Claras Allerleiweltsgedanken

findet bei mir im Fotoblog statt, denn das Ereignis, weswegen gerade ganz Berlin Kopf steht, belegt bei mir nicht die drei ersten Positionen der Prioritätenliste.

0911 Maurzerfall


Ruhigstes Silvester aller Zeiten

– ob das ein gutes Omen für mich ist? Ich, die ich immer so hippelig, umtriebig und ruhelos bin? Vielleicht begreife ich auch mal den Sinn des Spruches: „In der Ruhe liegt die Kraft!“

Es gab 1989 den Mauerfall – und den verschlief ich auch gewissermaßen. Ich hörte die Meldung im Fernsehen, maß ihr keinerlei Bedeutung zu, negierte die Bemerkungen meines halbwüchsigen Sohnes, der gleich nach Westberlin stürmen wollte – und legte mich schlafen.

Nun ist der Übergang in ein neues Jahrzehnt nicht halb so bedeutend wie der Übergang in eine neue Gesellschaftsordnung – aber dennoch passierte es mir zum ersten Mal, dass ich allein war, dass ich geschlafen habe. Die Angst um meine Ohren vor der Knallerei spielte bestimmt eine Rolle, aber auch meine Müdigkeit. Ich war früh um 5.20 Uhr aufgestanden, da ich Kinderdienst hatte. Abends wollte ich einen kurzen „Mittags“schlaf nachholen, stellte den Wecker und verstopfte mir die Ohren. Komplett angezogen erwachte ich um 2.00 Uhr im neuen Jahr, im neuen Jahrzehnt und bestimmt nicht im neuen Leben, denn das wird bis zu einem sehr großen Grade mein altes bleiben. Aber – schau’n wir mal!
„Zum Anbeginn im Januar
hofft man auf Glück im neuen Jahr,
blickt in die Zukunft, interessiert,
und ist gespannt, wie alles wird.

Man wünscht Erfolg sich, Gut und Geld,
strebt auch nach
Reichtum auf der Welt,
vergisst jedoch manch Kleinigkeit –
zum Beispiel die Zufriedenheit.
Oskar Stock