Claras Allerleiweltsgedanken


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Rundreise Marokko 6 – Teil 4 – Medersa Attaryne

Ich will euch ja nicht langweilen, aber das Kalenderblatt zeigt immer noch den 16. Juni. Vielleicht könnt ihr jetzt erahnen, was wir so alles an einem Tag konsumiert haben – da muss ja mein Gedächtnis durcheinander kommen.

Im Prospekt wird uns die antike Hochschule Medersa Attaryne und das Grabmal des Moulay Idriss angekündigt. Letzteres muss schon am 15.07. dabei gewesen sein, was mir aber auch nicht wichtig ist.

Die antike Hochschule war vor allem deswegen so interessant, weil die Studenten des Korans mit Zellen ohne Fenster auskommen mussten, deren Größe nicht viel größer als ein Bett und ein Schrank oder so etwas gewesen ist. Es gab auch etwas komfortablere Zellen, diese waren dann sicher für die Studenten, die aus wohlhabenderem Hause kamen – ist noch genau wie heute.

Wie ich euch einschätze, lest ihr alle in der ganz linken Spalte. Französisch können wohl alle, die mit dem Tourismus zu tun haben, es ist wie die zweite Landessprache.

So, und jetzt will ich die Berichterstattung über Fes beenden. Fotos vom Hotel kommen unter einem anderen Kapitel.

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Rundreise Marokko 6 – Teil 3 – Gerberei und Weberei

Wir befinden uns datumsmäßig noch auf dem 16. Juni 2018.

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In meinen „geheimen“ Aufzeichnungen von Fb findet sich zu diesem Tag noch folgendes:

Wie gut, dass ich nicht mit dem Schrankkoffer gereist bin. Keine Kofferträger für die 27 Stufen in Sicht. Kostenloses Fitnesstraining inclusive. – Umbuchung für Anschlusswoche geht nicht. Ich wollte doch nicht in Marrakesch bleiben, sondern ans Meer nach Agadir. Aber wie hießt es doch immer: Frau kann nicht alles haben.
Es ist 7 Uhr und ich sitze im Foyer, um zum Frühstück zu gehen. Ich bin aber die erste und einzige bisher, da wir erst um 9 Uhr weiterfahren. Dafür zeige ich euch jetzt noch ein paar Bilder. – Bett und Schlaf und Essen und alles bisher waren gut. Nur gibt es jetzt im Frühstücksraum eine Musik, die mich so verschreckt, dass ich mit meinem Essen nach draußen muss.

Irgendwie ist mir der Besuch der Gerberei untergegangen, aber das kann ich sehr gut jetzt nachholen.

Es gibt so unendlich viele Berufe, in denen ich nicht arbeiten möchte – aus den unterschiedlichen Gründen. Aber hier mit diesen gesundheitsschädlichen Chemikalien und bei dieser Hitze – die armen Arbeiter! Arm sicher im doppelten Sinne, denn die Löhne werden nicht hoch sein.

Warum diese Fotogalerie ein wenig lilastichig ist, weiß der Teufel, Clara weiß es nicht. – Doch eine Kuh im finalen Zustand kann man auch sehen. Dabei sind sie lebendig, lesend oder schreibend so viel besser als nur als Haut. – Ich glaube die Kaufbegeisterung hielt sich in Grenzen, auf jeden Fall bei mir, denn ich kaufte GAR NICHTS. (nur um dem Verdacht mit der lila Jacke vorzubeugen!!!)

Von der Gerberei zu Weberei – denn wenn das mondäne Weib von heute täglich eine andere tolle Handtasche und eine Lederjacke trägt, braucht sie ja auch das entsprechende textile Outfit. – Auch hier gibt es wieder nur eine Galerie. Die lila Fotos muss Prinz Lumix ganz ohne mich gemacht haben – wahrscheinlich wollte er mir eine Freude machen. Nicht, dass er es auf die Spitze treibt und ich am Ende lila gar nicht mehr leiden kann.

Warum ich hier nichts gekauft habe, frage ich mich beim Betrachten der Fotos wirklich. – Wahrscheinlich hatte ich nur diese Verkaufsberieselung so satt.

 


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Rundreise Marokko 6 – Nur Fes (Teil 1)

Der Kalender ist inzwischen auf den 16. Juni gerückt.

In der Reisebeschreibung steht:

Wir beginnen unseren aufregenden Tag mit einer Stadtrundfahrt in Fès°, der ältesten der vier marokkanischen Königsstädte. In dem Labyrinth der Altstadt, welche seit 1981 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, werden wir uns in vergangene Jahrhunderte zurückversetzt fühlen. Wir besichtigen die berühmte Karaouine – Moschee°, die Hochschule Medersa Attaryne°, das Grabmal My Idriss° und das Handwerkerviertel° (Gerberei, Schmiedegasse). Danach besuchen wir die traditionellen Märkte. Übernachtung in einem 4-Sterne- Hotel (z.B. Hotel Menzah Zalagh) im Raum Fès.

Die Schmiedegasse gab es nicht, dafür eine Weberei. – Und wenn ich mir hier so die ganzen Fotos ansehe, denke ich, ein guter Fotoapparat kann auch eine Strafe Allahs sein. 🙂 – oder eine Prüfung der Ungläubigen!

Bei Fb hatte die reiseunerfahrene Clara geschrieben:

Das Hotel hier in Fes hat ein großes Plus und mehrere große Minusse. Das Buffet war allererste Sahne. Mindestens wieder ein Pfund auf die Rippen dazugekommen. Aber die Ausstattung des Zimmers ist sehr gewöhnungsbedürftig. Es ist ein Doppelzimmer und hat eine Steckdose und einen Hocker, auf dem man sich setzen kann. Und die Bettdecke hat keinen Bezug. Jetzt frage ich mich, haben sie den nur vergessen oder waschen Sie immer die ganze große Decke oder haben hier schon zig andere Leute drunter geschlafen? Das Bett ist 180 m breit und hat nur eine Decke, dafür sechs Kissen.

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Jetzt geht es also wieder an Fotogalerien, denn anders ist dieser Masse nicht Herr Frau zu werden. – Ihr seht gleich zu Anfang: Allah ist überall und McDonald auch und natürlich LILA!

Die religiöse Kleidung des Reiseleiters mit den dazugehörigen Schuhen und unzähliger anderer Männer  auf der Straße ist sehr schön – und vielleicht schützt sie sogar besser gegen die Hitze als unsere europäische Kleidung und sie hat für Wenigbehaarte auch eine Kapuze.

In die engen Gassen passt natürlich kein Auto – also Belieferung und Müllabfuhr und anderes per Eselkarren.

Das weiße Pferd stand vor dem Hotel und mit dem Gewusel an den Einkaufsständen lasse ich euch allein.

Wenn ich mir das Foto voller Datteln länger als 20 Sekunden ansehe, bekomme ich triefenden Speichelfluss – also Achtung, falls euch das auch so geht.

 

Da ich ja nur be-Host und nicht be-Rockt und nicht be_Kleid-et in den Urlaub gefahren bin, dachte ich, ich bekomme dort etwas – es wurde mir von vielen vorausgesagt. – Ich mache euch jetzt mal Vorschläge, die ich aber alle für mich abgelehnt habe. Ich war mir immer nicht sicher, ob es Festkleider oder doch nur Nachthemden sind.

Dann gibt es noch zwei Fotos von dem Restaurant, in dem wir gegessen haben. Vornehm geht die Welt zugrunde. Und ihr könnt sehen: Farben, die lila oder dicht bei lila liegen, sind im Trend.

Für heute ist Schluss mit lustig (oder ohne lustig) und gleich anschließend (als neuer Post) gibt es zwei passwortgeschützte kleine Videos.

 

Geschützt: Rundreise Marokko 5 – Video bei den Römern und beim Tee

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Rundreise Marokko 5 – Fes – Teezeremonie (Teil 2)

Es ist immer noch der 15.06., nur der späte Nachmittag und wir sind zu Gast in einer marokkanischen Familie. Der Reiseleiter ist mit dem jetzt arbeitslosen Hausherrn befreundet, denn sie waren mal Studienkollegen. Sicher hat er es arrangiert, dass die Teezeremonie in diesem Haus stattfindet, denn es wird von der Reiseorganisation bezahlt.

Bei Facebook schrieb ich über diesen Tag und besonders über die Teezeremonie folgendes:

15062018 Stellt euch vor, ich habe heute seit ca 60 Jahren das erste Mal wieder Pfefferminztee getrunken. Wir waren in einem Privathaus und dort hat das Ehepaar und die vier Kinder eine ganz tolle Teezeremonie für uns angeboten. Und es gab Gebäck und nette Gespräche.
Als Ausgleich habe ich dann beim Abendbrot mit zwei Österreichern und zwei Gästen aus Bayern zusammengesessen. Da fühlte ich mich komplett unter Ausländern. Ich habe nicht einen einzigen Satz verstanden. – Und heute schlafen wir das erste mal zwei Nächte im gleichen Hotel in Fes -wow -ist das schön. Mein Zimmer ist – wie könnte es anders sein, in der obersten Etage das letzte auf dem Flur, dafür hat es aber mit all den danebenliegenden Zimmern eine Dachterrasse.

Doch jetzt zum Tee. Viele festlich gedeckte Tische erwarteten uns – die Sitzgelegenheiten standen in der riesigen, nicht überdachten Innenhalle. Da wohl viele Gruppen diese Zeremonie erleben, bleiben sie wahrscheinlich immer gleich stehen.  – Die Teppiche und auch alle Polster waren bunt, für meinen Geschmack vielleicht etwas zu stark gemustert. Fotos von den Innenräumen zeige ich auch noch. – An den Pfeilern wuchsen u.a. Orangenbäume. Das Haus war riesig und es war vor allem alt, sehr alt und an vielen Stellen auch baufällig. Der Hausherr hatte schon Vorkehrungen getroffen, um dagegen etwas zu machen.

Das Gebäck war köstlich bis köstlichst, schon dafür hätte es sich gelohnt. Der Tee war – für mich konsequente Pfefferminzteeablehnerin – trinkbar, aber zu mehr kann ich mich nicht hinreißen lassen. Aber das ganze Drum und Dran war sehenswert und ein gelungener Punkt des Reiseprogramms.

Jetzt führe ich euch noch ein wenig durch das Haus, aber nur ganz vorsichtig – keine nicht öffentlich zugängige Privatsphäre wird es zu sehen geben. – Ein riesiges Wohnzimmer – na gut, die Familie besteht immerhin aus sechs Personen.

Die Frau des Hauses bessert das finanzielle Budget mit Schneiderei auf, obwohl sie auch Akademikerin ist. Auf einer Schneiderpuppe wartete ein wunderschönes Kleid auf die Abholung oder auf den Kauf – das weiß ich nicht genau.

Jetzt verabschiede ich mich von den Gastgebern. Die beiden jüngsten Kinder, Mädchen und Junge, sind übrigens Zwillinge. Die beiden größeren Töchter waren bildhübsch.

Auf dem Weg ins Hotel sprühte uns dieser Brunnen ein wenig Erfrischung zu.

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Für die beiden kleinen Videos bei den alten Römern und den jungen Teezeremonie-Gastgebern braucht ihr ein Passwort, weil ich  diese nicht ungeschützt ins Netz stellen will. Ich will es nicht nach dem Gießkannenprinzip ausschütten, weil ich keinen zum Ansehen nötigen will.

Einfach an chh1508@gmx.de oder clarahimm1508@gmx.de eine Mail und ihr bekommt es umgehend zugesendet.

 


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Rundreise Marokko 5 – Meknes – Fes (Teil 1)

Realer Reisetag: 15.06.2018

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Über den Verkehr, natürlich den Straßenverkehr, in Marokko habe ich mich ja noch gar nicht ausgelassen.  Was ich wirklich bewundere ist die Tatsache, dass ich in den 14 Tagen so gut wie keine Unfälle gesehen habe, weder verletzte Fußgänger noch röchelnde Fahrrad- oder Mofafahrer oder fetten Blechschaden an Autos. Jeder deutsche Verkehrspolizist hätte jede Nacht drei Stunden lang Alpträume, wenn er das dort regeln müsste. Für Mofas scheint es überhaupt keine Vorschriften zu geben – ob mit oder ohne Helm, ob beleuchtet oder ohne Licht, ob allein oder zu viert, nämlich mit Frau und zwei kleinen Kindern vorm Fahrer und zwischen den Eltern – und vor allem, von links nach rechts und von rechts nach links schießend, immer dicht an der Karosserie des Autos vorbei, das man gerade geschnitten hat. – Aber letztendlich passieren vielleicht deswegen weniger Unfälle, weil sie wegen der Verkehrsdichte nicht so schnell fahren können und nicht jeder so erpicht auf seine Rechte und seine Vorfahrt ist.

Bei Fb hatte ich folgendes geschrieben: Hier auf den Straßen fahren ständig junge hübsche Nierenspender herum. Was meine ich damit? Junge Männer, die wie die Irren auf starken Motorrädern fahren und keine Sturzhelme aufhaben. Diesen Verkehr hier würde ich nicht eine Stunde mit dem Auto überleben, ohne einen Totalschaden zu machen.

Im Bus habe ich einmal laut aufgeseufzt, weil ich den Mopedfahrer schon unter den Reifen liegen sah (Langleser wissen, dass unser Bus in Jordanien einen Zusammenstoß mit einem PKW hatte, wo auf der Stelle beide Insassen, nämlich Brüder, tot waren. Solche Erinnerungen kommen natürlich hoch, denn ALLES vergesse ich ja nun doch nicht). Dieser Seelenseufzer hat mir eine vollkommen dämliche Rüge des Reiseleiters eingetragen. – Wir beide mochten uns von Tag zu Tag mehr.

Der Text über den heutigen Tag lautet in der Reisebroschüre so:

Unser Tag beginnt nach dem Frühstück mit der Besichtigung des Mausoleum Moulay Ismail°. Anschließend erleben wir eine traditionelle Teppichknüpferei bevor wir die prunkvolle  und die Altstadt° von Meknes, welche seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, besichtigen. Auf unserer Weiterfahrt begeben wir uns nach Volubilis°, der größten römischen Ausgrabungsstätte des Landes, welche ebenfalls als UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichnet wurde. Danach fahren wir weiter nach Fès, unserer nächsten Königsstadt. Unsere Übernachtung findet in einem 4-Sterne-Hotel (z.B. Hotel Menzah Zalagh) im Raum Fès statt.

In Meknes haben wir zwar das Mausoleum besucht, aber die Teppichknüpferei wurde uns erlassen. Stattdessen erlebten wir eine Teezeremonie. Der Hausherr war ein Studienkollege des Reiseleiters, der inzwischen arbeitsloser Akademiker ist. Für seine 4 Kinder und das sehr kostenaufwändige Haus braucht er Geld – da machen sich doch die vielen Gruppen sehr bezahlt. Da es wirklich sehr schön war, gab es neben der regulären Bezahlung durch die Reiseagentur noch reichlich Trinkgeld. – Es kamen aber noch ausreichend Verkaufsveranstaltungen anderer Art, von denen zu berichten sein wird.

Der erste Tagesordnungspunkt war der „kleine Abstecher zu der weltweit bekannten und gut erhaltenen Römersiedlung Volubilis.“ Da ich mir aus alten Steinen nicht sehr viel mache, besonders dann nicht, wenn sie in glühender Hitze angeboten werden, so dass man auf den heißen Steinen ein Spiegelei hätte braten können – da war die Gefahr des Umkippens schon sehr groß.

Mir haben am besten die Störche gefallen und die waren auch beliebtestes Fotoobjekt von allen. Als Storchenhorte sind doch die antiken Säulen hervorragend geeignet 🙂 Mehr Fotos kommen, wenn ich insgesamt Tierfotos zeige. – Ich will und ich mag hier nichts Ausführliches dazu schreiben, weil ich entweder nicht zugehört oder es nicht verstanden oder schon wieder vergessen habe.

Wo wir jetzt genau sind, ist euch sicher noch egaler als mir – ich wollte nur kalte Getränke und nicht immer dieses pupslaue stille Wasser aus dem Rucksack und Schatten – und beides bekam ich nicht, auch wenn ich es mir noch so sehr wünschte!

Der Sonnenschutz vor den Fenstern und den Balkonen war schon recht erfinderisch, doch in eng bebauten Städten kann man wohl nicht sehr viel gegen diese Hitze machen. – Wasser gab es schon, aber nicht für uns zum Baden. – Die Stadttore und sonstigen Tore waren alle sehr schön, aber sie rauschten an meinem Auge vorbei – ich erfreue mich jetzt mehr an den Fotos als an den Originalen.

Der 15.06. war ein Freitag – der Tag, an dem die Männer in die Moschee gehen. Die Frauen dürfen auch gehen, wenn ihnen ihre Arbeit Zeit dafür lässt. Wenn alle Männer so wie unser Reiseleiter von der bevorzugten Stellung der Männer überzeugt sind, dann … mehr will ich jetzt sicherheitshalber nicht schreiben. Deswegen seht ihr weit unten den Zug der Männer in ihrer religiösen Kleidung, die sie wohl vor allem im Ramadan tragen.

Zum Schluss noch ein paar Fotos, wie die kleinen marokkanischen Jungen zeitig auf den späteren irren Verkehr vorbereitet werden sollen – da muss man doch klein anfangen. – Ob das pinkfarbige Cabrio etwa für Mädchen gedacht ist?

Da ich mit 800 Worten schon mehr als genug geschrieben habe, lasse ich die Teezeremonie vom späten Nachmittag für übermorgen.

Und tschüss sagt Clara