Claras Allerleiweltsgedanken


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Jeden Tag (ein) Foto von Berlin – V

Die Sehenswürdigkeiten mit „V“ sind ziemlich knapp bemessen in Berlin. Ich könnte euch die beiden Theater „Volksbühne“ zeigen, ich könnte euch wunderschöne Bäume, Märchenfiguren, Brunnen oder Skulpturen in den verschiedenen Volksparks (Friedrichshain, Hasenheide, Schöneberg und wie sie alle heißen) zeigen, aber da kann man die Authentizität so schlecht nachprüfen.

Bei WordPress gibt es Vasen zu sehen, die dumm am Brandenburger Tor rumstehen,  und bei Blogspot das  Virchow-Klinikum.

Und hier will ich ein wenig Verwirrung im Verkehr stifte. Berlin als sehr belebte Stadt hat natürlich auch regen Verkehr – ob auf der Straße, auf dem Wasser, auf der Schiene oder im Bett – sei jetzt erst einmal offen gelassen. Wenn sich große Straßen kreuzen, kann man das bei sehr viel good will einen „Verkehrsknotenpunkt“ nennen. Und wie rasend schnell der Verkehr über diese Knoten huscht, seht ihr daran, dass weder mein Auge noch meine Kamera in der Lage waren, euch ein „scharfes“ Bild vom Verkehr zu übermitteln. *grins*

Aber es gibt auch noch die Verwirrung – die Verwirrung der (finanziellen) Gefühle zum Beispiel. Steht man hier vor dieser reichhaltigen Auswahl an verkehrsbehindernden Delikten, dann kann die Frage aufkommen:

Nehme ich den roten für 195,00 € nicht oder lasse ich lieber den schwarzen für 205,00 € hängen?

(Und die Preise sind weder erstunken noch erlogen noch ausgedacht. Ich habe das Foto extra groß eingestellt, damit jeder was davon hat.)

Ja, also das Verwirren der Finanzen haben wir also abgearbeitet.

Aber, es gibt ja auch noch so etwas wie Gefühle, die verwirrt sein können.

Sollten meine männlichen Leser wissen wollen, ob dieses Foto aus dem S*E*X*Shop stammt, muss ich sie leider enttäuschen – dort ist Fotografieren nicht so erwünscht – also habe ich es heimlich, still (Fotoapparat auf lautlos gestellt) und leise bei La Fayette fotografiert.

Die Entscheidung, wer es denn für den Abend sein soll – diese leblose Lady oder die andere – das überlasse ich jedem selbst.


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Im Berliner Untergrund (3) S-Bahnen

Wenn ich mir die ganzen Fototafeln an den Wänden des U-Bahnhofes Klosterstraße, dicht am Alex, so ansehe, stelle ich fest, dass Busse, S-Bahnen, Straßenbahnen und Eisenbahnen gezeigt werden – doch kein einziger U-Bahn-Wagen.

Was mag das nur zu bedeuten haben, dass die BVG das wichtigste Verkehrsmittel der Berliner ausgelassen hat? – Weil es sich zu wenig verändert hat? Weil es ab und an darin brennt? – Ich weiß es nicht.

Jedenfalls das zweitwichtigste (kommt natürlich drauf an, was man vor der Nase hat und wo man hinwill) ist die S-Bahn.

An den Bildern kann man sehen, dass es Jahre gab, da konnte sie sich nicht entscheiden, ob sie rot sein wollte oder gelb – und das meine ich nicht politisch! Berlin war noch nieeeeee gelb – und das möge bitte auch so bleiben, dass nur die Sträucher und Blumen gelb blühen.

Die S-Bahn – ohne sie wäre Berlin nur das halbe Berlin. Deswegen ist ja auch gut nachvollziehbar, welches Chaos ausbricht, wenn die S-Bahn verrückt spielt und einfach nicht fährt, unregelmäßig fährt, mit verkürzten Zügen fährt. So lieb kann man gar keinen Nachbarn haben, dass man ihn so dicht auf dem Schoß haben möchte.

Und dann überlegen die Oberbosse, ob sie die Preise bei dem veranstalteten Chaos senken oder erhöhen sollen?

Wie man sieht, die BVG musste einen festen Sponsorenvertrag mit der Zahnputzmittelindustrie gehabt haben, denn hier werben auch die S-Bahnen für geputzte Zähne. – Heute ist keine Werbung auf den Wagen, nur manchmal dürfen Sprayer planmäßig verschönern (und das sage ich jetzt bewusst, dieses Wort, denn Streetart kann ja auch schön sein, wie wir gesehen haben.)

Zwischen 1930 und 2010 muss den S-Bahn-Designern nicht so wesentlich viel Neues eingefallen sein, denn kaum jemand würde stutzen, wenn so ein Wagen vorfährt – es sei denn, er ist nicht besprayt, Scheiben nicht zerkratzt und Holzbänke – das würde dann doch auffallen.

So in etwa ist sie auch heute noch – Veränderungen sind wohl mehr technischer als optischer Art.

Dass die S-Bahn mal gelb gewesen sein soll, daran kann ich mich nicht erinnern, allerdings bin ich auch erst seit 1970 in (Ost-)Berlin.