Claras Allerleiweltsgedanken


39 Kommentare

Wochenende in Görlitz mit Klassentreffen – 2

Also geht es weiter mit Görlitz, in das die EU und das Land sehr viel Geld gesteckt haben, um es wieder halbwegs in seinem alten Glanz erscheinen zu lassen. Aber die Stadt hat auch noch von anderer Seite her Geld bekommen. Es gab einen ANONYMEN Spender, der JEDES Jahr eine Million Euro (oder DMark) an Görlitz überwiesen hat. Irgendwo ist sicher registriert, was mit diesem Geld alles instand gesetzt werden konnte. – Schön, dass es Leute gibt, die ihr Geld sinnvoll einsetzen.

Ich will mal mit dem DDR-Begriff „Plaste“ anfangen, den ich ja vor kurzer Zeit schon einmal mit „Plaste und Elaste aus Schkopau“ erwähnt hatte. Hier hält er sich – einmal alt, einmal neu.

So einen elektrisch gesteuerten Wartburg wie oben auf dem Plakat hat unser Sohn mit ca. 3 Jahren zu Weihnachten bekommen – mit Fernbedienung. Er wurde die ganze Nacht nicht müde, damit zu fahren, zu rangieren und zu kollidieren, letzteres allerdings kaum, denn es war ein Polizeiwartburg. Er hat es bestimmt noch besser gemacht als der Superheld aus dem Kinderfernsehen.

 

Hier sitzen noch mehr Kinderhelden (Pittiplatsch, Schnatterinchen, der Herr Fuchs und ???) aus dem Fernsehen und Kinder dürfen – zumindest im Schaufenster – auch mal an die Macht. – Aber warum Berlin so abgewirtschaftet aussieht, ist mir nicht klar. Ob deswegen der Flughafen nicht zu Ende gebaut werden kann?

Streicht man von dem Wort „Plaste“ hinten das e, wird ein Pflaster daraus.

Der Name ist offenbar geschützt.

Hier könnte sich eine Bloggerin angesprochen fühlen, die zumindest das eine Wort in ihrem Blog in der Bezeichnung hat.

Und jetzt möchte ich zu den Fotos kommen, die ich vom Desktop abfotografiert habe. Da ich mir schon die Arbeit für das neue Fotobuch gemacht habe, kann ich es hier verwenden. Allerdings hat es mit den Farben nicht hingehauen – ich habe fast allen Fotos die Farbe entzogen und schwarzweiß, sepia oder ähnliches bevorzugt.

Wenn ich am Bahnhof ankomme und die Berliner Straße Richtung Altstadt laufe, bin ich jedes Mal neu entsetzt, wie abgewirtschaftet diese Straße jetzt wirkt. Es sind nicht die Häuser, deren Wohnungen nur z.T. vermietet sind, obwohl sie instandgesetzt sind – es sind die vielen leeren Geschäfte und die Ramschläden, die sich eingenistet haben.

Das linke Foto – das Weihnachtshaus von Käthe Wohlfahrt – war meinem Hotelfenster genau gegenüber. Im November kann man ja den Gedanken an Weihnachten schon ertragen – aber das Geschäft hat das GANZE Jahr geöffnet. Das müsste ich nicht haben.

Das „Hotel zur Börse“ steht am Untermarkt. Ich habe extra Ortskundige gefragt, ob da früher mal ein VPKA = Volkspolizeikreisamt drin gewesen ist. Als sie bejahten, war ich sicher, dort im Sommer 1964 meine Fahrerlaubnis = Führerschein ausgehändigt bekommen zu haben. Alles ganz billig, nur die Mindeststunden gemacht – nicht wie heute – allerdings war auch der Verkehr nicht annähernd so wie heute, was jedem klar ist.

Bier ist ja in Görlitz ein lebenserhaltendes Getränk, nur deswegen schreibt die Landskronbrauerei (sh. voriger Artikel) so gute schwarze Zahlen (hoffe ich, ich habe es nicht überprüft).

Die Peterskirche mit ihren zwei sandgestrahlten Türmen ist mehr oder weniger das Wahrzeichen der Stadt. Sie steht unmittelbar an der jetzt problemlos zu Fuß zu überschreitenden Grenze nach Polen. Ob die Autos immer noch nach Zigaretten kontrolliert werden? Wäre Blödsinn, denn über die Fußgängerbrücke kann man ganze Fahrradhänger voller Zigaretten einführen.

Hier sind die Türme der Peterskirche in voller Schönheit – es ist schon eine sehr imposante Kirche. – An historischen Kneipen und so mangelt es in Görlitz auf keinen Fall – und an Bier sowieso nicht – das wissen die Landskron-Bier-Trinker.

Die beiden unteren Fotos zeigen die Neiße, den Grenzfluss. Zu meiner Schulzeit hieß sie noch die „Deutsch-polnische-Friedensgrenze“. Viele Deutsche gehen gern in die polnischen Restaurants, weil es sehr gut schmeckt und weil es vor allem preiswerter ist als bei uns.

Görlitz ist für mich die Stadt der seltsamen Tiere. In dem Restaurant „Dreibeiniger Hund“ war auch schon mal ein Klassentreffen, bei dem aber die vierbeinige Katze und das zweibeinige Pferd keine Rolle gespielt haben.

Zwei der bekanntesten Görlitzer Sehenswürdigkeiten – die Rathaustreppe mit der Justitia und der Uhrenturm vom Rathaus. Schon damals hatte die Dame mit der Waage in der Hand keine Binde vor den Augen – sie wollte ganz genau sehen und zählen können, wie viel Bestechungsgeld sie zugeschoben bekommen hat. – Über den beiden Uhren thront natürlich ein Löwe – wie könnte es anders sein.

Hier sind so ein paar Schmankerln. Trotz November hatten viele Innenhöfe von Kneipen noch geöffnet. – Unten links ist der Brunnen vom Untermarkt. Sein Neptun wacht mit seinem Dreizack, dass niemand Unbefugtes die Geldstücke aus dem Brunnen fischt. – Ist man zu arm, um in den Trevibrunnen von Rom das Geld zu werfen, macht man das eben hier – ich konnte viele Geldstücke sehen.

Und die Sessel waren verlockend – ich wollte niemanden ansprechen, um von mir ein Foto zu machen – es geht auch ohne.

Und jetzt kommt eine Galerie von verschiedenen Straßenschildern. Ich fand die Antiquaschrift (?) sehr schön und die Namen nicht weniger. – Die Via Regia war ja etwas Besonderes im Mittelalter – und die verfallenen Häuser waren vor einigen Jahren der übliche Anblick der Häuser – jetzt sind es Einzelfälle.

Und das Wichtigste kommt zum Schluss:

Tja, und zur letzten Gasse ist mir noch eine Collage eingefallen. Warum ich es trotz der vielen Jahre immer noch nicht verwinden kann, dass ich von einer ehemaligen sehr engen Freundin verraten wurde, die so vieles von mir wusste, und von einem Klassenkameraden gnadenlos an den politischen Pranger der Schule gestellt wurde, verstehe ich selbst nicht. Aber Verrat ist etwas, was ich ganz schlecht wegstecken kann, denn mit Tina und ihren Anhängerinnen ist mir das ja im Blog mit gewaltigen Folgen ebenfalls passiert. Wer denkt, ich übertreibe, muss einfach meine Abiturbeurteilung lesen. Noch Fragen?

Dabei sieht diese EOS = Erweiterte Oberschule = Gymnasium so schön und harmlos aus – aber in Zeiten gleich nach dem Mauerbau war sie das überhaupt nicht – fast jeder Lehrer und viele Schüler wollten ganz nach oben in die besten Positionen. Wer da nicht so richtig mitgezogen hat, MUSSTE gnadenlos bestraft werden, oder?

Dabei hatte ich doch noch Glück, denn in irgendeine Justizvollzugsanstalt (heutige Bezeichnung) musste ich zum Glück nie, schon gar nicht in das „Gelbe Elend“ in Bautzen, wo fast nur politische Gefangene saßen.

Hier hat wohl jemand durch Vandalismus seinen Unmut über das Görlitzer Gefängnis zum Ausdruck bringen wollen. Oder ist das etwa Kunst???

 

 

 

 

 

 

Advertisements


43 Kommentare

Wie würdet ihr reagieren …

… wenn euch plötzlich mitgeteilt wird, dass ihr „Abfalleimer“ seid?

Im echten Leben sind all diese Leute, die von heute auf morgen (oder auch lange darauf „vorbereitet“) ihre Arbeit verlieren und plötzlich von Hartz IV leben müssen, im Grunde genommen nichts anderes. Sie müssen ihr Leben gravierend umstellen. Für viele ist Arbeit nicht nur Gelderwerb, sondern auch Kontakt zu anderen Menschen, Bestätigung ihres Egos und Möglichkeit, ihre Fähigkeiten zu leben. Wenn ich das alles nicht im Jahre 2004 selbst erlebt hätte, könnte ich es nicht so nachempfinden.

Ich will dieses Szenario nicht mit Menschen, sondern mit Gesichtern durchexerzieren. Hier kommt sie, unser Kaffeepad-Abfall“eimer“. Ihr Gesicht spricht Bände.

Jetzt ist interessant, wie die Mitmenschen, die Freunde, die Umwelt darauf reagieren. Da gibt es die unterschiedlichsten Typen und Reaktionen.

Die Mitfühlende – ununterbrochen will sie die Freundin in den Arm nehmen, sie drücken und küssen und murmelt immer wieder so einen unverständlichen Satz: „Schabb’dsch lieb!
Das ist natürlich ganz angenehm, aber auf die Dauer auch nicht hilfreich, wenn nicht sogar nervend.

 

Die Schadenfreudige – eine Kollegin aus der ehemaligen Firma, die immer so auf betont kollegial und freundlich gemacht hat. Jetzt denkt sie sicher, dass sie die besseren Chancen beim Chef hat. Sie kann es kaum verbergen, wie sie sich aus Vorfreude das Maul leckt.

 

Die Grinsende – sie lässt sich so schlecht in die Karten gucken. Sehr oft macht sie einen Witz, um die Angeschlagene aufzuheitern. Doch dann kommen wieder unmögliche Äußerungen über diese Leute, die nicht mehr mitten in der Gesellschaft stehen. Unser „Abfalleimerchen“ weiß gar nicht, wie sie darauf reagieren soll.

 

Die Gleichgültige – sie tut, als wenn sie die angeschlagene Freundin kosen oder küssen will, dabei pfeift sie nur auf deren Kummer. In gewisser Weise ist diese hier noch viel schlimmer als die oben erwähnte, obwohl sie nicht ständig auf Hochdeutsch faselt: „Ich habe dich lieb!“

 

Die Sportliche – diese Freundin ist ihr da schon lieber. Sie meint, Bewegung vertreibt Kummer und Sorgen und schlechte Gedanken. Wöchentlich einmal lädt sie „Abfalleimerchen“ zum Sport ein und übernimmt auch die gesamte Finanzierung, da sie einen gut dotierten Job bei einem äußerst erfolgreichen Fußballverein hat. Man muss eben auch Kompromisse machen können.

Der Fiesling – und das ist jetzt der einzige männliche Freund, nur der ist nicht ganz ehrenwert. Er freut sich besonders darüber, dass „Abfalleimerchen“ jetzt viel Tagesfreizeit hat und er (vielleicht) mal so kurze Ab“stecher“ in der Mittagspause machen kann.

Jetzt könnt ihr euch selbst ein Bild machen, welche dieser Freundinnen und Freunden ihr in solch einer Situation haben möchtet. Aber meine Schüsseln bekommt ihr trotzdem nicht *grins*

***********

All diese Schüsseln, Stullenbrettchen und Karten findet ihr bei http://www.58products.com

 

 


36 Kommentare

Von Feiertag zu Feiertag

Gleich vornweg soll gesagt werden, dass ich mit beiden Feiertagen noch nie was richtiges anfangen konnte.

Im Einigungsvertrag wurde 1990 der 3. Oktober zum Feiertag erklärt – es sollte fortan der „Tag der deutschen Einheit“ begangen oder auch gefeiert werden.

14 Jahre davon war ich noch in Lohn und Brot und hatte zumindest einen freien Tag, wennschon kein erhebendes Gefühl mein Gemüt verzauberte. – Dennoch will ich jetzt nicht über Sinn oder Unsinn dieses Tages hier referieren.

Sachen, die man in der Kindheit und Jugend gelernt hat, vergisst man nicht so schnell – und deswegen weiß ich ganz genau, dass ich die ersten Jahre meines Arbeitslebens und mein gesamtes Schulleben am 7. Oktober frei hatte. Der Tag hieß einfach „Tag der Republik„. Als Schüler musste ich mir einen ganz freien Tag mit einem gewissen Risiko erkämpfen, denn wir sollten alle die Parade der Streitkräfte = NVA am Straßenrand bejubeln. Das lag mir noch nie und ich erschien entweder gar nicht erst oder verdrückte mich sofort wieder . – Nicht umsonst fiel meine Abiturbeurteilung so schlecht aus.

Ich machte mich also bei relativ schönem Wetter am 3. Oktober auf die Füße resp. die Räder, weil ich in den Hackeschen Höfen etwas fotografieren wollte – das fand ich dann aber nicht, weil ich einen Orientierungssinn wie eine Kuh habe (Verzeihung, wahrscheinlich beleidige ich damit jede Kuh, die immer ihren Stall findet.)

Dieses wunderschöne Bauensemble ist am Hackeschen Markt – mitten in dem oberhippen Bezirk Mitte. Außer den neuen Bauten und gut renovierten Altbauten überraschen die Preise mehr als unangenehm. Ich hatte Appetit auf Eis – fragte aber sicherheitshalber nach dem Preis einer Kugel. Kugeln hatten sie nicht, sondern nur drei Portionsgrößen. Für die kleinste war die Tüte so klein, dass ich sie hätte kaum halten können – und dafür wollten sie 3,90 € – aber nicht aus meinem Portemonnaie. – Und für eine Tüte Himbeerbonbons mit 200 g verlangte die Bonbonmanufaktur 4,20 € – haben die alle einen Knall oder habe ich den?

Bevor ich das Bauensemble betrat, fielen mir 7 Stolpersteine auf, da das ganze Gebiet vor dem Krieg überwiegend von Juden bewohnt war. – Gerade in der heutigen Zeit kann man nicht oft genug daran erinnern, was aus einem Volk werden kann, wenn es in die Irre geleitet wird.

Die Synagoge, die ich auf dem Rückweg fotografierte, passt hier gut dazu, deswegen zeige ich sie gleich.

Die Häuser in den Innenhöfen sind so wunderbar mit Blattwerk bewachsen und der Herbst hatte bisher nur vorsichtig zugeschlagen. – Gut, auf dem ersten Foto habe ich das Blattwerk weggelassen 🙂 😉 , damit ihr besser die Architektur sehen könnt. Und das letzte habe ich aufgenommen, weil ich es als eine ausgesprochen freundliche Bitte empfinde. Bloß wie wollen die den Halter des Fahrrads ermitteln, um ihm die Kosten aufs Auge zu drücken? – Gesetzt den Fall, ich will mein Schrottfahrrad loswerden, binde ich es dort an und schon wird es entsorgt?!?

Obwohl Feiertag, hatten (natürlich) viele der Edelboutiquen geöffnet, denn sie hofften auf zahlungskräftige und kauffreudige Touristen. Der Hype um das Ampelmännchen mit seiner Frau hält ja immer noch an und viele meinen, dass sie unbedingt eine Tasche, einen Teller oder ein sonstwas mit dem grünen Hutmännchen haben müssen.

Deutschland MUSS ein Land sein, in dem sehr viele Leute sehr viel Geld haben, was sie für Dinge ausgeben, die man eigentlich gar nicht braucht – zumindest nicht in dieser Preislage. Da gibt es z.B. ein Geschäft, in dem man die exklusivsten Krawatten, Fliegen, Schals und Hosenträger kaufen kann. – Vielleicht kann der „Herr von der rotgrünen Fraktion“ mal seinem Kollegen aus der (braunen) Opposition empfehlen, seine ständige Hundekrawatte mal gegen ein Designerstück auszutauschen. Bei seinem Gehalt könnte er sich das doch leisten – allerdings würde das nicht zu dem schäbigen Sakko passen. Aber vielleicht spendet er ja all sein Geld für gute Zwecke. 🙂 😉

Doch ganz ohne was zu kaufen konnte ich dieses Verkaufseldorado der (manchmal) etwas ausgefallenen Sachen auch nicht verlassen. Ich habe für meine beiden kleinen Spiegelherzen in der Küche einen kleinen Aufmunterer geholt – und gleich ist Leben in die Bude gekommen.

Tja, was gab es noch? Die Königliche Porzellanmanufaktur hat dort auch einen Verkaufssalon, aber der wurde gerade renoviert. Von den 3 Skulpturen aus Meißner Porzellan konnte ich nicht alle deuten, vielleicht könnt ihr es ja.

Die Hackeschen Höfe gehen auf der einen Seite in die Sophienhöfe und auf der anderen in die Rosenhöfe über. Letztere sind besonders im Hochsommer sehr schön – jetzt finde ich die Balkons etwas schnörkelig.

Diesen Schriftzug auf einem Haus konnte ich nicht so recht deuten:

Einen bitteren Beigeschmack bekam ich, als auf dem Heimweg ein Großkommando mit mehr als 20 Polizeimannschaftswagen die Oranienburger Straße mit Blaulicht und Martinshorn lang rasten. Wer weiß, was das zu bedeuten hatte.


35 Kommentare

Ein Politiker namens J.Sp. übernimmt die Schirmherrschaft …

über alle? Über eine? Über keine Hartz IV-Empfänger und -Innen?

Und ihr könnt sicher sein, auf MEINEN Balkon ließe ich ihn nicht! Auch wenn das mit der Schirmherrschaft gut aussieht.

Ich könnte gar nicht so viel Shit rauchen, so viel „Gras“ fressen, mich hinter verschiedenen Pflanzen verstecken oder alle Gedanken im Kopf zu Schmetterlingen umformen, um so einen Besuch schadlos zu überstehen. Auch eine Überdosis Medizin würde dagegen nicht helfen. Er als Gesundheitsminister würde vielleicht empfehlen, noch mehr Pillen zu schlucken, falls das Geld für einen Lebensmitteleinkauf nicht reichen sollte.

Oder ich würde einen Antivirusengel aufstellen, um ja nicht etwa von der Art der Politik angesteckt zu werden.

Hätte er zur Begrüßung schöne Blumen in der Hand, würde ich sofort das Trojanische Pferd dahinter wittern.

Käme er mit einem (ausgeliehenen) Sparsamkeitsauto vorgefahren, würde ich ihm nie und nimmer glauben, dass er damit immer fährt, denn nur die wenigsten Politiker sind noch glaubwürdig.

Was wäre ich froh – sollte er sich doch zu mir durchgeschlichen haben – wenn alles vorbei ist und ich in aller Ruhe meinen abgasgefärbten Abendhimmel genießen könnte.

 

 


14 Kommentare

Früher gegen Jetzt

Früher zu DDR-Zeiten habe ich meine freie Zeit dafür gebraucht, Artikel zu kaufen, die entweder unter dem Ladentisch angeboten wurden oder die es nur mit Beziehungen gab.

Heute zu BRD-Zeiten verwende ich meine freie Zeit dafür, um unter den viel zu vielen Artikeln einer Warengruppe ein Angebot zu finden, das gut, günstig und haltbar ist.

Ihr könnt es mir glauben, ich brauche heute viel mehr Zeit als früher, um mir z.B. einen Fotoapparat, einen Fernseher oder sonst etwas zu kaufen.Vielleicht sollte ich die „Teufelstechnik“ wie Computer nicht für Preisvergleiche und riesige Versandwarenhäuser  nutzen.

Ich bin wirklich kein Schnäppchenjäger, der immer und überall den günstigsten Preis erhaschen will. Ich möchte aber auch kein Dummi oder gar Blödi sein, der nach dem Kauf an jeder Ecke ein besseres und günstigeres Angebot sieht. Mich überfordert dieses Überangebot an Waren mit den unterschiedlichsten Preisen für die gleichen Sachen noch immer. Und wie soll ich wissen, ob mein neuer Fotoapparat besser einen elektronischen Sucher haben soll oder ob der althergebrachte nicht vollkommen ausreicht. Sich Technikfeatures zu kaufen, die man nachher wegen „technischer Einfältigkeit“ gar nicht nutzen kann, ist ja auch rausgeschmissenes Geld.

Vor wenigen Tagen habe ich eine Fernsehsendung gesehen, in der sich ein Team nur um das Affentheater mit den Preisen an Tankstellen beschäftigt hat. Viele, viele Male täglich werden die Preise verändert. Wenn sich Tankstellen gegenseitig im Blick haben, dann prescht die eine vor und die anderen kommen hinterher. Es gibt schon „Standarduhrzeiten“, an denen die Preise hochgeschraubt werden. Der „arme“ Autofahrer, der das nicht weiß. – So kann man also auch mit der Zeit und dem Geld der Leute umgehen, ich finde es abartig.

Was habe ich früher zu Mauerzeiten über den Mann einer Freundin in Westberlin gelacht, der vor dem Kauf eines Kühlschranks oder einer Waschmaschine oder … oder … drei Tage lang die Zeitschriften von „Stiftung Warentest“ gelesen hat, die er sich stapelweise aus der Bibliothek geholt hat. Computer für Preisvergleiche oder gar Handys gab es da noch nicht.

Keiner hört auf mich – ich würde in jeder Produktklasse vier Preissegmente einführen: Billig – Mittelklasse – Hochwertig – Superhochwertig und dann dürfte es in jeder Preiskategorie genau 3 Angebote geben – also insgesamt 12 Artikel.

Alle West-Geborenen werden jetzt aufschreien und mich als „senilen DDR-Bürger“ beschimpfen (ist ja hier schon passiert) – doch ich fühle mich so überhaupt nicht senil – aber unsere Umwelt würde es uns durch Schonung von Ressourcen danken. Wir müssen das Wirtschaftswachstum nicht ununterbrochen steigern – aber das glaubt mir ja keiner, vor allem von der Regierung glaubt das keiner.


21 Kommentare

Gesinnungstoiletten an Politikerversammlungsorten

Lieber Lu, der du ja auch finbar heißt – entschuldige, aber diese zwei Fotos von dir MUSSTE ich mir einfach holen, um meinen Sch… dazugeben zu können.

Größte Fraktion – da gibt es das meiste Klopapier. (Fast) schwärzeste Gesinnung – da gibt es das dunkelste Papier.

Mitglieder dieser Fraktion leiden an Hartz-IV-Dünnpfiff, an Ausländer-Obergrenzen-Diarrhö oder an Obstipationen. Letztere kann man schon mal bekommen, wenn man 12 Jahre lang an seinem Stuhl oder Sessel fest klebt.

Wenn ich richtig nachdenke, lasse ich Herrn Gauland und andere Herren aus seiner Partei ebenfalls auf diese Toilette, denn das, was bei ihm oben und unten rauskommt, stinkt, sogar ganz fürchterlich.

Ich kenne welche aus dieser Fraktion, denen würde ich das Klopapier am liebsten in den Rachen stopfen, damit sie endlich ihren Mund halten. Oder es ihnen mit klugmachender Milch (Milch von guten Blog-Kühen) verdünnen und füttern, damit es sich auf ihr Hirn auswirkt.

*********

Und jetzt die anderen, die „freiwillig“ mitregieren oder unfreiwillig auf der Oppositionsbank sitzen. – Genug über Politik gesagt, jedes Wort darüber ist mir eigentlich zu viel.

Würde ich Photoshop besitzen und beherrschen (oder umgekehrt), dann wäre die Einfärbung der Klorollen formvollendeter gelungen. Aber darauf kam es mir als Perfektionistin heute nicht an.

Wichtiger finde ich, dass ich mit den etablierten Parteien nichts mehr anfangen kann. Es wird Zeit, eine neue ins Leben zu rufen. Die „Grauen Panther“ gibt es ja schon, die haben wohl noch nicht sehr viel bewegt.

Ich bin jetzt dafür, die LLP zu gründen – die Lila Löwen-Partei. Anfangs wird der Vorsitzende ein männlicher Löwe sein, bis ich mich so weit mit der Materie befasst habe, dann übernehme ich den Vorsitz. Die Katholenoberhäupter sind ja auch nicht mehr taufrisch, wenn sie den Leitungsschlüssel von Petrus übernehmen.

Diesen wirklich königlichen Löwen habe ich vor langen Jahren von der Bloggerin Elke Gedankenkrümel bekommen. Jetzt erst hat er seinen großen Auftritt. Er findet sich so gut, dass er schon eine eigene Briefmarkenserie von sich herausgegeben hat. (Typisch Mann)

So lange ich nur zweite Vorsitzende bin, werde ich mich mit männlicher Löwenperücke so geben, als wäre auch ich ein kämpferischer Löwe. Aber dennoch kann ich all diese Regierungsgeschäfte „im Schlaf“ – deswegen regiere ich auch von meinem Bett aus.

Und sind dann alle innerparteilichen Querelen ausgestanden, dann besiege ich den Parteichef, setze mich auf seinen Rücken und lasse mir vom Volk huldigen – und dabei schlecke ich genüsslich ein Eis, was allerdings nicht lila ist. Lila Brille schaut auf die Untergebenen, die Jacke ist für die Koalitionspartner eingefärbt, die Socken sind Parteikleidung und das Eis habe ich von der FDP bekommen.

Den ehemaligen Vorsitzenden erschrecke ich immer wieder mit meiner Abgebrühtheit – der wird mit mir nicht glücklich. Zur Abschreckung habe ich mir die Haare rot gefärbt, das wirkt besonders gefährlich. Ich ziehe ihn an den Ohren und dann ist er still.

Wenn er sich dann beruhigt hat und nur noch das Maul aufreißt, zeige ich ihm, was ich von ihm halte.

Aber jetzt habe ich genug gelöwt und gelogen, denn ich würde nie eine Partei gründen.