Claras Allerleiweltsgedanken


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Luxus lustvoll loslassen

(mir fielen keine drei besseren Worte mit L ein, aber sie wecken falsche Vorstellungen – ich hatte in dem Sinne nie Luxus und wollte ihn auch nicht)

Tauentzienstraße, eigentlich noch ein relativ normales Schuhgeschäft – ich glaube, es war D*E*I*C*H*mann. Als ich die Schuhe sah, trat mich nur ein leichtes Pferd – aber als ich die Preise sah, galoppierte eine ganze Herde an mir vorbei. Keins dieser Pferde wäre in der Lage, mir mein Geld für solche Schuhe aus der Tasche zu ziehen – dreist, wenn ich es im Überfluss hätte.

1605 Schuhe Luxus 34

Weder in pink noch in lila noch mit Brillanten besetzter Schleife möchte ich diese Schuhe tragen.

1605 Schuhe Luxus 37

Das hier waren die Schnäppchenpreise – unter 300,00 Euro – na gut, nur 5 Cent, aber immerhin 🙂

1605 Schuhe Luxus 35

Und hier ist das mit der „Schnäpperei“ schon wieder vorbei. Wahrscheinlich war es so teuer, die vielen Belüftungslöcher in die Stiefel zu stanzen – alles reine deutsche Wertarbeit.

Und jetzt noch ein bisschen Clara-Bosheit. Die Stiefel haben so weite Schäfte, weil die Käuferinnen vor lauter Wohlhabenheit auch wohlbeleibt sind und dicke, mehr als dicke Waden haben. Sie müssen ja kaum laufen, haben ja ihren dicken Fünfringer oder das Sternauto vor der Tür – vielleicht sogar mit Chauffeur.

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Wollt ihr mal zum Volkstanz geh’n, woll’n wir diese Stiefel seh’n!!!!

1605 Schuhe Luxus 36

Für läppische 900 (die 5 Cent werden dann bei „bitte aufrunden“ für soziale Projekte gespendet) kann man schon hübsch bunten Stoff erwarten. Die würde ich noch nicht einmal geschenkt haben wollen, aber ich weiß auch nicht, was gut und teuer ist.

1605 Schuhe Antiluxus

Für meine Luxusbeine reichen Schuhe unter 50,00 und weniger.


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Luxus

Bisher habe ich erst einmal über Luxus geschrieben, und zwar da. Ich finde es witzig, dass es fast auf den Tag genau 2 Jahre her ist, dieser Artikel. Geändert hat sich an meiner Auffassung nichts.

Wäre es zum Beispiel Luxus für mich, im Bioladen einkaufen zu können? Würde ich es tun, wenn ich über Geld nicht nachdenken müsste? – Doch wenn ich folgenden Aufsteller sehe, dann bekomme ich – gelinde gesagt – nur einen Schock. Rhabarber war lange Zeit mit das billigste „Obstgemüse“, das man sich vorstellen konnte, denn er verlangt keine besondere Pflege, keine aufwändige Ernte, wächst neben Kürbis oft an den bescheidensten Plätzen – und dann dieses Preis?

Wenn ich den Preis in DM übersetze, läuft es mir kalt den Rücken herunter. Nicht nur bei diesem Beispiel denke ich, alle Preisgestalter haben einen Schuss an der Waffel.

Und jetzt das nächste übergeschnappte Beispiel. Ich sage immer: Was produziert wird, wird auch gekauft. Also:

Überlegt mal, 30,00 € oder rund 60,00 DM für eine Garnitur in farbiger Baumwolle – spinnen die? So schön könnten die Farben gar nicht sein, als dass ich je für eines meiner Lieblinge so viel Geld ausgebe.

Da gefällt mir der Luxus für alle in den gleichen Farben schon viel mehr. Gesehen auf der Landesgartenschau vor langer Zeit in Rathenow.

Und dann der absolute Anti-Luxus: Davon berichte ich übermorgen.

Im Fotoblog gibt es auch einen Glückwunsch.

 


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Luxus – was ist das für mich?

Was ist Luxus? Sicher sieht die Erklärung dafür in meiner finanziellen Situation  anders aus als mit hohem Einkommen, bei dem man Schwierigkeiten hat, sein Geld auszugeben, oder gar bei zu erwartendem „Millionen“erbe. Zum Glück kann ich durch Kinderbetreuung und Mutters Konto „mein Einkommen“ ein wenig aufstocken, sonst würde es gar nicht gehen.

Was verstehe ich in meiner momentanen Situation unter Luxus:

  • Dass ich mir diese 64 m² große 2-Zi-Wohnung als Einzelperson leiste, zumal wir mal 10 Jahre zu viert in 50 m² gewohnt haben; inzwischen ist die Miete mit 510,00 € für mich fast unbezahlbar, aber hier in der Nähe gibt es nichts annähernd preiswerteres
  • dass ich meinen Leon (Twingo) gekauft und behalten habe – er bedeutet Freiheit für mich, notwendig wäre er in Berlin nicht
  • dass ich mir für dieses Auto sogar noch eine Garage im Haus leiste, um nicht ständig putzen, waschen und kratzen zu müssen. (Aber die wird wohl als erste daran glauben müssen)
  • dass ich mir meine Hörgeräte für ca. 5.600 € und meine Zahnbehandlung für eine noch größere Summe leisten konnte – beides zusammen würde einen guten kleinen Neuwagen abgeben, aber nein, Clara steckt sich das Geld in die Ohren oder „schluckt“ es runter.
    Blöd daran ist nur, dass auch der größte Luxus die richten Ohren und Zähne nicht ersetzen können.

Sicher könnte ich noch mehr aufzählen. – Aber jetzt gibt es für mich auch Dinge, die ich mir trotz vielem Geld nicht leisten würde (sage ich jetzt aus meinem momentanen Verständnis heraus)

  • Uhren à la Rolex – die zeigen auch nur die Zeit an
  • Nobelkarossen – das heißt nicht, dass ich nicht gern ein leiseres, komfortableres und schnelleres Auto hätte als jetzt, aber das muss im Preisrahmen bleiben
  • Nobelkoffer gleich welcher Marke – ein Koffer muss für mich nicht 400,00 € und mehr kosten
  • Haus mit Grundstück – oder? Eine schicke Eigentumswohnung würde mir reichen
  • Designerbekleidung ausgefallener Art
  • Notizbücher der Nobelklasse, denn werden darin die aufgeschriebenen Gedanken besser? Mir reichen solche!
  • Handtaschen der göttlichen Art – die Arbeit, immer alle Sachen von der einen in die andere zu räumen, bliebe mir ja dennoch

Ich sehe schon, ich bin viel zu pragmatisch, um Luxus überhaupt genießen zu können.

Was ich mir bei sehr, sehr viel Geld tatsächlich leisten würde:

Eine Weltreise in angenehmer Gesellschaft. Diese/r Gesellschafter/in überwindet alle von mir nicht zu nehmenden Hürden oder räumt sie zur Seite

Habt ihr auch irgendwelche Luxusgedanken?

Und hier gibt es noch eine „Luxusblume„.

Leider habe ich diese wunderbaren Gedanken über Geld erst zu spät entdeckt, dennoch stelle ich den Link noch dazu, notfalls als Erinnerung für mich selbst.