Claras Allerleiweltsgedanken


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Der Berliner kooft jerne … RB

Es gibt ja Leser, die haben sich auf ganz spezielle Artikel eingeschossen – ob es nun dieser aus der „Markthallen-Serie“ oder ein anderer ist, vermag ich nicht zu sagen – doch ich dachte, ich muss diese Minireihe noch einmal Revue passieren lassen.

Da ich selbst den Artikel nicht so überragend finde, gebe ich ihn stark gekürzt wieder. Bei Interesse – Link zum Original nutzen.

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Link: Der Berliner kooft jerne in der Markthalle III

18. Oktober 2012 14 Kommentare

Jeder Kreuzberger und sicher auch Nicht-Kreuzberger kennt sie – vielleicht kann man sogar sagen: Jeder Kreuzberger liebt sie: Die Marheineke-Markthalle am Marheinekeplatz. Die Webseite der Markthalle schreibt:

Die Marheineke Markthalle und der Bergmannkiez gehören zusammen wie der Bär zu Berlin und der Fernsehturm zum Alexanderplatz.

So jetzt weiß jeder hoffentlich die Bedeutung dieser Halle zu schätzen. Sie kommt dem, was ich mir unter einer Markthalle vorstelle, in gewisser Weise nahe – nur betont sie für meinen Geschmack den Genuss ein wenig zu sehr – und es war schon immer teuer, einen guten bis auserwählten Geschmack zu haben. BIO mag durchaus seine Berechtigung haben, doch ein großer Teil der Bevölkerung – und ich denke, dass die u.a. auch in Kreuzberg viel zu finden sind – kann sich den Luxus von Biolebensmitteln einfach nicht leisten. Vielleicht wieder mal ein Beispiel von “Weil du arm bist …”

Ich weiß nicht, ob hier in der Collage etwas durch Anklicken vergrößert werden kann.

Nochmal ein einzelnes Spruchband:

Hier was für die Nicht-Vegetarier –

Frische Blumen sind in einer Markthalle oberstes Muss – nur die hier vertretenen sahen zum Teil nicht mehr soooooooo frisch aus. Aber was sollen die Händler auch machen, wenn die Blumen zwei oder drei Tage nicht gekauft werden. – Wie an vielen Stellen, führt das   Überangebot zu Schwund und Vergammeln und dieser Schwund wird von vornherein auf die Preise aufgeschlagen.

 


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30 BSuM in Fernsehturmnähe

Ich hoffe sehr, dass die Brunnenanlage zu Füßen des Fernsehturms in diesem Sommer wieder sprudelt – dass sich Sponsoren finden, die diesen wohl nicht ganz billigen Spaß für uns alle bezahlen. Ich würde auch einmal pro Woche ihren Namen preisen … oder zumindest einmal im Monat.

Fernsehturmbrunnen 096

Es ist schon lustig, jetzt in der noch kalten Jahreszeit Brunnen mit Wasser zu sehen – irgendwie friert es mich dabei immer.Fernsehturmbrunnen 097

Diese Brunnenanlage ist eine ganz gemütliche. Wenn da kleine Kinder reinfallen, muss man wenig Angst haben, dass sie ertrinken, weil es so flach ist. Aber glitschig ist der Fußboden immer – die Berliner Glitschalge macht es sich dort gemütlich.

Ganz dicht bei diesem Brunnen steht eine der alten Markthallen. Und noch einmal so dichte bei steht dann folgerichtig der Markthallenbrunnen.

Markthallenbrunnen 082

Die Marktfrauen und -männer sind durch die Berliner Sch…tauben schon ganz schön in Mitleidenschaft gezogen worden – doch wie heißt es: „Was uns nicht umbringt, macht uns hart“ – und das haben diese Figuren geschafft.Markthallenbrunnen 081

Von jeder Seite bietet sich eine andere Ansicht.Markthallenbrunnen 080


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Der Berliner kooft jerne in der Markthalle IV

Erinnerung und Nostalgie sind es, die mich beim Besuch der Markthalle am Alexanderplatz befielen. Und genau das passt doch zum heutigen Allerheiligen – Erinnerung an Verstorbene.

Eine richtige Markthalle ist es gar nicht mehr, obwohl es einmal eine recht bekannte und gut bestückte war. So direkt am Alexanderplatz, dem bekannten Aushängeschild der Hauptstadt der DDR – gekrönt noch vom dickbäuchigen Fernsehturm – (den und andere Fotos könnt ihr im Fotoblog sehen) hatte sie natürlich den guten Ruf der DDR zu verteidigen. – Was machte sie aber wirklich??? Sie schürte den Neid der Besucher aus den anderen Bezirken (damals hießen die nicht Bundesländer, sondern Bezirke – und waren fast so zahlreich wie jetzt die Bundesländer, aber eben nur fast.

Jetzt haben sich die Betreiber der Halle auf die Fahnen geschrieben, die DDR und ihre Produkte hochzuhalten – und das finde ich auch gut so. Nur weiß ich nicht, ob die Begeisterung sehr hohe Wellen schlägt, wenn jemand ein OSTPAKET bekommt.

Mit den Begriffen auf dem nächsten Foto kann wirklich nur etwas anfangen, der die Sachen jahrelang in der „Kaufhalle“ gekauft oder auch nur gesucht hat, weil es sie gerade wieder nicht gab.

Nicht alles davon konnte man kaufen – den Konsum und das Centrum-Warenhaus konnte man nur betreten, bei GENEX sich was wünschen oder im Intershop was kaufen – oder auch nicht – UND UND UND bei der Komplexannahmestelle konnte man seine Komplexe abgeben – die wurden dort gewaschen, gereinigt und gebügelt – und dann bekam man sie so gut wie neu zurück 😉 🙂

Oder hier die Milchtüten. Lacht nicht, aber viele Mütter haben diese Tüten ausgewaschen und als Tüten für die Schulbrote ihrer Kinder genommen. Mit Rohstoffen wurde mehr gespart als heute. – Und spannend finde ich die aufgedruckten Preise – die galten überall, ob Kleinstadt oder Großstadt – alles war überall gleich billig oder gleich teuer – von den Schmiergeldern für Seltenprodukte mal abgesehen.

Den Stadtplan, der rechts unten durchschimmert, hebe ich noch heute aus Nostalgiegründen auf.

Ehrenwort von allen Ostlern: Wer kennt diese Schleuder und diesen Schnellkochtopf NICHT??

Was eierte das Ding immer auf seinem aufgeblasenen Gummiring einher. Und wehe, man vergaß ein Wasserauffanggefäß darunter zu stellen – Überschwemmung!

Ihr könnt euch den Osten bzw. seine Produkte vergrößern – ich wollte mir das zu Haus in ganz groß begucken können.

Mit diesem farbigen Panoramafoto von Berlin verabschiede ich mich von euch – nur für heute. Aber aus der Markthallenserie verabschiede ich mich für immer – denn das war heute die fünfte und letzte. Wer Interesse hat – immer am Donnerstag in der letzten Zeit.


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Der Berliner kooft jerne in der Markthalle – IV

Bei Interesse sind die vorhergehenden 3 Beiträge jeweils donnerstags in den letzten Wochen zu finden.

Dieses Mal treibe ich mich in Kreuzberg rum – wie beim letzten Mal auch, aber in einer ganz anderen Ecke. Auf der Eisenbahnstraße am Görlitzer Bahnhof (U1) öffnet am Wochenende (Freitag, Samstag) diese wunderschöne Halle. In ihr habe ich mich gleich wohlgefühlt – der Kaffee hat geschmeckt, der Kuchen noch viel besser, die Brotpreise haben mich mehr als erschüttert und mehr und mehr komme ich ab und an auf die Idee, dass Deutschland zum Eliteland wird.

Aus der Seitenstraße präsentiert sie sich so – der Haupteingang lässt sich schlecht fotografieren. Auch hier also roter Backstein.

Das Gewusel im Inneren ist angenehm – man merkt, dass die Leute gerne hier sind.

Weitere Bilder dazu könnt ihr auf dem Fotoblog sehen – hier die Zusammenfassung als Montage, was ihr sicher selbst schon bemerkt haben werdet.

Witzig fand ich nun wieder, dass der „Ostblock“ das teuerste Brot war. Ein Schelm, der Wahres  Arges dabei denkt.


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Der Berliner kooft jerne in der Markthalle I

… was ja wohl jeder versteht – inhaltlich und symbolisch …

in diesem Falle in der Arminiusmarkthalle

auf der Arminiusstraße in Berlin-Moabit.Wie man der Beschreibung entnehmen kann, sind die Straßen nach geschichtsträchtigen Personen benannt.

Für Thusnelda und andere Details habe ich Extrafotos gemacht, die sind im Fotoblog zu sehen.

Anlass für diesen Post, der noch weitere Folgen haben wird, war der Artikel von Frau Momo, in dem es um den etwas umstrittenen „Gebetomat“ in einer Berliner Markthalle ging. Ich meinte, dass er dort steht, wo ich schon lange mal hinwollte, und als Herr Momo darüber Vorfreude äußerte, machte ich mich einfach auf die Füße.

Ganze vier oder maximal fünf Markthallen gibt es noch in Berlin. Früher waren sie mal weitaus verbreiteter. In der letzten Zeit wurden einige von ihnen wieder auf Vordermann gebracht und sie erstanden in altem Glanz.

Die Innenarchitektur ist von schönem Dachgebälk gekennzeichnet und außen zeigen sie Backstein – mehr oder weniger rot-gelben, dazu schönen Schmuck.

Mit der Schönheit des roten Backsteins habe ich doch nicht übertrieben, oder? – Witzig finde ich, dass sie am einen Eingang „Markthalle“ heißt, am anderen aber „Zunfthalle“

Und was man hier so vom Deckengebälk sieht, ist auch nicht von schlechten Eltern. – Lustig fand ich die Moabiter Bücherbank, aber ich hatte mein Buch noch nicht ausgelesen, sonst hätte ich es sofort dort abgelegt.

Ein bisschen Kunst, ein bisschen Kitsch – genau die richtige Mischung – trotzdem hielten sich die Käuferzahlen sehr in Grenzen. Die Verkäufer wollten wohl ihren Aufwand für den gerade erst eingerichteten Stand auf die Waren umlegen – und das nimmt der Kunde meist übel, indem er einfach nicht kauft.

Und jetzt endlich zu dem Gebetomat. Schon bei MOMOS auf dem Blog schlugen die Diskussionswellen hoch und es fielen solche Worte wie „Ablasshandel“. – Ich sehe diese kostenlose Computereinrichtung als Möglichkeit, sich über fremde Riten, Gebete und Gesänge zu informieren. Meiner Meinung ist dafür aber der Standort ungünstig, auf jeden Fall momentan. Ringsumher wird gehämmert und gesägt, so dass es mir akustisch kaum möglich war, irgendwelchen tibetanischen Mönchsgesängen oder dem plattdeutschen Vaterunser zu lauschen.

Fotos konnte ich kaum machen, weil mein Apparat einen größeren Abstand zum Objekt braucht oder für Makroaufnahmen einfach mehr Licht benötigt.

Der Bildschirm ließ sich anfangs touchen bis zum Umfallen, nur passierte nicht. Doch ein freundlicher Mitarbeiter zog den Stecker, wartete 3 Sekunden und die Kiste (Computer) lief wieder wie neu.

Ich sehe es nicht als Möglichkeit, eigene Gebetszeit durch fremde Vorbeter zu ersetzen, nicht als „Bestechungsversuch“ von Gott, mir für diese Zeit drei Gutpunkte für den Himmel anzuschreiben – sondern einzig und allein als Möglichkeit, zu hören, wie andere Völker oder Religionsgemeinschaften bitten und beten. Es ist nicht mit Bildern oder Fotos untermalt.

Da es für die Momos kein Umzugsgebet gab, weder in Hamburger Platt noch in hinduistischem Singsang, habe ich mir gesagt, diese Arbeit ist bei den beiden und den Möbelpackern eh besser aufgehoben als bei den himmlischen Heerscharen und bin unverrichteter Dinge wieder gegangen.

Das Anhören fremder Gebete und Gesänge ist kostenlos – also keine Geschäftsidee zum Geldverdienen.

Zweite Berliner Markthalle: 27. September