Claras Allerleiweltsgedanken


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Ein Jahr …

Alles, was ich über Lucie an Fotos hier im Netz zeigen möchte, habe ich bereits Ende Dezember hier gemacht. Doch heute ist ihr erster Todestag, den ich nicht einfach so vorüber gehen lassen möchte.

Ich habe mir noch einmal ihren Blog angesehen und mir 3 Header ausgeliehen. – Der erste zeigt ihre Lieblingsfarbe blau. Sie hat sich mit ihren Fotos immer sehr viel Mühe gegeben, entsprechende Rahmen hinzugefügt, um das, was sie zeigen wollte, besonders herauszuarbeiten.

Der zweite hat was mit Blumen zu tun. Durch ihren schönen, großen Garten direkt am Haus waren ihr Blumen sehr ans Herz gewachsen.

Und den dritten habe ich jetzt für eine Woche als Header bei mir selbst eingestellt.

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Erinnerungen

Lucies erster Todestag ist zwar erst im Januar, aber am Jahresende muss ich einfach an sie denken. – Dass ihre Lieblingsfarbe blau war, darauf kann man nicht kommen. 🙂 – Mir gefällt sie mit den „gekauften Haaren“ besser, nur der Grund für den Kauf war natürlich schrecklich.

Ohne viel Worte, denn sie fehlt mir so sehr.


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Weil alle Zimmer unbelegt waren …

… musste ich „doppelt“ zahlen?

Ende des letzten Monats begab ich mich nach D.. Da kann ich mir noch so sehr Mühe geben, edle Gedanken zu haben – die irdischen Dinge holen mich doch immer wieder ein. Schon die Busfahrten waren zwar preiswert, aber mehr als unkomfortabel. Sowohl hin als auch zurück saßen Menschen neben mir, die ca. 1,5 Plätze für sich beanspruchten. Die Mittelarmlehne existierte nicht, womit ich mich hätte abgrenzen können. Ich saß immer auf dem Gangplatz und immer auf dem Rand, so dass ich sicher die Vorrichtung für den Sicherheitsgurt fest als Abdruck in den Weichteilen hatte.

Auf der Hinfahrt war es eine jüngere Russin, die trotz gut geheizten Busses ihren dicken Wintermantel und ihre Wollmütze nicht ablegte. Ich bedankte mich bei meinem Schnupfen, dass ich nicht riechen konnte, ob sie anfing zu müffeln. –

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Auf der Rückfahrt hatte der Hertha-BSC-Fan, der sich neben mir breit machte,  in Gedanken bei seinen Pornofilmen auf dem Laptop bestimmt immer die Hauptdarstellerin des Films auf dem Schoß, denn so breit machte er sich. Da der Bus bis zum allerletzten Platz ausgebucht war, musste ich durchhalten bis zum bitteren Ende. Wir hatten Verspätung und ich schloss 1.30 Uhr meine Wohnungstür auf.

Als ich in Duisburg nach einer längeren Stadtbusfahrt das Hotel gefunden hatte, in dem ich ein Zimmer reserviert hatte, musste ich im Schweiße meines Angesichtes meinen Koffer eine enge, steile Holztreppe hochschleppen – die junge Wirtin ging fröhlich pfeifend hinter mir. Und als sie mir das Zimmer zeigte, wäre ich am liebsten stehenden Fußes umgedreht und in ein anderes Etablissement gegangen. Leider hatte ich das nicht vorbereitet.

Mir wurde für 65,00 € pro Nacht geboten:

Das Zimmer mit den Maßen 2,00m x 5,00 m enthielt ausrangierte Möbel, die alle beschädigt waren. Ein bequemes Sitzmöbel fehlte – wo hätte es auch stehen sollen.  Der Durchlauferhitzer funktionierte nicht richtig und die Aussicht hätte aus einer Knastzelle nicht schlimmer sein können.

Die „wunderschöne Aussicht“ will ich in einer Extragalerie zeigen.

Das Hotel lebt offenbar nur vom Restaurantbetrieb. Das Essen war gehobene Preisklasse, aber gut. Der Herr des Hauses und gleichzeitig der Koch lebt in seinen Kochpausen seine künstlerische Neigungen aus. Einige Sachen davon waren ganz schön.

Es wird mich nicht mehr so schnell etwas in diese Stadt führen – aber wenn, dann ist dieses Hotel zur „no-go-Ära“ erklärt.


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Ruhe sanft und schlafe gut …

… und gib deinen Angehörigen Kraft, ohne dich zu leben

Natürlich hätte ich Lucie lieber besucht, als sie noch am Leben war. Doch das ist bei solch einer schweren Krankheit ein fast unmögliches Ding. Die Patientin weiß nie im Voraus, wie es ihr morgen gehen wird, ob die Schmerzen stärker werden, ob die Übelkeit ein Dasein ohne Erbrechen zulässt. Und deswegen haben wir davon Abstand genommen.

Ich habe längere Zeit gezögert, ob ich zur Beisetzung fahren soll oder nicht. Ich versuchte immer und immer wieder, Lucies Mann zu erreichen. Doch niemand nahm ab. Tochter und Sohn konnte ich über das Telefonbuch nicht finden.

Busfahrt hin und zurück waren schon gebucht, auch ein Hotel hatte ich mir schon reservieren lassen.

Mittwoch (22.02.) früh 8 Uhr vom  ZOB (Zentraler Omnibusbahnhof Berlin) abgefahren. Die 7 Stunden Busfahrt nach Duisburg gingen schnell vorüber.

Ich erfuhr von Lucies Mann, dass sie nicht auf einem Friedhof beigesetzt wird, sondern in einem sogenannten Kolumbarium. Diese Urnenwand mit vielen Fächern ist hier in diesem Fall nicht auf einem Friedhof stehend, sondern ein Extragebäude. Kleine Beigaben können vor das Fach gestellt werden, und so schmückt ein wunderschönes Bild von Lucie mit ihrer Enkeltochter und natürlich ein Leuchtturm ihr Fach.

Doch ich greife voraus. In dem kapellenähnlichen Raum waren ca. 50 Stühle – und alle waren besetzt und einige Leute mussten stehen.  Die (natürlich) blaue Urne stand auf einem Podest und ein großes Foto von ihr brachten allen Trauergästen in Erinnerung, wie sie aussah, bevor sie krank wurde.

Die Wand hinter der Urne ist mit vergoldeten Ginkgoblättern verziert mir gefiel das sehr.

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Das Foto von ihrem Foto ist nicht toll, aber ich wollte mich auch nicht vordrängen.

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Nach einer Rede griff der Bestatter die Urne und brachte sie in das Nachbargebäude, wo das für sie ausgesuchte Urnenfach wartete. Der Platz reichte nur für die Angehörigen, alle anderen gingen nachher an dem jetzt verschlossenen Fach vorüber.

Danach waren in einem großen Raum mehrere Tische gedeckt und ich hoffe, dass alle die Gelegenheit ergriffen haben, sich Szenen aus ihrer Erinnerung mit Lucie zu erzählen.

Lucie, was war das für ein Zeichen, dass am Tag deiner Beisetzung so ein schreckliches Wetter war, es hat kleine Schusterjungen geregnet. Oder soll ich sagen: Der Himmel hat auch um dich geweint?

Tschüss!

 


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Nie mehr lachen wir gemeinsam am Telefon

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17. Februar 1954 – 23. Januar 2017

Mit dieser kleinen Collage ist einiges gesagt, aber längst nicht alles.

Lucie kenne ich schon „ewig“ – wenn man von Bloggerverhältnissen ausgeht. Sie kam zum ersten Bloggertreffen von Duisburg nach Berlin – und wir waren uns offenbar auf Anhieb sympathisch. In den nächsten Jahren kam sie mit ihrem Mann zweimal zu mir zu Besuch und ich habe sie auch in ihrem schönen Einfamilienhaus besucht.

Dass die Besuche in den letzten zwei Jahren nicht mehr stattfinden, hatte den Grund in ihrer angeschlagenen Gesundheit.

Aber ich möchte hier an die Frau denken, die mir unzählige Male technische Hilfe am Computer gegeben hat und die mir die schönsten lila Geschenke gemacht hat.

2017 hängt ein Kalender mit wirklich guten Texten an meiner Wand – den habe ich von ihr zu Weihnachten bekommen. Er wird mich immer an sie erinnern – noch einmal danke dafür, liebe Lucie.

Jetzt will ich einige Fotos einstellen, damit ihr euch mit mir erinnern könnt.

Lucie + ihr Fotoapparat = exzellente Fotos, bei Bedarf auch gut bearbeitet.
Lucie bei meinem Besuch bei ihr – wir waren mit zwei anderen Bloggerinnen beim Chinesen in Oberhausen
Lucie bei dem „Mann ihrer Träume“, der aus lauter Legobausteinen besteht.
Lucie und ich im Landschaftspark Duisburg – einem umgewandelten Industriepark, dessen Besuch sich sehr lohnt
Lucie auf einem Anker an einer Schiffsanlegestelle
Lucie auf einem blauen „Sofa“ auf der Kö von Duisburg
Lucie im Urlaub mit einem Tuch, das ihr die Haare ersetzte
Lucie mit einer vollkommen veränderten Haarfarbe

Nur wenige Fotos möchte ich noch ergänzen. Das war eine Collage für ihr Projekt, das sie einige Monate betreut hat.

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Auch hier war ich bei ihr zu Besuch und wir sind zur Slinky-Brücke gefahren, die in der Nähe von Oberhausen ist. Das ingenieurtechnische Meisterwerk hat uns beiden sehr gefallen.

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Aber noch besser hat uns Tiger & Turtle gefallen, ein ganz raffiniertes Treppengebilde. Wir haben miteinander gewetteifert, wer mehr Treppen hochgeht, ohne dass uns schwummerig wird.

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Und als letztes noch ein paar Fotos von ihren wunderbaren lila Geschenken für mich.

Dieser kleine lila Hut war der Knaller schlechthin – er wanderte bei allen meinen Kuscheltieren herum – aber auch mir steht er nicht schlecht.

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Der Herr Froschkönig sitzt in meinem lila Regal und tut so, als wäre er der Chef. Wir lassen ihm alle diesen Glauben.

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Ich habe den Hut heute nicht aufgesetzt, um an Lucie zu denken. Doch hier mache ich den Eindruck, als wenn ich über die riesengroße Entfernung zu ihr sehen will. Bei solch einer Krankheit, die mit so unendlich vielen Schmerzen einhergeht, wünscht man der Patientin natürlich, dass sie keine Schmerzen mehr hat. Und leider ist der Tod der einzige Weg, der zu einer Erlösung führt.

Lucie, lebe wohl!2301-clara-mit-huetchen

Hier waren wir zusammen in Moers. Und diese neckische Brunnenfigur wünscht dir Glück auf deiner Reise ins
Nach-dem-Leben-Land.

2301-brunnen-tiere-moers

 


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Urlaubswaterkanteindrücke – Teil 4

Im echten Leben war das am 10.10.

Da muss man doch einfach an die Waterkant, an eine Hafenrundfahrt in Hamburg oder sonst

Die Collagen werde ich mal größer einstellen, damit man überhaupt was erkennt

was erinnert werden, wenn man hier im größten Binnenhafen Duisburgs? – Deutschlands? – Europas? – der Welt???? (ich glaube drei davon sind richtig, aber solche Fakten interessieren mich nur manchmal) rumschippern kann.

Ich habe mir den Besuch aufgeteilt – einmal mit Lucie die Brücken, den Tonnenschieter, die Laternen und die Ergebnisse der fleißigen Strickliesel betrachten und viel lachende Fotos zu machen und beim zweiten Mal in ein Schiff der Weißen Flotte zu steigen und alles vom Wasser aus zu sehen. Als Landzugabe fotografierte ich die schönen Plakatwände ausgiebig.

Und das ist Frau Kapitänin, die mich nicht nur durch Homberg gelotst, sondern durch eine wunderschöne Urlaubswoche chauffiert und begleitet hat. – Dass die Umrahmung gerade blau ist, ist reiner Zufall 🙂

Ich habe ihr ihre Fotografinnentätigkeit auch nicht sehr schwer gemacht – sondern immer ganz brav hingestellt oder auch festgehalten (Lucie, nicht hauen, weil ich hier die Tatsachen nur ganz geringfügig verdreht habe) – auch hier ist das Rot (k)ein Zufall!!!! *grins*

Strickliesels Wertarbeit – oder nur Arbeit – oder nur Wollverschwendung? Ich weiß es nicht!

Nach Sinn oder Unsinn muss man hier nicht fragen! Und auch nicht danach, warum Claras zarte Pfötchen sowohl hier als auch da sind.

Was haben wir denn noch – ach den Tonnenschieter, der sich gschamig in die Büsche hockt. Und gleich um die Ecke sitzt sein kleiner Sohn – auch auf einer Tonne. Also erblich belastet.

So kann man auch mit einer eher stillen oder gar stinkenden Verrichtung berühmt werden. – Den Anker habe ich für den Alten hingestellt, damit er wieder hochkommt vom Thron.

Dieses Foto ist für zwei Männer gedacht – als erstes soll mein fast 99jährier Onkel den Weg zu Gott und in den Himmel finden. – Und zweitens soll mein Ex einen guten Weg zu seinem nächsten Geburtstag gehen, ohne Pleiten, Pech und Pannen – und das ist bei 70plus nicht immer einfach.

Und wer bis zum Ende durchgehalten hat und noch zum Fotoblog spazieren will, kann das auf diesem Weg machen.