Claras Allerleiweltsgedanken


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Im Dreisprung von Nord nach Süd (14/28) Oranienburger Straße

Ein hochkarätiges Viertel, dieses Berlin-Mitte, in das man gelangt, wenn man hier aussteigt. Als Touristenmagnete saugen einen gleich die Flaniermeile mit Hinterhöfen, das Tacheles, die Synagoge oder am Abend die sehr hübschen Langbeinigen aus dem Rotlichtmileu an. An den echten Damen hängt aber noch ein Oberkörper – zumindest war es beim letzten Mal noch so.

Mit Beinen bis zum Popo und einem Ausschnitt bis zum Knie ...

versuchen sie die Freier zu becircen. Sollte es dabei mal zu heiß hergehen, dann steht gleich ein Hydrant zum Löschen bereit.

Das Postfuhramt hat schon mit spektakulären Kunstaktionen auf sich aufmerksam gemacht – u.a. mit einer Ausstellung von Liebesbriefen im Maxiformat.

An witzigen Plakaten hapert es dort in der Gegend nicht: Jede kommt zu ihrem Recht:

Männer und Katzen sind im Angebot:

Könnt ihr euch noch an den Blogger-Marathon und die Aktion mit dem Cookies-Löschen erinnern – hier hätte man einen entsprechenden Automaten gehabt:

Wirklichberühmt ist diese Gegend für ihre wunderschönen Innenhöfe – liebevoll gestaltet, exzellent begrünt – einladend für eine Erholungspause nach dem ganzen Besichtigungsstress.

Und hier der Link zum Fotoblog.

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Gestern ist ja im Rausch der virtuellen Fotogrüße die letzte Station – der Nordbahnhof – etwas untergegangen. Dort geht es ganz intensiv um die ehemalige Teilung Berlins mit allen ihren negativen Seiten. Wer Lust hat, kann ja noch mal nachschauen.


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Im Dreisprung von Nord nach Süd (13/28) Nordbahnhof

Die Gegend um den Nordbahnhof ist geprägt von Mauererinnerungen, Vergangenheitsbewältigung und Teilungs- und Todeserlebnissen. Hier, an der Bernauer Straße, konnten die Leute 1961 so unmittelbar wie kaum wo anders erleben, wie es ist, wenn eine Stadt geteilt wird. Die eine Straßenseite bleibt Westen – und die andere wird zugemauert, damit niemandd von dort in die Freiheit springen kann. Eine der bekanntesten Bewohner aus dieser Straße war Regine Hildebrandt, die spätere Ministerin in Brandenburg, die sich oft sympathisch um Kopf und Kragen geredet hat und dann nicht daran, sondern an einer heimtückischen Krankheit zugrunde ging. Doch meiner Meinung lebt sie in so vielen Erinnerungen, dass sie nicht wirklich tot ist.

In diesem Grenzstreifen steht eine Kirche – jetzt muss man allerdings sagen, „stand eine Kirche“, denn die wurde brutal in den 60er Jahren gesprengt, als störend entfernt. Zu ihrem Gedenken gibt es noch die Glocken und eine Kapelle zum stillen Gebet.

Hier, in dieser wirklich gut gemachten Mauergedenkstätte kann man sich gut über vieles aus dieser Zeit informieren. Sie ist wohl eines der meist besuchten Museen Berlins. – Doch, was will das heißen – das Jüdische Museum ist auch stark frequentiert, was aber die Verständigung bzw. den Antisemitismus nicht unbedingt geringer macht. – Und so denke ich auch, sind in den Köpfen der Leute noch immer sehr viele Ressentiments zwischen Ost und West erhalten.

Von "Mauerspechten" wurden die farbigen Teile abgeklopft und versilbert.

Wäre sie so durchlässig gewesen - man hätte mit ihr leben können!

Eine Gedenktafel mit Fotos und ein daneben stehendes erinnern an die Opfer, die sich mit Trennung nicht abfinden wollten. Auch Kinder sind dabei, die mit ihren Eltern gemeinsam den Tod fanden.

Mit sehr gemischten Gefühlen setze ich meinen Weg fort!

Und hier der Link zum Foto.


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Im Dreisprung von Nord nach Süd (12/28) Humboldthain

Diese S-Bahnstation hat ihren Namen von dem riesigen Park bekommen, der in unmittelbarer Stationsnähe beginnt und sich über eine riesige Fläche ausdehnt. Ganz bewusst werde ich jetzt nicht nach Fakten googeln oder wikipedien, sondern nur meinen Eindruck auf mich wirken lassen.

Die Schautafel vor dem Park ließ ihn jedenfalls groß erscheinen.

Gleich am Rand des Parks ist ein wunderschönes Freibad – leider ohne Besucher, weil die Temperaturen – obwohl noch August – die Leute eher zu Rollkragenpullovern als zu Bikinis animieren. Und dann wird immer so viel von der Erderwärmung gesprochen – die muss dieses Jahr neben  Deutschland stattgefunden haben.

Schön, das Besucher aufgefordert werden, nicht sinn- und planlos über die Wiesen zu latschen – unschön, dass ein großer Teil der Parkbesucher Analphabeten (oder gar Anal-Phabeten) zu sein scheinen, obwohl sie weder türkisch noch anders ausländisch aussahen. Aber ich kann ja nicht immer und überall den Weltmissionierer spielen – außerdem, vielleicht gilt das ja jetzt nicht.

Habt ihr schon mal einen zweistöckigen Baum gesehen? Hier könnte der Mieter in Parterre und der im ersten Stock Freude haben.

Der obligatorische Link zum Fotoblog darf natürlich nicht fehlen.


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Im Dreisprung von Nord nach Süd (11/28) Gesundbrunnen

Der Bahnhof liegt im gleichnamigen Berliner Ortsteil Gesundbrunnen an der Badstraße, der Schnittstelle der Ringbahn und den Nord-Süd-Bahntrassen. Im Berliner Verkehrsnetz ist er ein stark frequentierter Umsteigebahnhof zwischen öffentlichem Personennah- (U-Bahn, S-Bahn, RB, RE) und Fernverkehr (IC und ICE). Eine Besonderheit für einen Bahnhof seiner Größe ist das Fehlen eines Empfangsgebäudes.

Was macht das Fehlen eines „Empfangsgebäudes“ wieder wett?

Das Rieseneinkaufscenter, das der Station seinen Namen abgeguckt hat.

Und was gleicht diese Dominanz der Einkaufsriesen wieder aus? –

Die kleinen Händler, die ihr Obst oder ihre leckeren Backwaren anbieten:

Wenn Tisch und Bäckerei zusammen passen, kann man einer Tasse Kaffee mit einem Stück Kuchen, das kein Bagel sein muss, nicht widerstehen!

Der Link zum Fotoblog darf natürlich nicht fehlen.



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Im Dreisprung von Nord nach Süd (10/28) Bornholmer Straße

Für mich ist diese Gegend „doppelt belastet“ – lange Zeit hat dort mein vorheriger Zahnarzt praktiziert, der einiges „Unheil“ angerichtet hat, was dann der jetzige wieder gerade biegen musste.

Außerdem war das eine markante Stelle der Teilung Berlins – denn über diese Brücke durften wir Ostler nicht mehr, da begann das „gelobte Land“ – haben wir damals zumindest noch geglaubt.

Und so sieht das gelobte Land heute aus: Fahrräder werden mit 3 Schlössern gesichert, damit am Abend nicht „zwei von ihnen“ dastehen. Also mal ehrlich, auf die Kriminalitätsrate hat sich die Vereinigung nicht unbedingt positiv ausgewirkt.

Die Schmierereien gab es nicht – einfach deswegen nicht, weil es keine Spraydosen gab, es gab ja noch nicht mal vernünftige Farbe für die Häuser. Also hat alles seine zwei Seiten. Einmal die überall besprayten Fassaden und anderes:

Zum anderen die gut anzuschauende Farbigkeit der Häuser, die mein Auge und meinen Fotoapparat immer wieder erfreuen.

Und hier der Link zum Lampenfoto.

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Bei Blogspot gibt es ein Blattfoto, das außer Konkurrenz zur Freude für Frau Kunterbunt läuft. Salat soll ja gesund sein, besonders für solche Fitnessbestrebten.