Claras Allerleiweltsgedanken


27 Kommentare

Ich habe zwar 8 kWh verbraucht …

… also rund 2,16 €, dafür aber …

… meinen Rücken geschont, wieder einen blitzsauberen Backofen und das Geld für eine Putzhilfe gespart.

Wovon mein Backofen schmutzig wird, verstehe ich ja überhaupt nicht. Die seltenen Brotbackaktionen können es nicht sein, denn da wächst nichts über den Rand der Backform hinaus. Ich habe diese Backofenselbstreinigung = Pyrolyse bisher nur ein einziges Mal ausgeführt, und das ist schon ewige Zeiten her.

Da waren bei mir sicherlich zwei Gruppen von Heinzelmännchen oder -weibchen am Wirken. Die Guten, die heimlich (oder unheimlich) für mich gekocht und gebacken haben und die Bösen, die diese Aktionen zum Ver“drecken“ des Ofens benutzt haben. An die Hinterwand komme ich trotz meiner langen Arme und auf Knien bei offener Backofentür nicht ran – also wurde Hitze zum Reinigen genutzt. – Und der Innenraum sieht aus wie neu.

Da kann ich mir doch tatsächlich das Anfeuern des (nicht vorhandenen) Kamins sparen, um die Wohnung zu erwärmen – das ist sie jetzt ausreichend. Brennholz gab es in unserer Wohnlandschaft genug, zumal es der fleißige Hausmeister gleich in handliche Stücke gesägt hat – diese waren aber nach kürzester Zeit verschwunden.

 

Und jetzt zum (versteckten oder verdeckten) Anlass des heutigen Artikels. Mallybeau hat mir Schnaps(zahlen)tante zum heutigen Tag gratuliert. Daraufhin gestand ich ihr, dass ich meinen Wecker schon auf 22:15 Uhr eingestellt habe, um mit dem Fotoapparat schussbereit vor der Digitaluhr zu stehen, um die Zeit 22:22 Uhr am 22.2.22 festzuhalten. Datum und Uhrzeit haben (natürlich) geklappt, nur die Temperatur im Flur habe ich nicht mehr so schnell senken können. Ich wollte Durchzug machen, da es aber nach wie vor zu windig ist, wollte ich meinen geräuschempfindlichen Mitbewohnern keine knallenden Fenster zumuten.

Und da sie schrieb, dass sie ausnahmsweise auf die Veröffentlichung warten will, um gleich zu kommentieren, habe ich die Zeit ihr zuliebe vorgezogen und es schon um 23:23 eingestellt – immerhin eine gute halbe Stunde eingespart 🙂 – Weiterhin will sie mit mir darauf anstoßen – zuerst hat sie alkoholfrei vorgeschlagen … ABER NICHT MIT MIR!!!! Großzügig hat sie mir dann EINEN Grappa genehmigt, so dass ich zeitig genug das Glas putzen konnte – es ist zwar von Geli, aber die hat es mir geliehen – denn ein Claraglas wird es ja wegen der Kosten nicht geben.


44 Kommentare

„Falsch-Sparerin“ macht Pyrolyseerfahrung

Anfangs gleich für euch:  Es wird keine CKKFs geben = keine „ClarasKatastrophenKochFotos“ – ich hatte alles andere im Kopf als einen Fotoapparat zu holen.

**********

Für meinen Besuch und mich wollte ich ein Nudelgratin machen. Da fast alle Zutaten aus dem Kaufregal zu entnehmen sind, dürfte es wirklich keine kulinarische Meisterleistung werden … wenn man nicht Clara Himmelhoch heißt und manchmal recht extreme Kochwege beschreitet.

Als ich nach dem Einkauf zu Haus bemerkte, dass ich den geriebenen Käse und den gekochten Schinken vergessen hatte, die laut Rezept beigegeben werden sollen, war ich kurzzeitig versucht, das Essen durch ein anderes Rezept zu ersetzen. Aber nein, ich trabte noch einmal zum Discounter.

Und dann ging es los. Da das Gratin gleich in der Form auf den Tisch sollte, nahm ich nicht die schöne große Auflaufform aus Metall, sondern die weiße ovale aus Keramik. Die große ist deswegen schmutzig, weil ich sie – gegen allen Plan – dann doch noch benutzen musste und noch nicht abwaschen konnte.

Ich füllte die ungekochten Nudeln in die Auflaufform, streute den Schinken darüber und bereitete die Gratinsauce aus Wasser, Sahne und dem Pulver der zwei Tüten für die zwei Rezepte. – Kurzzeitig abgelenkt, konnte ich gar nicht so schnell den Knopf auf aus stellen, wie die ganze Sache überkochte und sich großflächig auf der Kochplatte ausbreitete. Das Inhaltsvolumen hatte sich plötzlich um 1/3 erweitert – so war das nicht von mir erwartet.

Die nicht übergekochte Sauce schüttete ich über die Nudeln samt Beiwerk, darauf kam der geriebene Käse.

Spätestens da hätte ich bemerken müssen, dass es eng werden wird in der Auflaufform.

Ich hatte die Form ohne Gestell in den Ofen gestellt – auch das war ein Fehler, denn so konnte ich das glitschige heiße Ding mit Handschuhen schlecht packen, als es dringend nötig wurde. An den Henkeln wäre es sicher kein Problem.

So, die Form war also bis zum oberen Rand gefüllt und wurde mit 170° Umluft befeuert. Und es erging ihr wie dem Töpfchen im Märchen – es wurde immer mehr und immer mehr.

Als ich in letzter Sekunde die Form aus dem Ofen holen wollte, um doch noch alles in die große Auflaufform umzufüllen, passierte das Malheur: ein großer Teil lief aus und breitete sich auf dem heißen Untergrund aus.

Käse kann so wunderbar braun einbrennen – und das großflächig. Watt’n Schitt!

Und beim Weg der Form vom heißen Ofen zur größeren Auflaufform wurden auch noch Schrank und Boden bekleckert. In der großen Form brachte das Gratin seine Backzeit zu Ende. Es sah zwar nicht mehr so gut aus wie am Anfang, schmeckte aber dennoch. Wir mussten und wollten ihn essen, denn ich hatte nichts anderes vorbereitet.

**********

Als die Gäste dann gegangen waren, machte ich mich dran, ein Wunderwerk meines Herds zu entdecken: die Pyrolyse.

Nie und nimmer hätte ich diese Ausstattung freiwillig gewählt, aber jetzt war es so weit, denn der Herd sah aus wie bei Schweins unterm Sofa.

Ich kratzte alle groben Sachen ab und löste mit einiger Anstrengung die seitlichen Einhängegitter. Arbeiten in der Hocke und gebückt gehören nicht zu meinen Lieblingsstellungen – außerdem ist es sehr eng, so dass ich mich nicht breit machen kann.

Ich stellte den Schalter auf Pyrolyse I – das sollte 1,5 Stunden dauern bei höchster Temperatur (ca. 300°). Stufe II bei noch stärker verdrecktem Ofen dauert drei Stunden. – Kommt die Temperatur in beängstigende Höhen, wird die Tür verriegelt, so dass niemand versehentlich den Ofen aufmachen kann.

Natürlich verbraucht das einiges an Strom – aber wenn ich mir vorstelle, dass ich auf Knien das Innenleben meines Herdes mit fragwürdigen Backofenreinigern geschrubbt hätte, gebe ich gern das Geld für die verbrauchten Kilowattstunden aus.

Als die Seitengitter mühelos eingehängt waren, bot sich mir dieser frische, saubere Anblick. Brav gemacht, liebe Pyro-Liese, denn so gut säubern kann nur eine Frau.

Mal sehen, wann und nach welchem Malheur ich diese Dienstleistung erneut in Anspruch nehmen werde. – Das allein hat schon den Kauf des neuen Herds als richtig erwiesen.