Claras Allerleiweltsgedanken


16 Kommentare

Heute wäre der 76. Hochzeitstag meiner Eltern …

… und dabei haben sie gerade mal den zweiten erlebt

… und ich habe nach Tagebuchaufzeichnungen errechnet, dass sie in den 2,5 Jahren ihrer Ehe gerade mal 43 Tage zusammen waren – sie hatten also kaum Gelegenheit, sich zu streiten oder ihren Alltag langweilig zu finden.

Ich fand den Beitrag zum heutigen Totensonntag passend. Die beiden sind im Durchschnitt 70 Jahre alt geworden – hört sich relativ gut an. Nur einer wurde nur 41, die andere dafür 98.

*********

Schade, dass ich meinen Vater nicht kennen gelernt habe, denn sonst könnte ich mir besser folgende Frage beantworten:

Bin ich so schön wie meine Mutter und so intelligent wie mein Vater? Oder verhält es sich doch eher umgekehrt? 🙂 😉
Ich selbst tendiere zur ersten Variante, da ich in meinem Halbbruder ein Bindeglied zu meinem Vater hatte.

Tja, das sind oder waren also meine „Altvorderen“ – oder gilt diese Bezeichnung erst ab den Großeltern?

***********

Ich habe euch ja in den letzten Wochen einiges an gruseligen Fotos zugemutet, für dich ich sicherlich nicht den Schönheitspreis gewonnen hätte. Ich denke da so an eine operierte Nase, eine herpesverzierte Oberlippe, einen schmerzgepeinigten großen Zeh.

Und das will ich jetzt alles wieder gutmachen mit lustigen Vogelscheuchenfotos aus dem Britzer Garten.

Sie hier ist mindestens so schön wie meine Mutter oder ich als Braut.

Und das war dann vielleicht der junge Bräutigam?

So, jetzt könnt ihr euch wieder ernsthaften Dingen widmen.


15 Kommentare

Sogar Clara lernt aus Erfahrungen!!!

Ihr wisst alle noch, wie ich gejammert habe, als ich die zwar alte, aber immer noch gut funktionierende Geschirrspülmaschine Miele für „Pfennige“, oder besser für wenige Cents verschleudert habe. Es war nur gerecht, dass ich danach mit so viel Technikmüll bestraft wurde.

Und um ein Haar wäre ich beinahe erneut in so eine Neukauffalle getappt. Aber noch rechtzeitig Verstand eingeschaltet, haha!

Meine Mama – Gott behandle sie gut! – hat sich Anfang dieses Jahrtausends, also ca. 2003, in ihrer neuen Berliner Wohnung einen Fernsehsessel gekauft. Als sie dann 2007 in das erste und 2012 in das andere Pflegeheim kam, wanderte der Sessel immer mit und war stets ihr Lieblingsplatz. – Übrigens entdecke ich gerade selbst, dass ich meine Lilaliebe offenbar geerbt habe.

Als sie dann 2013 starb, wollte ich den Sessel eigentlich im Heim verschenken. Die Zimmer waren allerdings in diesem Zeim sehr, sehr klein und der Sessel nimmt ausgezogen doch einen großen Platz ein. Lange Rede, gar kein Sinn: Niemand wollte ihn, also hat mein Sohn zusammen mit einem Freund das Monster zu mir die drei Etagen hochgeschleppt. Und ich sage euch, der muss sehr schwer sein.

2015 beim nächsten Umzug mussten die Männer ihn nur noch 8 Stufen hochtragen. Und so ist er in Funktion:

Und dieses „Prachtstück“ wollte ich gegen einen Fernsehsessel in schwarzem Kunstleder mit Massage- und Rückenheizfunktion, mit 2 Getränkehaltern in den Armlehnen und mit einem USB-Anschluss eintauschen.

https://www.amazon.de/gp/product/B07L4LNZXV?pf_rd_p=671e72bc-8864-4ab6-8ef7-60da5d6ead8c&pf_rd_r=R151NBXWW71SCR5E95ST

Wenn ich so lese, was der alles hat, kann ich nicht garantieren, dass ich doch nicht noch schwach werde.


60 Kommentare

Allein zu wohnen kann …

… Umstände machen, sogar gefährlich sein

Mit Umständen meine ich nicht, dass Alleinlebende für alles allein eintreten müssen, was sich Paare untereinander aufteilen können. Aber das ist so und das würde ich im Sinne einer Partnerschaft auch nicht mehr ändern können und wollen – dazu lebe ich schon viel zu lange selbstbestimmt und eigenverantwortlich.

Doch mit zunehmendem Alter sollen bekanntlich die Zipperlein zunehmen, erzählt eine böse Mär.

Meine Mutter lebte zwar (mit zwei Häusern zwischen unseren Wohnungen) ganz in der Nähe, aber eben doch nicht mit jemand zusammen. Wir beschlossen, für sie so ein Notrufsystem zu bestellen und installieren zu lassen, mit dessen Hilfe und dem hinterlegten Wohnungsschlüssel Hilfe in misslichen Situationen gerufen werden kann.

Bei Pflegestufe 1 werden die Grundkosten übernommen – ein Einsatz vor Ort muss aber bezahlt werden. Brav und immer trug sie dieses Notruf-Armband (sh. Foto mit Urenkel) . Ab und an kam mal ein Fehlalarm durch unbeabsichtigtes Drücken des Notrufknopfes, aber das wurde dann an der Sprechanlage schnell geklärt.

Dann kam der erste Sturz, der einen Minischlaganfall als Ursache hatte. Ich wurde angerufen, doch weder ich noch mein Sohn konnten zu ihr fahren. Also kam der Einsatzwagen – und brachte sie ins Bett, da es nicht schlimm aussah.

Wenige Wochen oder Tage (ich weiß es nicht mehr so genau, es war 2007) später etwas ähnliches. Ich wurde angerufen und fuhr  sofort zu ihr. Sie lag im Flur, sie und der Rollator blockierten die Eingangstür. Sie war bei Bewusstsein, konnte nur nicht aufstehen. Auch ich schaffte das erst, als ich einen kräftigen Nachbarn zur Hilfe holte.

Und den dritten Einsatz erledigte dann wieder die Notrufzentrale. Sie lag im Nachthemd auf dem kalten Laminat. Diesmal sorgte ich dafür, dass sie ins Krankenhaus kam. Später stellte sich heraus, dass es jedesmal ein kleiner Schlaganfall gewesen ist.

Fakt war, hätte es diesen Notrufdienst nicht gegeben, hätte sie aller Wahrscheinlichkeit nach nicht noch bis 2013 gelebt, wenn auch in einem Seniorenheim, weil Alleinleben nicht mehr möglich war.

Einige Sicherheitsmaßnahmen habe ich auch schon „installiert“, die mir vor paar Jahren noch lächerlich erschienen wären. Doch als mir monatelang ständig und immer schwindelig war, empfand ich das Stehen beim Duschen in der Badewanne  als gefährlich. Und das Hinhocken war zu unbequem. Ich schaffte mir das an:

… und jetzt ist es nur noch für meinen Popo „gefährlich“, denn der wird beim Duschen immer gelocht.

Ich bin jetzt zwar noch nicht so alt, wie meine Mutter im Jahr 2000 bei Installation des Hausnotrufs war und ich habe keine Pflegestufe, aber eine gewisse Vorsorge habe ich jetzt doch getroffen.

Eine Freundin wohnt ganz in meiner Nähe und hat meinen Wohnungsschlüssel. WhatsApp geht nicht, aber jeden Tag so gegen 18.00 Uhr bekommt sie eine SMS von mir. Und sie ist da äußerst korrekt. In den ersten Tagen hatten wir noch keinen Spielraum bzw. eine Zeittoleranz eingerichtet. Ich war unterwegs und hatte es vergessen. Anruf von ihr bei mir zu Haus – nichts, war ja nicht da. Anruf auf dem Handy – nichts, war ja zu laut, um das Klingeln zu hören.

Kurz vor ultimo – bevor sie mit der Wiederbelebungsmaske durch meine Wohnungstür stürmen würde – habe ich doch noch aufs Handy geschaut und ganz, ganz schnell alles richtig gestellt.

Damit es nicht so stupide für sie ist, überlege ich mir immer witzige Texte – habe ja eine allnetflat, da kann ich „plaudern“. Ich bin der Meinung, dafür hat sie sich einen bunten „Blumenstrauß“ verdient.

Eine Tante von mir steckte mal mit dem Allerwertesten zwischen Bett und heißem Heizkörper fest. Wäre der im Haus wohnende Bruder nicht täglich vorbeigekommen, wäre sie wohl zur „Schrumpftante“ geworden. – Ich muss in Zukunft maximal 26 Stunden hilflos (ohne Handy) auf dem Boden liegen, bevor meine Retterin gestürmt kommt. – Hoffen wir beide, dass das nicht eintrifft.

Ich bin jeden Tag froh, wenn ich gesund und munter das schöne Abend(b)rot genießen kann, das eine mehr mit dem Geschmackssinn und das andere mit dem Sehsinn.


31 Kommentare

Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft

Langleser wissen: Am 15. März gibt es hier – generationenübergreifend – zwei Geburtstagskinder in der Familie: Sohn und Mutter. Die Fotos vom Sohn sind (leider) nicht ganz aktuell – die von der Mama aber auch nicht.

Das, was mein Sohn AUF dem Kopf hat, ähnelt den beiden ersten Fotos. – Das, was er IM Kopf hat, ist so vielseitig und gut, dass es hier auf kein Foto passen würde.

Früher musste der Sohn manchmal seinen Geburtstag etwas hintenan stellen, weil die Oma Vorrang hatte. Seit 2014 ist das anders. Es wäre heute der 103. Geburtstag – doch schon den 100. „wollte“ sie nicht mehr mit uns feiern.

 

Das Mund-auf-schnapp-atmende-munter-in-die-Fotografenwelt-schauende Kind auf ihrem Arm bin ich, denn ein anderes Baby und Kleinkind hat es leider nie gegeben.


31 Kommentare

Warum alles rechts?

oder: (hoffentlich) Jammern auf hohem Niveau

Das ist keine politische Fragestellung, sondern eher eine philosophische.

Anfangs hielt ich es noch für Zufall, doch dann häuften sich die Beschwerden, Ausfälle, Beeinträchtigungen auf oder in der rechten Körperhälfte. Hat es damit was zu tun, dass ich rechte Gesinnung so sehr verabscheue, dass sich meine rechte Körperhälfte diesem Prozess anschließt? – Glaube ich eher nicht.

Wenn ich mal so von oben nach unten gehe, bin ich sehr glücklich, dass ich wenigstens keinen rechtsseitigen Haarausfall habe. –
Die Probleme mit dem rechten Auge sind weitestgehend behoben. Durch die Diagnose-Unfähigkeit einer Augenärztin wurde ich zum Austausch der Linse geschickt, obwohl es richtiger Weise eine Membran auf der Netzhaut war, die dann mehrere Wochen später operativ entfernt wurde.
Zum Glück gibt es auch beiderseitige Kopf-Miseren, nämlich der Zahnbefund, doch der wird hier nicht behandelt, auch die Nase ist beidseitig atmungsbehindert, obwohl drei „Koryphäen“ an ihr herumoperiert haben. – Aus eingeschränktem Mitteilungsbedürfnis verlasse ich jetzt die Kopfregion. –
Sollte ich von leichten anfangenden Schultergelenksbeschwerden jammern wollen, dann sind auch diese nur rechts. –
Dass sich ab und an sehnenscheidenähnliche Entzündungserscheinungen einstellen, ist zu verstehen, denn RechtshänderInnen machen nun mal mehr mit diesem Arm als mit dem anderen.
Das Herz liegt auf der linken Seite, deswegen ist es auch in Ordnung. Über die restlichen Innereien erstatte ich jetzt auch keinen unappetitlichen Bericht – nur der rechts gelegene Wurmfortsatz wurde mir in einer dramatischen Aktion als Kind entfernt – ich war noch nicht dran mit dem Sterben, aber viel soll wohl nicht gefehlt haben!!!
Bei der Schwindeldiagnostik haben die Neurologen übereinstimmend festgestellt, dass die Reizleitungsverzögerungen am rechten Bein weitaus stärker sind als am linken. – Mich hat es nicht gewundert. –
Aber das, was sich mein Hüftgelenk (das eigentlich soll es ja laut Röntgenbefund nicht sein) in den letzten Wochen leistet, ist der absolute Oberhammer. Rien ne vas plus – nichts geht mehr. Im Spielsalon lässt frau sich das ja noch gefallen, aber am eigenen Körper? – Wenn ich gegen 4.00 Uhr aufwache, weil die Schmerzen keinen Weiterschlaf möglich machen, spaziere ich im Wohngebiet umher.

Gerade gegen die Hüftbeschwerden habe ich eine teure, selbstbezahlte Stoßwellentherapie gemacht.

Die beiden (schlechten Handy)Fotos sind nur als Beweisfotos aufgenommen worden.

Was in das Fachgebiet des Urologen fällt, ist ja auch eher beidseitig oder mittig und wird nicht bejammert. Lediglich die Gynäkologie hat nichts auszusetzen, denn ich bin nicht schwanger 🙂

Und jetzt der absolute Höhepunkt: Hautkrebsvorsorge – die Ärztin war sehr gründlich. Plötzlich holte sie eine Lupe und schaute ganz genau. Ihr dürft raten, wo sie ein winziges Verdachtsmomentchen entdeckt hat – am rechten Vorderhals. Ich bin felsenfest überzeugt, da kommt nichts.Sie will sich hoffentlich nur ihre Patientenzahlen für das nächste Quartal sichern, denn – ein Schelm, der Böses dabei denkt – den nächsten Termin gibt es IMMER erst im NÄCHSTEN QUARTAL.

Obwohl, meine Mutter hatte das auch, aber erst mit 95 – also habe ich noch ein wenig Zeit. Allerdings war das Ding auf der Stirn dann so groß geworden, dass Eigenhaut transplantiert werden musste. – Das war 2008 – 5 Jahre später ist sie gestorben, aber nicht daran.

1208 Operation

***********

Und jetzt meine ernsthaft gemeinte Frage: Hat es einen tieferen Sinn, dass sich alles Unangenehme in einer Körperhälfte abspielt?


23 Kommentare

Ein paar Sätze (Familien-)Geschichte

Noch immer bin ich in Marienfelde. Die Wohnungsbaugesellschaft hat das Wohngebiet in „Mariengrün“ umbenannt – und der Name ist nicht nur Schall und Rauch. Kunst – wie diese drei Kugeln, die auch im Fotoblog zu sehen sind – und begrünte Flächen sind geschaffen worden. Bei den Kugeln ist so etwas wie eine kleine Bühne aufgebaut.

1102 Marienfelde Hochhaus Balkonausblick 91

Auf dieser Bühne sind Fotowände von Bewohnern dieses Kiezes. Ich hatte den Eindruck, sie meinten es mit ihrer Freude ehrlich.

1102 Marienfelde Hochhaus Bilderwand 92

Als ich meinen „Nachbarschaftshunger“ gestillt hatte, setzte ich mich in den Bus – und stieg genau dort um, wo meine Mutter 5 Jahre im Seniorenheim gelebt hat. Sie war nämlich die erste Marienfelderin in unserer Familie, nicht ich. Der kleinere blau-gelbe Bau ist das Heim, übrigens auch ein Plattenbau.

1102 Hildburghauser Altenheim 93

Irgendwie hatte ich noch keine Lust, nach Hause zu fahren. Ich wusste, dass das Notaufnahmelager Marienfelde ganz in der Nähe ist. Fast alle aus der DDR geflohenen Bürger kamen in dieses Lager, um untersucht, befragt und weitergeleitet zu werden. Fotografieren war nicht gestattet, doch schon bei Fb hatte ich meine Gedanken darüber ausgedrückt. Ich schrieb:

Gestern habe ich mir die Gedenkstätte „Aufnahmelager Marienfelde“ angesehen. Da kamen alle aus der DDR in den Westen geflohenen Menschen hin.
Das Aufnahme- und Überprüfungsprocedere war sicher auch nicht das reine Zuckerschlecken, auch die Unterbringung zu sechst in einem Zimmer – aber gegen das, was die jetzigen Flüchtlinge erleben müssen, war das reines „Zuckerschlecken.“
Ich komme selbst aus der DDR und kenne auch unendlich viele, die vor der Grenzöffnung gegangen sind. Bei den wenigsten spielten politische Verfolgung eine Rolle – bei fast allen waren es wirtschaftliche Gründe – sie wollten im reicheren Land selber reich werden.
Bei den Asylbewerbern, die jetzt überall um Aufnahme bitten, sind die sogenannten „Wirtschaftsflüchtlinge“ die allerkleinste Gruppe – die meisten wollen ihr nacktes Leben retten.