Claras Allerleiweltsgedanken


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Büro … Bürokrat … Bürokratie

Man kann es mit der Korrektheit auch übertreiben!

Ich will in das Bauhaus Tempelhof, um zur Befestigung von 4 Füßen der alten Liege passende Muttern zu kaufen. Damit nichts schief geht, habe ich einen deutlich zerschrammten Fuß als Muster in der Tasche. – Außerdem hat der Elektriker eine 10-Ampere-Sicherung knallen lassen. Da ich diese Technologie der Porzellansicherungen mit farbigem Plättchen zur Kennzeichnung für die Stärke schon fast vergessen habe, nehme ich die defekte mit.

Da ich es eilig habe, frage ich an der Information, wo ich die gewünschten Sachen am schnellsten bekommen kann. Als sie meine beiden Musterstücke in der Hand sieht, meinte sie: „Da muss ich einen Beleg über Kundeneigentum ausstellen und schreibt tatsächlich: ‚Möbelfuß und Sicherung‘

Es geht doch nichts über deutsche Gründlichkeit.

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Heute ist der Fußbodenbelag geliefert worden – eine Palette mit 13 Paketen – jedes Paket wiegt 20 kg. – Zum Glück waren heute auch die Fliesenleger da – der eine von ihnen, ein ehemaliger Landesmeister im Gewichtheben, hat mir mit den Paketen kräftig unter die Arme gegriffen. Wie Streichholzschachteln packte er jede dieser 13 Kisten und schaffte sie in den Fahrstuhl. – Da aber die Wohnung heute übervoll war, wurden sie erst einmal im Treppenhaus gelagert – 8 Stufen unter meiner Wohnung.

Und diese 8 Stufen ging ich zum Feierabend 13 mal hoch und runter – treppauf immer ein Paket in den Armen. Ihr ahnt gar nicht, wie schwer 260 kg sein können – auch, wenn sie sich auf 13 Pakete aufteilen.

Wäre ich BiertrinkerIn, „schrübe“ ich jetzt: Da habe ich mir aber mein Feierabendbier redlich verdient.

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So, und jetzt zu den Fliesen. Am Fliesenleger hat es bestimmt nicht gelegen, dass ich nicht so richtig glücklich war, als alle an der Wand waren (von 3 Paketen sind genau eine und eine dreiviertel übrig geblieben) – er hat ja von Anfang an gesagt, die Fliesen passen nicht zur Küche.

Da das Fenster nach Norden geht, kommt natürlich kein Sonnenstrahl in das Fenster, auch wenn es hell genug ist. Ich hatte die Fliesen immer nur bei hellem Sonnenschein betrachtet – und da leuchteten und funkelten sie nur so. Und das fehlte mir jetzt – es wirkt ziemlich dunkel. Aber ich denke, wenn die Decke weiß sein wird, helle Tapete an die Wand kommt und ausreichend weiße Küchengeräte vor die Fliesen gestellt werden, dann wird alles ganz anders aussehen. Also abwarten.

Der Kommentar des Malers: „Sieht aus wie aus den 70er Jahren – wo er Recht hat, hat er Recht – aber es gibt Schlimmeres – vor allem, weil ich auch bald in den 70er Jahren leben werde.


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Wer andern eine Grube gräbt …

… der sollte nicht mit Steinen werfen.

Oder hat hier die Hitze und mein geschädigtes Hirn etwa zwei Sprichwörter durcheinander gebracht?

Gestern habe ich mich über die mit Pattex geklebten Tapeten lustig gemacht – aber was ich vor einiger Zeit selbst „verbrochen“ habe, wage ich kaum zu zeigen. Aber: EHRLICH WÄHRT AM LÄNGSTEN!

Um die Schimmelstellen im Wohnzimmer zu überdecken, habe ich Spiegelfliesen aufgeklebt – also nach dem Motto gehandelt: „Oben hui und unten pfui!“ Warum ich die so angeklebt habe, als wenn sie bis zum Jahr 3027 halten sollten, weiß ich selbst nicht.

Hätte ich sie je zu Wohnzeiten entfernen wollen, wäre danach eine vollständige Renovierung fällig gewesen, zumindest von dieser Wand.

 


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Man kann auch übertreiben

Heutzutage sind die Pflaster so steril und so aufreißsicher verpackt, dass ich „fast verblute“, bevor ich überhaupt das Pflaster aus der Verpackung geschält habe.

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Jetzt zeige ich euch Fotos, die im ersten Moment nach einem Pflaster für die Seele schreien – aber in ca. 10 Tagen wird von diesen „Wand-Wunden“ nichts mehr zu sehen sein.

Alle Tapeten werden bis auf den Beton abgeweicht. Das war für den Maler und seine „Assistentin“ – (wenn ich Langeweile habe und auf einen Termin oder anderes warte, dann beteilige ich mich an dem Abfetzen der Tapete) – ein wirklich hartes Brot, besonders im Wohnzimmer. Sein Standardausspruch: „Die müssen mit Pattex geklebt worden sein“. Sie gingen wirklich nur quadratzentimeterweise ab. Anders im kleinsten Zimmer: Eingeweicht und die Bahnen blieben zum Teil von oben bis unten heil – allerdings auch da drei Schichten. Die Vliestapeten spalten sich ja in eine Ober- und eine Unterschicht – und das ist nicht politisch gemeint. – Aber noch darunter war zum Ausgleichen von Unebenheiten Papiertapete geklebt. – Genau nach einer Woche – Freitag zum Arbeitsschluss, war alles abgerissen. Die Müllsäcke stapeln sich nur so – und die langen Gardinenblenden samt indirekter Neonröhrenbeleuchtung versperren den Balkon.

Den hatte ich neben dem bereits fertigen Badezimmer schon aufgehübscht – neue Balkonkästen mit Vorratsbewässerung gekauft (die kosten ja inzwischen auch ein halbes Vermögen) und die fertigen Pflanzbehälter aus der Wohnung hingetragen und einfach in die Kästen gesetzt.

Etwas will ich noch zu dem hübschen Badezimmerschrank sagen, der leider meiner Waschmaschine weichen muss. Darin müssen die Kronjuwelen der englischen Krone gelagert worden sein, denn der Schrank war hinten in eine Schiene eingehängt, überall mit Silikon verkittet und  mit mehreren Schrauben rechts und links an die Nachbarschränke verschraubt. Sogar der sehr pfiffige Maler wollte schon das Handtuch werfen, bis er den Trick mit den Schubladen gefunden hat.

Der Schrank war sooooooooooo schwer, dass ich ihn noch nicht mal vor die Wohnungstür tragen konnte, geschweige die Treppen zum Keller. Wahrscheinlich lagert hinter den Pfeilen der Kronschatz!!!!!  – deswegen das Gewicht 🙂

Und hier zum Entspannen noch ein schönes Foto:

0908 Balkonausblick 93

Berlin ist nicht Paris – und Marienfelde nicht Mont martre, aber ich fand es dennoch passend:


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Whg 15 – Die Wahrheit hat nur eine Farbe …

… die Lüge jedoch mancherlei.

Ich verstehe jetzt den Zusammenhang selbst nicht, was ich mit diesem Sprichwort sagen will. Vor allem, WELCHE Farbe soll denn die Wahrheit haben?

Heute ist der Tag, an dem ich die Wohnungsschlüssel bekommen werde. Ich werde meine neuen Nachbarn kennen lernen, denn heute veranstaltet die Hausverwaltung für alle Bewohner des Wohngebiets ein Fest. Für mich wird dieser Tag immer der „Schlüsselübergabefesttag“ sein.

Nachdem ich mich von dem Kostenvoranschlag für Malerarbeiten, Fußbodenlegearbeit und Fliesenlegerarbeit erholt hatte, ging es konzentriert ans Aussuchen der Farben und Tapeten.

Ich werde einen grünen Salon für das Dinner, ein lila Kabinett for sleeping and working, einen orangegelben Miniroom für Besucher und Gäste, einen Flur mit grauen Wandsteinen und eine rote (((Koch)))Küche haben, in der die Fliesen zum Kochen animieren sollen und die Mikrowelle davon abraten wird.

Also trifft für mich wohl zu, dass „die Lüge mancherlei Farben hat. Aber ich weiß gar nicht, an WELCHER STELLE ich gelogen habe???

Von unzähligen Musterrollen habe ich große Stücke abgerissen, um dann zu Hause mit mir zu Rate zu gehen. Andere Leute brauche ich nicht um Rat zu fragen, die haben IMMER, oder zumindest fast immer, eine andere Auffassung als ich.

Ansonsten macht das „Ausmisten“ große Fortschritte. Der Schredder lief heiß – im wahrsten Sinne des Wortes. Ich habe den armen Kerl überfordert, den „jungen Mann“. – Als ich die gesamten Rentenunterlagen meiner Mutter in den Reißwolf steckte, wurde mir ganz anders – es ist, als wenn man ein halbes Leben den gefräßigen Mahl- und Reißzähnen überantwortet.

Gestern habe ich über eB..-Kleinanzeigen einen der beiden Schuhschränke verkauft – und siehe da, die Käuferin erschien auch wie angekündigt – in anderen Fällen habe ich erlebt, dass sie zwar reservieren ließen, dann aber doch nicht kamen. – Andere Sachen habe ich einem sozialen Projekt angeboten, die gegen Ende August alles holen.

Ich weiß gar nicht, warum ich überhaupt was fürs Entrümpeln bezahle – außer der Auslegware wird kaum noch was vorhanden sein.