Claras Allerleiweltsgedanken


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Gay Games in Köln

Köln vermittelt uns gerade den Eindruck, dass jeder nach seiner Fasson selig werden kann – ob das seine Religion, seine Hautfarbe oder seine sexuelle Orientierung betrifft. Ca. 10.000 Lesben und Schwule aus 70 Ländern zeigen, dass sie nicht alle „Launen des lieben Gotts“ sein können, sondern eine zu akzeptierende Gruppe der Menschen, wenn auch in der Minderheit.

Wunderbar, dass es solche Veranstaltungen gibt; noch wunderbarer, dass sie in einer Stadt stattfindet, in der die Bewohner so wie die aus Berlin auch nicht vor Schreck oder Ekel in Ohnmacht fallen, wenn sich zwei Männer küssen, wenn zwei Frauen eng umschlungen gehen, so dass jeder sehen kann, dass es mehr als eine übliche Frauenfreundschaft ist, nämlich Liebe.

Dieses Bild hatte ich ja schon in meinem Fotoblog gezeigt. Sicher ist die Frisur ausgeflipt und ungewöhnlich. Was aber nicht ungewöhnlich sein sollte, ist, diese Orientierung auch ohne Angst leben zu dürfen. In Afghanistan, Sri Lanka oder Südafrika birgt schon Händchenhalten ein Lebens-Risiko, weil es als „Sünde“ definiert wird. Sind diese Länder fanatich gläubig, kann es auch ganz schnell zur „Todsünde“ werden.

In einer Berichterstattung wird von einer 23jährigen Teilnehmerin aus Südafrika berichtet, die zur „Heilung“ erst von einem ihr bekannten Mann  in mehr oder weniger aller Öffentlichkeit erst bewusstlos geschlagen, dann mehrfach vergewaltigt und zum Schluss wie ein Sack Müll liegen gelassen wurde.

Die Polizei hatte bei der Anzeige nur ein verächtliches Lachen für sie übrig mit den Bemerkungen: „Vielleicht bist du ja jetzt geheilt!“

Und sie ist nicht die einzige, die solch eine schrecklichwahre  Story zu berichten weiß.

Und weil es so etwas in der heutigen Zeit noch immer gibt, finde ich, dass die ungewöhnlichen Blumen ihre Berechtigung haben.


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Regenbogenfamilien …

was für ein schönes Wort! Ist es aber auch ein schöner Zustand? Für die Eltern sicher, denn sie haben es sich ja so gewünscht. Für die Kinder auch?

Für zwei Mamas oder zwei Papas

Angeregt wurde ich zu diesen Überlegungen durch einen Artikel von Silke Janovsky, der am 17. April in der Berliner Zeitung erschienen ist.

Ich stelle mir Clara als Kind vor, aber bitte in der heutigen Zeit – denn in der damaligen wären solche Familienzusammenstellungen kaum denkbar gewesen.

Hätte ich lieber zwei Väter gehabt, zwei Mütter, das klassische Vater-Mutter-Modell oder nur eines davon, also nur einen Vater oder nur eine Mutter? Die allerletzte Variante davon hatte ich ja. – Da ich nie einen Vater kannte, würde ich jetzt spontan für zwei davon plädieren, um alle meine Entzugserscheinungen auf einmal zu kurieren und therapieren!

Oder einfach nur deswegen, weil ich diesen tollen Artikel gelesen habe? Zwei Männer, beide Mitte 40, einer Professor, einer Architekt, leben seit Jahren mit vier Pflegekindern (3 Jungen von 18, 17 und 14 Jahren) und einem Mädchen von 15 Jahren als toll und komplikationslos funktionierende Familie in einem Riesenhaus mit Garten zusammen. Der Benjamin (6 Jahre) ist das leibliche Kind des einen Vaters, der in einem Haushalt von 2 Müttern zur Welt gekommen ist, dort auch die Woche über lebt, aber sehr oft seine „Väter“ und seine „Geschwister“ besuchen kommt.

Wie würde Clara in der heutigen Zeit entscheiden, wäre sie Mitte 20? Bliebe es bei dem typischen „Vater-Mutter-Kind(er)“-Modell? Gäbe es Alternativen? Mit oder ohne Kinder? Alleinerziehend? – Alles müßig, ich bin wenige Jahr(zehnt)e älter.

Vielleicht ist das Leben gar nicht so kompliziert, vielleicht machen es nur die Menschen dazu!

Ich wünsche allen Blogbesuchern ein wunderschönes Wochenende und einen guten Wochenstart, wolkenfrei!