Claras Allerleiweltsgedanken


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Die drei Gesichter der Clara H.

Der Einsatz meiner Gesichter muss ein wenig warten – erst zeige ich noch eine Fotocollage von dem wunderschönen Ort, an dem ich einen der Hitzetage verbracht habe. Ich kann sehr wohl würdigen, was solch ein Gartenparadies an Arbeit macht, dennoch war ich froh, dass ich nur sitzen, essen und genießen durfte, nicht arbeiten musste.

Für Neulinge: einfach ein Foto anklicken, dann wird es vergrößert.

und jetzt: Gesicht eins

Clara kommt von einem wunderschönen Tagesausflug spät am Abend zurück. Den ganzen Tag hat sie Sonne, Garten, Blumen, Teich und Fische oder Frösche genossen – also, was kann es Schöneres geben, wenn sie dieses Paradies nur genießen darf, nicht pflegen muss.

Und dann schaut sie in den Tiefkühlschrank, weil so ein eigenartiger Summton die Küchenluft durchdringt. Die rote Warnlampe leuchtet. Das wäre ja noch zu verkraften, wenn nicht schon alle Beutel, Tüten usw. angetaut wären.

Zum Glück konnte ich mir erst einmal mit dem Tiefkühlschrank im Besucherzimmer aushelfen, doch viele Sachen mussten gleich und sofort in die Pfanne gehauen werden.

Da es ein Einbauschrank mit besonderen Maßen ist, kommen nur zwei Modelle in Frage – mit Anlieferung nicht unter 400,00 zu bekommen. Den Einbau übernimmt dann der Handwerker-Sohn, der kann alles!

Gesicht zwei:

0209 Gesicht Clara 04

Am gleichen Tag wie obiges, nur etwas früher. Der Tag war heiß, heißer, am heißesten – deswegen sind alle Fensterklappen in der S-Bahn offen. Empfindlich, wie alte Weiter sind, finde ich es sehr zugig. Ich ziehe mir die Jacke an und stelle den Kragen hoch.

Mir schräg gegenüber sitzen ein paar ausländische junge Männer. Einer beobachtet meine Frösteleien. Sofort fragt er mich mich Zeichensprache, ob er das Fenster schließen solle und macht das auch noch mit dem anderen Fenster. – Ich bin wirklich gerührt. Ganz ehrlich, bei deutschen Jugendlichen könnte man sehr lange auf eine solche Geste warten. – Er wurde mit meinem strahlendsten Lachen belohnt:

0209 Claras Lachen

Gesicht 3:

0209 Gesicht Clara 05

Dieses Gesicht ist für die Situation, die ich beschreiben möchte, nicht ganz passend, aber mehr als drei Schalen habe ich nicht aus dieser Kollektion.

Am gleichen Tag, früh auf dem Hinweg zur Regionalbahn. Ich sitze in einem 4er-Abteil der S-Bahn. Mir gegenüber eine Frau mit Notebook. Neben mir ein Mann, über den ich erst mal nichts sagen kann. Doch schräg gegenüber am Fenster ein Mann zwischen 40 und 50 Jahren. Er könnte Italiener sein, er könnte aber auch Spanier sein oder ich irre mich bei beiden Nationalitäten. Und dieser Mann weint, er weint ziemlich stark, will es verbergen, wischt sich immer wieder heimlich die Tränen weg.

Und wie sind die Reaktionen der „mitfühlenden Deutschen?“

Der Mann neben mir steht nach kurzer Zeit auf und ich denke, er will aussteigen. Nein, will er nicht – er stellt sich nur einfach woanders hin.

Die Notebookfrau guckt immer wieder empört, wenn er die Nase hochzieht, weil sein Taschentuch offensichtlich am Rand seiner Füllungskapazität angekommen ist.

Und die dritte Person, nämlich ich, versucht ihn ganz tröstend anzuschauen. Vielleicht ist er wirklich Italiener und ist von dem schweren Erdbeben betroffen. In der S-Bahn bei den Fahrgeräuschen könnte ich niemanden ansprechen, weil ich nichts verstehe. Aber eine angefangene Packung Taschentücher kann man auch ohne Worte rüberreichen.


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Geldsparende Serie – N

Button Rahmen Buchstaben 300Dreißig mal berührt
Dreißig mal ist nichts passiert.

Elektrisierender Marathon von und mit C+C klein 2

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NonStromFresser = Meine Tiefkühlkombi

oder „Die Alternative zwischen Platz und Strom“

… und ich schwöre euch, es gewinnt immer der Strom, denn Platz gibt es in diesem kleinen Dingelchen mit den dicken Wänden nie genug. Es ist wie in der Berliner S-Bahn zur rush hour, nur stinkt es nicht so.

„Geometrie “ beim Einräumen der Sachen wird zur gelebten Hauptbeschäftigung, denn das Ausnutzen jeder kleinen Freifläche ist Aufgabe. Rein optisch passt er sich wunderbar in die Küchenfront ein, auch wenn ich für ihn eine 60 cm²-große Arbeitsfläche opfern musste.

2704 EPR N 35

Bevor jemand nach den blau-orangenen-Schnipp-Schnapp-Dingern fragen will: Das sind Heiß-Henkel-Topf-Anfasser, sehr gut. Aber besonders beliebt bei meiner Enkeltochter, die hat die sofort zweckentfremdet und sich damit als Küchenungeheuer bewährt.

Das Innenleben, welches der S-Bahn ähnelt, in der unteren Etage sieht so aus: Ihr seht, bei der S-Bahn ist der Strom ausgefallen und es ist eiseiskalt. Die Abteile Fächer  sind so klein, so dass ich mit meiner geliebten Fertigkost schon Stapelprobleme bekomme, wenn ich auf großen Vorrat einkaufen will. (Jetzt höre ich schon das Raunen hinter vorgehaltener Hand: Iiiiiiiiiiih, die Clara isst Tiefkühlkost!!!)

2704 EPR N 36

Im oberen Bereich ist es auch nicht viel anders. Hätte ich nicht diese drei Sammelbehälter, käme es zeitweilig zum Chaos. – Die Unterbringung von Flaschen ist problematisch. Ich muss diesen Apfelnektar kaufen, denn die normalen 1,5 l-Flaschen passen von der Höhe her nicht rein. – Den Schrank hat bestimmt ein ???? konstruiert, der mit dem Poppes gedacht hat.

2704 EPR N 37

So, jetzt habe ich euch genug in Claras Kühlschrankgynäkologie gucken lassen 🙂

Am Ende eines Kalenderjahres habe ich dann bestimmt so viel Geld – wie auf dem Foto zu sehen ist – an Stromkosten gespart, sonst muss ich mit dem Herrn Geheimrat mal Fraktur reden. Hoffentlich in einer vernünftigen Währung.

2704 DDR Geld

 

 


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Clara auf Kilo-Jagd …

aber nicht die Kilo auf dem Display einer Personenwaage werden gejagt, sondern die Kilo-Wattstunden auf dem Stromzähler. Seit Wochen habe ich alle Geräte in der Wohnung mit einem Stromverbrauchsgerät gemessen – und war erschüttert. Der ca. 14 Jahre alte Kühlschrank und der kaum jüngere Tiefkühlschrank müssen in übertragenem Sinne in Strom gebadet haben – natürlich auf meine Rechnung.

Da ich bisher einen Pauschalpaketvertrag mit 1.700 kWh pro Jahr hatte, konnte ich es noch so recht und schlecht verkraften, dass die beiden Geräte fast ein Drittel dieser Summe verschlangen, nämlich ca. 550 kWh.

Und dennoch tappe ich wie bei XY ungelöst im Dunklen. In letzter Zeit habe ich wöchentlich abgelesen. Als ich in einer Woche 4 Tage verreist war und dennoch 26 kWh  verbraucht habe, rotierten meine Gehirnzellen. Für 13 ließ sich eine halbwegs vernünftige Erklärung finden – doch wer hat die anderen 13 verschlungen, verbraucht, verschluckt? – Ist der Zähler nicht richtig geeicht? Habe ich einen illegalen Stromabnehmer irgendwo dranhängen? – Ich habe wirklich fast überall diese ätzenden Stromsparlampen – wo kommt der Verbrauch her? Ich weiß es wirklich nicht und messe weiter – Gerät für Gerät . Ich weiß, wie viel Strom es kostet, meine schmutzige Wäsche in saubere zu verwandeln oder mein Geschirr blitzen zu lassen.

Doch die Hauptveränderung war die Anschaffung einer Gefrier-Kühl-Kombination in A+++. Die beiden einzelnen Teile im Unterbauformat, die ich bis dato hatte, waren viel geräumiger als die jetzige, dafür braucht diese nur 106 kWh im Jahr – in der Beschreibung. Ich werde natürlich nachmessen.

Mein Sohn musste die Platte absägen und es war Millimeterarbeit, das 147 cm hohe Teil unter den Hängeschrank zu bekommen, der rein theoretisch 147 cm hoch hängt. Es war sehr eng, ihn darunter zu platzieren. Manchmal braucht auch Clara handwerklich begabte Männer oder Söhne – danke, mein lieber Sohn! –

Und so schaut es aus – erst einmal die alte, geräumige, aber gefräßige Situation des alten Tiefkühlers und des alten Kühlschrankes:

 

0306 Kollage Tiefkühl alt

Aber mit ihm hätte ich für 14 Tage Krankheit Fertigkost einlagern können – mit dem neuen verhungere ich schon nach 5 Tagen, wenn nicht freundliche Nachbarn Nachschub besorgen. Fazit: Nicht länger krank werden.

Ich will das alte Gerät an die Polen verschenken, die immer an den Altstoffstellen stehen.

Achtung: Ist nicht mehr nötig. Der Schrank stand ohne Bemerkung, dass er verschenkt werden soll, für ca. 2 Stunden vor der Wohnungstür, da war er schon weg. Die dazugehörigen Schubladen hatte ich in der Wohnung. Nachträglich gab ich meine Telefonnummer an, damit sich der „Beschenkte“ die Schubladen abholen kann. – Mal sehen, ob sich jemand meldet. Ich tippe auf nein! – Es ist ein ehrenwertes Haus, wo schon Sachen „gefunden“ werden, die andere noch nicht „verloren“ haben.- Ich stelle mir gerade vor, ich wollte nur renovieren und habe deswegen die Sachen vor die Tür gestellt. – Wenn es so gewesen wäre, hätte ich sofort und gleich die Polizei geholt. – Ob die kontrolliert hätten?

Meinen alten Kühlschrank werde ich „stromlos“ als Lagerschrank behalten, um die Getränke zum nächsten runden Geburtstag im Hochsommer kühlen zu können. In den jetzigen geht gerade so der Wochenbedarf für einen Einpersonenhaushalt.

0306 Kühlschrank alt 20

Was langweile ich euch eigentlich mit meiner Kühlschranksituation??? Aber da ich die neue Kombination sooooo gut (und sooooooooo klein und hoffentlich auch sooooooooo sparsam) finde, kommt dieses Foto auch noch.

0306 Kollage Kombi

Für die nächsten Tage muss ich mein Navi  in der Küche statt im Auto verwenden, denn vieles steht an einem anderen Platz als vorher, was ich ja gar nicht mag.


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„Zangengeburt“ oder „Die Pizza steckt fest“

oder: „Eine Wahlallegorie zum heutigen Wahlsonntag“

Wollte mich da jemand testen, ob ich ungewohnte Aufgaben bewältige, mein Hungergefühl unbefriedigt ad acta lege oder so lange sehnsüchtig gucke, bis mir das Objekt meiner Begierde aus seiner misslichen Lage allein in den Schoß fällt?

Wer hat diese Pizza gelagert??? —
Dieser jemand konnte doch nur ich gewesen sein, denn niemand anderes kann eine Pizza so dämlich in diesem engen Fach des Tiefkühlschranks untergebracht haben als ich – dieses Fach ist für Kühlakkus (mit Anfasser oder Rauszieher) gedacht – nicht für große, viereckige Schachteln mit leckerem runden Aufbackinhalt.

Mir bot sich folgendes Bild:

Im oberen Fach, das hier durch die Vergrößerung viel zu hoch wirkt, lag sie – gut getarnt hinter medizinischem Gel-Akku und kühlenden Wassereiskugeln. Meine Hände – nicht unbedingt fett zu nennen, erreichten sie nicht – sie entzog sich eher und rutschte immer mehr nach hinten. Ich arbeitete, bis sich im Operationsfeld die rote Warnlampe einschaltete: Gefahr für Stromrechnung und Pizza!

Endlich kam mir die rettende Operations-Besteck-Idee.

Eine ganz kurze Zeit – und der  Eingriff war erfolgreich beendet. –

So sieht das corpus delicti aus, wenn es darauf wartet, bald meinen Hunger stillen zu dürfen und diesen Anblick konnte man nur kurze Zeit genießen. Wer will, kann ein Stück abbekommen.

Mir jetzt noch „gutenAppetit“ zu wünschen wäre überflüssig – sie ist spurlos verschwunden, was ich nun auch wiederum gut verstehen kann, denn die technische Hilfskraft war hungrig wie eine Clara – falls ihr mich versteht.

Aber wenn die Hilfskraft mal feststeckt, sieht das so aus: (falls der Kopf nicht ruckelt, dann auf das Bild klicken!)

Und als sie sich dann endlich wieder befreien konnte, hat sie nichts anderes als essen, backen, kochen im Kopf. – Mal im Ernst: Ich habe einen Pflaumenkuchen ohne Streusel gebacken, lässt sich essen. Interessant daran: Ich habe fertigen Hefeteig von der Rolle dazu genommen – der schmeckt und lässt sich wunderbar verarbeiten.