Claras Allerleiweltsgedanken


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Anno 2028 – Ist das Kunst …

… oder kann das weg?

Anna hatte sich ihre Berufstätigkeit mit Kind recht gut eingerichtet. Das erste halbe Jahr blieb sie zu Haus, um Felicitas in aller Ruhe und Gemütlichkeit zu säugen stillen, aber dann bekam sie einen Platz in der Kindertagesstätte für Angestellte der Museen des Preußischen Kulturbesitzes. Das kleine Familienauto stand jetzt überwiegend ihr zur Verfügung, damit sie sich nicht mit Felicitas und Kinderwagen und den unfreundlichen Berlinern in den Berufsverkehr stürzen muss. Sie hatte ihre Arbeitszeit verkürzt und verändert, so dass sie außerhalb der Stoßzeiten unterwegs sein konnte.

Bei ganz akuten Problemen konnte sie auf ihre Schwiegermutter zurückgreifen. Die freute sich immer, wenn sie Feli mal ein paar Tage bei sich hatte und sie wieder gesund pflegen konnte.

In diesem Jahr war Claudias 50. Geburtstag gewesen – doch sie hatte sich gewünscht, mit ihrem Johannis allein verreisen zu dürfen, sie wollte keinen Trubel. Der Schmerz saß ihr noch zu sehr in den Knochen – sie hatte gerade ihren besten Freund loslassen müssen – er hatte nach schwerem Kampf aufgegeben und den Krebs „gewinnen“ lassen, obwohl er selbst vom Tierkreiszeichen her Krebs war. Mit Johannis wollte sie eine ruhige Zeit der Besinnung haben. Weiterlesen


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Zum ersten Mal …

Kaum geworfen, schon gefangen

Die liebe Skryptoria Skriptum wirft so mir nichts, dir nichts ein Stück Holz in die Luft, nennt es Stöckchen und hofft, dass es alle aufheben und mitnehmen. Liebste SPS, die Zeiten der Brennstoffknappheit, in denen alle Bäume vom Berliner Tiergarten verfeuert wurden, sind vorbei! Wer braucht denn jetzt noch Holz? – Nein, es gibt ja wieder Kamine! Deswegen habe ich es doch mitgenommen, obwohl ich keinen habe. Ich reiche es dann eben einfach weiter.

… einen Spickzettel geschrieben (1952)

  • Clara ist in der ersten Klasse; das erste Diktat, bestehend aus 5 Wörtern, wird vorbereitet (und, das …)
  • Freundin Barbara und sie beschließen, einen Spickzettel zu schreiben, obwohl sie alle Wörter auswendig und richtig schreiben können
  • Claras Zettel bleibt unter der Bank, Barbara wird erwischt und verpetzt ihre Mittäterin

Fazit: Spickerkarriere vorzeitig wegen Nichteignung abgebrochen

… eine Narkose bekommen (1958)

  • Bei der 13jährigen Clara erfordert eine superakute Blinddarmentzündung eine sofortige Notoperation
  • Kaum auf dem Tisch, bekommt sie diese widerwärtig stinkende Äthermaske vor Nase und Mund und soll zählen
  • Der erreichte mathematische Höchstwert dieser Zählerei ist ihr entfallen
  • Nicht entfallen ist ihr die Angst, dass die Ärzte mit der OP anfangen könnten, bevor sie richtig schläft. An dieses Bedürfnis zu schreien: „Noch nicht anfangen!“ erinnert sie sich bis heute.

Fazit: Mit der nächsten OP gewartet, bis anständig narkotisiert wird.


… bewusst dagegen gewesen (1961)

  • September – die DDR hatte sich im August eingemauert, damit keiner rein oder raus konnte
  • die Menschen in der DDR sollen diesen „Antifaschistischen Schutzwall“ auch noch gut finden
  • die Schüler des Gymnasiums „Frédéric-Joliot-Curie“ sollen dieses „gut finden“ noch steigern und eine „Resolution zu seiner Begrüßung“ unterzeichnen
  • und Clara bekam das erste Mal richtig Ärger, weil sie „Nein“ sagte

Fazit: Nicht sehr viel daraus gelernt.

… schwanger geworden (1968)

  • der Mann  erkennt noch vor mir die Schwangerschaft
  • ich – sonst supermäklig im Essen – staune, auf was man alles in welchen Mengen und vor allem solch kurioser Zusammenstellung Appetit haben kann
  • die Milchbehälter explodieren von (Tisch-)Tennisbällen zu Fußbällen, Tendenz: Medizinball
  • täglich in den letzten 6 Wochen das Wunder bestaunt, wie die Haut eines Bauches der eines Trommelfells einer großen Pauke immer ähnlicher wird – so doll gespannt
  • beim Endspurt erfreut gestaunt, dass nach 36 Stunden schmerzhaftestem Kampf zwar ein vollkommen zerknautschtes, aber dennoch so süßes Endprodukt „ausgestoßen“ wurde

Fazit: Ausgedehnte Haut und Milchbeutel gleich für zweite Schwangerschaft genutzt, die viel unkomplizierter beendet wurde

… ein Hörgerät getragen (2004)

  • iiiiihhhhh, war das komisch: die Ohren standen ab, in den Hörgängen drückte es, als hätte ich Bohnen in den Ohr’n
  • alles war plötzlich so schrill, hell, unerträglich laut
  • die Toilettenspülung versetzte mich vom Geräusch her dicht neben die Niagarafälle
  • Türenknallen kam kriegsähnlichem Trommelfeuerbeschuss gleich
  • Plastiktütengeknister oder Besteckschubladengeräusche kamen hochtonigen Detonationen nahe

Fazit: Diese Dinger wollte ich nicht, also musste ich für bessere mehr Geld ausgeben.

… mit 2 unbekannten 12.-Klässlern Skat gespielt (10.6.10)

  • nach einem Zahnarztbesuch im Straßencafé ge-imbisst
  • Horde Jungen hatten eine Freistunde, setzten sich an Nachbartisch und okkupierten meinen letzten freien Stuhl
  • sie holten Skatkarten raus und fingen eher schlecht als recht an zu spielen
  • ich schaute meinem Nachbarn in die Karten und holte tief und hörbar Luft, als er im Begriff war, einen kapitalen Bock zu schießen

Fazit: Nach kurzer Zeit baten sie mich mitzuspielen, was ich dann auch gern tat. Es hat richtig Spaß gemacht, obwohl ich sonst nur Doppelkopf spiele.


… ein anständiges Hutfoto aufgenommen (13.06.10)

  • Motzstraßenfest – wunderschönes Wetter – wunderschöne Hüte in allen Farben
  • Clara allein hingegangen – also musste jemand als Fotografin gewonnen werden

Fazit: Auch uneingespielte Teams können gute Arbeit leisten!