Claras Allerleiweltsgedanken


62 Kommentare

Luxus – was ist das für mich?

Was ist Luxus? Sicher sieht die Erklärung dafür in meiner finanziellen Situation  anders aus als mit hohem Einkommen, bei dem man Schwierigkeiten hat, sein Geld auszugeben, oder gar bei zu erwartendem „Millionen“erbe. Zum Glück kann ich durch Kinderbetreuung und Mutters Konto „mein Einkommen“ ein wenig aufstocken, sonst würde es gar nicht gehen.

Was verstehe ich in meiner momentanen Situation unter Luxus:

  • Dass ich mir diese 64 m² große 2-Zi-Wohnung als Einzelperson leiste, zumal wir mal 10 Jahre zu viert in 50 m² gewohnt haben; inzwischen ist die Miete mit 510,00 € für mich fast unbezahlbar, aber hier in der Nähe gibt es nichts annähernd preiswerteres
  • dass ich meinen Leon (Twingo) gekauft und behalten habe – er bedeutet Freiheit für mich, notwendig wäre er in Berlin nicht
  • dass ich mir für dieses Auto sogar noch eine Garage im Haus leiste, um nicht ständig putzen, waschen und kratzen zu müssen. (Aber die wird wohl als erste daran glauben müssen)
  • dass ich mir meine Hörgeräte für ca. 5.600 € und meine Zahnbehandlung für eine noch größere Summe leisten konnte – beides zusammen würde einen guten kleinen Neuwagen abgeben, aber nein, Clara steckt sich das Geld in die Ohren oder „schluckt“ es runter.
    Blöd daran ist nur, dass auch der größte Luxus die richten Ohren und Zähne nicht ersetzen können.

Sicher könnte ich noch mehr aufzählen. – Aber jetzt gibt es für mich auch Dinge, die ich mir trotz vielem Geld nicht leisten würde (sage ich jetzt aus meinem momentanen Verständnis heraus)

  • Uhren à la Rolex – die zeigen auch nur die Zeit an
  • Nobelkarossen – das heißt nicht, dass ich nicht gern ein leiseres, komfortableres und schnelleres Auto hätte als jetzt, aber das muss im Preisrahmen bleiben
  • Nobelkoffer gleich welcher Marke – ein Koffer muss für mich nicht 400,00 € und mehr kosten
  • Haus mit Grundstück – oder? Eine schicke Eigentumswohnung würde mir reichen
  • Designerbekleidung ausgefallener Art
  • Notizbücher der Nobelklasse, denn werden darin die aufgeschriebenen Gedanken besser? Mir reichen solche!
  • Handtaschen der göttlichen Art – die Arbeit, immer alle Sachen von der einen in die andere zu räumen, bliebe mir ja dennoch

Ich sehe schon, ich bin viel zu pragmatisch, um Luxus überhaupt genießen zu können.

Was ich mir bei sehr, sehr viel Geld tatsächlich leisten würde:

Eine Weltreise in angenehmer Gesellschaft. Diese/r Gesellschafter/in überwindet alle von mir nicht zu nehmenden Hürden oder räumt sie zur Seite

Habt ihr auch irgendwelche Luxusgedanken?

Und hier gibt es noch eine „Luxusblume„.

Leider habe ich diese wunderbaren Gedanken über Geld erst zu spät entdeckt, dennoch stelle ich den Link noch dazu, notfalls als Erinnerung für mich selbst.


24 Kommentare

Hilfe, mein Balkon …

… muss zum Frisör!

(wird gleich erläutert!)

Alle Jahre hatte ich alle Balkonkästen mit allen möglichen Pflanzen bestückt, musste dafür vorher fast alle Talerchen aus meinem Portemonnaie ausgeben, um dann  alle Nase lang welke Blütenblätter zu zupfen, alle Wassertanks  aufzufüllen und alle Augen voll Freude über die Blütenpracht gleiten zu lassen.

Hartz IV-Empfänger müssen sparen, zumindest reden sie immer davon. Also habe ich mir gesagt: Blumen gibt es dieses Jahr nur in den kleinen Pflanzschalen – in den großen, langen Kästen gibt es Rasen – nicht unbedingt englischen, sondern mehr so wie Wiese.

Gesagt, getan – in dem großen Eckladen gab es das:

Auf meinem Balkon gibt es zwar nur für einen Kasten in der Hälfte der Zeit Schatten – aber was für den Schatten gut ist, gedeiht auch in der Sonne, dachte ich mir.

Und recht hatte ich: Nach reichlicher Aussaat, guter Bewässerung und geduldiger Warterei sahen die Sonnenkästen recht gleichmäßig bewachsen aus, wohingegen der Schattenkasten aussah wie eine Landkarte – die schwarze Erde war das Wasser und das grüne Gras war das Land. – Jetzt wissen alle (Erdkundelehrer) Bescheid, wie traurig dieser Kasten aussah.

Das ist einer der sonnigeren Kästen, deswegen relativ gleichmäßig bewachsen. Aber seht ihr nun, dass er zum Frisör muss, alles wächst einfach so, wie es will, mal höher und mal niedriger. Also muss die Schere ran! – Die einzige Lücke habe ich mit einer Kugel bedeckt, um so ganz nebenbei auf dem Balkon immer meine Zukunft vorhersagen zu können – also, meine Zukunft ist lila.

Sicherheitshalber habe ich gleich noch ein paar weitere Kugeln deponiert – die Zukunftsvorhersage aus der einen kann mir ja vielleicht mal nicht gefallen.

Na, hier kann ich mir so viel Zukunft aussuchen, wie ich will, je nachdem, welche mir besser passt.
Vielleicht mache ich das ja mal für Geld, den Leuten ihre gewünschte Zukunft voraussagen – wenn ich dann in Rente bin, Millionen hinzuverdienen kann und langsam aus dem Silver-Blogger-Alter ins Gold-Blogger-Alter übergehe. Da habe ich dann die nötige Erfahrung!

Und nach dem „Frisör“ sah der Balkon dann so aus:

Jetzt habe ich erst mal in die Lücken Blumen nachgesät – mal sehen, was am Ende rauskommt.

Ja, vielleicht machen sich einige Bio-Leute in Bloggershausen Gedanken, was ich denn so mit dem abgeschnittenen Gras machen möge?!?!?!?!?

Dafür halte ich mir extra ein Pferd auf dem Balkon und das wird immer gut gefüttert!

Aber wenn frau mal mit aufmerksamen Augen – die nicht durchs Regenwetter verwässert werden – durch die Gegend geht, sieht sie, dass manche Balkons viel dringender zum Frisör müssten – nur dort wäre Abschneiden schon wieder schade!

Beim ersten ganz besonders:

Und wenn ihr dann noch ganz weit unten guckt, da habe ich ein zweites Pferd adoptiert – auf Wunsch einer nicht näher genannt werden wollenden Dame – die meint, das Pferd sollte auch Pink-Gras fressen können. Die Begründung gibt es in den Kommentaren. – Meines darf weiter Grüngras fressen, da ja Nachwuchs auf dem eigenen Balkon!!!

Hier ist es, das Pink-Gras-fressende-Milch-Woll-Schwein-Pferd – für alle Situationen zu gebrauchen – allerdings ähnelt das Gras eher gefärbten Spaghetti:


17 Kommentare

Der arme Staat braucht Geld

Vielleicht hat die eine oder andere schon mitbekommen, dass ich nicht mehr 32,5 Jahre jung bin – spätestens mit dem Silver-Surfer-Post habe ich mein Alter in die Bloggerwelt hinausposaunt. Beim ADHS habe ich den Schaden zu begrenzen versucht und gesagt, dass diese Leute jünger wirken als sie sind. Doch in den Papieren lässt sich kein Alter täuschen, höchstens fälschen.

Also Klartext – bald bin ich doppelt so alt – und, was bekommt man da zur Belohnung: Rente.

Ich habe Glück, ich bekomme sie noch mit 65 – ein Teil der (täglichen) Besucher wird von Glück reden können, wenn er im Alter von 75 Jahren ein monatliches Taschengeld überwiesen bekommt. – Allerdings, viel mehr als ein Taschengeld wird es bei mir auch nicht, doch davon wollte ich jetzt nicht bloggen, denn es ist ja kein Bettel-Blog, sondern ein „Allerleiweltsgedanken-Blog“, wie jeder in der Überschrift lesen kann.

In meinem Leben habe ich bis 1989 schon einmal einen fast bankrotten Staat erlebt. Doch nun habe ich wiederum den Eindruck, dass auch dieser neue alte Staat kurz vor der Pleite steht nach dem Motto:

Gestern standen wir noch vor dem Abgrund, heute sind wir einen Schritt weiter!

Hätte er es sonst nötig, sich von armen Leuten unterstützen zu lassen? – Wie er das macht? Einfach so:

Mein Geburtstag ist in der Monatsmitte. Hartz IV und andere Sozialleistungen wie das Berlin-Ticket, die GEZ-Befreiung und ermäßigte Verkehrsmittelbenutzung  werden exakt bis zum 14. Tag des Geburtsmonats geleistet.

Die Rentenzahlung beginnt jedoch erst mit dem 1. Tag des Folgemonats und die Rente wird erst am letzten Arbeitstages dieses  Monats überwiesen. – Das heißt für den normal sterblichen Hartz IV-Empfänger, dass er 2 – 6 Wochen am Daumen lutschen, den Gürtel enger schnallen oder  das Brot auch mal ohne Belag essen muss.

War  die Mutter des jetzigen Hartz-IV-Empfängers  jedoch so pfiffig, ihn erst in den letzten Tagen des Monats „das romantische Licht dieser Welt erblicken zu lassen“, dann reduziert sich die Schmalhans-Küchenmeister-Zeit  um die entsprechenden Tage. Warum bin ich nicht am 30. geboren, liebe Mama? War es so heiß damals, dass du mich unbedingt loswerden wolltest? Du hättest ja 1945 auch mal an meine Zukunft in der Bundesrepublik Deutschland denken können!!! Aber es hätte ja noch schlimmer kommen können – nämlich dann, wenn ich eine „Löwin aus der 1. Dekade“ geworden wäre.

Der Ratschlag „Beantrage doch für die Übergangszeit Grundsicherung“ ginge auch ins Leere. Wer mehr als 2,60 € (vielleicht hängen an der Zahl ein paar Nullen, die ich absichtlich unterschlagen habe) offen einsehbar – also nicht unter dem Kopfkissen – liegen hat, soll dann doch bitteschön von dieser „Alterssicherung“ leben, denn noch nicht einmal ich werde bestreiten können, dass spätestens mit dem 65. Geburtstag

„das Alter angefangen hat.“

Also genießt mich jetzt noch frisch, jung und dynamisch, das ändert sich dann schlagartig.

Mein Foto mit 65:

Vielleicht noch nicht gleich mit 65, aber bestimmt mit 66 ...