Claras Allerleiweltsgedanken


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Dreiländerhauptstadttour – Stockholm 2

Übernachtung 2: Malmö 29.07.17 über Puttgarden, Schiffsfahrt nach Rodby, Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden

Rom wurde nicht an einem Tag erbaut – und Stockholm nicht in einem Ritt erobert.

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Die Facebookleser wissen es schon: Ich bin einfach zu „blöd“ zum Verreisen. Bei der letzten Reise vergaß ich mein Handy, welches ich zur Orientierung über G. Maps dringend gebraucht hätte, doch dieses Mal vergaß ich etwas weitaus Notwendigeres, was mich richtig teuer zu stehen kam. Zum Glück war ich zwei Stunden vor der geplanten Busabfahrt am ZOB. Unmittelbar davor bemerkte ich, dass meine Hördremmel zu Haus in der Schachtel liegen. Ohne diese verstehe ich so gut wie nichts – ich verstehe ja schon MIT ausreichend wenig.

Mit Koffer und Rucksack öffentlich zurück und wieder zum ZOB zu fahren, wäre zwar knapp, aber machbar gewesen. Sicherheitshalber entschied ich mich für die Taxivariante. Der Fahrer – vor 40 Jahren aus dem Iran gekommen – war genau der richtige für mich. Durch Geschichten aus seiner Familie beruhigte er mich und lenkte mich ab. Wir schafften es ganz bequem, da er ganz geschickt jedem Stau aus dem Weg ging. Die Rechnung betrug etwas mehr als 70,00 €, aber ich habe noch nie so gern auf den nächsten Zehner aufgerundet wie hier.

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Der Bus kam relativ pünktlich und schon mehr als halbvoll an. Der Fahrer hatte Fahrgäste aus Zwickau, Chemnitz und Dresden abgeholt. Fazit war, die besten Plätze waren weg und blieben auch weg. – So wie hier auf diesem „idyllischen Regenbild“ ist es uns oft in den nächsten Tagen ergangen.

Bald fuhren wir über eine der vielen ingenieurtechnischen Meisterleistungen von Brücken und kamen zur Fähre, die uns nach Schweden übersetzte. Diese riesigen Schiffe mit ihren drei Decks für Busse, Autos und Motorräder brauchte 45 Minuten für die Überfahrt. Die einen beschäftigten sich in Spielsalons, die anderen fuhren imaginäre Motorrennen, andere gaben im Duty free-Shop ihr Geld für Alkohol aus und die ganz Langweiligen knabberten an ihren Essensvorräten und gingen fotografierend übers Schiff.

Als wir zum ersten Mal schwedischen Boden betraten, fielen uns bald die wunderbaren Pflanzkübel auf, die immer Ton in Ton bepflanzt waren. In Gedanken habe ich einen stillen Gruß an die schwedischen Lila-Fans geschickt.

Und dann waren wir in Malmö – der Turning Torso, ein Wohnhochhaus, ist wohl das bekannteste Gebäude. Bei Wiki kann man sich alle Fakten holen: https://de.wikipedia.org/wiki/Turning_Torso

Nicht nur die Bewohner der 54. Etage werden sich kräftig den Wind um die Nase wehen lassen müssen – bei den unteren ist es sicher nicht viel weniger. Abends im Hotelzimmer fand ich das Motiv auch auf einem meiner geliebten Glasbilder – zum Glück sind meine Wände voll, so dass kein Kaufzwang aufkam.

Aber in Malmö sind natürlich auch noch andere Fotos entstanden. Ein Kanaldeckel für Frau Tonari lag mal so rum.

Die Kunst auf Kugeln und mit Brunnen stand  oder hing oft herum. Als ich die Musikkapelle sah, da endlich wusste ich genau, dass ich vor Jahren schon mal zu einem Kurzbesuch in Malmö gewesen bin. – Was das mit der Wäsche auf hohen Leinen mit Kunst zu tun hatte, kann ich euch nicht sagen.

Was finde ich noch unter diesem Datum auf meiner Speicherkarte? An diese äußerst kunstvoll ausgestaltete Löwenapotheke auf dem Marktplatz erinnere ich mich auch, denn vor Jahren habe ich sogar Innenfotos machen können – jetzt war sie geschlossen.

Und zum Abschluss lasse ich einen Erfrischungsbrunnen sprudeln, damit wir uns alle bis zum nächsten Beitrag erholen können.

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WordPress-Marathon (3) – Thema Kunst

16.00 Uhr: Kugel-Kandelaber-Kunst

Zu laufen, ohne eine Pause machen zu dürfen, ist ja schon Kunst – und beim Schreiben ist das jetzt hier so ähnlich, denn bis zum 12. Beitrag muss durchgehalten werden.

Kunst, die ersten Schritte auf schwierigem Terrain richtig zu setzen …

Aber auch die Kunst der Schmiede, Designer, Formgestalter, Handwerker und Könner, wie sie uns immer wieder im Alltag begegnet.

Clara und ihr Fahrrad auf dem Marktplatz in Waren (Müritz). Mit dem Künstler Franz Ulrich Poppe, der diesen Kugelbrunnen gemeinsam mit Werner Zimmermann und anderen geschaffen hat, durfte ich vor langer Zeit auf meiner Radtour ein sehr konstruktives und informatives Gespräch führen. – In der verlinkten Website, die sehr zu empfehlen ist, wird u.a. auch ein Minivideo gezeigt, wie der Brunnen aufgestellt wird. – Ich habe ihn noch in “Rohfassung” bei ihm stehen sehen. – Das Video zum Rakubrand finde ich sehr interessant.

Berliner Konzerthaus mit einem Kandelaber davor. –

Im Südgelände an der S-Bahn-Station Priesterweg ist ein Park, in dem viele skurrile und weniger skurrile Kunst ausgestellt wird.  – Ich nenne dieses Foto die “Kunst der Buchstaben

Das Hintergrundbild ist die A-Tür an der Stadtbiliothek in Berlin-Mitte. Gestaltet wurde sie von Fritz Kühn –

Dieser Marathon wurde von Dreams of Shadow initiiert


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Im Dreisprung von Nord nach Süd (21/28) Priesterweg

Priesterweg

Der S-Bahnhof Priesterweg wurde Ende der zwanziger Jahre als einziger Teil der Bebauungspläne für das Schöneberger Südgelände im Rahmen des Chapman-Projektes realisiert. … …  1928 durch den Reichsbahnrat Günter Lüttich in der sachlichen Formensprache der Moderne errichtet, gehört die Anlage zu den ersten und auch stilbildenden Beispielen eines neuen Typus des Vorortbahnhofes. Die streng voneinander geschiedenen Funktionsbereiche des Empfangsbereiches artikulieren sich klar in einzelnen Baukörpern. Von grosser ästhetischer Qualität ist das Zusammenspiel ihrer blau-braun changierenden Klinkerschale mit einer an Bruno Taut erinnernden Farbigkeit insbesondere der Fenster und leicht expressionistischen Anklängen in den Details. Von der zweigeschossigen zentralen Halle des Empfangsgebäudes gelangt man über einen Tunnel zu den beiden Bahnsteigen. Ein gemeinsames flaches Schutzdach zieht sich dort über Treppenschacht und beheizbaren Warteraum. Alle Aufbauten sind in modernem Eisenfachwerk konstruiert und mit graublauen Fliesen verkleidet.
(Quelle: Architektur und Baugeschichte des S-Bahnhofs Priesterweg, Gruhn-Zimmermann, A.;)

Quelle: Blog: Die Kiezreporter

Heute werde ich euch mit viel Text verschonen (der graue Einschub hier oben ist nachträglich hinzu gekommen), denn über das einzig Sehenswerte an dieser Station – das Schöneberger Südgelände – mit seiner Metallkunst habe ich hier und hier schon mal berichtet. – Vielleicht ist ja der Bahnhof doch sehenswerter als ich dachte.

Auch die Lokomotive aus dem Fotoblog steht dort.

 

In Naturschutzumgebung fühlt sich auch die Kunst wohl

Auf dem Fotoblog gibt es was für Geburtstagskinder


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Im Dreisprung von Nord nach Süd (1/28) Hennigsdorf

Hennigsdorf (Ehemals DDR)

ist eine kleine Stadt (25 Td. EW) im Nordwesten von Berlin, die schon zu Brandenburg gehört. Zu DDR-Zeiten war das Stahl- und Walzwerk Hennigsdorf der größte Arbeitgeber in der Region, aber wegen der gebauten Lokomotiven war der Ort auch bekannt.

Nach 37-jähriger Unterbrechung wurde am 15. Dezember 1998 der erste S-Bahnzug auch wieder am Bahnhof Hennigsdorf begrüßt.

1993 wurde eine Denkmalsanlage zu Ehren der 5000 Arbeiter, die am 17. Juni 1953 demonstrierend über Berlin-Spandau nach Ost-Berlin zogen, auf dem ehemaligen Dorfanger eingeweiht.

In den letzten Jahren war Hennigsdorf Drehort für Videos von Rosenstolz („Sternraketen“), Fettes Brot („An Tagen wie diesen“) und den Ärzten („Junge“). Zudem wurden in Hennigsdorf Aufnahmen zu einer Tatort-Folge und im alten Stahlwerkklubhaus Folgen der Fernsehserie Praxis Bülowbogen gedreht.

(Diese vorangesetzten Texte in grau sind einfach von Wiki abgekupfert und enthalten allgemeingültige Informationen)

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Kurz hinter der Stadtgrenze und damit kurz hinter der ehemaligen Staatsgrenze ist Hennigsdorf . Ortsteile davon waren zu Mauerzeiten nur mit Passierschein zu betreten. Schon von der S-Bahn aus erkennt das geübte Ost-Auge, dass es hier auf bekanntem Terrain ist – doch das wirkt nicht unsympathisch. Die bundesweit typischen Neubauten und Ladenketten, die nach 1990 kamen,  können über diesen Eindruck schlecht hinwegtäuschen.

Am Bahnhofsvorplatz und in der Stadt mehrere Mahnmale – für die Opfer des Faschismus, für die des 17. Juni, für Kommunisten, für Kapp-Putsch-Teilnehmer – keines davon beschmiert oder zerstört.

Ein historischer Stadtkern mit einer wirklich schönen Fußgängerzone und ein Stadthafen, den die Havel bildet, lassen richtig beschauliche Momente aufkommen. Ein bezahlter Sprayer gibt in der Fußgängerzone  einem hässlichen Trafohäuschen ein neues Kunst-Gesicht, und das ist vielfältig, gelungen und farbig. (Die Slideshow kann man anhalten, vorwärts und rückwärts laufen lassen, wenn man in den unteren Bildrand mit der Maus hineingeht.)

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Die typischen WBS-7o-Wohnblöcke (5 Etagen ohne Fahrstuhl) wurden alle durch einen angebauten Fahrstuhlschacht qualitativ aufgebessert. Schöne Spielplätze davor machen Lust auf Wohnen.

Das neue Rathaus krankt ein wenig an Bedeutungslosigkeit, aber das alte im neogotischen Stil ist dafür um so schöner. Ein kleines Museum darin und lauschige Fenster ließen den Fotoapparat vor Begeisterung schnurren .

Mir fällt angenehm auf, die Stadt ist „schrillionenmal“ sauberer als Berlin, die Kippen liegen wirklich im und nicht vor dem Mülleimer, Kehrmaschinen machen noch das, wozu sie gebaut wurden.

Ist Hennigsdorf die Stadt der Alten? Weil beschaulich und langsam? Selten so viele Rollatoren mit dahinter schiebenden Frauen gesehen.

Link zum Foto – das ist ein Fensterflügel der Eingangstür zum Projekthaus „Spinnennetz“ – dort kümmern sich engagierte Leute um verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche.

An dem erhaltenen Grenzturm mit inliegender Ausstellung erschreckte mich der Grenzer besonders, als ich die steilen Stufen nach oben geklettert war. Bequem hatten es die Jungens während ihres Dienstes nicht, wenn ich mir die originale spartanische Ausstattung so anschaue!

Dieser Ausflug mit dem Berlin-Brandenburg-Ticket ins Brandenburgische hat mir gefallen.


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Brandenburg erkunden – Jüterbog 4

Das letzte Stündlein zeigt sie noch nicht

Da alles abgearbeitet, bleiben nur noch die Zunftzeichen (Fotoblog)

Irgendwie haben mich diese hübsch gestalteten Werbebotschaften des Handwerks oder anderer Dienstleistungserbringer schon immer zum Fotografieren gereizt.

Ich zeige euch nur einen Teil derer, die ich in Jüterbog gefunden habe. Und Jüterbog ist wirklich nur eine kleine Stadt – da könnt ihr euch ja denken, was es in dem Rest der Welt von Deutschland noch so gibt.

Die einen Kanaldeckel, die anderen mit Underfoot schon etwas höher – und Clara als Himmelhoch natürlich das, was man sieht, wenn man in den Himmel guckt: Zunftzeichen.

So präsentiert, kommen sogar Versicherungen sympathisch rüber

Ist das Reklame für "Ehe zu dritt" oder wie seht ihr das?

Ich habe jetzt Appetit auf ein Eis, wer noch?

Als Erste Hilfe bei zu viel Eis!

Ich war dem Himmel für den Hintergrund sehr dankbar

Ich gehe hier vorbei, nicht hinein - zuviel Hüftgold!

Der Himmel ist steigerungsfähig und hier noch mit Lampe!

Und jetzt: Ist das nicht ein Rattenschiss? Nein, das ist ein Schattenriss!

Ihr seht, Zunftzeichen nur bei Sonne und Schatten fotografieren

Bis jetzt hat  euch ja  mein Ausflug nach Jüterbog gefallen, wie ihr geschrieben habt. – Morgen gibt es noch Nachschlag, denn ein bisschen was fehlt noch.

(Ich bin auf die Idee gekommen, weil ich mein Seniorenticket, das in ganz Brandenburg gilt, auch ein wenig nutzen möchte!)

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Und hier könnt ihr sehen, wie ich mich des Themas Nur ein Blattvon Frau Kunterbunt von der unernsten Seite aus angenommen habe.


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Brandenburg erkunden – Jüterbog 3

Antikes – Lampen – Lokomotiven – Zunftzeichen

Jüterbog hat wohl eine besondere Beziehung zu den Lokomotiven, denn sonst gäben sie ihr keinen Namen und so ein unverkennbares Gesicht  und spendierten ihr auch keinen Brunnen mit einer Lokomotive.

Wer diesen Zusammenhang rausbekommen möchte, kann das gern tun, ich möchte hier einfach nur neckische Fotos zeigen. Die wunderschöne Holzeisenbahn steht gleich auf dem Bahnhofsvorplatz und lädt zum Mitfahren ein. Vielleicht will die DB ihre Gäste nach einer saftigen Verspätung damit wieder etwas aufheitern.

Und wenn ihr euch das Gesicht von „Johanna“ mal genau betrachet, dann könnt ihr erkennen, dass ihr Zahnbefund offensichtlich auch nicht der beste zu sein scheint. Deswegen: Spontane Sympathie und nur noch jemanden gesucht, die mich fotografieren konnte/wollte.

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Als mir via Internet-Telegramm-Expressbote zugetragen wurde, dass Frau Margot Freidenkerin heute Geburtstag hat, wurde gleich ein Blumenexpress losgeschickt und ein Witz extra für sie erzählt . Margot, mit nur guten Wünschen fährt dieser „Witzblumenexpress“ zu dir.


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Als Single auf dem Fahrrad unterwegs

Das Fahrrad sollte uns im Sommer 2004 auf dem teilweise sehr komfortablen Fahrradweg Berlin- Kopenhagen in diese schöne Stadt führen.

Wir, das waren eine Bekannte, mein Prinz Bär und ich. Und weil ich die Mitfahrerin nicht um Veröffentlichungsgenehmigung gefragt habe, setze ich ihr mal gerade einen Bärenkopf auf, passt so schön ins Terzett.

Der Kleine ist ja sturmerprobt!

Das Kopenhagen-Tour-Team

Von der Fahrrad-hinter-Fahrrad gefahrenen Strecke gibt es nicht viel zu berichten, da die gemeinsame Fahrt  unmittelbar hinter der Fährüberfahrt Rostock – Gedser beendet war. Die Ansprüche an Quartiere, Gestaltung und sonstiges waren so unterschiedlich, dass es Stress gewesen wäre, gemeinsam weiterzufahren.

Allein war es auch nicht schlecht, die Kontaktaufnahme zu anderen erfolgt viel schneller und so etwas wie „Angst“, egal weswegen, habe ich relativ selten.

Die Quartierkosten in Dänemark ließen mich immer in leicht gestammeltem Englisch versichern, dass ich nicht das Hotel kaufen wolle, sondern tatsächlich nur eine Übernachtung wollte. – Da bei diesem Sauwetter kaum Touristen unterwegs waren, kam man mir tatsächlich des öfteren mit einer 50%igen Preissenkung entgegen – zumindest musste ich keinen Einzelzimmerzuschlag zahlen.

An eine schöne Episode in Dänemark erinnere ich mich. Wir hatten uns ein Privatquartier ausgesucht – mir reichte der Komfort, ich fand die Leute – ein altes Ehepaar –  sehr nett, aber meine Mitfahrerin kam aus dem Naserümpfen gar nicht mehr raus, weil u.a. die Dusche für 3 Zimmer gemeinsam und somit auf dem Flur war. Sie flüchtete für 70,00 €  ins Hotel. – Auf dem Rückweg – ich hatte wohl keinen trockenen Faden mehr am Leib – wollte ich wieder dort übernachten. Der Mann erkannte mich zuerst gar nicht – aber als er das tat, hing er alle meine Sachen im Heizungskeller auf, warf die Heizung an und die Frau musste alles auftischen, was sie zu essen im Kühlschrank hatte. – Ich war gleich wieder mit dem dänischen Schietwetter ausgesöhnt und blieb zur Belohnung zwei Nächte zahlender Gast!

Der Rückweg auf deutschem Gebiet führte mich durch den wunderschönen Ort Waren an der Müritz. Von der Hinfahrt kannte ich die unverschämt hohen Übernachtungspreise und der Beutel war ziemlich leer. Also wollte ich gegen 17.00 Uhr Waren verlassen, um in einem kleinen Dorf mein Nachtlager aufzuschlagen.

Mein Weg führte mich zum „Blauen Haus“ – eine bekannte Keramikwerkstatt. Was ich dort sah, gefiel mir so ausnehmend gut, dass ich mich gar nicht trennen konnte. Ein Mann sprach mich an, den ich für den Gärtner  hielt. Er bemerkte mein Interesse und fragte mich etwas aus. Ich zeigte deutlich mein Interesse, mich mit dem Keramiker zu unterhalten. – Noch eine Weile ließ er mich zappeln – dann stellte er sich vor – er war es selbst nach dem Motto:

Der Gärtner ist immer der Künstler …

Bequem? Eher nein!

Im Moment fehlte ihm die  Zeit für ein ausführliches Gespräch, er vertröstete mich auf 16.00 Uhr. – Waren bot genügend Abwechslung. Auf dem Marktplatz, auf dem sein berühmter Brunnen steht, lud mich auch dieser Stuhl mehr oder weniger zum Sitzen ein.

Und flugs stand ich wieder in diesem keramischen Zauberparadies mit all den Kugeln, Fischen, Gefäßen usw. usf.

Als ich immer häufiger auf die Uhr schaute, weil meine Zeit zur Weiterfahrt drängte, erkundigte er sich nach dem Grund meiner Eile. Offen und ehrlich wie ich so bin, erzählte ich von den überteuerten Übernachtungspreisen und meiner Finanzsituation, denn  ich war gerade arbeitslos geworden.

Der Sinn der weiteren „befragenden “ Unterhaltung seinerseits blieb mir ein wenig verschlossen. Ob ich allein unterwegs sei? Ja! Ob ich denn keine Angst hätte? Kaum! Ob ich denn nicht auch Lust hätte, mich noch ausführlicher zu unterhalten?   Sicherlich!

Ergebnis: Er bot mir kostenlos sein Gästezimmer an, dass nur von den zu Besuch kommenden Kindern genutzt wird, freute sich bei einem mehr als anregenden Gespräch am Abend über Abwechslung aus der Hauptstadt und bereitete mir am nächsten Morgen ein gutes Frühstück. Ich schlief – nach all den Anstrengungen der langen Radetappe – wie ein Engel und hätten nachts irgendwelche Versuchungen vor der Tür gestanden – ich hätte sie verschlafen.

Am Morgen suchte ich mir einen im Rakubrand entstandenen Fisch aus, der immer noch einer meiner schönsten Reiseerinnerungen ist.

Das ist er:

Glotzauge, sei wachsam!

Und die Keramikwerkstatt ist hier im Netz zu finden und im Fotoblog sieht man einen Löwen auf dem Marktplatz in Waren, der wie dumm einen Brunnen umkreist.


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Der, die oder das Schnecken-Post

Zu diesem Artikel wurde ich durch die zahlreichen Schneckenfotos angeregt, die bei Paradalis und Frau Kunterbunt in mehrfacher Ausfertigung als auch bei Gedankenkrümel und Sunny zu bewundern waren. Bei Frau Kunterbunt musste ich grinsen, da der Zweitname meines Enkels der gleiche ist, ohne dass er eine Schnecke, aber auf jeden Fall genau so hübsch wie dieser Herr Schneck  ist.
Ihr verzeiht, dass ich – wie schon so oft – die Schneckerei ein wenig anders darstelle.

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Ein Liebesdrama

Die Schnecke, die liebt eine Frau,

das sieht man wirklich ganz genau.
Sie schleimt sich kriechend an den Platz
und gibt der Liebsten einen Schmatz.

Als Frau erkennt, wer um sie wirbt,

wird sie sofort zu Stein und stirbt.
Das macht der Schnecke gar nichts aus,
sie dreht sich weg und geht ins Haus.

Sie lauert auf die nächste Braut,

die um die Ecke kommt,  und schaut
aufs neue wieder lüsterlich
wo sie kann schleimen, fürchterlich.

Sie kriecht deshalb von Blog zu Blog

und stürzt dabei nicht ab,  frohlock!

Die darstellenden Personen sind da und da zu sehen (bitte in der vorgegebenen Reihenfolge anklicken):

Frl. Schneck und Schneckmadame


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Im Berliner Untergrund (5) Tram

Sollten mir nicht noch weitere spektakuläre Bilder vom Berliner Untergrund vor meine Mini-Cannon kommen, dann ist erst mal Schluss mit dieser Serie.

So unendlich schön sind die Fotos vielleicht nicht, da natürlich auch diese durch das Blitzlicht verspiegelt sind – doch mir kam es nicht auf den künstlerischen, sondern mehr auf den informativen Wert an.

Mit diesen Stromabnehmern fuhren in meiner Studienzeit die Busse in Dresden. Immer wieder mal musste der Fahrer aussteigen und mit einer langen Stange den Abnehmer vom Netz trennen, da sich was verhakt hatte.

Görlitz, die Stadt, in der ich aufgewachsen bin, verfügte auch über eine Straßenbahn. Eine Fahrt kostete 0,20 M, also 20 Pfennig. Im Grunde genommen sah sie so ähnlich aus, nur der Stromabnehmer war schon dieser zusammenklappbare Bügel, wie er hier später gezeigt wird.

....Und so kennen wir sie doch noch – bevor sie durch die (hochmodernen) Wagen der sogenannten Tatrabahnen ausgetauscht wurden, die sogenannten Niederflurstraßenbahnen, in denen man wie im D-Zug von vorn nach hinten durchgehen kann.

Als wir wieder ans Tageslicht steigen wollten, drückte ich meiner Wunschenkelin den Fotoapparat in die Hand und heraus kam das:

Und zuguterletzt gab es noch auf der Treppe ein Streifen-Bild

Und tschüss! Wer wirklichen Prunk in der U-Bahn erleben will, der muss z.B. nach Moskau fahren. Eine der vornehmen, älteren Stationen sieht so aus:


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Im Berliner Untergrund (4) Eisenbahn

Die S-Bahn und die Busse habe ich in den letzten beiden Folgen gezeigt. Ich bleibe auf dem Bahnhof Klosterstraße,  der auf der Linie U2 ist und von der man zum Nikolaiviertel und zum Roten Rathaus laufen kann.

Die Atmosphäre auf dem ersten Bild ist doch anheimelnd – irgendwie gemütlicher als unsere heutigen Bahnhöfe.

Ich kenne sie noch aus meiner Kinderzeit, diese Wagen, die an jedem Abteil eine Tür hatten, vor allem aber die, bei denen man im Freien einsteigen musste und auch die Übergänge von Wagen zu Wagen nur sehr spärlich überdacht waren. Und Holzklasse war Ehrensache – dafür war kein einziger Sitz von Sprayern verziert.

Und da ist sie ja wieder – die von so vielen geliebte Dampflokomotive mit ihren typischen Geräuschen. – Und was macht man für ein Geräusch, wenn man einen ICE nachmachen will?

Ich könnte schwören, dass ich in meiner frühesten Kindheit in solchen Zügen noch gefahren bin.

Weiß jeder auf Anhieb, was der Buchstabe D beim D-Zug heißt? Ohne nachzugucken?