Claras Allerleiweltsgedanken


Halb voll : halb leer …

oder Optimisten : Pessimisten. Jetzt muss ich für mich nur noch klären, in welcher Mannschaft ich mitspielen will? In welcher spiele ich von der genetischen Veranlagung her mit? In welcher spiele ich verstandesmäßig mit? In welcher gefühlsmäßig?
Klar könnte ich sagen:Gut, dass sich nur ein Implantat entzündet hat, schmerzt und im schlimmsten Fall wieder raus muss – es hätten ja auch zwei oder alle sein können!
Klar könnte ich sagen:Gut, dass ich wenigstens noch mit Hörgeräten und Kopfhörern einigermaßen hören kann – es gibt Leute, die sind taub geboren worden.“
Klar könnte ich sagen:Gut, dass ich wenigstens bis zu meinem 54. Lebensjahr einen Rentenanspruch erarbeiten konnte – andere finden schon mit Mitte 30 keine Arbeit mehr.“
Es fiele mir nicht schwer, die Liste beliebig fortzusetzen, doch was bringt es?

Warum bloß tue ich mich so schwer damit, es wirklich zu sagen? Auch wenn ich es nicht sage, halte ich mich nicht für unverschämt und für zu-viel-verlangend-vom Schicksal – und dennoch weiß ich, wenn ich es könnte, würde ich mir einen großen Gefallen tun, vielleicht auch den anderen. Was hat Albert Schweizer gesagt:

Glück ist das einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt.


Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft

Wer immer einen Mühlstein am Hals hängen hat, muss sich nicht wundern, wenn er nicht schnell laufen kann!“

Haben wir nicht alle unser P äckchen zu tragen? Doch wenn uns diese Last hindert, den Kopf zu heben, die Gegenwart zu leben und in die Zukunft zu schauen, muss dieses Paket umgepackt werden nach dem Motto: „Die guten (Erinnerungen) ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen“. Leichter gesagt als getan – besonders zu Depressionen neigende Leute pflegen ihre negativen Erinnerungen – keinesfalls bewusst, sondern einfach aus einer pessimistischen Grundhaltung heraus.

Mein dickster Positiv-Negativ-Brocken ist mein Freund, der jetzt mehr als 13 Jahre tot ist. Manchmal ist es mir, als wäre es vergangenes Jahr gewesen – alles ist noch so gegenwärtig. Sicherlich habe ich nach und nach immer ein anderes Stück „losgelassen“, aber offensichtlich nicht genug. Vielleicht erfolgt durch den Tod auch eine „Verklärung“, die im echten Zusammensein schon längst einer Ernüchterung gewichen wäre.
Dieses Jahr bekam ich ein neues Auto. Als „Abschiedsgeschenk“ wählte ich für das Autokennzeichen seine Initialen. Ich gab 10 mögliche Wunschziffernkombinationen an. Es rührte mich fast zu Tränen, als sein Todesjahr auf dem Nummernschild stand.

Aber es gibt noch so viele kleine Päckchen, die mich am Laufen, Lachen, Leben hindern, doch dazu später einmal mehr.