Claras Allerleiweltsgedanken


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Whg 16 – Marmor, Stahl und Eisen bricht …

… aber unsere Kleber nicht!

Was ist das schon wieder für ein blöder Spruch? – Aber wirklich, an dieser Klebe- und Haftfähigkeit könnten sich alle scheidungswilligen Ehepaare der Welt ein Beispiel nehmen.

Konkret: Ich will alle aufgeklebten Spiegelfliesen und auch die 4 aufgeklebten Bilder im Badezimmer entfernen. Mein Leitspruch: „Was ich heute kann besorgen, das verschiebe nicht auf morgen!“ – Mit wirklich großer Mühe komme ich mit einem Messer hinter die Spiegelfliesen. Das habe ich beim Ankleben aber gut gemeint – das war für die Ewigkeit (von 15 Jahren) gedacht. Kaum lässt sich diese schmierige Klebmasse von den Kacheln und von den Spiegelfliesen entfernen.

Dann geht es an die Bilder. An zwei Holzstegen, die auf dem Bild kleben, war jeweils ein doppelseitiger Klebestreifen angebracht. Was um alles in der Welt hat mich dazu bewegt, diese Fläche in ihrer ganzen Länge auszunutzen? Ich stochere, ich bohre – und plötzlich knirscht es: Die Messerspitze ist abgebrochen. – Dann löst sich eher die Leisten vom Bild als die Leisten von den Fliesen. Klebte wirklich wie Pech und Schwefel.

Wenn die noch einmal befestigt werden, dann auf jeden Fall mit weniger Haftfähigkeit.

Doch die größte Sauerei war dann die, die Klebereste von den Kacheln zu entfernen. Das Lösungsmittel stank derartig penetrant, dass es mich fast ausgehebelt hat. Der schon für die Ceranplatte gekaufte Glasschaber wurde vorzeitig in den Dienst gestellt – und – ist jetzt vollkommen verklebt – aber alle Reste sind weg.

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Jetzt will ich noch ein wenig von der Schlüsselübergabe berichten – ich war wirklich gerührt, und das passiert bei mir nicht so oft. Die Männer (Vorbesitzer und Makler) bemühten sich um alles, was noch fehlte. Am Vortag war die Zusage für einen Parkplatz eingegangen, nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit, da es Wartelisten gibt. Die zugehörige Fernbedienung – damit ich das nicht mit dem Schlüssel machen muss – kann ich mir gegen Kaution abholen. – Der noch in der Wohnung notwendige Elektriker wurde auch gleich vor Ort „geordert“. – Alles war super vorbereitet, mit Zeichnungen (falls nötig), mit Beschreibungen und mit pipapo. – Ich habe jetzt schon „spontan“ beschlossen, diesen Kreis Anfang November zur Wohnungseinweihung einzuladen.

Ganz am Ende verschwand der Vorbesitzer und kam mit einem wunderschönen Blumenstrauß wieder. Ich denke, er war mehr für meinen baldigen Geburtstag gedacht, denn gleich am Anfang gratulierte er mir. – Da jetzt nicht Geburtstag dran war, bekam ich ihn eben zur Wohnung.

Der schönste Moment für mich war, als ich unten und oben auf dem Klingelschild „Himmelhoch“ lesen konnte – da floss ein wohliges Gefühl von Ankommen durch die Adern.