Claras Allerleiweltsgedanken


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Deutschland bleibt Papst – RBFB

Juni 2010 im Fotoblog

Link: Deutschland bleibt Papst | Himmelhohes Fotogeflüstere

Dieses Jahr (die Benediktära und der Medienrummel um ihn ist ja vergessen) wäre ja passender gewesen: Deutschland bleibt Weltmeister. Von den gerade gesendeten Jahresrückblicken im Fernsehen beschäftigt sich die gefühlte Hälfte der Sendezeit mit Fußball. Mir erscheint Fußball wie die allseligmachende Wunderdroge für das Volk, damit es nicht nach richtigen Problemen fragt.

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Brandenburgticket führt mich nach Nauen

0809 Nauen Rathaus 59

Umwerfend fand ich den Besuch in diesem kleinen Städtchen nicht – am schönsten fand ich die Backsteinbauten aus roten Steinen, egal, ob sakrale oder weltliche Bauten. Die gelungensten Fotos habe ich morgen im Fotoblog versteckt.

Eindeutig ein sakraler Bau

Eindeutig ein sakraler Bau

Und um das ganze Kirchengelände gibt es eine Mauer aus rotem Backstein, der ein wenig auf Romanik getrimmt ist.

0809 Nauen Mauer 45

Wie schon gesagt, bedeutsam fand ich Nauen nicht. An manchen Stellen war der in der DDR begonnene Verfall nicht aufzuhalten. Da wäre jeder Abriss humaner als dieser Schandfleck.

0809 Nauen Verfall 72

Ein gesprayter Hinweis auf moderne Autos macht es auch nicht erträglicher.

0809 Wandmalerei 52

 

 

 


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Das schlecht gelungene Schweigen

Am Wochenende 1./ 2. Februar war ich im Karmelitenkloster Birkenwerder zu einem sogenannten Besinnungswochenende. Das bedeutete, dass diese beiden Tage vollkommen schweigend verbracht werden sollten. –

1202 Kloster Birkenwerder 31

Der Schnee in Wald und Flur machte auch eine schweigende Natur.

Für meine Person, die seit langem alleine ist und demnach auch meist alleine isst, war diese Form der Wochenendgestaltung sicher nicht die günstigste, aber machbar. Gerade beim Essen empfinde ich ein (kultiviertes) Tischgespräch als angenehm. Nur schweigendes Hindeuten auf die Butter, die frau gerade vom Gegenüber gereicht bekommen möchte, erinnerte mich an ein Gehörlosentreffen.

Störend fand ich, dass wir bei den ziemlich doktrinären Vorträgen in strengster katholischer Meinungsäußerung nicht diskutieren durften. Ich hätte gern einiges hinterfragt. Die angereiste Ersatzreferentin kam aus dem katholischsten aller katholischen Bundesländer und wäre sicher kaum auf die Idee gekommen, dass in Berlin und anderswo die Katholiken nicht mehr das Sagen haben.

Sollte ich so etwas ähnliches noch einmal und sogar länger machen, dann gehe ich zu den Buddhisten, da soll es in oder bei Berlin auch eine Einrichtung geben.

1202 Kloster Birkenwerder 34

Doch nicht das will ich hauptsächlich erzählen.

Mir ist unmittelbar vor der Abreise am Freitag Nachmittag wieder mal ein genialer Kauf-Missgriff gelungen, und zwar bei einem Samsung Galaxy II in gebrauchter Ausführung. Mein Mitgefühl für Einzelhändler und vor allem noch für ausländische Einzelhändler hat mir dieses Mal sehr viel Arbeit und Ärger eingebracht, der inzwischen allerdings vollkommen behoben ist. Der Preis war total überteuert, das Alter des Geräts falsch angegeben, die vielen, vielen Macken nicht vorherzusehen und der Akku total überaltert, so dass ich mindestens 2x am Tag aufladen musste. Alle Nase lang fiel hier was aus, funktionierte dort was nicht, auch eine neue SIM-Karte behob nichts.

Das alles zeichnete sich schon auf der Hinfahrt zu dem Besinnungswochenende ab. Ich hatte dem Händler mein Vorgängermodell in Zahlung gegeben, weil durch das Update von Android 2.3 auf 4.1 nur Schwierigkeiten und eine enorme Trägheit verbunden waren. Das wollte ich Technikfreak nun gar nicht – aber das, was sich hier in kürzester Zeit abzeichnete, wollte ich noch weniger.

Also flugs bei ihm anrufen und einiges sicher stellen lassen, u.a. die Daten auf dem alten Phone. So dachte ich. – Doch auf dem Kassenblockzettel, den ich anstelle einer Rechnung bekommen hatte, war ein Stempel ohne Telefonnummerangabe, war die Geschäftsbezeichnung nicht lesbar.

Da er mir versehentlich keinerlei Ladekabel mitgegeben hatte, wollte ich das Smartphone ausschalten. Mit einem Dutzend Versuchen habe ich es nicht geschafft – es erfolgte trotz richtiger Tastenbedienung immer ein Neustart. Auch die Entfernung des Akkus reichte dem Gerät nicht aus – wie ein Elektronikstehaufmännchen war das Phone sofort nach dem Einlegen des Akkus wieder da – ich musste nichts drücken. – Als ich eine SMS an jemand schreiben wollte, stellte ich fest, dass sich das Ding nicht drehen ließ, damit ich größeren Tasten benutzen könnte. – Alles Mist!

So, und diese blöden Technikmiseren hielten mich von der inneren Einkehr ab – ich grübelte nur darüber nach, warum ich schon wieder reingefallen, jemandem auf den Leim gegangen war. – Ich weiß, dass andere im Abschalten ihrer Gedanken besser als ich gewesen wären. Ich lief rum wie Falschgeld.

Und da kam mir eine ganz wichtige Erkenntnis: Ich habe in manchen Bereichen meine DDR-Mentalität noch nicht abgelegt – 40 Jahre Training verlernt man eben nicht in 25 Jahren. Ich denke nach wie vor – teilweise zum Glück nur im Unterbewusstsein – dass eine günstige Gelegenheit zu einem Kauf am nächsten Tag vorüber sein könnte. Dabei prüfe ich aber nicht gründlich nach, ob es überhaupt eine GÜNSTIGE Gelegenheit ist.

In der DDR hat man gekauft, wenn es etwas gab – verwendet hat man es dann, wenn man es brauchte, und das konnte manchmal sehr lange dauern oder nie eintreten.

Ich kann nicht sagen, dass ich unglücklich war, als dieses Klosterwochenende beendet war.

Auf dem Heimweg träumte ich von einer Fahrt im Fesselballon und fragte mich, warum. Heute frage ich mich das nicht mehr. Heute frage ich mich auch nicht mehr, warum ich so außerordentlich unruhig war, wenn ich mir das Datum im Kloster so ansehe.  – Ich träume so oft von einem Ballon, der mich in ein anderes Leben bringt.

1202 Fesselballon Stille

Im Fotoblog gibt es noch drei andere Fotos.


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Eine Ausnahme – hoffentlich in jeder Beziehung

Ab und an muss auch ich mal eine Ausnahme machen, da ich sonst nicht so gern Videos zeige. Doch dieses Minivideo bekam ich auf dem Phone zugeschickt – und flugs möchte ich euch an meinem Lachen teilhaben lassen.


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Lang, lang ist’s her … 1

lang ist’s her. Da spielte ich u.a. dieses Stück auf dem Klavier – das muss so etwa 58 Jahre her sein.

Das meine ich aber jetzt nicht – sondern ich meine den jetzigen Kur- und Badeort, als er so langsam aufblühte zu dem, was er heute schon wieder nicht mehr ist. Das Atelier W. Mock hat mit kundiger Hand Szenen dieser Entwicklung auf das Bahnhofsgebäude gemalt und ich will versuchen, daraus eine bebilderte Geschichte zu machen. Es ist nicht direkt aufs Mauerwerk oder den Putz gemalt worden, sondern auf Platten, die dann auf das Gebäude montiert wurden.

0911 1383  Wunderblutkirche 90Das erste Mal machte dieser Ort auf sich aufmerksam, als bei einem Kirchenbrand 1383 drei Hostien den Brand überlebten. Diese wurden dann schnellstens von der katholischen Kirche oder einem geschäftstüchtigen Bischof zu „Wunderbluthostien“ erkoren. – Will man so einen Fund gewinnbringend umsetzen, muss eine Kirche her – möglichst eine recht prächtige. Also wurde die wirklich schöne „Wunderblutkirche“ aus rotem Backstein erbaut. Und flugs entwickelte sich ein reger Wallfahrts- und Ablassverkehr. Die Gläubigen mussten zahlen und bekamen dafür tageweise ihre Jenseits-Höllen-Schuld erlassen. Das finde ich eine ganz prima Idee 🙂 , denn keiner konnte überprüfen, ob die Kirche ihr Versprechen wirklich eingehalten hat. Versprechen war doch das Stichwort, was wir gerade hatten.

0911 1395 Wunderbluthostien 91

In der neuen Kirche wurden dann die drei Hostien zur inbrünstigen Anbetung ausgestellt – und ihr überseht hoffentlich nicht das aufgestellte Schatzkästlein, in das der Rubel erst rollen musste, bevor gebetet werden durfte. Umsonst beten war nicht – zumindest nicht direkt davor.

Jetzt überspringen die Maler und ich mal einige Tage, Wochen und Monaten und wenden uns angenehmeren Dingen zu. Die Landwirtschaft war ein lebensnotwendiger Zweig, damit die Leute was zu essen hatten. Und Traktoren und so gab es damals noch nicht – also mussten Pferde diese schwere Arbeit verrichten. Und die erwarb man auf dem Pferdemarkt.

0911 1540 Pferdemarkt 89

Der eine guckt dem Pferd ins Maul (ich hätte schlechte Karten auf so einem Markt), der andere hält schon die Hand auf – seit 1540 hat sich also nicht so vieles wesentlich geändert.

Nach der Reformation machte ein Pastor Schluss mit diesem Spuk und vernichtete diese drei Wunderbluthostien im Feuer – eben in einem solchen, das sie vor Jahren überstanden hatten. – Na, wo wird der wohl nach seinem Ableben geschmort haben???

0911 1552 Wunderbluthostien 92

Um das Schlechte der alten Zeit noch abzuhandeln, zeige ich auch noch das Bild von den Plagen, die über das ungehorsame Volk kamen, Krankheiten wie Pest und Cholera, Seuchen jeder Art kamen über das Land und kaum ein Arzt konnte die Kranken retten. Also sprang sicher wieder die Kirche ein und versprach Heilung, wenn …

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Notfalls kann man ja den Druck noch ein wenig durch Feuersbrünste erhöhen, die sind immer wirkungsvoll.

Doch jetzt mache ich erst mal einen Schnitt, Fortsetzung folgt.


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Brauchst du mehr Bewegung …

in deinem Leben? Ich biete dir zwei Varianten an:

Die echte sportliche:

Trainiere auf einem Trampolin so lange, bis du einen Salto – vorwärts oder rückwärts – so gut kannst, dass du wie hier bei diesem Looping wieder an der gleichen Stelle landest, von wo du abgesprungen bist. Später kannst du das Trampolin weglassen und damit unseren Bodenturnern Konkurrenz machen.

0811 Looping

Wie ich uns Pastorenkinder so kenne, wird sich kaum jemand für diese Variante entscheiden. Die eine schluckt ständig Tabletten, die andere lässt sich noch schnell spitzend dopen, bevor sie über den Teich entfleucht und die dritte kriecht mit ihrem Baby auf dem Fußboden rum – nicht, weil sie spielen will, sondern weil die Hexe so arg geschossen hat, dass keine andere Bewegungsform mehr möglich war.

Also biete ich euch den Psycho-Looping an.

Wer will, kann ihn mit Fantasie, ein wenig Manie, mit Überschwänglichkeit oder auch mit einem kleinen Spleen gleichsetzen. Auf jeden Fall wird Tristes und Graues gleich ein wenig bunter.

0811 Looping verfr

Aber keine Drogen nehmen, um diesen Rauschzustand zu erreichen! Sonst wird es psychedelisch!