man nicht frieren musste.

Und jetzt die letzte Collage von tollen Autos – Bugatti und ??? Nicht, dass ich solch en Auto haben möchte, sie sehen einfach nur toll aus, schon so ein Motorblock ist eine wahre Sahne! Jetzt wird mich kaum eine Frau verstehen können!