Claras Allerleiweltsgedanken


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Dies & Das zum 4. Januar 2022

Als ich gestern „ohne Abmeldung“ nicht beim Doppelkopf erschien, zumal ich ja sonst fast immer dabei bin, schrieb und telefonierte man mir hinterher. Das hat mich sowohl erstaunt als auch erfreut.

Und damit mir und euch – also uns – das hier nicht auch passiert – schließlich ist heute schon der 4. Tag des Jahres 2022 angebrochen, habe ich versucht, was zum Posten zu finden. Sehr ergiebig war die Suche nicht.

Wie fängt das Jahr bei Clara an? – Wer jetzt „lila“ antwortet, liegt nicht ganz daneben.

Wie hat es noch angefangen? Alle Fernsehprogramme mit diesen Showeinlagen haben mir nicht gefallen, es war mir alles zu laut. Ich war ganz glücklich, als ich in der Mediathek die Rubrik „Märchen“ fand. Bis 23.50 Uhr schaute ich mir drei an, die ich bisher noch nicht gesehen hatte. Es müssen ziemlich aktuelle Aufnahmen sein, denn ich kannte sogar viele Schauspieler.

Dann öffnete ich eine KLEINE Flasche Sekt, die ich noch nicht mal ausgetrunken habe. Die schönen Feuerwerksgebilde am Himmel sah ich mir mit Freude an, doch diese wurde immer wieder von solchen dicht an meinem Balkon explodierenden Knallern gestört, dass ich ganz schnell wieder nach innen ging – ein Knalltrauma brauchen meine Ohren nicht noch.

Für die Einladung zum Geburtstag besorgte ich u.a. die Leckerei, die eine zum Dokospielen mitgebracht hatte. Erst im vierten Geschäft war meine Suche erfolgreich – die nehmen es beim Preis wirklich von den Lebendigen. Ich habe sichergestellt, dass sie das Glas mit Inhalt nicht wegwerfen, falls es beiden nicht schmeckt.

Über die Diskussionen bei dem Zusammensein werde ich mich jetzt nicht auslassen – ich war nahe dran zu gehen – habe es aber (leider) dann doch nicht gemacht, sondern nur deutlich meinen Standpunkt klar gemacht. Es ging um Politik, nicht um Politik mit oder ohne Corona und Impfen.

Am nächsten Morgen konnte ich mich am besten beruhigen, indem ich das „friedliche“ Weihnachtsimage etwas entblätterte – unterbrochen von zwei sehr, sehr schönen Telefonaten. Jetzt findet Weihnachten bei mir nur noch an einer Stelle statt – solange, bis die Batterien verbraucht sind.

Dann hat noch ein Umzug stattgefunden. Das Nussknackerehepaar hat eine Souterrainwohnung bezogen – na gut, etwas kalt und zugig, aber sie wollten unbedingt für sich alleine sein. Dafür sind zwei junge, fröhliche Damen, die bisher getrennt wohnten, zusammen gezogen und unzertrennlich.

Zum Abschied grüßen euch die beiden Weihnachtssterne, die jetzt in der roten Küche vereint vor sich hinblühen.

Der ganz richtige Alltag hat bei mir noch nicht richtig angefangen, denn ich habe mir weder die Sache mit der geplatzten Scheibe noch mit dem eigenartigen Verhalten des Kaffeevollautomaten vorgenommen – kommt Zeit, kommt Rat.


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Dieser Baum ist eine Busfahrt wert

… zumindest für mich, obwohl ich ungern Bus fahre!

Von der letzten Wohnung aus konnte ich einen Spaziergang machen zu meinem Lieblingsweihnachtsbaum. Im Sommer und ungeschmückt sah er schon ziemlich kahl und gerupft aus – aber er war hoch gewachsen, sicher mal ein ganz stattlicher Baum, von dessen Spitze man sich die ganze Umgebung ansehen konnte.

Und in diese Spitze  ist ein oder sind mehrere mutige Baumkletterer gestiegen, um ihm ein festliches Adventskleid anzuziehen. Im Archiv habe ich Fotos gefunden, die aus dem Jahr 2010 stammen – viel länger kann ich ja noch gar nicht auf den Knopf einer digitalen Kamera drücken. Da war er ganz in weiß geschmückt – und so blieb das auch viele Jahre lang.

Im unteren Bereich sieht man, dass sein Ästegewand schon etwas stark ausgedünnt ist – aber mir gefällt er dennoch. Vielleicht sind wir annähernd gleich alt – und im Alter verliert man schon mal Haare, Zähne oder Erinnerungen.

Ob die weißen Lichterketten kaputt gegangen sind oder ob die Eigentümer (vielleicht wegen der neuen Regierung) mal etwas Farbe ins Geschehen bringen wollten – auf jeden Fall strahlt er jetzt zum Teil in rot. Ich fahre dort ab und an mit dem Bus vorbei. Als ich das sah, musste ich (fast) gleich und sofort mit dem Fotoapparat zu ihm hinfahren.

Wer von uns wollte nicht schon mal ein wenig oder viel berühmt sein? Ich habe jetzt mit einer kleinen Wortspielerei dem großen Meister Christo nachgeeifert, weil wir doch schon die ersten 5 Buchstaben (Christine) gemeinsam haben.  Er war ja in Berlin und hat ganz spektakulär den Reichstag eingepackt. Und ich habe jetzt – weniger spektakulär – das Brandenburger Tor verhüllt. Hier zuerst das unverpackte Original:

Und jetzt das „Kunstwerk aus Meisterinnenhand

Wenn ich sehe, wie wenig momentan geschieht, könnte ich das erschreckend finden – ist aber nicht so. Da bei mir in den letzten Jahren nie Weihnachtshektik geherrscht hat, weil kein Schenk-Wahn existiert, ich mich mit Backen fast völlig zurückhalte und beim Festtagsbraten, wenn ich ihn allein für mich zubereite, auch nicht so wählerisch bin – also genieße ich meine schöne warme Wohnung, die überall leuchtet, und freue mich auf das bei mir stattfindende Doppelkopfturnier zwischen Weihnachten und Silvester. – Ich könnte Heiligabend irgendwo hingehen, werde das aber nicht tun, denn wenn mehr als drei Leute durcheinander reden, finde ich das anstrengend.

Zum Abschluss gibt es ein Foto, das ihr schon kennt – ich finde es vom Fotoapparat aufgenommen doch besser als vom Handy.

Bleibt gesund, munter und sauber! 😉 🙂


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Arbeitsloses Ehepaar bei mir eingezogen

Arbeitslos deswegen, weil es in diesem Haus keine Nüsse zu knacken gibt – wenn, dann nur im übertragenen Sinne.

Er – groß und schlank mit einem großen Mund – aber leider ein ausgesprochener Holzkopf, der nie nachgeben will, wenn sein kleiner, leicht rundlicher Mann mal eine neue Theorie für die Zukunft aufstellt oder aufstellen will. EIN HOLZKOPF GIBT NIE NACH – und ich sage jetzt ausnahmsweise nicht: typisch Mann oder typisch Politiker.

Vielleicht sollte ich den echten Nussknacker an Leute verschenken, die wirklich harte (Pandemie-)Nüsse zu knacken haben.


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Vorfristige Planerfüllung zum 3. Adventssonntag

Immer wieder mal dieses alte DDR-Vokabular!!! Wer redet hier schon von Planerfüllung??? Und dann gar noch von „vorfristig“ oder zu einem Adventssonntag! Wenn ich mir unseren Stand im Vergleich zur restlichen Welt so ansehe, sind wir in mancher Beziehung ganz schön ins Hintertreffen gelangt.

Als ich mich mit meiner vorfristigen selbstbeschenkten Weihnachtsgabe näher beschäftigte, hätte ich an manchen Stellen heulen können – nicht wegen der 4 Kugeln, die zu Bruch gegangen sind, sondern wegen der Ursache, weswegen sie mir aus den Händen gefallen sind. Manchmal denke ich, dass das Händezittern ein Symptom für Parkinson sein könnte – aber mein (schlechter) Hausarzt hat es abgestritten. Informiere ich mich auf den zahlreichen Seiten darüber, komme ich allerdings selbst ins Grübeln. – Auf dem Foto sind nur die Scherben von einer Kugel – ich habe die Scherben von jeder Kugel einzeln zusammengefegt.

Aber jetzt mein Geschenk – ich habe schon lange mit einem Weihnachtsbaum geliebäugelt – kein so traditioneller mit echten oder unechten Nadeln, grün oder weiß bestäubt – sondern mehr so ein Symbol von einem Weihnachtsbaum. Meine Nachbarin rief mich an und meinte, dass sie im Baumarkt etwas gesehen hat, was mir vielleicht gefallen könnte. Also habe ich mich fix auf die Füße gemacht – gesehen und gekauft – also die 2G-Regel eingehalten, die in Baumärkten = Waren des täglichen Bedarfs – absolut nicht nötig sind – Maske reicht.

Zuerst habe ich das Baumgestell auf die Erde vor die Balkontür gestellt und die ersten Kugeln angehängt. Mit den ebenfalls gekauften Aufhängern gab es null Probleme – nur gefiel mir die Variante nicht. Außerdem bekomme ich bald rauchenden Besuch – und der will und muss auf den Balkon – also kein Baum vor der Balkontür, sondern neuen Standplatz suchen.

Der Platz auf dem Fensterbrett vor dem nicht beklebten Fenster erschien mir passend. Mir war jedoch das „Gestell“ noch zu wenig kugelgeschmückt. Offenbar ergaben die schon hängenden Kugeln eine „Last“, denn der Baum stand so wacklig, dass Absturzgefahr bestand. Also mussten Pflanzen in schweren Übertöpfen das Gleichgewicht sichern.

Und dann kam ich auf die Idee, die Kugeln an silbernem Kräuselband aufzuhängen, damit ich sie länger oder kürzer anhängen kann. Und dieses glatte Band ist mir durch die Finger geflutscht, dass es keine wahre Freude, sondern purer Ärger war. Doch zum Glück waren rote Kugeln im Baumarkt keine Mangelware 🙂 😉

Den Platz unter der einen Blumenbank habe ich für das Aufstellen der Krippenfiguren genutzt. Ursprünglich wollte ich sie nicht aufstellen, aber auch in ihr sehe ich mehr das mütterliche Erbe als die Darstellung des Weihnachtsgedankens. Ich denke, so kann jetzt alles bis nach dem 6. Januar bleiben – es nadelt nichts, es streut nichts und das Fensterbrett wird nicht dringend für andere Sachen benötigt.

Da ich die großen Kugeln für den Baum brauchte, habe ich ganz schnell das silberne Rundtablett neu dekoriert.

Als ich mit allem fertig war, hatte ich das Gefühl, dass mir die Haare ganz schön zu Berge stehen – und Augenringe habe ich, als wenn ich drei Nächte durchgefeiert habe – dabei bin ich so grundsolide.

Einen schönen Sonntag wünsche ich euch!

 

 

 


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Immer schön hinten anstellen

Wenn das so weitergeht, stellen sich nicht nur die einsichtigen, jetzt Impfwilligen an der Impfschlange hinten an, sondern auch die doppelt oder dreifach Geimpften an der Testschlange, weil sie zusätzlich zu 2G noch einen Test brauchen. Sollte sich das durchsetzen, trete ich in den Hungerstreik, bis ich mein zu Raucherzeiten gehabtes Gewicht von 58 kg wieder erreicht habe. – Seht ihr meinen Roller und meinen Trabant, den ich bis 1990 noch hatte.

Staus haben wir ja immer wieder auf den Straßen, aber mein Stau ist natürlich ein ganz spezieller Clara-Stau, was ihr natürlich geahnt habt.

Den Motorroller habe ich von Lucie geschenkt bekommen – und sie war es auch, die das Foto in lila zum jetzigen Gravatar umgefärbt hat.

Mein kleiner Trabant Kombi erinnert mich an den im Jahr 1990 geklauten auf dem Hof meiner Wohnung. An diesem Tag schüttete es kleine Schifferjungen, so dass ich einen Freund, der gerade bei mir zu Besuch war, zum Bahnhof fahren wollte – doch das Auto war weg. Der Platz, auf dem er gestanden hatte, war noch trocken – er musste also vor wenigen Sekunden vom Hof gefahren sein. – Ärgerlich war nur, dass er gerade mal ein Jahr jung war, mehr als 15.000 DDR-Mark gekostet hatte und nicht kaskoversichert  war, weil die Versicherung nicht wusste, was so ein extravagantes Pappmachémodell wert war.

Dann steht ein Cabrio in der Reihe, von dem ich wohl mal 5 Minuten meines Autofahrererinnenlebens geträumt habe – danach habe ich es in die nicht zu erfüllende Warteschlange geschoben.

Der kleine Fiat 500 hatte schon weitaus bessere Chancen auf meiner Wunschliste, aber er hat es auch nicht in die Realität geschafft.

Und der erste darf dort nur stehen, weil er weiß ist – keinerlei andere Daseinsberechtigung.

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Auch andere Mütter haben schöne Söhne – mit anderen Worten, es sind viele extravagante Weihnachtsbäume in Berlin unterwegs. Vor einem der teuersten Hotels in Berlin – da kostet ein Zimmer (oder eine Suite?) pro Nacht so viel, wie mein Studentenenkel für seine 46 m² große oder kleine Wohnung für den ganzen Monat bezahlen muss, nämlich rund 800,00 € – standen Bäume, die waren mit sehr großen Weihnachtskugeln aus (Edel-)Metall geschmückt.

Da verschaffe ich mir doch meine bunten Gedanken auf andere Art und Weise – in einem Schuhgeschäft  (mein Besuch vom Dorf wollte auf einem Stadtbummel ein wenig shoppen) fand ich diese Bank zum Warten und Ausruhen sehr schön.

Wenn ich mir das Foto so ansehe, überlege ich, warum es so grizzelig aussieht – das habt ihr meiner (Daten-)Sparsamkeit zu danken. Ich fotografiere mit einer sehr hohen Auflösung und die Fotos sind exzellent scharf. Doch für den Blog sollen sie nicht so viel Speicherplatz beanspruchen, also verkleinere ich sie gewaltig – und das nehmen sie übel.

Und jetzt bleibt mir nur noch zu wünschen: Marschiert gut und wohlbehalten in den zweiten Adventssonntag hinein – macht es wie dieser große Ampelmann, der im Garten einer Landesvertretung steht. Auf die Ampel-Gegenwart bezogen:
Als Olaf-Scholz-Vorbild hat er zu viele Haare
als Robert Habeck könnte er taugen
als der „schöne Christian“ ist er nicht schön und nicht gelb genug.