Claras Allerleiweltsgedanken


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Claras Mehrgenerationenhaus

Mein Blogartikelschreibahnungsgefühl sagt mir, dass ich mal wieder was Lustiges veröffentlichen muss, um euch zu erheitern. Zu der vor paar Tagen beschriebenen „Alterspräsidentin“ passt doch wunderbar, dass ich festgestellt habe, dass ich einem Mehrgenerationenhaus vorstehe. Dieses Thema hatte Frau „Wildgans“ mal vor einiger Zeit angesprochen, aber da ging es ernsthafter zu als jetzt bei mir. In einigen Kommentaren wurde die Meinung vertreten, dass die Elterngeneration die Großelterngeneration damit ausnutzt, dass sie den Alten die Kindergeneration zum Betreuen „aufhalst“, wenn diese mal nicht in den Kindergarten oder in die Schule gehen können. – Ich hatte zur Kinderbetreuung schon immer eine positive Einstellung und durfte es leider viel zu selten bei den eigenen Enkeln genießen.

Aber jetzt genügend an Theorie – jetzt kommt die Praxis.

Zuerst stelle ich euch jetzt die gesamte Hausgemeinschaft mit allen allein erziehenden Müttern oder Vätern, die ich alle als meine „Kinder“ adoptiert habe, damit ich deren Kinder mit gutem Recht als meine Enkelkinder bezeichnen kann.

Wir sehen hier:

  • Mama Matroschka mit ihrer Tochter (die Namen der Kinder und ihrer Eltern werden aus Datenschutzgründen nicht veröffentlicht 🙂 😉 )
  • Papa Machofrosch, der im höheren Alter noch einmal Vater geworden ist und sich sehr über die intensive Farbe seines Sohnes wundert – er grübelt schon, ob er einen Vaterschaftstest machen lassen soll
  • Die ganz liebe lila Nilpferdmama, die ihren manchmal etwas kratzbürstigen Sohn sehr gut im Griff hat, ihm aber auch genügend Freiheiten für seine Entwicklung lässt
  • Bei Neuaufnahme von Mama Lilarundschwein habe ich im ersten Moment nicht gewusst, ob hier ein Papa oder eine Mama kommt – das weiß man ja heutzutage nicht immer auf Anhieb – aber mir wäre es auch egal gewesen. Als sie hier aufgenommen wurde, war ihr rosa Ferkelchen noch sehr klein und ich sah mal, wie sie es säugte – spätestens da waren alle Unklarheiten beseitigt
  • Den Reigen beschließt natürlich ein Papa, denn Vater Frosch soll sich ja nicht so alleine fühlen unter den ganzen Mamas. Papa Trabantkombi kommt aus der DDR, was ihr euch sicher schon alle gedacht habt. Seine zweite Ehe ist er mit einer Frau aus dem anderen Teil Deutschlands eingegangen – aber das ging nicht richtig gut, denn beide hatten das Gefühl, dass die Vereinigung der beiden Landesteile hätte anders vonstatten gehen sollen. Sie trennten sich ganz friedlich, und Sohn Minifiat ist abwechselnd bei seiner Mutter und abwechselnd beim Papa. Der Kleine fühlt sich sehr wohl hier. Er hat keine Geschwister und kann das hier erleben, wie es wären, wenn … Aber nicht immer findet er es toll.

Ich zeige euch jetzt die Fotos in der Reihenfolge, wie ich sie hier aufgeführt habe. – Als Mama Matroschka hier einzog, war mit ihr und ihrer Tochter alles okay. Die Kleine war sehr liebebedürftig und kuschelte gern – am liebsten wäre sie bei der Mama in den Bauch gekrochen. Doch eines Tages bemerkte sie, dass die Mama rund und runder wurde, der Bauch wurde immer dicker. Da musste die Mama Farbe bekennen und sagen, dass es bald ein kleines Brüderchen geben wird. Darunter konnte sich die Kleine nichts richtig vorstellen – doch als der Lütte dann da war, gab es oft Eifersuchtsszenen. Und das waren dann die Momente für meinen „Einsatz“ – die Mama kümmerte sich um das Baby und ich unternahm was mit der Großen.

Als Frosch Macho oder Macho Frosch bei uns um Aufnahme bat, waren die Mütter alle sehr skeptisch – er trat derartig großkotzig auf, was man ja schon an seinem Äußeren sehen kann. Wer spielt sich heutzutage in Deutschland noch als König auf – es sei denn, er heißt Jens mit dem Vornamen und Spahn mit Familiennamen – nur solche Leute können sich schlossartige Einfamilienhäuser leisten.

Als er wieder mal was von einem Vaterschaftstest faselte, erinnerte ich ihn an seine Ex. Die war ja noch viel „königlicher“ als er, aufgeblasen und arrogant bis in die letzte Kieme. Unter diesem Aspekt betrachtet ist der Sohn ein richtiger Prachtkerl geworden.

Nicht er tat mir leid, sondern mehr sein quicklebendiger Sohn, der immer mal dahin hüpfte, sich nach kurzem unter dem Schrank versteckte und quakte: Such mich, Clara. Also stimmte ich dem Einzug zu. Und ich habe es NIE bereut – der Vater wurde umgänglicher und der Sohn nicht mehr so ADHS-gefährdet. Und wenn ihn sein Papa mal ganz liebevoll in die Arme nahm und ihm was Zärtliches ins Ohr flüsterte, dann wurde der Kleine fast zur Katze, so schnurrte es aus dieser Ecke. – Allerdings kann das auch eine Fehlleistung meiner Hördremmel sein.

Wen haben wir denn jetzt? Ach, da kommt ja unsere Nilpferdkleinfamilie. Der arme Kleine hat leider nur noch seine Mama – keinen getrennt lebenden Papa, der ist an einer blöden Krankheit gestorben – deswegen hat er ein besonders gutes Verhältnis zu seiner Mama, lässt sich gern von ihr die dicke Haut kratzen – aber manchmal kehrt der Kleine auch seine kratzbürstige Seite heraus. Aber wir wissen, das gehört in der Pubertät einfach dazu. – Die beiden fühlen sich im Haus sehr wohl und werden auch von allen anderen gemocht bis geliebt.

Als ich mich mal mit dem Kleinen längere Zeit unterhalten habe, hat er nach seinem Onkel im kleinen B. gefragt. Da er keinen Papa hat, sucht er ganz intensiv nach anderen männlichen Personen, mit denen er eben typisch männliche Sachen machen kann. Vielleicht sehen sich die beiden bald mal wieder. Onkel Frosch scheint ja auch schon ganz heiß auf ein Wiedersehen zu sein.

Wen stelle ich euch jetzt vor? Diese beiden sind schon sehr, sehr lange bei uns, denn ich habe noch erlebt, die das süße Baby von der Mama gesäugt bzw. gestillt wurde. Die Kleine hatte einen satten Zug, den sie wurde zusehends runder und runder und rosiger. Manchmal wusste man bei den beiden nicht, wer hier eigentlich den Ton angibt, wenn sich die Tochter mit ihrer Mutter zoffte, begnügten sich beide nicht mit Quiek- und  Grunzlauten. Wenn dann alles wieder gut war, durfte die Kleine eine Runde reiten.

Tja, da bin ich ja schon bei dem letzten Pärchen angekommen – unser Trabantpapa mit seinem Sohn Minifiat. Fiat hat seinen Papa ganz schön im Griff – wenn er nicht will, dass der am Abend mal ausgeht, um vielleicht eine andere hübsche Autodame kennen zu lernen, steigt er ihm einfach auf die Motorhaube. Natürlich würde der Papa nie das Leben seines einzigen Sohnes gefährden und startet natürlich nicht den Motor. Außerdem ruft ihm der Kleine zu: „Du musst dir erst mal ein anderes Aftershave anschaffen, denn mit diesem ekligen Benzingemisch wirst du keine Frauen finden, die das begeistert. – Dann bleibt der Papa zu hause und sie spielen wilde Sau wilde Autos. Gefährlich wird es dann, wenn der Kleine seinem Papa aufs Dach steigt und dieser dann eine Runde dreht – natürlich langsam. Bis jetzt ist alles gut gegangen.

Könnt ihr euch vorstellen, dass ich Spaß an meinen Mitbewohnern habe?

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Und wer Lust hat, kann hier den Beginn der Nilpferd-Frosch-Geschichte lesen.


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Autospielereien *** T

Ich hatte auch einen pinkfarbigen Trabant-Kombi im Bestand – aber als ich dieses geschenkte Foto von Mandy bekam, habe ich mein Foto gleich über Bord geschmissen – dieses hier ist viele Male schöner – und vor allem ist der kleine Kerl von lauter anderen kleinen Kerls umgeben, weil in Zwickau ein „Gedenktag“ für ihn gefeiert wird.

Mein Bilderfreund G. hat mir auch beim Trabant unter die Arme gegriffen – und zwar könnte das das erste Modell sein, der Trabant 500 – später kam dann der 600 und sogar noch der 601 – die hatten stärkere Motoren. Aber ich kann mich nicht verbürgen – vielleicht sagen es mir kundige Besucher. – Der Hänger war bestimmt auch aus ganz leichtem Material, denn sonst wäre der Trabant ja gar nicht von der Stelle gekommen. – So einen „Kombi“ hatte ich.

1985 stießen in der Innenstadt von Bitterfeld zwei Trabbis zusammen. Es gab zwei Tote und 53 Verletzte.
Die Toten waren die Fahrer. Der Rest hat sich um die Ersatzteile geprügelt. – So das war der Witz für Ute, jetzt zum Ernst des Tages. – Den zweiten Trabant für den Zusammenstoß seht ihr im Fotoblog.

Was dem einen sin Ul ist dem anderen sin Nachtigall – ich habe nahtlos vom Trabant, der mir im zarten Alter von 1,5 Jahren entwendet wurde, zum Toyota gewechselt. Also blieb doch wenigstens der Anfangsbuchstabe gleich – und mein Fahrstil wurde flüssiger, schneller, pfiffiger und rasanter – obwohl, soooooooooo viel kmh gibt ja der Starlet auch nicht her. – Ach, der war schon ein kleines, süßes Schnuckelchen, mein Hannibal (ohne Lexter) – und rot war er auch, obwohl ich rote Autos gar nicht mag.


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Hier verschenke ich weitere Tiere für tapfere ABC-Streiterinnen …

die ich gestern nicht bedenken konnte, da ja die Regel von mir aufgestellt wurde, sich für eine zu entscheiden. – Aber jetzt kann ich verschenken, was und wem ich will.

… das sagt dieser Elefant – und diese Tiere sind sehr klug – bei diesem Riesenkopf ja auch kein Wunder – und der wird wissen, warum er zu April hin will. Ich habe jedenfalls nicht dagegen gesprochen und habe ihm gesagt: „Steh auf, nimm deinen Rüssel und deine große Ohren und stelle dich in Aprils Garten, damit alle bei Regen in dir Schutz finden können. Und bedank dich noch mal artig für die zwar wenigen, aber doch recht feinen Bilder, die sie zu unserer Erbauung gezeigt hat. Sie fing mit einem ganz starken A wie Amtsschimmel an. – Fotoblog hier.

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Bea, bei dir waren sehr oft bei deinen Beiträgen Dichtung und Wahrheit nahe beieinander – und das hat mich immer so fasziniert – vor allem dann, wenn ich nicht wusste, ob ich gerade einen Bären aufgebunden bekomme oder ob es die Wahrheit ist. – Und deswegen schenke ich dir jetzt eine Robbe zum Spielen und Zaubern. Viel Spaß mit ihr – vielleicht gibt sie zum Abschluss Pfötchen oder winkt uns!

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Bigi – jetzt keine falschen Schlussfolgerungen – du bekommst den Bär nicht von mir geschenkt, weil du mir mal einen in den Rucksack geschmuggelt hast – nein, du bekommst ihn, weil er ein bisschen was abkann und auch schon ein bisschen was mitgemacht hat. Ich kenne eine ganz tolle Frau, die in einer fast ausweglosen Situation so lange gestrampelt hat wie ein Frosch in der Schlagsahne, bis daraus Butter wurde und er aus seinem Gefängnisglas hinausspringen konnte. – Und genau so kommst du mir auch vor – aber pass auf, spring nicht allzu heftig, wenn du dich von der Butter abstößt. Ich möchte, dass du heil bleibst, denn ich möchte noch sehr oft von dir etwas zum Lächeln oder Lachen zu bekommen, aber es darf auch was Ernsthaftes sein. – Und falls du doch ein wenig Sehnsucht nach dem Kleinen haben solltest, der auch gern mal wieder ans Wasser will – dann heißt es für mich: dir was in den Mail-Post-Kasten stecken, damit es mühsam bei dir rausklettern kann, das Auto packen und mit dir und Wolf und überhaupt mal wieder ins Glas zu gucken.

Ich freue mich sehr, dass du zwar spät, aber nicht zuuuuuuuuuuuu spät zu uns gestoßen bist. – Und hier kannst du dich im Fotoblog freuen.

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Belanglose Blechi Brigitte – du hast uns immer wieder durch Vielseitigkeit und tolle Ideen bezaubert – und das, obwohl du einen Teil der Zeit in einer Rehaklinik  mit anstrengenden Behandlungen verbringen musstest – aber wir mussten darunter nicht leiden – hier bei mir warst du immer pünktlich. – Und die bunten Osterhasen bekommst du, weil ich gesehen habe, dass du ganz, ganz viel Osterschmuck hast – aber meist aus Holz und nicht so kitschig bunt *grins*

Danke für dein Mitmachen! – Und hier halten sie im Fotoblog Maulaffen feil.

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Wer das Alphabet so gut kennt wie ich, der weiß, dass jetzt das C dran ist. Und mit C gibt es außer Clara nur coolPic hier bei uns. Wenn du mit dem Cursor auf das Bild gehst, siehst du als Titel „coole Ruhrgebietsenten“ . Und so habe ich dich kennengelernt – natürlich nicht als Ente, sondern als „cool“ und als typische Ruhrgebiets-Einwohnerin. – In letzter Zeit entwickelst du dich ja langsam zur rechten Hand der Polizei. Deswegen dachte ich, darf der zünftige Polizei-Trabant und ein rattenscharfer Polizeihund nicht fehlen. Beides habe ich den Enten zugesellt.

Deine Tierbeiträge hatten nichts mit diesem  Entenkitschniveau zu tun – und dafür bedanke ich mich. – Im Fotoblog sind sie auch.

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Für heute ist Schluss, aber morgen geht es weiter. Verlasst euch nicht zu sehr darauf, dass ich das Alphabet immer in der richtigen Reihenfolge beachte.  Ihr wisst ja, dass ich gern mal aus der Reihe tanze!


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Himmelhochs brauchen 1973 ein Auto /Stöckchen

Hallo, meine liebe SPS, mein Stöckchen-Sammelbehälter läuft über, bei der Hitze geht ja auch nichts davon weg in den Kamin.

Deswegen muss ich was an dich zurückgeben zum Thema: „Das braucht doch kein Mensch!

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In meiner Schrankwand stehen 4 Modellautos: 3 schnucklige weiße für den Fall … siehe Gedanken über Luxus, aber dann natürlich in groß und nicht als Modell  – und ein hässliches, grauweißes Entlein. Und gerade an diesem hängt mein Herz besonders – wie in der Bibel die Geschichte  mit dem schwarzen Schaf schon erklärt.

Diese schicken Weißen braucht man schon nicht, höchstens für die Kinder, die  haben schon oft damit gespielt.

Doch warum ich den kleinen, hässlichen, grauweißen Trabant-Kombi immer noch hier stehen haben, versteht nur, wer Clara kennt – denn da hängt – welch ein Zufall – eine Geschichte dran, nicht  am Modell, sondern am Auto in echt. – Damals bin ich noch nicht auf die Idee gekommen, einen Sponsor für einen Audi zu suchen (heute aber auch nicht, Es gibt Autos, die ich mehr mag.)

Die Geschichte vom typischen DDR-Autokauf erzähle ich gleich, nachdem ich mir einen Kaffee geholt habe.

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Die Zeitrechnung zählt  1973 Jahre nach Christi Geburt  und 2 Jahre nach Clemens‘ Geburt. Theres Abstand zur Zeitenwende betrug 1968 Jahre, aber in dieser männlich dominierten Zeitenzählung hat ein Mädchen leider nur geringe Chance, die Kalenderzählung zu bestimmen und damit hier kundzutun, dass sie 5 Jahre jung ist.

Clara hat ein schreckliches Erlebnis mit ihrem Motorroller hinter sich, den sie sich kurz nach dem Abitur gekauft hat. Eines Tages rutschte sie auf einer Ölspur geradewegs auf die linke Fahrbahn und dort blieb ein riesiger LKW kurz vor dem Zusammenprall ca. einen Meter vor ihr stehen.

Echte Schrecksekunden brennen sich ins Gedächtnis ein, auch wenn sie 45 Jahre her sind. Fazit: Der Motorroller wurde sofort verkauft und jeglichem motorisierten Verkehrsmittel wurde abgeschworen. Lieber wollte sie den „Auto-Anteil“ ihres Führerscheins ein Leben lang ungenutzt lassen als noch einmal in eine solche Paniksituation zu kommen.

Aus diesem Grund hat sie sich nicht für ein Auto angemeldet. Jede Oma, jeder beidseitig Erblindete, fast jedes Schulkind war angemeldet, nur Clara versäumte es, mit 18 Jahren das Anmeldeformular auszufüllen. In der „Provinz“ wäre nach ca. 15 Jahren, in dem immer etwas privilegierteren Berlin nach ca. 10 Jahren das entsprechende Auto in Zwickau oder Eisenach vom Band gelaufen.

Hätte sie nur über einen Funken Geld- und Handelssinn verfügt, wäre aus dem Verkauf dieser Anmeldung kurz vor dem Fälligkeitsdatum viel Geld zu machen gewesen. Zu dumm oder zu ehrlich?!

Als bei einem innerfamiliären (Streit-)gespräch Hannes den Tatbestand äußerte, zwar über eine Anmeldung für ein Auto, aber nicht über eine Fahrerlaubnis=Führerschein  zu verfügen, blieb Clara dennoch bei ihrer motorlosen Meinung. Sein sofortiger Fahrschulbesuch wäre nicht möglich gewesen, weil auch dafür die Wartezeiten zwischen zwei bis fünf Jahre betrugen. Das hielt ihn davon ab – also wurde die Autoanmeldung 1972 fällig und keiner wollte (Clara) oder konnte (Hannes) es fahren. Das Auto wurde im Kollegenkreis weiterverkauft und deckte mit der „Verkaufsprämie“ etliche der gerade notwendig gewordenen Ausgaben.

Das jetzt herrschende autolose Klima wurde kühler bis frostig, da Hannes dem entschwundenen Auto über Gebühr nachtrauerte.
Irgendwann hatte er Clara weich“geredet“, so dass die sagte: „Ich besorge uns ein Auto“ (bisschen naiv war sie ja schon immer!)

Um ein vernünftiges gebrauchtes zu bekommen, mussten ca. 150 Mitbewerber ausgestochen werden. Mit Geld war dies in unserem Fall nicht möglich, also, wie dann? Der Preis eines 3-Jahres-Wagens pendelte so um den Anschaffungspreis herum.

Clara verschaffte sich eine Übersicht, studierte Chiffre-Annoncen auf der Suche nach einem Trabant-Kombi. Chiffre deswegen, weil kaum jemand Telefon hatte, Handys noch nicht erfunden waren. Kombi deswegen, weil sonst eine vierköpfige Familie mit Bambirad nicht unterzubringen wäre.

Und dann ging es ans Schreiben – mit der Hand – jeder Brief ein Unikat.

Eines Tages ein Anruf, wir sollten kommen und Geld mitbringen. Gemeinschaftliches Unterkiefer-Aushaken war angesagt.

Dort angekommen, fragte Clara vorsichtig: „Haben Sie denn nur wenige Zuschriften bekommen?“ Der Verkäufer griff hinter sich und holte drei dicke Stapel vor.

Ihr Staunen wandelte sich fast in Ehrfurcht, denn die Verkaufsverhandlungen waren perfekt abgeschlossen. „Und warum haben Sie sich gerade für uns entschieden?“ Seine Antwort: „Sie haben den lustigsten Brief geschrieben und außerdem ging mir ihre Autonot richtig ans Herz!“

Noch Fragen?

Damals fürs Schreiben ein Auto – und heute einen Kommentar! Qualitätssteigerung? Werteverfall? – Alles relativ – heute brauche ich kein Auto, gebrauchte stehen an jeder Ecke rum – heute freue ich mich mehr über (freundliche) Lesermeinungen .


Und hier könnt ihr das Auto der Himmelhochs sehen, na fast, und hier auch.


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Die Liebe der Diebe …

… muss ja nicht unbedingt mich zum Ziel haben. Jetzt, nach Jahren, haben sich diese Leute von mir abgewendet! Mache ich es ihnen etwa schwerer als früher????
Es soll jetzt keine besonders boshafte politische Wertung sein, wenn ich sage, dass alle Diebstähle erst in der „Bundesrepublik Deutschland“ passiert sind. Vielleicht hatte ich in der DDR nichts, was sich zu entwenden, also zu dieben, gelohnt hätte.

Portemonnaie aus der Handtasche: 3x, 2x davon im Bus am Kudamm; einmal bekam ich einen Anruf, ob ich mein P. vermisse. Ich musste es leider bejahen. Mit einer Flasche Sekt fuhr ich zu der Firma, die es ausgeräumt im Hausflur gefunden hat. So bekam ich wenigstens noch die lederne Hülle und die EC-Karte zurück. – Beim zweiten Mal bemerkte ich es gleich beim Umsteigen, aber da tauchte nichts mehr auf – und ich hatte gerade vorher Geld abgehoben! – Beim dritten Mal war es nur noch die Kleingeldbörse, denn auch Frau Himmelhoch mit ihrem hehren Namen lernt dazu! – Inzwischen habe ich einen Rucksack mit Rückenfach und verschließbaren Reißverschlüssen und fahre nicht mehr Bus auf dem Kudamm.

Auto: 2x. Als erstes wurde mir im März 1991 der fast neue (im Jahr der Wende gekaufte)  Trabant-Kombi geklaut, auf den ich ca. 10 Jahre gewartet und mit 15.000,00 Mark auch nicht gerade wenig bezahlt hatte. – Als wir Westen wurden, mussten ja alle Autos nach bundesdeutschem Recht versichert werden. Ich wollte ihn – in guter Tradition – teilkaskoversichern lassen. Doch die Versicherungen hatten noch keinen Tarif für unsere Hartplaste-Modelle.

Meine Überlegungen: Blitz, Elch oder Kuh und andere Widrigkeiten?? Bisher noch nie erlebt, also ist es nicht so schlimm, wenn er keine Teilkasko hat. An Diebstahl hätte ich ehrliche Seele nie und nimmer gedacht. Alle wollten ihre Trabbis loswerden, und meiner findet einen Liebhaber. – Ich vermute, es lag nur am Wetter. An dem Abend regnete es Schusterjungen und ich wollte meinen Besucher zum Bahnhof fahren. Im Hof war der Platz, wo er gestanden hatte, noch trocken. Der Herr Dieb musste also gerade durch die Tordurchfahrt gefahren sein.- Die Polizei hat nur müde gelächelt, als ich sie bat, danach zu suchen. – Ganz am Anfang meiner Autofahrerkarriere hatte ich das Auto schon einmal (aus reiner geografischer Dusseligkeit) als gestohlen gemeldet. Ich hatte einfach zwei Parallelstraßen miteinander verwechselt. (Jetzt mit Navi würde mir das eher nicht mehr passieren!!) Und da haben mich die Burschen, in dem Fall doch „Freund und Helfer“, nach zwei Stunden zu meinem Auto gefahren und haben spitzbübisch gegrinst, als nichts aufgebrochen war. Vielleicht war das auch schon anderen passiert?

Das zweite Auto war ein roter Golf,  geklaut wurde er 1997. Es war noch die gleiche Wohnung in Bln.-Friedrichshain. Er wurde „leider“ wieder aufgefunden, mit total verbogener Lenksäule. Ich konnte bei der Versicherung keinen Totalschaden durchsetzen – dementsprechend zahlte ich dann beim Verkauf zu. – Erst durch die Polizei erfuhr ich, dass er tiefergelegt war und Breitreifen hatte – offensichtlich für Jugendliche attraktive Attribute.

Fahrrad: 1x Ich war am Nachmittag im Kino und hatte das Fahrrad ordentlich abgeschlossen. Nach der Vorstellung suchte ich alle Büsche ringsherum ab, aber es war nicht mehr aufzufinden. Meine Vermutung: Das Fahrrad hatte eine wunderschöne, große, lila, chinesische Klingel, die so hochkant auf den Lenker geschraubt war. Die hat den Spitzbuben sicher ins Auge gestochen. – Auch das war in Bln.-Friedrichshain – eine hochkriminelle Gegend.

Westpaket aus dem Auto:  Ich ließ es im Auto, weil es eine Weihnachtsüberraschung für die Kinder sein sollte, die ich verstecken wollte, wenn sie im Bett liegen. Da gab es nichts mehr zu verstecken. Am peinlichsten war der Brief an die Absenderin, denn ich konnte mich ja schlecht bedanken, da ich den Inhalt nicht kannte.

Ich will es nicht beschreien, aber seit ca. 10 Jahren ist alles bei mir geblieben. Entweder habe ich mein Soll auf dieser Erde erfüllt, die Menschen sind netter oder ich bin gescheiter geworden.