Claras Allerleiweltsgedanken


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Nicht nur reden, sondern auch machen …

… nämlich im Britzer Garten das Kameraauge aufsperren

An dem traumhafen Sonntag mit echten Frühlingstemperaturen habe ich mich nicht den Menschenmassen im Park ausgesetzt, sondern habe fast die ganze Zeit auf dem Balkon an Blumentöpfen herumgepusselt (nicht gepuzzelt!), Kaffee getrunken und einen spannenden Krimi gelesen. Das nicht raus gehen können stört mich viel weniger als die verstörenden Meldungen aus anderen Ländern und auch aus Deutschland, wo viele vor dem Ruin stehen. DAS IST ES, was mich am meisten belastet.

Deswegen jetzt zur Parkfotos vom Vortag.

Meine geliebten Krokusse sind bei dem Bodenfrost der letzten Tage ALLE erfroren – nur noch Überreste sind zu sehen und die typischen langen „Gräser“. Da fehlt schon ein kräftiger Farbtupfer, obwohl sich die Narzissen und Osterglocken große Mühe geben, die Lücke zu füllen.

Die Angestellten des Parks tun alles dafür, dass sie nicht schließen müssen, weil die Besucher die allgemeinen Kontaktverbote nicht achten. An vielen Stellen wird man auf die Verhaltensregeln aufmerksam gemacht.

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Es hat nicht sollen sein …

dass ich euch aktuelle FFs = Frühlingsblumen-Fotos aus dem Britzer Garten zeige

Und warum nicht? Ich bin immer noch durch den Wind, die ganze Situation geht mir viel mehr an die Nieren, als ich es je vor zwei Wochen gedacht hätte. Da ja im Grunde genommen die Erkrankungszahlen in Berlin immer noch relativ niedrig sind, hätte ich diese drastischen Maßnahmen, die jetzt getroffen wurden, nie und niemals nicht erwartet.

Und jetzt zu den Fotos, die hier nicht antanzen. Ich war Kopf lüften, Herz an den Frühlingsblühern erfreuen und fast 10.000 Schritte für die Gesundheit im Britzer Garten laufen. Als Eintrittsentgelt habe ich mir wieder eine Jahreskarte gekauft. Wenn ich in den nächsten Wochen schon keine Sozialkontakte haben soll, dann kann ich wenigstens Kontakte zu Bäumen, Sträuchern, Blumen, Eseln, Schafen und Ziegen haben – besser als gar nichts. Ich werde schnell noch Zickisch lernen, da kann ich mich wenigstens mit den Tieren unterhalten.

Die ganze Strecke bis zum Britzer Garten zu Fuß zu gehen, ist mir zu weit. Das Fahrrad ist noch eingemottet und wegen meiner häufigen „Schwindeleien“ nicht günstig, also fuhr ich doch mit dem Bus, obwohl man Verkehrsmittel möglichst meiden soll. In allen Bussen sind die Vordertüren gesperrt und es gibt keinerlei Zugang mehr zum Fahrer, also kann man auch nicht bezahlen. Ich habe eine Jahreskarte, aber die Schwarzfahrerzahlen werden sprunghaft ansteigen und den Erkrankungszahlen Konkurrenz machen. Aber darauf kommt es bei dem ganzen Wirtschaftschaos jetzt auch nicht mehr an.

Ich war kaum drin im Garten, da wurde ich förmlich von Blumenwiesen überschwemmt. Am deutlichsten drängte sich die Gelb-Fraktion in den Vordergrund. Büschelweise gepflanzte und wunderbar in der Sonne blühende Krokusse konkurrierten mit Osterglocken, die sich stolz in die Höhe erhoben und etwas hochnäsig auf die kleinen Krokusse hinabblickten.

Und ich wechselte mich in meinen Fotografenstellungen ab: Gestreckt von oben die ganze Wiese, etwas gebückt eine zusammenhängende Kolonie auf dem Display jongliert und dann knieend oder fast liegend die Soloaufnahmen von besonders schönen Exemplaren. Manchmal hatte ich schon Sorge, ich komme nicht unbeschadet wieder nach oben.

Doch dann sah ich von weitem eine lila Wiese – und da hättet ihr mich mal sehen sollen, wie schnell ich auf und bei der Wiese war. So viele und so viele wundervolle Krokusse – es war eine einzige Augenweide.l Und obwohl ich auf meiner Festplatte bestimmt nicht wenige Krokusfotos habe, konnte ich mich fotografierend nicht zurückhalten.

Im Laufe der ausgedehnten Parkwanderung kamen noch einige sehr schöne Fotos dazu.

Und dann war ich zu Haus. Ich schloss den Fotoapparat an den Computer an und wollte ihn erst ein wenig aufladen. – Doch dann kam vieles nicht so Schönes dazwischen. Unter anderem schrieb ich meine Reisestornierung für die Fahrt nach Italien an das Reiseunternehmen. Ich hoffe, dass ich es genügend gut mit einem Paragraphen aus dem BGB (höhere Gewalt) begründet habe, der eine kostenlose Stornierung erlaubt. Doch 400,00 € haben sie ja schon von mir – das war die Anzahlung, die ich schon voriges Jahr im Mai bezahlt habe. Ich glaube kaum, dass ich davon etwas zurück bekomme.

Die Zeit wurde später und später und ich lud die Fotos nicht mehr auf den Computer. Das allein wäre ja noch nicht schlimm – aber dann löschte ich die Originale auf der Speicherkarte des Fotoapparates. Wahrscheinlich habe ich mit dem Kopf die eine Sache gedacht und mit den Händen die andere (falsche) gemacht.

Jetzt habe ich mir einfach ein paar Fotos aus vergangenen Jahren geholt, denn ganz ohne wollte ich diesen Beitrag nicht schreiben.

Die nächsten Tage werden bestimmt nicht die besten in meinem/deinem/unserem Leben, aber sie gehen vorbei und dann läuft irgendwann alles wieder normal.

 


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Eine Kofferodyssee

Ich verreise in diesem Jahr ungefähr so oft wie in den 10 Jahren zuvor.

Ich meine jetzt echte Reisen, nicht Verwandten- oder Bekanntenbesuche, die inzwischen aus verschiedensten Gründen stark reduziert sind. Vielleicht kann ich in ein paar Jahren so etwas gar nicht mehr machen, also will ich es dieses Jahr noch einmal wissen.

Da meine mangelnden Hör- und Fremdsprachkenntnisse mich zu unsicher sein lassen bei eigenen Fahrten, habe ich doch welche von einem Reiseunternehmen gewählt. Bis auf eine nach Prag ist es das Unternehmen, mit denen ich in Jordanien war.

Mein Schlaf- und Schnarchverhalten (trotz Operation!) erlauben es mir nicht, eine Begleitperson in ein Doppelzimmer zu locken. Vor längerer Zeit hatte ich es versucht – wurde aber nachts immer durch einen Schlag mit dem Kleiderbügel vom Schnarchen abgehalten. Die Betten standen getrennt – und damit sie nicht immer aufstehen musste, um mich zu rütteln, nahm sie den Bügel. – Es war ein ungemein erholsamer Urlaub *Ironiemodus aus*

Im Juli geht es los und dann Schlag auf Schlag.

Die Reise nach Prag für zwei Personen habe ich gewonnen – wir müssen nur den Saisonzuschlag bezahlen. Es ist also ein Doppelzimmer. – Wie es mir und ob es mir überhaupt noch nach der Reise geht, erzähle ich euch danach.

Die anderen beiden Reisen werde ich noch in eine Wolke der Geheimniskrämerei hüllen. Kommt Zeit, kommt Berichterstattung mit Text und Foto.

Was ich euch aber schon mal zeige, ist der Koffer, den ich mir für die Reisen kaufen wollte – muss ich zum heutigen Zeitpunkt des Textens schreiben. Der vorhandene ist wirklich zu klein – der reicht für einen Kurztrip, außerdem machen mindestens 2 von den 4 Rollen, was sie wollen.

Die Farbe lila ist ja nicht zu übersehen – ob er deswegen Angst hatte, zu mir zu kommen? – Jetzt, wo ich den Artikel schreibe, hätte er schon einige Tage bei mir sein sollen – doch irgend etwas ist schief gegangen. Den ersten habe ich am 7. März bestellt. Die DHL-Paketverfolgungs-App zeigte eine Einlieferung in das erste Paketzentrum an – doch dann 10 Tage lang nichts mehr. Ein Telefonat zu Amazon und das Geld wurde auf mein Konto erstattet.

Den zweiten bestellte ich am 13. März – der war als Aktion sogar 7,00 € preiswerter. – 4 Tage nach der Versandbenachrichtigung rief ich wieder  an und das zweite Mal wurde eine Überweisung getätigt, weil kein Koffer kam.

Aller guten Dinge sind drei – am 19. März bestellte ich den gleichen Koffer zum dritten Mal. Der große Versandriese war sogar so kulant, mir die ca. 7,00 € zu erstatten, die der „Aktions“koffer preiswerter war.

Dieser Artikel erscheint ja erst am 24. März – mal sehen, was sich bis dahin tut. – Irgendwann werde ich diesen Koffer nicht mehr bestellen können, weil keine mehr da sind – alle liegen bei DHL auf Halde 🙂 – Falls er nicht kommt, so HÄTTE er so ausgesehen. – Aber am 22. kam er dann doch, aber nicht ohne heftige Geburtswehen. Und vor allem ist es eher ein Lucie-Gedenkkoffer, denn die von mir in lila erhofften Teile sind eher blau – aber ich bin ja nicht pingelig.

 

Der dritte wurde mit UPS geschickt – ein recht zuverlässiges Unternehmen – dachte ich. Der Überbringerbote stand in aller Herrgottsfrühe (nach meinem Maßstab) vor meiner Haustür. Warum ich das Klingeln nicht gehört habe, bleibt rätselhaft – ich hoffe, er HAT geklingelt.

Und dann fand ich im Briefkasten diesen Zettel:

Ein Nachbar und ich – nichts konnten wir lesen. Bei Nachbar oder Access Point war kein Kreuz gesetzt. Da meine Adresse auch eine -Damm-Adresse ist, ging ich zur Hausnummer 39, aber dort war kein Name, der auch nur annähernd stimmte.

Dann kam mir die Erleuchtung, dass das Mariend(orfer) Damm heißen könnte. Also suchte ich per Netz in der 39 einen UPS Access Point. Der wäre erstens sehr, sehr weit weg von mir und zweitens gibt es dort keinen.

Auf die letzte Lösung bin ich ziemlich zufällig gestoßen und konnte ihn dann im Mariendorfer Damm 439 abholen. Sind ja nur poplige 400 Hausnummern dazwischen.

Ich habe mir den QR-Scanner auf dem Handy installiert und der hat mich dann dorthin geführt, wo mein Koffer sehnsüchtig nach mir rief.

Wenn ich mir die beiliegenden Informationen so ansehe, braucht man ja ein Koffer-Hochschulstudium, um das alles zu begreifen. Das mit dem integrierten Schloss verlangt gute Augen, denn die sichtbaren Zahlen sind so klein, dass ich sie kaum erkennen kann. Sicherheitshalber werde ich meinen Koffer anders verschließen, damit ich nicht einen Urlaub mit verschlossenem Koffer verbringen muss.


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Lauter lila Lokusse … äh Krokusse

meint Clara natürlich. Sie ist von dem ganzen lila, gelb und weiß, was hier um sie herum so blüht, ganz wuschig – aber positiv wuschig. Sie meint, sie hat noch nie inmitten so vieler Blüten gewohnt.

Als sie sich selbst in die Pracht gesetzt hat, durften die gelben auch dabei sein.

1303 Krokuscollage 800