Claras Allerleiweltsgedanken


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Ein Koffer geht auf Reisen … (1. Tag, 2. Teil)

… und nimmt die Clara mit

Ich danke euch sehr, dass mir niemand geschrieben hat: Das muss aber heißen: Die Clara geht auf Reisen und nimmt den Koffer mit 😉 🙂

Da ja jetzt gleich die „Besteigung“ der ca. 400 m hohen Landeskone folgen wird, habe ich das „Görlitzer Logo“ gewählt. Diese aus DDR-Zeiten stammende private Brauerei ist in allen Restaurants und Gaststätten mit ihren Gläsern und Bierdeckeln vertreten. Die haben sich offensichtlich gesund saniert.

An der Haltestelle, an der wir 16 Minuten auf die Straßenbahn warten musste, gab es wieder Unmutsäußerungen. ICH nutzte die Wartezeit, um dieses hübsche Trafohäuschen zu fotografieren. Außerdem stellte ich mit Freude fest, dass alle Neubauten auf ihren Dächern Photovoltaikplatten angebracht hatten. Und dann habe ich mir doch glattweg noch ein Foto von meiner alten Grundschule, der Melanchthonschule, genehmigt. Der Name sagte ihr nichts.

Frau MM machte vorwiegend Fotos von Sachen, wo ich sie fotografieren musste, damit sie diese in ihren Status stellen konnte.

Die Landeskrone ist wirklich das Wahrzeichen von Görlitz – deswegen ist sie auf dem ersten Foto vom Trafohäuschen auch nicht zu übersehen. – Das zweite zeigt den Viadukt – die Eisenbahnverbindung, die wohl Görlitz mit Polen verbindet.

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Retrospektive 1955 – 65 (2)

Wichtiges in Claras Leben – von 1955 bis 1965

Im Alter zwischen 10 und 20 passiert ja so einiges im Leben, auch Clara konnte sich diesen Lebensaus- und -einwirkungen nicht entziehen.

Heutzutage ist wohl die Bezeichnung Teenie auch nicht mehr die modernste, aber uns nannte man damals wohl ab 13 noch Backfische, was ich ja noch viel schrecklicher finde. Wikipedia sagt schlicht und ergreifend das dazu: „Backfisch ist eine – heute veraltete – Bezeichnung für heranwachsende Mädchen im Jugendlichenalter.“

1955 ging ich zuerst in die dritte und nach den großen Ferien in die vierte Klasse der Melanchthonschule. Für mich war die Grundschulzeit mehr als entspannt, da gab es noch keine politischen Querelen. Der Klassenlehrer von der zweiten bis zur vierten Klasse hatte ziemlich ausgeprägte pädophile Züge, denn er holte sich kleine Mädchen während des Unterrichts auf seinen Schoß. Leider zählte ich auch zu seinen Auserkorenen. – Ging es mit diesem Knickerbocker tragenden Ekel noch gut, wäre ich um Haaresbreite einem anderen Kinderschänder zum Opfer gefallen. Er kam mit Krücke humpelnd auf mich zu und bat mich, einen Brief bei einer Familie in der vierten Etage in den Briefkasten zu werfen. Hilfsbereit machte ich das – doch als er mir gut laufend hinterher kam und mir durch das Treppengeländer unter den Rock fasste, konnte ich im letzten Augenblick flüchten. – Hättet ihr das als kleines Mädchen euren Müttern erzählt? Ich nicht! –  Auch von dem „Schwänzchenzeiger“, der meiner Freundin und mir immer wieder an der Straßenbahnhaltestelle seine „Pracht“ zeigen wollte, haben wir beide nichts zu Hause erzählt.

Barbara behauptet, dass ich schon in den ersten Klassen so kühn und frech keck gewesen wäre, während des Unterrichts mit dem Popo auf der Bank hinter mir zu sitzen – in der vorletzten Reihe war das machbar, aber nicht vorstellbar. Ich denke, sie irrt 🙂 😉

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Mir ist leider zu spät noch einiges zum ersten Artikel eingefallen, das kommt jetzt. Hatte ich erwähnt, dass ich wegen Kriegsereignissen (Evakuierung Anfang 1945 aller Frauen aus Görlitz nach Bayern, weil die Stadt „platt gemacht“ werden sollte) – so dass ich in Metten Ndb. geboren wurde. Durch den Unfall meines Vaters ging es Hals über Kopf nach Görlitz zurück. – Und ich weiß bis heute nicht, was besser oder schlechter gewesen wäre: in Bayern unter der CSU oder im Osten unter der SED aufzuwachsen 🙂 😉

Drei Fotos reiche ich auch noch nach – dann ist das mit der Schultütenanzahl geklärt. Ihr seht, neue Schuhe konnte sich meine Mutter für mich nicht leisten.

Klein-Katholen-Kinder = KKK gingen ja schon mit 9 Jahren, also 1954,  zur Erstkommunion, damit sie nicht schon vorher auf den Pfaden der Sünde gewandelt sind. – Und meine Zöpfe sind immer noch so dünn, aber beschleift, natürlich in reinem Weiß – wie ich!

Und dann habe ich noch ein Foto von meiner Oma gefunden, die mich immer so verwöhnt hat. – Wer für diese verschwommene Aufnahme die Verantwortung trägt, möge sich bitte melden.

Übrigens – sie ist genau heute vor 44 Jahren gestorben, sie ist 1888 geboren und wurde 90 Jahre alt.
Ob sie auch Schnapszahlen liebte?

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