Claras Allerleiweltsgedanken


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Wenn ich auf mein Display schaue …

und dort von den unterschiedlichsten Anbietern mit Billigangeboten überflutet werde, die alle was mit Black Friday zu tun haben, zweifle ich am Verstand der Menschheit. Ich soll bei den Bombenpreisen zuschlagen – aggressiver kann man eine Werbung kaum noch gestalten.

Diese Verkaufsschlacht mit stark reduzierten Preisen gibt es zu Beginn der Adventszeit in den USA schon mehrere Jahre. Doch jetzt, wo an einem Freitag in Paris diese Massaker stattfanden, hatte ich sofort gedacht, die Händler meinen diesen Freitag.

Das römische Reich ist untergegangen, weil die Menschen nur noch ihren Genuss im Kopf hatten – wir werden untergehen, weil wir nur noch Schnäppchenpreise im Kopf haben.

Ruhig bleiben – weitaus weniger als die Hälfte aller Sachen, die uns „aufgeworben“ werden sollen, brauchen wir wirklich.

2811 Einkaufshektik


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Whg 5 – Ich verstehe die Marktwirtschaft immer noch nicht

Aus gegebenem Anlass muss ich diesen Post jetzt einfach dazwischen schieben. – Bin ich ein Planmensch? – Ja, offensichtlich, denn sonst würde ich nicht jetzt schon Umzugsunternehmer meinen Hausrat begutachten lassen, der erst frühestens nach dem 20. September  umziehen soll.

Das Portal, in dem ich die Wohnung gefunden habe, hat mich auch gleich mit Tipps versorgt, wer mir denn so beim Möbelbewegen helfen könnte. Und ein wenig eigene Recherche habe ich auch betrieben. Ich wollte ein „Date“ mit drei Firmen, musste jedoch auf vier erweitern, da gleich der erste (privat gesucht) jenseits von gut und böse war.

Dass ich den ersten nicht verstand, lag nicht nur an meinen Ohren, sondern an seinem mehr als schlechten Gebrauch der deutschen Sprache. Ich sagte mir: Verstehst du den Chef schon nicht, wie wird das dann erst mit seinen Angestellten? – Außerdem stellte er von vornherein eine Rechnung ohne Märchensteuer aus. Das mag ja ganz lustig sein, aber da habe ich auch keinerlei Regressansprüche, falls sich Schäden erst im nachhinein herausstellen. Seine unleserliche Zahl war eine 800,00 netto, brutto könnt ihr euch selbst ausrechnen.

Der zweite machte einen guten Eindruck und ich war nahe dran, gleich ja zu sagen – die Zahl hieß mit MWSt 950,00 € – also im gleichen Preisniveau wie der erste, nur korrekter und besser zu verstehen.

Dann sollte ich mir laut Empfehlung noch einen ansehen – alles ok, echte Berliner Schnodderschnauze, die ja auch manchmal nicht so richtig gut zu verstehen sind, auch von fast echten Berliner Kodderschnauzen. – Auch dieser beäugte jeden Gegenstand, machte sich mehr oder weniger konkrete Aufzeichnungen, verschwand wie ein Wirbelwind und am nächsten Tag hatte ich ein Angebot im Kasten: 900,00 € mit MWST – also alles im grünen Bereich. – Es kommt selten bei mir vor, dass ich etwas als „preisgünstig = billig“ ansehe – aber so kam es mir vor.

Von dieser Ansicht kurierte mich der vierte und letzte Umzugsunternehmer gleich und sofort. – Ein ganz korrekter Mensch erschien, fragte, guckte, schrieb und rechnete. Was fand ich an diesem Umzugsservice so exzellent? Bestimmt nicht, dass er das Wort „Senioren“ in seiner Firmenbezeichnung trägt. Aber er kam als einziger auf die Idee, alles über den Balkon und eine elektrische Schrägrampe aus der Wohnung zu transportieren. Da unser Treppenhaus vor ca. 2 Monaten renoviert wurde, hätte man mir jeden Schaden evtl. hart angekreidet. Diese lassen sich beim Ein- oder Auszug jedoch kaum vermeiden, da es ein geschlossenes Treppenhaus von lediglich 1,05 Breite ist. Zwei Menschen kommen kaum aneinander vorbei – vor allem dann nicht, wenn einer davon einen Einkaufsbeutel trägt. –

Und einmal mit langen Brettern auf der Schulter um die Ecke geswitcht – schon ist eine Schramme in der Wand. – Die Hausverwaltung wird sich noch freuen, wenn alle neuen Mieter in ihre Eigentumswohnungen ziehen – danach können sie neu renovieren.

Die Freude hielt allerdings nur so lange an, bis ich den Kostenvoranschlag bekam. Mit ca. 2.700,00 € wäre ich dabei. Gut, wenn ich die 190,00 für die Rampe abziehe, sind es immer noch 2.500,00 €. Er wollte für das Anschließen von Geschirrspüler und Waschmaschine an vorhandene Anschlüsse  und für das Anbringen von zwei Deckenlampen mit jeweils 2 Bohrlöchern extra einen Fachmann kommen lassen und dafür 122,00 € kassieren. Auch für die 6 Bohr- und Dübellöcher setzte er großzügige 25,00 € an. Er war der einzige, der nicht mit einem 7,5-Tonner mit 36 m³ Ladevolumen auskam, obwohl fast alle großen Möbel zerlegt werden. Er war auch der einzige, der die Möbel erst am kommenden Tag aufbauen lassen wollte – über diese 188,00 € hätte ich am allerwenigsten diskutiert.. – Ich hoffe, dass  das andere Unternehmen die Montage wirklich noch am gleichen Tag schafft. – Die Kartons nahm er nicht gegen ein kleines Entgelt wieder zurück, sondern berechnete sie für einen Preis von 2,00 bzw. 2,15 pro Stück, wollte aber alle kostenlos wieder zurück haben. Feste Müllsäcke für Bettzeug und andere weiche Sachen wurden nicht akzeptiert. – „Süß“ fand ich auch, dass er für das bisschen Geschirr und die wenigen Gläser, die ich habe (er hat in keinen einzigen Schrank hinein gesehen), 10 – in Worten zehn – Kilogramm Packpapier veranschlagte und mit 10,00 € berechnete. Dass ich das mit Zeitungspapier eben so gut erledige, wollte ihm gar nicht in den Kopf. Wenn er meint, die Berliner oder Steglitzer Senioren haben so viel Geld, dass sie ihn buchen – sollen diese das machen, ich nicht.

Ich habe mich am Abend von ihm erholt und etwas Geld verdient. Das Herrenrad, auf dem ich eh nicht mehr fahren konnte, hat für 70,00 € den Besitzer gewechselt.

1906 Fahrrad Teddy

Da hängen schon sehr viele Erinnerungen dran – in vielen Ländern bin ich damit gefahren, habe mich Berge hoch gedquält, habe mit Heiko Faxen gemacht, haben meinen Teddy spazieren gefahren – und jetzt ist es über eBay-Kleinanzeigen eine halbe Stunde nach Erscheinen der Anzeige weg gewesen. Obwohl es über ein Jahr in der Garage gestanden hatte, war alles noch in Ordnung: Bremsen, Vorder- und Rücklicht und die Reifen hatten sogar noch richtig Luft. Der Käufer war begeistert. Und ich muss nur mit einem Fahrrad umziehen und nur eines in den Fahrradkeller tragen. – Momentan darf ich gar nicht Radfahren – da mir ständig schwindlig ist, so als hätte ich 1,5 Promille im Blut, kann ich es nicht riskieren. Und außerdem tanzt mein Iliosacralgelenk gerade mit mir Rumba oder Samba oder es entbindet einen Schmerz größerer Ordnung – jedenfalls kommen die Schmerzen wie Wehen.

 

 


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Sprichwort-Bilder im Februar – 22

Ja, was nehme ich mir denn nun aus als Stichwort für die Sprichwörter-Lexikonsuche? Trichter? Loch? Verkaufstempel? Spiegelungen?

Auf das französische Kaufhaus La Fayette in Berlin, wo das Foto entstanden ist, trifft alles zu bis auf „Loch“ – das wäre ungerecht, denn verkriechen kann man sich dort nicht in einer einzigen Ecke – immer kommen ganz schnell Verkäufer angewuselt, wollen einen bedienen oder zumindest zurechtweisen, dass die oder die Deko oder Puppe doch bitte nicht fotografiert werden sollte, „weil … das Haus nicht in schlechten Ruf kommen will“ – alles nach den Punkten hinter „weil“ ist einzig und allein meine Definition *grins*

Trichter?“ – erfolglos, gibt es in meinem Buch kein Sprichwort dazu

Verkaufen„? – „Gut ausgelegt ist halb verkauft“ – das gut auslegen beherrschen die dort vollkommen, die Verkaufszahlen kenne ich nicht

Oder sollte ich lieber „Mit guten Worten verkauft man schlechte teure Waren“ wählen? – Doch am besten finde ich: „Wo verkauft wird, da wird gelogen.“ – Jetzt wissen wir es, zumindest wird der Preis unangemessen hochgesetzt.

Und zu Spiegel sagt mein Sprichwörterlexikon:

Der beste Spiegel ist ein alter Freund.
Wenn man dich lobt, so sieh‘ in den Spiegel.
Die Gestalt sieht man im Spiegel, aber das Herz sieht man im Wein.

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Die Verkäufer, die dort eingestellt werden, müssen folgenden Test bestehen: (nach http://witze.net)

Wie wollen sie beweisen, dass Sie eine Verkaufskanone sind?“
„Ich habe eine Melkmaschine an einen Bauern verkauft, der nur eine Kuh hatte. Die Kuh habe ich als Anzahlung genommen.“

Kurz, bevor der Post erscheint, kommt jetzt eine aktuelle Ergänzung. Nachdem ich heute (21.2.) tagsüber bis in den späten Abend hinein mehrere Telefonate geführt habe, die allesamt weder lustig noch erbaulich waren, fällt es mir jetzt soeben wie Schuppen aus den Haaren. Ich weiß, was das Ding in meinem Unterbewusstsein schon immer zu bedeuten hatte: „Es ist ein Strudel –und zwar ein ziemlich gefährlicher. Jemand, der in seinen Sog kommt, muss alle Kraft der Welt aufbieten, um dort heil rauszukommen und nicht unterzugehen. Rettungsringe, Stangen und gute Ratschläge helfen sicher, die Gefahr zu überwinden. – Wie ihr jetzt meine Parabel deutet und rätselt, wem hier geholfen werden muss, das bleibt jedem selbst überlassen.

Zu „Strudel“ habe ich weder ein Sprichwort noch ein Zitat gefunden, auch ein Witz war nicht aufzutreiben.

Also dann bis morgen.

Aber vorher noch schnell im Fotoblog gucken.