Claras Allerleiweltsgedanken


Musik

Musik wird störend oft empfunden, sobald sie mit Geräusch verbunden.

Ob das Eugen Roth, Ringelnatz oder Morgenstern gesagt hat, weiß ich nicht – aber auf jeden Fall haben sie recht. Und ich meine nicht nur Musik im ganz direkten Sinne, sondern Lärm und Geräusch ganz allgemein. In einer Großstadt gibt es wenig Chancen, dem Lärm zu entgehen, er ist fast allgegenwärtig.
Nun könnte doch jeder denken, dass ich es mit meinem eingeschränkten Hörvermögen gut hätte, weil ich ja alles leiser oder gar nicht höre. Leider ist dem nicht so. Das Innenohr mit seinem zerstörten Flimmerepithel nimmt Geräusche über eine bestimmte dB-Zahl und vor allem schrille Frequenzen ganz besonders übel. Fachleute nennen das „Hyperakusis“. Kreischende Weiber im Gewinntaumel beim Doppelkopfspielen sind eine wahre Prüfung Gottes für meine Ohren, auf die ich manchmal verzichte, wenn es mir nicht so gut gehe – obwohl ich für mein Leben gern Doppelkopf spiele. – Generell haben es die meisten Frauenstimmen schwerer, Wohlgefallen vor meinen Ohren zu finden. Sind sie aber auch noch laut und schrill, dann ist es für diese Stimmen noch schwerer, auf der Sympathieleiter weiter nach oben zu steigen. – Sind sie jedoch zu leise, tritt bei mir der sogenannte „Kopfhörereffekt“ ein – ich spreche immer lauter, weil ich nichts verstehe.

Insgesamt bin ich immer wieder empört, dass ich / wir uns in jedem Geschäft, in jeder Kneipe und fast schon in jeder S-Bahn Musik anhören müssen, die wir gar nicht hören wollen. Gesunde Menschen können akustische Störquellen = Akustikmüll ausblenden – ich kann es leider nicht mehr – und das nervt, nervt, nervt!