Claras Allerleiweltsgedanken


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Höhen-Tiefen-Gletscher-Serpentinen 6 – Graubünden

Schluss – Aus – Ende – Finito

Nie wieder eine Gruppenfahrt
nie wieder eine Gruppenfahrt mit Bus
nie wieder eine Gruppenfahrt mit dem Bus ins Ausland.

Damit ich es nicht vergesse, habe ich es mir hier als Merkzettel hingeschrieben. Ich finde mich schnell lernfähig, denn in diesem Jahr waren es nur zwei Fahrten – nach Skandinavien und in die Schweiz. Aber fairerweise muss ich Jordanien noch dazu zählen – aber dort käme man als Einzeltourist nur sehr schwer hin.

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Jetzt kommen noch die letzten Fotos von dem Ausflug nach Graubünden – er fand am 15.08. statt.

Ein ortskundiger italienischer Reiseleiter (warum die Reiseleiter so oft wechselten, ist mir nicht klargeworden, nur das Belohnungsprinzip klappt hier nicht so gut wie auf der Skandinavienreise, wo der Trinkgeldbecher beim kleinsten Anlass rumgereicht wurde.

Der Bus fährt durch das idyllische Albulatal (die Albula ist ein Fluss) und machen Fotostopp am Solisviadukt. So ein BrückenBogenbauwerk ist auch jetzt noch eine bauingenieurtechnische Meisterleistung, zu der damaligen Zeit sicher noch mehr. Er ist übrigens ca. 90 m über dem Fluss. Verdientermaßen zählt der Viadukt zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Nach diesem Fotoaufenthalt geht es weiter zur Viamala-Schlucht. Alles, was sich jung und kräftig fühlte und gesunde Beine hatte, ging die vielen Stufen nach unten – ich blieb dieses Mal oben.

Oben gab es auch genügend zu sehen und auch zu fotografieren. Diese Berg- und Felslandschaft ist schon gewaltig.

Wenn ich dann sehe, dass sich nicht wenige mit dem Fahrrad diese steilen Straßen hier hochquälen, kann ich nur den Hut ziehen. Trotz Elektromotorunterstützung ist das kein Kinderspiel. Am Lenker sind sie alle mit modernster Technik ausgerüstet.

Wer weiß nicht, für wen dieses Foto ist? Da ich es ja drauf geschrieben habe, war die Frage nicht ganz ernst gemeint.

Vor Jahren gab es in diesem Autotunnel einen verheerenden Brand. Die Gedenktafel zeigt, das es doch noch selbstlose Menschen gibt, die trotz Gefahr für das eigene Leben anderen helfen. – Durch Veränderungen in den Röhren der Tunnel hat man die Gefahr größtenteils gebannt.

Und dann hat mich jemand fotografiert, als ich den Schritt von der Eins zur Zwei machte. Offensichtlich muss er mich mehr angestrengt haben, als ich vorher dachte 🙂

Nach der Schluchtenwanderei fährt uns der Bus in Richtung Chur, der ältesten Stadt der Schweiz und Kantonshauptstadt. Bei einer Wanderung durch die Altstadt kamen wir zu der Kirche, die gerade an diesem Tag Feiertag feierte, nämlich Mariä Himmelfahrt. In Deutschland ist das ja nur in wenigen Bundesländern Feiertag – u.a. in diesem, in dem ich mal geboren wurde, mehr oder weniger versehentlich. – Dass das hier nicht die Kirche ist, sondern der Brunnen vor der Kirche, ist ja wohl klar.

In der Altstadt gab es wieder die bemalten Häuser, die recht hübsch anzusehen sind, vor allem, wenn da eine der berühmtesten Konditoreien der Stadt beheimatet ist. – Das berühmte Backwerk, das Capricornbrot, ist auf dem zweiten Foto zu sehen, sieht aus wie ein Geweih. – Aber besonders lustig fand ich es, wenn die Leute ihr verrostetes Besteck nicht wegwerfen, sondern vor ihr Haus stellen.

Und das war es dann mit der Reise und dem Reiseberichterstatten – jetzt schweige ich still.

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Höhen-Tiefen-Gletscher-Serpentinen 5 – Bahnfahrt über den Berninapass

Bahnfahrt über den Berninapass – 14.08.

Dieses Ereignis war der Hauptbeweggrund, warum ich die Schweizreise gemacht habe. Ich kleiner Technikfreak wollte das sehen – und dann gab es überwiegend Landschaft, keine Technik zu sehen 🙂

Und dann schwöre und gelobe ich, dass diese monsunartige Bilder-Regen-Flut nicht mehr lange über eure Köpfe schwallen wird 😉

Am Anfang sah ich mich noch ein wenig in Davos um – war nicht 100%ig umwerfend. Noch weniger umwerfend waren die Preise.

Gut, dass wir keine Kinderbrillen mehr brauchen.

Noch weniger schön war aber die Plastik(rosen)palette in unserem Hotel, auch wenn die Unterlegedeckchen in hellem lila waren.

Doch jetzt machen wir uns mit dem Bus auf den Weg. Zwischenziel ist St. Moritz, der Wintersportort für die Reichen und (Schönen). Dabei kommen wir über einen sehr schönen Pass.

Dort oben gibt es nicht nur das Pass-Schild und den von einer Kunstaufführung übrig gebliebene rote Turm, nein dort gibt es auch wunderbare Wolken und Natur und Seen und KÜHE. Für wen die sind, ist hoffentlich klar. – Leider ist das Schenk-Schaf für Gudrun nicht echt – die gab es so hoch oben nicht.

Irgendwann waren wir dann in St. Moritz. Ich lege keine Hand ins Feuer, ob ALLE Fotos wirklich aus St. Moritz sind, aber das ist mir auch relativ egal. Der Bäcker oder Konditor soll der bekannteste aus der Gegend sein und das Hotel, das eher aussieht wie eine Festung, ist sicher nicht das preiswerteste. Wenn man sich aber vorher in der Bank von Graubünden reichlich bedient oder bedienen lässt, dürfte das kein Problem sein. – Die letzten Fotos in der Galerie sind definitiv aus St. Moritz.

Dann fahren wir mit dem Bus in den italienischen Grenzort Tirano. Hübsches Fleckchen – und wenn mein blöder Handyanbieter Mobilcom immer wie richtig die SMS geschickt hätte, dass ich jetzt in EU-Land bin, hätte ich auch ein paar Telefonate erledigen können. Frau kann sich doch nicht ständig merken, ob sie gerade in oder außerhalb von EU-Land ist. 🙂

Und dann kommt sie endlich, die Fahrt mit der roten Bahn, dem Berninaexpress. Leider gibt es auf einigen Fotos ungewollte Spiegelungen, aber so ist das Leben.


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Höhen-Tiefen-Gletscher-Serpentinen – 4 – Luzern

(Rhätische Bahn) – Luzern – Davos – 13.08.

Die Rhätische hatten wir vor vier Tagen im Blog, Davos bekommen wir vielleicht auch mal wieder rein – heute gibt es Luzern. Wir kommen in diesem exklusiven (Kur-)Ort an und werden an vielen Stellen von diesen hübschen Blumensäulen begrüßt, die bei mir leichte Schlagseite haben. Ich bin eben nicht vollkommen in der Fotobearbeitung, was zu viel ist, ist zu viel.

Damit alle wissen, wo wir sind, zeige ich das mal:

Dementsprechend exklusiv sind dann auch die Preise: (ein Schweizer Franken entspricht einem Euro)

Das Becherchen Eis mit seinen zwei Kugeln und seinen 5,00 € kann sich preislich damit messen.

Dafür sind die Nobelkarossen besonders fein und glänzend geputzt und spiegeln ihre Umgebung gut:

Doch jetzt gibt es die altbekannte Galerie mit einer Stadtführung durch Luzern. Enge Gassen und wunderschön bemalte Häuser gibt es auch in Luzern, Brunnen sowieso. Bei den meisten Brunnen ist das Wasser auch Trinkwasser, was alle Menschen dadurch demonstrieren, dass sie ihre Wasserflaschen darunter halten. Und es schmeckt! Der Vierwaldstätter See gibt dem Ort ein „seeisches“ Bild – und Kandelaber waren schon immer meine Leidenschaft. Spiegelungen in geputzten Scheiben sind lustig – bei mir würde sich momentan nichts spiegeln. – Für Fahnen im allgemeinen und im besonderen scheinen die Schweizer etwas übrig zu haben.

Zu den Brunnen und ihrem Wasser sei gesagt, dass fast alle Trinkwasser führen – das ist für durstige StadtbesichtigerInnen eine Wohltat.

Als wir ankamen, bliesen diese „Waldhörner“ gekonnt einen Begrüßungssong – mir fällt gerade der richtige Name für die Instrumente nicht ein.

Und wie ihr seht, lila Claras und ihre Schwestern sind überall.

Sagte ich nicht, dass die Schweizer allgemein und die Luzerner im besonderen eine Liebe zu Fahnen haben?

Das nächste war zwar schon in der Galerie – es darf noch einmal Solo auftreten, wegen der vielen Fahnen und ihren Schatten 🙂


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Höhen-Tiefen-Gletscher-Serpentinen – 3 – Bahnfahrt

Davos  – Rhätische Bahn – Luzern – 13.08.

Vornweg mal die Art der Straßen, auf denen ich mich 3 Tage lang fahren ließ – da musste ja mein Gleichgewichtsorgan am Abend durchdrehen. Ich stand wie ein Seemann beim Zähneputzen vor dem Spiegel – und alles hat sich gedreht und geschaukelt.

Jezt die Fotos, wie ich sie aus dem Fenster der Bahn oder vorher oder nachher gemacht habe. – ihr wisst ja, auf ein Bild klicken, macht es groß und man kann dann vorwärts und rückwärts blättern.

Viel mehr, als die Fotos sagen, könnte ich auch nicht erzählen. Die Berge waren schon gewaltig, die Landschaft sehr beeindruckend und das Gras wunderschön grün.

Luzern hebe ich mir auf, das gibt es übermorgen zu sehen.


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Höhen-Tiefen-Gletscher-Serpentinen 1 – Rothenburg

Rothenburg ob der Tauber – 11.08.

Das war zwar nicht unser Tagesziel Ulm, sondern nur ein Zwischenaufenthalt, aber ein recht bedeutender.

Dieses Mal ging der Start relativ problemlos – geht doch, muss nur oft genug geübt werden 🙂 Wir mussten um 4.30 am ZOB sein, also wieder eine recht unchristliche Zeit. Drei Tage vorher holte ich Ortserkundungen ein und entdeckte 200 m vom ZOB entfernt einen kostenfreien Parkplatz – P9 – der für die Messe genutzt wird. Das Navi zu programmieren und zum Messedamm/Ecke Kantstraße zu fahren, das bekomme ich hin.

Doch damit hatte es sich dann auch schon mit dem Ankommen. Diese Kreuzung dort kann man nur unterirdisch unterqueren. Unten ist alles widerlich dreckig, überall kaputt und nichts ausgeschrieben. Sowohl Fahrstühle als auch Rolltreppen sind selbstverständlich defekt – und Treppen sind gerade nicht mein Ding. Prompt kam ich oben am falschen Ausgang raus – der ZOB war mir gegenüber. Nun kann man aber nicht einfach über die Straße gehen – nachts ja kein besonders schweres Ding. Aber auf dem Mittelstreifen macht eine 60 cm hohe Mauer das Überwinden schwerer, besonders mit Koffer. Dennoch entschied ich mich für diesen Weg.

Dieses Mal waren wir Berliner die ersten und wir holten nur noch Potsdamer Mitfahrer ab.

Die Halts bis Rothenburg waren nur der Verdauung geschuldet, in Rothenburg wartete eine Stadtführerin auf uns und ein gemächlicher Gang durch die Stadt.

Erst einmal ein paar allgemeine Fotos über diese so bekannte alte Stadt. Besonders Ausländer kennen sie durch die Geschäfte von Käthe Wohlfarth, die wie in dem Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ das ganze Jahr über Weihnachten sein lässt. Für mich ein sehr abschreckender Gedanke.

Als ich die Stadtführerin fragte, warum am Stadthaus die Regenbogenfahne hängt, schaute sie mich mit großen Augen an und wusste kaum, was ich mit der Regenbogenfahne meinte.

Bei der schmalsten Gasse von Rothenburg wird oben die Luft ganz schön knapp – im Gegensatz zum echten Leben, wo oben die Luft für die Wohlhabenden immer besser wird.

In dem Arme-Sünder-Käfig, der im Torbogen hängt, hätte ich nicht sein wollen, der schaukelt bestimmt immer stark.

Die reichlich blühenden Blumenkästen waren fast das schönste an der Stadt.

In der erhöhten Galerie sind mir einige Steintafeln aufgefallen. Den Menschen aus Tübingen kenne ich nicht, aber dass die Schriftstellerin Hedwig C.-M. eine Tafel bekommt, spricht vielleicht ein wenig für den Literaturgeschmack der heutigen Zeit.

Und jetzt kommt ein wenig Kunst – und die längste Bank herzustellen, ist auch schon Kunst. Bei dem ersten hat bestimmt Renault seine Finger in der Kunst, beim zweiten die Schrottverarbeitung. – Wie das mit dem Handel zwischen dem Metzger und dem Bauer war, weiß ich nicht mehr genau – aber auf der langen roten Bank habe ich gesessen.

Übermorgen geht es weiter!