Claras Allerleiweltsgedanken


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Löwen lesen Literatur lieber „ligital“

Werbung ohne Bezahlung

Natürlich weiß ich genau so gut wie ihr, dass das „digital“ heißen müsste – aber mit l habe ich nichts gefunden, was besser gepasst hätte.

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Dass ich mir einen eBookReader kaufen wollte oder schon gekauft habe, hatte ich schon mal angedeutet. Aus der Bibliothek hatte ich mir den Tolino vision 3 ausgeliehen und „Blut geleckt“, was aber hier ein ganz blöder Vergleich ist. – Irgendwie mit großen Schwierigkeiten habe ich Bücher aus der Bibliothek auf diesen Bildschirm geholt – und mit sehr viel Entspannung dann gelesen.

Ich war von dieser Lesevariante so weit überzeugt, dass ich mir selbst einen kaufen wollte. – Und da die Augen im Alter nicht besser werden, habe ich mir die große Variante der Tolino-Reihe, den T. epos ausgesucht. Er wird angepriesen mit 69% mehr Lesefläche – das Mehrgewicht habe ich außer Acht gelassen und trotz seiner 4 cm mehr Höhe und 2 cm mehr Breite passt er in meinen kleinen Rucksack hinein. – Diese Ausführung hat weiterhin den Vorteil, dass sich das Hintergrundlicht automatisch ändert – abends im Bett ist es nicht so grellweiß wie am Tage.

Ein Tolino ohne „Mäppchen“ ist wie Clara ohne Söckchen – ich habe nämlich immer kalte Füße. Da ich mich nicht entscheiden konnte, habe ich eine ganz preiswerte in lila bestellt und eine sehr robuste in schwarz/weiß. Seht selbst – da hat mich doch förmlich die Romantik gepackt.

Als ich den Biliothekstolino zurück brachte, drückte mir die sehr freundliche Bibliothekarin folgenden Zettel in die Hand:

Ich habe an diesem 31. Januar viel Interessantes gehört und gelernt. Nach wie vor finde ich, dass das Touchen auf dem Bildschirm mit kleinen Tücken verbunden ist – bei der Tastatur will er immer die Nachbartaste anzeigen. Auch das Markieren von Textstellen könnte einfacher sein – doch Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut – ich bekomme schon noch die notwendige Fingerfertigkeit. Andersherum – warum brauche ich ausgiebige Notizen? Bibliotheksbücher kann ich nicht in der Cloud  abspeichern – also brauche ich auch keine Notizen dazu.

Und jetzt Fotos, die die Überschrift rechtfertigen. – Ihn, den Tolino, einfach so in der Hand zu halten, wurde nach einiger Zeit doch anstrengend – und am Tisch zu sitzen und ihn gegen den Leuchter zu lehnen, hat mir auch nicht gefallen. Hier ist es ja noch der kleine – der größere wollte fast den Leuchter umreißen.

Also fuhr ich zu mitternächtlicher Stunde in den Keller und holte ein Brett und dieses „dreiohrige“ Ding nach oben. Das Brett lag bequem auf den Armlehnen meines Lieblingssessels (ein Wort mit 5 s) – aber es war zu viel Gefälle da – das musste das Löwenkind ausgleichen. Dieses tat mir dann nach einiger Zeit leid und ich ließ mir was anderes einfallen.

Das „Drei-Ohr-Ding“ war meine Navihalterung für das Auto – lag perfekt im „Cockpit“ vorn an der Scheibe. Bisher habe ich dafür noch keine neue Funktion gefunden.

Die letzte Variante ist das Non-plus-Ultra – so werde ich in Zukunft immer lesen.

Laut Beschreibung soll der Akku „ewig“ halten – meiner war nach einer Woche runter – kann aber eine Anfangserscheinung sein.

Das „Umblättern“ funktioniert manchmal erst, nachdem ich 3x auf den Bildschirm getoucht habe. Das kann aber auch auch meiner zu trockenen Haut liegen, denn beim Handy habe ich auch öfters Schwierigkeiten.

In der anpreisenden Reklame stand auch was von Blendfreiheit und Lesen bei hellem Sonnenschein. Letzteres habe ich noch nicht getestet, aber meine Nachtlampe stört sehr auf dem Display. – Doch dann mache ich sie eben aus und kann trotzdem lesen.

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… und was machen Bären?

Die lesen nur manchmal, aber manchmal umarmen sie sich auch einfach aus Freude.

Beim letzten Artikel war das in den Kommentaren: (den sich bewegenden Bären konnte ich nicht kopieren)

Und dieser letzte Satz hatte ein Bärenshooting zur Folge. In lila war leider nur ein Bewerber angetreten, dafür kamen drei wunderschöne Braunbären.

Titel: Bei und nach der Umarmung

Titel: Verwegen, zerzaust und vielgereist kommt Herr Bär zu den Probeaufnahmen (dem Lilabär steht der Schreck im Gesicht geschrieben)

Dafür wird es jetzt noch einmal gemütlich:

Also macht es gut – ich muss jetzt endlich lesen gehen.

 


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Lese- und Lebensstoff

Bald geht es los. Damit Flug- oder andere Leerlaufzeiten gefüllt und die Angst beim Fliegen überwunden werden kann, habe ich mir das Buch

Die Spuren meiner Mutter

besorgt. – Wenn ich zurückkomme, will ich sehen, was die Literatur zum Töchterthema schreibt:

  • Nicht ohne meine Tochter
  • Tochter der Erde
  • Hannas Töchter
  • Geliebte Töchter
  • Tochter des Gehengten
  • Tochter des Drachenkönigs
  • Tochter der Prärie
  • Mönch und Henkerstochter
  • Ein Vater und zwei Töchter
  • Die falsche Tochter

 


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„Das Leben ist ein Regenbogen“ …

behauptet Iris Boden …und sie hat Recht!

1410 Regenbogen Karfunkelfee

Foto: http://karfunkelfee.wordpress.com/2014/10/12/ahnungen-von-immergrun-spektralanalyse/

Gemeint ist ihr gleichnamiges Buch, das ich gerade mit Spannung und Schmunzeln gelesen habe.

Wie oft waren wir schon in den Fängen von Frau Esmeralda Eifersucht gefangen – bewusst oder unbewusst? Darüber kann man nachsinnen.

Froh können wir sein, wenn wir in unserem Umfeld nicht die allwissende, immer Intrigen spinnende Tante Gertrud haben und gar noch von ihr abhängig sind. Sie schafft es leider, dass am Ende alles nach ihrem Kopf geht, auch wenn sie dazu giftige Einfälle in die Tat umsetzen muss.

Zu welchen leicht frivolen und geheimnisvollen Gedanken die Autorin von einer runden Männerglatze mit abstehenden Ohren animiert wird, das müssen Sie einfach selbst lesen.

Wer will schon von einem Psychiater behandelt werden, der am Ende selbst behandlungsbedürftig ist, nachdem er alles ko geschlagen hat? Die meisten wollen überhaupt nicht psychiatrisch behandelt werden.

Weihnachten, die fünfte Jahreszeit in Deutschland, wird in dem Buch nicht ausgespart. Bei einer Geschichte über dieses Thema lief es mir kalt den Rücken herunter vor Grauen, zumal ich glaubte, hier einem innerfamiliären Disput zu lauschen.

Jetzt habe ich fünf Geschichten kurz angerissen, es gibt noch 14 weitere in diesem Buch – alle lesenswert, faszinierend für mich oft der unerwartete Ausgang der Geschichte. Manche hinterlassen ein Lächeln, andere ein Nachdenken – aber keine einen faden Nachgeschmack.

Man kann es im Buchhandel, online bei Amazone oder sicher auch bei ihr bestellen – ihre Blogadresse ist: http://irisboden.wordpress.com/ oder http://schreibtischgedanken.wordpress.com/


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Thomas Mann und sein Inzest-Buch

Thomas Mann hat schon einmal in meinem Leben eine wichtige Rolle gespielt, allerdings eine unrühmliche – nämlich bei meinem mündlichen Abitur im Fach Deutsch.
Doch dafür kann ich wahrscheinlich weniger ihn verantwortlich machen als meine politische Einstellung, die ein wenig konträr zu der vieler Lehrer in der damaligen Zeit in der DDR stand. – Auf jeden Fall hatte ich all die Jahre in Deutsch eine 1, doch beim Abituraufsatz war der Zweitkorrektor nicht so richtig einverstanden mit dem, was ich geschrieben hatte – also musste ich in die mündliche Prüfung. Und hier interpretierte ich „Mario und der Zauberer“ nicht systemkonform  und linientreu – also war die Note 1 futsch – und ich habe es überlebt.

Doch hier geht es mir um das Buch „Der Erwählte„. Eine inhaltliche Zusammenfassung, die sich auf die Überschrift bezieht, in wenigen Sätzen:

Das Buch handelt in mittelalterlichen Zeiten und ist auch in ebensolch schwer verständlicher Sprache geschrieben.
Ein Ehepaar bekommt ein gemischtes Zwillingspärchen und die Mutter verstirbt bei der Geburt. Der sehr begüterte Vater von edlem Stand erzieht seine beiden Kinder allein und wendet der Tochter überwiegend die Liebe und dem Sohn die Strenge zu. Die „Geschwisterzwillinge“ wachsen so innig miteinander auf, dass sie später eine ganz intensive Liebesbeziehung eingehen, die einen Sohn zur Folge hat. Da erkennen beide die Sündhaftigkeit ihres Tuns – der Bruder wird  zur Buße auf einen Kreuzzug ins Hl. Land geschickt und kommt dabei um, die Schwester (und Mutter ) entbindet ihren Sohn heimlich und muss sich von ihm trennen. Er wird ausgesetzt wie Moses auf dem Wasser des Ärmelkanals – und überlebt natürlich, denn sonst wäre das Buch nicht so lang geworden.

Er wird von einem Abt gefunden, einer Fischersfrau als Nährmutter in ihrem sowieso schon sehr kinderreichen Haushalt als „Kuckuckskind“ wissentlich untergeschoben, später aber im Kloster erzogen. Als er mit 17 von seiner wahren, ungefähren Herkunft erfährt, macht er sich suchend auf den Weg.

Seine ihm nicht bekannte Mutter lebt seither keusch und rein und Buße tuend und schlägt jegliche Brautwerber aus, immer noch um den Geliebten und Bruder trauernd. Ein ganz ausdauernder, sehr tyrannischer Liebhaber drangsaliert deshalb die ganze Stadt und alle leiden unter dieser Verweigerung.

Jung-Gregorius (so heißt der inzestuös gezeugte Knabe) kommt in diese Stadt, kämpft und besiegt diesen brautwerbenden Ritter und hält – ohne genaues Wissen der familiären Zusammenhänge – um die Hand seiner um 17 Jahre älteren Mutter an – und wird erhört, denn diese sieht in ihm den geliebten toten Bruder und weiß im Unterbewusstsein die Wahrheit, denn er trägt ein Wams aus dem edlen Stoff, den sie dem Kind damals mit in sein wasserdichtes Transportmittel gab. – Aus dieser Beziehung gehen zwei Kinder hervor – eines schon geboren, das andere noch im Mutterleib, als das Geheimnis ans Licht des Tages kommt.

Wiederholung der Geschichte – der SohnGeliebte flüchtet, um Buße zu tun, sie soll alles irdische Gut fahren lassen und sich nur der Alten- und Siechenpflege widmen.

Durch vollkommen mysteriöse Umstände überlebt der junge MannVaterEhemann einen wiederum 17jährigen Aufenthalt auf einer einsamen Felseninsel – ohne Essen, angekettet und ohne Kleidung. (Ein wenig dick hat Th. Mann hier schon nach meinem naturwissenschaftlich orientierten Verstand aufgetragen). Dort harrte er aus, um gottgefällige Buße zu tun – und deswegen blieb er eben auch am Leben.

Und am Ende bekommt die Geschichte noch einen drauf gesetzt: Der inzwischen geläuterte Grigorius wird zum Papst gewählt, erklärt seine beiden Töchter zu seinen Nichten und vermag es auch, seine Mutter von ihren andauernden Schuldgefühlen freizusprechen. – Will uns Thomas Mann damit sagen, dass die Obersten der katholischen Kirche nicht so fromm tun sollten, sie sind Sünder wie alle anderen auch, vielleicht sogar schlimmere?

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Ich habe immer überlegt, warum eine geschlechtliche Beziehung zwischen Geschwistern ein so verdammenswerter Akt sein soll.
Dass sexueller Missbrauch, den Eltern „zwangsweise“ an ihren Kindern begehen, eine strafbare Handlung ist, über diese Selbstverständlichkeit will ich nicht reden. Auch will ich hier nicht über Ödipus und das ganze Drumherum schreiben.
Mir geht es um die Liebe zwischen erwachsenen Geschwistern. Ich habe vor einiger Zeit von einem Geschwisterpaar in Deutschland gehört, dass mehrere Kinder miteinander hat. Die Frau ist ein wenig geistig zurückgeblieben und wäre ohne ihren Bruder und Geliebten gar nicht in der Lage, sich um die Kinder zu kümmern. Und er sollte wohl mit Haftstrafe von seinem „sündigen“ Tun abgehalten werden.

In der Antike oder bei den Ägyptern und in den adligen Königshäusern waren Geschwisterehen nicht selten. – Auf keinen Fall will ich hier dafür plädieren, dass Bruder und Schwester ihre Sinne nicht auf andere Partner, sondern nur auf das Geschwisterteil richten sollen. Doch wenn es in Ausnahmefällen passiert – ist es wirklich ein Grund dafür, diese beiden mit harten Sanktionen zu strafen? Ich bin mir nicht klar darüber.

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Falls es jemand interessiert, was Wiki dazu sagt, dann lest hier. Und im Fotoblog zeige ich euch mit zwei zwinkernden Augen, wie es in der Politik zugeht – ob da alle Abgeordneten aus „reinem“ Hause kommen?