Claras Allerleiweltsgedanken


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Clara denkt, sie sei technikbegabt, aber …

… da ist sie offenbar einem Irrtum verfallen.

Doch alles schön der Reihe nach. Für den 27. August hatte ich mir einen Tagesausflug in ein Thermalbad vorgenommen. Ich habe mir in Burg im Spreewald die „Spreewaldtherme“ ausgesucht. Mein Bahnticket lässt mich nicht nur in Berlin, sondern in ganz Brandenburg für preiswertes Geld fahren – das muss also ab und an mal richtig ausgenutzt werden.

In einen schon recht großen Rucksack stopfte ich einen dicken Bademantel, ein großes Badetuch, ein kleineres Handtuch, drei (!) Badeanzüge (meine Nieren hassen nasse Anzüge), ein Paar Badelatschen, ein wenig Kosmetik und ein wenig trink- und Essbares. Ich dachte, jeden Moment explodieren die Reißverschlüsse.

Schon früh gegen 7.00 Uhr musste ich mit der S-Bahn zur Friedrichstraße fahren, denn ich wollte kurz nach der Öffnung um 9.00 Uhr vor Ort sein.

Den Wecker habe ich nicht gebraucht, denn „Alpträume“ von geplatztem Rucksack ließen mich vor der Zeit wach werden. Wenn alle Badeanzüge nass sind, hätten sie wirklich nicht mehr in den Rucksack gestopft werden können. Also packte ich um.

Der Wunschkoffer steckte in einem größeren Koffer im oberen Schrankfach. Schlaftrunken und ohne Brille will ich die Schranktür öffnen – und plötzlich wurde ich heftig von oben attackiert. Eine mehr als 2 m lange Leiste (rechtes Foto) hatte sich oben aus ihren Verankerungen gelöst und fiel mir ins Gesicht. Habe ich einen gewissen Hang zur Dramatik, dass ich noch nicht mal einen einfachen Tagesausflug ohne „Einlagen“ ausführen kann. Wäre es mit Brille besser oder schlechter gewesen?

Mein wunderschöner Koffer, den ich mir voriges Jahr zum Geburtstag gewünscht hatte, durfte noch nie das Licht eines Hotels erblicken. – Als ich all die oben aufgezählten Sachen darin verstaut hatte, wusste ich auch warum – er war mit diesen wenigen Sachen schon proppevoll. Vielleicht doch zu wenig für eine Urlaubswoche? Oder ich muss mir Bademantel und Handtücher bei den Gastgebern ausleihen!

Mit der Regionalbahn ging es nach Vetschau (kurz vor Cottbus) und dann mit einem Sammeltaxi nach Burg.

9.20 Uhr rollte ich meinen Koffer über die Schwelle der Spreewaldtherme.

Also jetzt sind mein Koffer und ich durch die Tür, haben die Tageskarte für 23,00 € (OHNE Saunabereich) gelöst und dann auch eine Umkleidekabine gefunden. Am Handgelenk wird ein Armband mit einem Sensorteil befestigt. Und jetzt geht der Ärger los.

Der Koffer passt nicht in die Umkleidekabinen – die sind alle nur für dünne Heringe. Also wieder zur Anmeldung, die mir einen Chip für einen breiteren Schrank an der Rezeption geben. Also der leere Koffer ist verstaut – aber alle anderen Sachen möchte ich ja doch im Badebereich in den Schrank legen und hängen.

Mit der Nummer 25 (merkt sich gut) fange ich an – nur kann ich die Tür nicht abschließen. Also ziehe ich in die 24 um, weil ich denke, das Schloss hat eine Macke. Als ich dann an den Schränken 24 und 23 die gleiche Erfahrung mache, werde ich mehr als stutzig. Mit den komischen Strichzeichnungen im Inneren der Tür komme ich nicht klar – solche Sachen konnte ich noch nie leiden oder gar begreifen..

Technikbegabt?

Ich doch nicht, das muss die andere mit C sein! Kleinlaut schleiche ich zur Rezeption und versuche, ohne Hördremmel die Erklärung zu verstehen. Irgend etwas muss gefehlt haben, denn trotz dichtem Heranhalten des Sensors an das Schloss funktioniert es nicht. Zum Glück kommt gerade eine Putzperle daher, die meine verzweifelten Bemühungen bemerkt. Die meisten Leute wollen ja einen Schrank auf-brechen, ich jedoch möchte ihn gern zu-brechenschließen. Sie macht es mir mit spielender Leichtigkeit vor – und ich erkenne, welchen wichtigen Schritt ich nicht ausgeführt habe:

Ich muss mit dem Chipsensor das Schloss kräftig hinein drücken!

Von innen in der Therme habe ich keine Aufnahmen, da fotografieren nicht gestattet ist. Ich hatte den ganzen Tag Ostseewassergeschmack auf den Lippen. Es sprudelte, dampfte, wärmte, trug und erfrischte – je nachdem, in welchem Becken ich gerade war. Liegen waren mehr als ausreichend vorhanden – für die Handtücher konnte man sich einen Bastkorb nehmen. – Das kulinarische Angebot war lecker und dem Preisniveau der Therme angepasst.

Eine Tageskarte hätte ich dennoch nicht gebraucht. Ich wollte mit dem Bus 17.39 Uhr wieder bis Vetschau und von dort mit der R2 zur Friedrichstraße zurück fahren. 16.00 saß ich schon in der Sonne mit meinem Buch, so dass sich meine „gefältelten Waschfrauenfingerkuppen“ wieder entfalten konnten. So viele Stunden warmes Salzwasser ist zu viel des Guten.

 


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(2) Auflösung Reiserätsel

Erstens kommt es anders, zweitens als frau denkt

Womit fange ich denn nun an? —- Vielleicht mit den Reaktionen aus meiner Umwelt? – Nicht hier aus dem Blog.

Eine gute Bekannte, mit der ich gern gefahren wäre, kommentierte: „Im Juni ist es doch auch hier schön und warm, da muss ich doch nicht dorthin in die Hitze fliegen!“ – Vielleicht hat sie Recht, vielleicht komme ich mit einem weiteren Stich wieder, mit einem Sonnenstich, der sich sicher gut mit meinem Farbstich vertragen wird.

Ein mir nahe stehendes männliches Wesen whatsappte: „Ich darf dich daran erinnern dass du nie nie nie wieder verreisen wolltest.“ Ich dachte immer, mein Blog wird nicht gelesen – aber vielleicht habe ich das auch mündlich verbreitet. – Ganz unrecht hat er natürlich nicht. Der letzte Bericht aus der Schweiz im August 2017 endete so: “

Nie wieder eine Gruppenfahrt
nie wieder eine Gruppenfahrt mit Bus
nie wieder eine Gruppenfahrt mit dem Bus ins Ausland.

In diesem Falle hilft ein schlechtes Gedächtnis – und außerdem fahre ich nicht mit dem Bus ins Ausland, ich fliege ja. Und zusätzlich  habe ich nicht bei dem Reisebüro für gutbetuchte ältere Leute gebucht – vielleicht ist dieses Mal die Gruppenstruktur ganz anders. – und noch ein Argument: EIN AUTO ZUM VERREISEN HABE ICH AUCH NICHT MEHR!

Ein anderer sagt ebenfalls nichts Aufbauendes zu meiner beabsichtigten Reise, sondern eher etwas Abfälliges – frau hat es wirklich nicht leicht.

Doch dann kommt eine WhatsApp, die mich wirklich aufbaut, denn da steht: „Ein riesengroßes Lächeln ins Gesicht zaubert mir, dass du wieder reisen magst. … Es ist wichtig, dass dir das Leben Spaß macht.“

So, und jetzt werde ich mal die Katze aus dem Sack lassen. Ich wäre vielleicht wirklich so wahnsinnig gewesen, beide Reisen zu machen, da jede ihren Reiz hat. Doch dann las ich, dass Armenien ein kleines Land mit ganz viel Gebirge ist. Das bedeutet, jeden Tag kurvt der Bus von Jerevan durch den Kaukasus oder andere hüglige Gegenden und mir wird vor Angst oder Serpentinenkurverei im Bus schlecht.

Der Preis war ein weiteres Argument, die Reise nicht anzutreten. Sie wollten für 9 Tage (und davon gehen der erste und der letzte größtenteils für An- und Abreise drauf) 1.721,00 € haben – und das, obwohl ich einen Rabatt von 200,00 gewonnen hatte und das Reisebüro die Halbpension im Werte von 189,00 € als Aktion erlassen oder gesponsert hat. – Gut, ein Einzelzimmer kostet 249,00 €. Wenn man das gegen den Rabatt rechnet und die gesponserte Summe dazu rechnet, wären das 1.861,00 €. Ich glaube, das hätte ich auch nicht gemacht, wenn ich besser betucht wäre, das ist Wucher – finde ich jedenfalls. Da kommen pro Tag eine Summe von 206,00 € raus – soviel haben manche Leute kaum pro Monat zum Leben. Ich weiß jetzt wirklich nicht mehr, ob die Jordanienreise ähnlich teuer war, doch das nächste finde ich den blanken Wahnsinn.

Bei einer 8tägigen Rundreise durch England mit 2 Tagen in London mit dem Titel „Auf den Spuren von Rosamunde Pilcher“ haben sie die Dreistigkeit, ab nur 1.739 € zu schreiben. Was hier das Wort „nur“ zu bedeuten hat, ist mir schleierhaft. Denn durch Zuschläge von 340,00 € und 360 € für ein Einzelzimmer käme ich lässig auf 2.438 € – so dass der Tagessatz bei 305 € läge. Und es gab an dem Präsentationsabend mehrere, die diese Reise gebucht haben.

Aber das Hauptargument war die zeitliche Überschneidung. Vom Juli riet der Reiseanbieter ab, da ist es zu heiß. Also sollte die Fahrt am 3. Juni beginnen und am 11. wieder auf dem Flughafen Tegel enden.

Marokko ist für den Monat Juni vollkommen zuschlagsfrei – den Grund konnte ich nicht erfahren. Ob es mit Ramadan zusammenhängt, der bis ca. 15 Juni dauert, kann ich nur vermuten. Also wollte ich natürlich im Juni verreisen, da die Monate September und Oktober 219 € Saisonzuschlag haben. Die Termine 19. und 26. Juni waren schon ausgebucht, also blieb nur der 12. Juni  für mich übrig. Es versteht sich von selbst, dass ich nicht am 11. aus Armenien zurückkomme und am 12. wieder starte – sooooooooo viele Sommersachen habe ich nicht im Schrank.

Jetzt habe ich endlich Gelegenheit, meinen schicken Koffer spazieren zu fahren und den (hoffentlich) neidischen Blicken der Mitreisenden zu präsentieren. Ich habe nur Angst, dass er für 14 Tage zu klein ist und ich doch auf den lilagrauen umsteigen muss.

 

Eine Woche fahren wir von Sehenswürdigkeit zu SEhenswürdigkeit in der Form eines UNESCO Welterbes, besuchen sicher auch eine Bildungseinrichtung der teppichknüpfenden Gattung oder eine Ledermanufaktur, wo ich mir endlich meine Dominapeitsche arbeiten lassen kann. 🙂 Damit jage ich dann alle Alterserscheinungen in die Flucht.

Im Moment muss ich immer noch meinen lädierten Zeh in die Flucht jagen. Die Fußpflegerin hat es am 4. Januar etwas zu gut mit dem Kurzschneiden gemeint und ich doktere noch heute damit rum. Da das ständige Verbinden und Verpflastern nicht gut ist, habe ich jetzt für frische Luft am Zeh gesorgt.

– Nach dieser Anstrengung kann ich es mir dann in einem guten Hotel gut gehen lassen und meine runzlige Haut im Swimmingpool aufquellen lassen 🙂

Wenn ihr das Hotel in Marrakesch, in dem ich die Verlängerungswoche genießen werde,  besser sehen wollt, dann schaut hier:

„Bunter Traum mit viel Wasser“        

Deutsche sind wirklich bequem hoch drei. In den Bewertungen beschwerten sich manche, dass der kostenlose Shuttlebus ins Zentrum nur aller zwei Stunden fährt.

Da ja Telefon- und Computeraktivitäten bestens überwacht werden, bekomme ich gerade mehrere Angebote zu Marokkoreisen. Wenn sie jedoch fast gar nichts mehr kosten, dann klingeln bei mir die Alarmglocken. Ich will weder die Marokkaner noch die Reisebürovertreter ausbeuten – doch wenn letztere MICH ausbeuten wollen, dann gefällt mir das auch nicht.

So: ICH HABE FERTIG“ – melde mich aber vor dem Abflug nach Marokko noch einmal 🙂


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Ein schrecklich-schöner Donnerstag

Vielleicht sollte ich doch ab und an mal Radio hören. Doch mich stören alle zusätzlichen Geräuschquellen, weil ich dann die notwendigen Alltagsgeräusche nicht höre.

Aber es würde ja auch reichen, auf die Wetterapp zu schauen, was ich (eigentlich) oft genug machen. Die muss am Donnerstag, dem 5. Oktober, Alarm im Quadrat „gebrüllt“ haben. Doch ich stellte sie nicht an und war dementsprechend vollkommen unvorbereitet.

Ich hatte einen Orthopädentermin bei dem neuen Arzt und ich muss sagen, ich fühlte mich „angenommen“. Die Spritze tat ziemlich weh, aber die Hoffnung auf Erfolgt ließ mich leise wimmernd die Prozedur überstehen.

Dann begann der Heimweg, der im Normalfall 45 Minuten dauert, sich dieses Mal aber über Stunden erstrecken sollte. Der Bus brachte mich zur S-Bahn Yorckstraße – und das war es dann erst einmal. Die vorhergehende war noch abgefahren, doch bei uns sagte der Fahrer durch, dass der gesamte S-Bahnverkehr in Berlin wegen Sturmschäden eingestellt ist. Das glaubte ich sofort, denn mich hätte es bei 10 kg weniger vielleicht umgehauen. Ich klammerte mich an einen Mast.

Also wieder zum Bus, der mich zum Glück noch zur U-Bahn fuhr. Fällt in Berlin die S-Bahn aus, dann sind alle anderen Verkehrsmittel rettungslos überfordert. Nur mit Trick kam ich noch in einen Wagen hinein. Die U-Bahn fuhr mich zur Endstation U-Mariendorf.

Endstation – nach 13 Minuten Wartezeit in Wind und Regen kam mein Bus, der mich vor die Haustür fahren sollte. Doch nach 2 Stationen kam die Durchsage von der Zentrale: Bitte stellen Sie Ihre Busse so ab, dass sie ungefährdet stehen, und stellen Sie den Fahrverkehr ein. – Taxis fuhren alle besetzt vorbei. Also ca. 4 km Fußmarsch – ich habe geflucht wie ein Droschkenkutscher, weil mir das rechte Bein im Laufe der Zeit von oben bis unten weh tat.

Aber irgendwann war es geschafft – und es hat sich kein Bus auf der Straße sehen lassen. Ich war so unendlich froh, als ich meine Wohnung erreicht hatte.

Ein Blick auf den Balkon zeigte mir das:

Ich will jetzt weder jammern noch klagen – es gibt so viel schlimmere Sturmschäden, was wir ja erst kürzlich im Fernsehen sehen konnten. Da haben Leute ihre ganze Existenz verloren – ich nur 2 Blumentöpfe, etwas Dreck und eine demolierte Fußbodenfliese. Da kann ich gut mit dem  Tischbein verdecken oder – falls ich mich zu arbeitslos fühle – auch durch eine Ersatzfliese austauschen.

Und dann kam das Schöne des Tages. Ein Paket, ein ziemlich großes Paket, war von Hermes bei meinen Nachbarn abgegeben worden.

Ich holte es und als erstes kam mir ein großer dunkler Sack mit einer Geschenkbandschleife und ein Kärtchen mit Grüßen meiner Tochter und meiner sicherlich stark geschenkbeeinflussenden Enkeltochter unter die Finger.

Dann gab es einen zweiten Karton im ersten Karton. Ich grübelte ernsthaft, was da drin sein könnte. Für den Koffer erschien es mir zu klein, für einen Rucksack zu groß. Ob der Einkaufstrolley zusammengelegt nicht mehr Platz einnimmt, war mir nicht bewusst. Da half nur auspacken. – Tatarata!

Da muss ich also doch noch ein wenig verreisen, denn so ein schicker Koffer möchte ja ausgeführt werden. Oder???? Er sieht wirklich ganz chic aus und passt zur Unterbringung in seinen größeren Bruder hinein.

Danke, danke, danke!


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Eine Kofferodyssee

Ich verreise in diesem Jahr ungefähr so oft wie in den 10 Jahren zuvor.

Ich meine jetzt echte Reisen, nicht Verwandten- oder Bekanntenbesuche, die inzwischen aus verschiedensten Gründen stark reduziert sind. Vielleicht kann ich in ein paar Jahren so etwas gar nicht mehr machen, also will ich es dieses Jahr noch einmal wissen.

Da meine mangelnden Hör- und Fremdsprachkenntnisse mich zu unsicher sein lassen bei eigenen Fahrten, habe ich doch welche von einem Reiseunternehmen gewählt. Bis auf eine nach Prag ist es das Unternehmen, mit denen ich in Jordanien war.

Mein Schlaf- und Schnarchverhalten (trotz Operation!) erlauben es mir nicht, eine Begleitperson in ein Doppelzimmer zu locken. Vor längerer Zeit hatte ich es versucht – wurde aber nachts immer durch einen Schlag mit dem Kleiderbügel vom Schnarchen abgehalten. Die Betten standen getrennt – und damit sie nicht immer aufstehen musste, um mich zu rütteln, nahm sie den Bügel. – Es war ein ungemein erholsamer Urlaub *Ironiemodus aus*

Im Juli geht es los und dann Schlag auf Schlag.

Die Reise nach Prag für zwei Personen habe ich gewonnen – wir müssen nur den Saisonzuschlag bezahlen. Es ist also ein Doppelzimmer. – Wie es mir und ob es mir überhaupt noch nach der Reise geht, erzähle ich euch danach.

Die anderen beiden Reisen werde ich noch in eine Wolke der Geheimniskrämerei hüllen. Kommt Zeit, kommt Berichterstattung mit Text und Foto.

Was ich euch aber schon mal zeige, ist der Koffer, den ich mir für die Reisen kaufen wollte – muss ich zum heutigen Zeitpunkt des Textens schreiben. Der vorhandene ist wirklich zu klein – der reicht für einen Kurztrip, außerdem machen mindestens 2 von den 4 Rollen, was sie wollen.

Die Farbe lila ist ja nicht zu übersehen – ob er deswegen Angst hatte, zu mir zu kommen? – Jetzt, wo ich den Artikel schreibe, hätte er schon einige Tage bei mir sein sollen – doch irgend etwas ist schief gegangen. Den ersten habe ich am 7. März bestellt. Die DHL-Paketverfolgungs-App zeigte eine Einlieferung in das erste Paketzentrum an – doch dann 10 Tage lang nichts mehr. Ein Telefonat zu Amazon und das Geld wurde auf mein Konto erstattet.

Den zweiten bestellte ich am 13. März – der war als Aktion sogar 7,00 € preiswerter. – 4 Tage nach der Versandbenachrichtigung rief ich wieder  an und das zweite Mal wurde eine Überweisung getätigt, weil kein Koffer kam.

Aller guten Dinge sind drei – am 19. März bestellte ich den gleichen Koffer zum dritten Mal. Der große Versandriese war sogar so kulant, mir die ca. 7,00 € zu erstatten, die der „Aktions“koffer preiswerter war.

Dieser Artikel erscheint ja erst am 24. März – mal sehen, was sich bis dahin tut. – Irgendwann werde ich diesen Koffer nicht mehr bestellen können, weil keine mehr da sind – alle liegen bei DHL auf Halde 🙂 – Falls er nicht kommt, so HÄTTE er so ausgesehen. – Aber am 22. kam er dann doch, aber nicht ohne heftige Geburtswehen. Und vor allem ist es eher ein Lucie-Gedenkkoffer, denn die von mir in lila erhofften Teile sind eher blau – aber ich bin ja nicht pingelig.

 

Der dritte wurde mit UPS geschickt – ein recht zuverlässiges Unternehmen – dachte ich. Der Überbringerbote stand in aller Herrgottsfrühe (nach meinem Maßstab) vor meiner Haustür. Warum ich das Klingeln nicht gehört habe, bleibt rätselhaft – ich hoffe, er HAT geklingelt.

Und dann fand ich im Briefkasten diesen Zettel:

Ein Nachbar und ich – nichts konnten wir lesen. Bei Nachbar oder Access Point war kein Kreuz gesetzt. Da meine Adresse auch eine -Damm-Adresse ist, ging ich zur Hausnummer 39, aber dort war kein Name, der auch nur annähernd stimmte.

Dann kam mir die Erleuchtung, dass das Mariend(orfer) Damm heißen könnte. Also suchte ich per Netz in der 39 einen UPS Access Point. Der wäre erstens sehr, sehr weit weg von mir und zweitens gibt es dort keinen.

Auf die letzte Lösung bin ich ziemlich zufällig gestoßen und konnte ihn dann im Mariendorfer Damm 439 abholen. Sind ja nur poplige 400 Hausnummern dazwischen.

Ich habe mir den QR-Scanner auf dem Handy installiert und der hat mich dann dorthin geführt, wo mein Koffer sehnsüchtig nach mir rief.

Wenn ich mir die beiliegenden Informationen so ansehe, braucht man ja ein Koffer-Hochschulstudium, um das alles zu begreifen. Das mit dem integrierten Schloss verlangt gute Augen, denn die sichtbaren Zahlen sind so klein, dass ich sie kaum erkennen kann. Sicherheitshalber werde ich meinen Koffer anders verschließen, damit ich nicht einen Urlaub mit verschlossenem Koffer verbringen muss.


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Hans Huckebein – Update!!!

Update“ könnte ja bedeuten, ich will melden, dass der Koffer wieder da ist, abgegeben von reuigen Sünderlein, ehrlichen Findern, pfiffigen Bahnbeamten.

Er ist nicht da – aber zu den „pfiffigen Bahnbeamten“ will ich was schreiben. Auf meine sofort online erstellte Verlustmeldung bekam ich heute eine Meldung eines am 3.3. im Bahngelände aufgefundenen Rollkoffers. Für 0,59 €/Minute musste ich bei dem Fundservice anrufen. Als mir der Beamte sagte, dass absolut nichts von den Merkmalen übereinstimmte und der Fundort in Bremen ist, habe ich mich schon darüber „gefreut“, wie die Bahn ihren Kunden das Geld hintenherum aus der Tasche zieht. (Zurück zum ursprünglichen Text)

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Zwei auf einen Streich …. nämlich entsorgen und (Elektroenergie) sparen.

Diese Story könnte auch heißen „Die Liebe der Diebe zu mir ist wieder entflammt!“ –
Andere stellen Entsorgungsprojekte auf, um sich von Sachen zu trennen – ich habe das sehr unelegant auf eine ganz schnelle Weise gelöst.

Am Montag kam ich von meiner Reise zurück. Eine Woche nur Ruhe, Spaziergänge in Gottes schöner Natur, friedliche und nicht-kriminelle Menschen, halbe Hunde, schöne Pumpen, hübsche Bänke, ein SKK = SuperKuschelKater – das konnte ja nicht gut gehen.

Weitere Fotos kann man im Fotoblog sehen.

Wie bei Anno im gestrigen Post: Bis zur letzten Figur ging es dort gut, bei mir ging es bis zur fast letzten S-Bahnstation gut.

Mein IKEA-Koffer, durch einen angezippten Rucksack etwas dick und unförmig, stand ca. 1,5m hinter mir an der Tür des S-Bahnwagens, weil er so schlecht zwischen die Sitzreihen passt. Jede Station drehte ich beim Anhalten meinen Hals in die Kofferrichtung. Doch dann kam ein Anruf. Froh, endlich wieder Empfang durch E-Plus genehmigt zu bekommen (7 Tage ging nichts in dieser Richtung), konzentrierte ich mich auf das Phone und ließ am S-Bahnhof Lankwitz meinen Koffer ohne Augenkontakt.

Und ohne diesen meinen Augenkontakt wird der Koffer wohl den Rest seines Lebens bleiben müssen – denn als ich mich an der nächsten Station aussteigefertig machen wollte, war der Koffer weg. Zum Glück hatte ich Geld, Ausweise und Wohnungsschlüssel an der Frau.

Pullover, Hosen, Schuhe, Jogginganzug – alles verschmerzbar, doch um die selbsteinfärbende Brille und die Computerbrille, alle Ladekabeltechnik, um die elektrische Zahnbürste und die Munddusche tut es mir schon Leid, auch das alte Navi konnte ich noch verwenden.

Apropos Navi und Orientierungssinn. Schon auf der Hinfahrt hatte ich ein ähnliches Erlebnis, doch da lag es an meiner Dummheit. Als ich von der Toilette in die falsche Richtung abbog und damit auch im falschen Wagen landete, wähnte ich mich auch schon von Tasche über Koffer bis zu Jacke bestohlen – doch das kam mir dann doch eigenartig vor. – Ein Gang in die richtige Richtung klärte alles in Wohlwollen auf.

Der Polizist hat in einem rasenden Tempo von 35 Minuten meine Personalien, den Diebstahlort und die drei wichtigsten Koffer- und Gegenstandsbeschreibungen aufgenommen. Bei dieser Wahnsinnsgeschwindigkeit ist es mir um unsere Diebe nicht bange – die haben immer genug Zeit zum Weglaufen.

Ich behaupte immer: „Wovor man sich fürchtet, das tritt ein!“. Beim Zwischenstopp in Hamburg saß ich am Bahnhof auf einer Bank, meinen Fuß durch den Henkel der Tasche gefädelt. So ängstlich bin ich sonst nie – vielleicht hatte ich da schon eine Diebstahls-Vorahnung.