Clara Himmelhochs Allerleiweltsgedanken


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Whg 7 … Katze aus dem Sack

Anschließend an den letzten Post.

Ich kam also von dieser ziemlich schlechten Wohnung, bei der ich mir schon innerhalb des Wohngebietes einen Wolf gelaufen hätte, und schlenderte zu meinem Auto. Traditionsgemäß hielt ich nach jemandem Ausschau, den ich über nähere Umstände hier befragen könnte. Eigentümer oder Mieter neigen zu wahrheitsgemäßeren Aussagen als Makler.

Eine Frau meines Alters schien mir geeignet, zum Glück hatte sie auch Zeit. Ich erzählte ihr von der soeben besichtigten Wohnung. Voller Enthusiasmus echauffierte auch sie sich gegen diese Wohnung. Im Laufe des Gesprächs erzählte sie mir von einem Makler, der vorwiegend für dieses Wohngebiet arbeitet und der immer wieder eine Wohnung im Angebot hätte. – Ich hinterließ Mail und Telefonnummer und fuhr nach Haus.

Offensichtlich hatte ich mich in ihr “Herz” geredet, denn noch am Abend bekam ich eine Mail, mir doch ein Angebot bei Immoscout anzusehen. Und ich muss gestehen: Schon von der Bildschirmbetrachtung sprossen die ersten Liebeskeime in meinem Herzen :-)

Gleich und sofort schrieb ich an den Makler. Als ich ihn am folgenden Tag (es war ein Samstag) gegen 9.30 Uhr anrief, sagte er mir, dass ich ihm schon von Frau B. wärmstens ans Herz gelegt worden wäre. Gegen 11.00 Uhr war ich mit ihm in der Wohnung und alles in mir sagte: “JA, das könnte sie sein”. Ich nahm nach und nach zur Kenntnis

  1. Ein gut eingerichtetes Winzlings-Bad mit faltbarer Duschwand aus Glas, einen tollen Spiegel mit Beleuchtung und Einbaumöbeln; davon muss ein Teil leider weg, um meiner schmalen Waschmaschine eine Chance zur Unterbringung zu geben. Die Fliesen trimme ich mir so, dass sie meinem Wasserwelt-Geschmack entgegen kommen. – Der Fußboden mit den Riemchenfliesen sieht putzig aus.
  2. Eine optimal möblierte Kleinküche mit Echtholzarbeitsplatten und schönen Eckschränken, die von mir mit roten Fliesen, einer zünftigen Kaffeetapete und einem kleinen Esstisch optisch verändert wird. Bei der Tapete bitte ich das deutlich zu lesende CC von ClaraChristine zu beachten. Die Tapete ist etwas nostalgisch und passt gut zur Küche.
  3. lustiger Fliesenbelag aus den 70ern mit Riemchenfliesen in Bad und Küche(s. auf dem Küchenfoto)
  4. ein Supersupertoller Einbauschrank im Flur, der allen Klein- und Großkram schluckt und in dem man auch einen Liebhaber oder eine “Leiche” verstecken könnte
  5. ein Eckschrank aus Holz mit Glasteil, der vornehmer als alle meine Möbel ist und den gesamten Gläserbedarf für das Wohnzimmer beherbergen wird und noch mehr
    2306 Eckschrank Wohnzimmer
  6. Und – es muss ja nicht immer die 7 sein – auf dem Balkon eine 4 m breite Jalousie, die ich NICHT mit der Handkurbel ein und ausfahren muss, sondern ich brauche nur auf einen Knopf zu drücken und schon mach es sssssssssssssss und sie kommt raus und noch mal SSSSSSSSSSSSSSSSS und sie fährt wieder ein.

Jetzt höre ich auf zu schwärmen, es muss ja noch etwas für den nächsten Post bleiben. – Vor längerer Zeit war mal eine Seniorenberaterin in meiner Wohnung – muss ein Versehen gewesen sein. Als sie sich so umsah, meinte sie: “Ihre Wohnung ist gar nicht so gutbürgerlich wie sonst die Wohnungen in Lichterfelde, die hat so etwa Frisches” —- Als ich sie mir so ansah, war ich mir nicht so sicher, ob es als Kompliment gemeint war, wäre mir aber auch egal.


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Whg 6 … “Aufklärung”

Ist diese Wohnung ein Geschenk für meinen Jubiläumsgeburtstag??? – Ja und Nein, denn ich habe einen nicht unbedeutenden Obolus dazu gezahlt, um mir lange Jahre mietfreies Wohnen zu ermöglichen.

Daraus kann man ableiten, dass es keine Mietwohnung sein wird, sondern eine Eigentumswohnung, die allerdings NICHT ICH kaufe, weil mir dazu die finanziellen Mittel fehlen. Und einen Kredit würde ich bei meiner Rentenhöhetiefe auch nicht bekommen und nicht wollen. Zeit meines Lebens war ich schuldenfrei – da fange ich jetzt auch nicht mehr damit an.

Da ich drin wohnen will, habe ich sie auch gesucht. Ihr glaubt gar nicht, wie viel Schrott für teures Geld bei Immoscout und Immowelt angeboten wird. Die Wohnungen, deren Kaufpreis bei ca. 1.600/m² lagen, waren so schlecht, dass alles hätte um- und eingebaut werden müssen. Und in ein vernünftiges Bad, eine Küche und einen guten Fußbodenbelag kann man viele, viele Tausende von Euros versenken.

Dann gab es welche, die nicht ganz so schlecht waren, die aber in Gegenden lagen, in die ich partout nicht wollte, weil zu jeder Tages- und Nachtzeit die Straßen verstopft sind. Dazu gehört das sehr gefragte Niederschönhausen. Hätte ich mich erst einmal bis S- und U-Bahnhof Pankow durchgeSTANDEN, wäre der Rest verkehrsmäßig ein Klax. In dieser Gegend gab es gleich vier – eine davon hätte mich reizen können, aber die wollte schon ein anderer. Die anderen hatten z.B. einen Balkon, auf den ein kleiner Tisch und ein Hocker gepasst hätten, die mitten auf einer fetten Hauptverkehrsstraße gelegen war oder wo die Vorbesitzer mit aller Selbstverständlichkeit fast alle ihre Möbel als “Geschenk” hinterlassen wollten. Sie wollten nur mit Mühe verstehen, dass ich in meinem zarten Alter gern in eigenen Möbeln wohnen möchte. – Auch die Höhe des Hausgeldes spielt ja für die Zukunft eine Rolle. Gerade dort, wo alle Möbel bleiben sollten, wurde monatlich den Hausmeistern ein Salär in “Managergehaltshöhe” gezahlt, damit sie jede Blume im Garten einzeln besprechen konnten ;-) – aber nicht von meinem Geld!!!

Eine Wohnung war die Frechheit par excellence. Es war eine Himmelsrichtung angegeben, die mich auf Sonne und Ruhe hoffen ließ – bekommen hätte ich Norden und Hauptstraße. Der Makler frech:

Wenn Sie sich hier aus dem Fenster lehnen, sehen Sie die Sonne untergehen. Und tagsüber, wenn es laut ist, arbeiten doch alle Leute.

Mir blieb ob solche einer Unverschämtheit die Spucke weg. – Die nächste Wohnung lag fast schon in Brandenburg – na gut, meine jetzige ja auch – aber ich habe Geschäfte und Verkehrsmittel in der Nähe – dort hätte ich nur Natur in der Nähe, alles andere nur mit Auto erreichbar. Die Frage ist: Fahre ich in 5 Jahren noch Auto? Wohnen muss auch ohne Auto wohnmöglich sein!

Nicht ungeduldig werden, es nähert sich dem Ende.

Ich wurde mit einer Annonce in ein Wohngebiet “gelockt”, das mir recht gut gefiel. Aber inzwischen hatte ich die Erfahrung gemacht: Haben die Makler sofort einen Besichtigungstermin parat, ist an der Wohnung etwas faul, denn diese Besichtigung haben sie dann schon vielen Leuten vor mir angeboten.

Genau so war es. Erste Etage (ich ziehe nicht in ein Haus mit Fahrstuhl und wohne dann ganz unten), von einer gefühlt 100jährigen seit Einzug in den 70er Jahren nicht verändert, Preis viel zu hoch, Sonnenbalkon nur bedingt so zu bezeichnen, da durch einen westlich gelegenen Mauervorsprung nach der Hälfte der Zeit die Sonne weg ist – und Straßenlärm pur.

Ich äußerte sofort, dass ich diese Wohnung nicht möchte. Und schon kamen die Angebote von 10 bis 20.000 Euro Kaufpreisnachlass. Und darauf kam es in Claramanier wie aus der Pistole geschossen: “Diese Wohnung könnten sie mir schenken, die will ich nicht.”

Und wie es weiter ging, kommt später


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Whg 4 – Parketterfahrung und -beratung ist gefragt

Kompliziert, wie ich manchmal bin, mache ich aus vielem ein Problem. Aber ich will nicht Geld für etwas ausgeben (und die Summe könnte vierstellig werden), wenn ich mich kurze Zeit später ärgere, warum ich es nicht anders gemacht habe.

Es geht um das Parkett im Wohnzimmer der neuen Wohnung. Es ist ziemlich abgewirtschaftet, weil u.a. Auslegeware darauf verklebt war. An einer Stelle hat es sich gelockert – schließlich hat es ja auch schon gute 40 Jahre auf dem Buckel.

Ich muss zu mir sagen, dass ich noch NIEEEEEEEEE auf Holzfußboden gelebt habe. Die Wohnung meiner Kindheit hatte zwar Dielen, aber die waren hässlich rotbraun gestrichen. Danach hatte ich immer und immer (Teppich)-Auslegeware. Wenn man sich meine Möbel betrachtet, kann man mir nicht nachsagen, dass ich Holzfanatikerin bin.

Ganz instinktiv hätte ich das Parkett rausreißen lassen und durch den Bodenbelag ersetzt, der in die beiden anderen Zimmer kommt und der vom Preis den Aufarbeitungskosten für das Parkett gleichkommt. Es ist sogenanntes Klick-Vinyl und sieht so aus:

1706 Vinyl ohne Schild

 

Mir gefällt die Unebenheit der Oberfläche und die helle Farbe.  – Nun traf es sich aber so glücklich/unglücklich, dass der Wohnungskäufer gern das Parkett in der Wohnung belassen hätte.

Und damit fing das Dilemma an. Ich erkundigte mich bei sogenannten “Parkettmenschen”, die schon seit ewigen Zeiten mit solch einem Boden leben und deswegen die entsprechende Erfahrung haben. Spontan sagten drei oder vier: Abschleifen und hochglanzversiegeln. Der Handwerker, der es machen will, hat eine matte Versiegelung vorgeschlagen. Doch dann kam die liebe Familie, die unisono rief: Nicht versiegeln, nur ölen.

Also fing ich an, einszweidreivierviele Seiten im klugen Netz aufzurufen. Ich las mir ausführlich die Vor- und Nachteile beider Verfahren durch. Jetzt muss ich zur Ergänzung von schreiben, dass ich absolut kein Putzweib bin, die auch noch regelmäßig den Ölstand des Parketts auffüllen möchte, damit es nicht verdreckt und vergraut, weil die Poren des Holzes freiliegen und nach irgendetwas lechzen – eigentlich nach Öl, bekommen sie das aber nicht, futtern sie auch Schmutz.

Ich würde mich sehr, sehr freuen, wenn mir hier Leute ihre Erfahrungen aufschreiben, ich bin wirklich überfragt.

Und jetzt kommt der größte Gag: Einen Teppich für die Essgruppe habe ich mir über eBay Kleinanzeigen schon gekauft – er ist 2 x 3,20, besser kann er nicht passen, aus Sisal, hat vor 2 Jahren mal richtig Geld gekostet und gefällt mir sehr.

1706 Teppich Sisal

Er ist so neutral, dass er zu allem passt. Ins Auto hat er mir ihn zusammen mit seiner Tochter gelegt – aber raus habe ich es allein geschafft. Wie kann ein Teppich allein so sauschwer sein.

Dieser Mann hat sein Leben lang auf Parkett gewohnt, sogar mit 6 Kindern. Und jetzt hatte er auch Parkett in seiner Mietwohnung, was ihm aber nicht gefiel. Und jetzt könnt ihr raten, was er mir im vollsten Brustton der Überzeugung geraten hat.

Was schrieb ich vor drei Tagen? “Back to the roots!” – Und ich erinnere mich, dass in der Kindaufwachswohnung auch ein Sisalteppich im Flur lag. Den fand ich schrecklich, wenn ich barfuß gehen wollte. Aber dieser hier ist nicht so kratzig und borstig.

 


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Whg 3 – Back to the roots

… in diesem Falle zu den “Luft”wurzeln.

Jetzt plaudere ich zu euch ein wenig um mein großes Ereignis, das im September oder Oktober stattfinden wird – meinen Umzug, der sich um die Zahl Sieben rankt.

Mir schwirren 1007 Ideen durch den Kopf, von denen ich leider noch keine so richtig verwirklichen kann. Aber gespeichert sind die meisten – in unzähligen verschiedenen Dateien – der Rechner ersetzt für mich tatsächlich mein Gedächtnis.

Einige wissen, dass wir auf der Fischerinsel zuerst im 6. und später im 16. Stock gewohnt haben. – Da ich inzwischen von der Zahl Sexchs eine Stufe höher gestiegen bin, sind jetzt die 7 und die 13 meine Lieblingszahlen. Im zarten Alter von 7 x 10 werde ich in eine 7. Etage eines Hauses in Tempelhof/Marienfelde ziehen, deren Hausnummer auch was mit 7 zu tun hat, auch wenn sie sich aus einer 3 und einer 4 zusammensetzt. – Der Höhepunkt ist, dass die Quadratmeterzahl der Wohnung adäquat zu meinem Alter ist, demnach also auch mit 7 anfängt.

Der wichtigste Grund für einen Umzug war der hier fehlende Fahrstuhl. Muss ich aus dem Tiefgeschoss schwere Einkaufskisten 3 Etagen hoch tragen, klopft oben die Pumpe gewaltig, aber vor allem spinnt mein rechtes Bein immer öfter. Da nützt die neu gekaufte Sackkarre gar nichts. – Und jetzt kommen noch zwei Sieben, die ich euch unterjubeln will: Fahrstühle wurden in den 70er Jahren sehr geldsparend gebaut – man meinte, dass ein paar verbleibende Stufen für die Gesundheit gut sind. Also muss ich, wenn ich den Fahrstuhl verlasse, noch 7(+1) Stufen bis zu meiner Wohnungstür steigen. – Mit  7 Schlössern ist die Wohnungstür zwar nicht gesichert, doch viel weniger können es nicht sein. Besser gesichert könnte Fort Knox oder Guantanamo auch nicht sein. Rechts und links gehen dicke Stahlbolzen in die Wand. – Wenn ich also mal ungestört tagelang “schlafen” will, muss ich nur diese Tür von innen mit allen Bolzen sichern. Eh jemand dort die Tür aufschweißen kann, …

Die Wohnung ist in einem guten bis sehr guten Zustand – dennoch bleibt noch genügend zu tun. Ich denke, ich werde Anfang August den Schlüssel bekommen. Damit sperre ich dann die Gewerke Fliesenleger (eine Küchenwand), Malerarbeiten fast überall und Fußbodenleger nacheinander so lange ein, bis sie mit ihrer Arbeit fertig sind. Ich gehe einfach mal davon aus, dass diese dann auch zu meiner Zufriedenheit ausgefallen ist, damit ich blanke Talerchen rüberreichen kann. 7 x 7 x 7 x 7 werden wohl nicht ausreichen, damit sie zufrieden sind, aber das bekommen wir schon hin.

Die Kündigungswelle (3 Monate vor dem Auszug) schwappt dann auch bald los. Der Vermieter freut sich – kann er doch dann eine wunderschön gelegene Wohnung (die 2-Zimmer-Wohnungen sind die besten in diesem Haus) zu dem Pool der Eigentumswohnungen hinzufügen. Die Bewohner werden also länger mit Lärm belästigt, denn das Abschleifen der Wände, damit keine Tapeten mehr geklebt werden müssen, geht mit viel Brummgeräuschen vor sich.

Schwieriger wird die Trennung von Kabel Deutschland, denn am neuen Wohnort muss ich leider auf diese Annehmlichkeit verzichten. Laut Geschäftsbedingungen kann man oder frau erst kündigen, wenn die Ummeldebescheinigung vorliegt bzw. der neue Mietvertrag. – Herausforderungen sind dazu da, gemeistert zu werden. Ich habe jedoch wenig Lust, längere Zeit doppelt zu bezahlen.

Von meinen Handwerkererfahrungen erzähle ich euch später mal. – Und ich muss euch ja auch noch davon erzählen, wie ich an dieses “Kronjuwel von Wohnung” gelangt bin, aber für heute ist genug!


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Whg 1 … Immer schön im Rhythmus bleiben

Allein diese Überschrift wird in jedem Menschen einen anderen Gedanken auslösen – der eine denkt an den gerade gewesenen Karneval der Kulturen, wo die appetitlichen Rundungen nach der Musik wippten; der andere denkt vielleicht an die Tanzstunde zurück, wo die strenge Tanzschullehrerin immer den Takt klopfte und die nicht so rhythmusbegabten Tänzer(innen) ermunterte, etwas besser auf die Musik zu lauschen. Sicher denken Männer gleich und sofort an etwas anderes als Frauen oder alle denken nur an das EINE.

Aber an was ich jetzt in diesem Zusammenhang denke, darauf wird so schnell keiner kommen. Ich zeige euch jetzt eine Aufzählung, aus der ihr dann (sicher) sofort und gleich schlussfolgern werdet, was mir noch in diesem Jahr bevorsteht.

1970 – Einzug in die erste Wohnung in Berlin auf der Fischerinsel – 6. Etage von 20, schöner Ausblick, aber viel zu kleine Wohnung,  denn 4 Personen müssen sich in 49 qm ganz schön dünn machen (den Zwischenumzug 1981 in die 16. Etage eines anderen Hauses auf der Fischerinsel werde ich jetzt mal außer Acht lassen, weil ich dort wieder auszog, nachdem ich gerade warm geworden war

1985 – Familienaufsplittung in zwei Parteien – die eine zog in den Friedrichshain, die andere blieb in Mitte; platzmäßig war es für beide Parteien eine enorme Verbesserung, denn beiden standen – nunmehr jeweils zu zweit – zehn bis zwanzig Quadratmeter mehr zu als in der kleinen Erstwohnung.

2000 – das Lebenskarussell bleibt nicht stehen, ständig gibt es Veränderungen. Der Sohn war in eine WG gezogen, die Tochter längst mit dem Studium fertig. In meine Wohnung war stattdessen meine Mutter gekommen, da die Wohnung in Görlitz dringendst aufgelöst werden musste.

Tja, und jetzt haben wir 2015. Mitte 2014 habe ich großspurig überall erzählt, dass ich in meiner schönen Wohnung bleiben werde, habe Schrankwandflächen mit Folie ver(un)ziert und Fenster mit durchsichtigen Blumentöpfen beklebt. Die Dreckstellen auf dem Teppich wurden mit Brücken verdeckt.

Wenn ich mich in meiner mütterlichen Familie so umsehe, muss das Umziehen mit 70 eine Erbkrankheit sein. Die älteste Cousine hat sich mit ihrem Mann ein todschickes Haus in Bochum gebaut. Irgendwelche “wohlmeinende” Verwandten meinten, dass man sich in diesem Alter doch besser ein Familiengrab kaufen sollte.

Die andere Cousine ist in eben diesem Alter auch umgezogen – in ein Haus, was allerdings schon stand und was dichter an der Tochterfamilie samt Enkelkindern dran ist. Auch sie hat den Umzug gut überstanden und vor allem NIEEEEEEEEE bereut.

Wie alt ich dieses Jahr werde – daraus habe ich ja noch nie ein Geheimnis gemacht. Aber dass auch ich in diesem “zarten Alter” umziehen werde, das verkünde ich hier und jetzt offiziell. Mit einigen habe ich schon meine Freude darüber per Mail oder Telefon geteilt – aber jetzt teile ich es mit allen, die sich mit mir mitfreuen wollen.

Einzelheiten gibt es später.


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Anbaden???

Wer mich kennt, weiß, dass das eine infame Übertreibung sein muss, denn ich gehe erst freiwillig ins Wasser, wenn dieses fast Körpertemperatur erreicht hat.

Aber ANFRÜHSTÜCKEN hört sich so blöd an – aber genau das haben wir gemacht, und zwar an dem herrlichen 17. März, wo das Wetter schon fast sommerliche Temperaturen für uns bereitgestellt hat.

Doch wie heißt es: “Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gestellt ” – oder zumindest so ähnlich. Was ich jetzt gleich zeigen werde, wird bei Leuten mit gutem Gedächtnis ein “Raus aus den Kartoffeln – rein in die Kartoffeln – oder watt???” auf die Lippen bringen. Voriges Jahr habe ich bilddokumentarisch unterstützt geschrieben, dass ich die Balkonverkleidung entfernt habe. – Doch kaum war sie weg, habe ich mich zwar über den größeren Lichteinfall gefreut, doch über die hässlichen Balkonkästen-Befestigungen geärgert. – Habe ich recht mit dem Ärgern oder nicht?

2003 Balkongitter 07

Da ja nur ein Teil der Umrandung durch den Sturm beschädigt war, reichte es noch für eine kurze und die lange Seite. Also frisch ans Werk und – anschließend über Kreuzschmerzen geklagt und mich über die Kabelbinder geärgert. Sie so anzubringen, dass die Befestigung nach hinten zeigen, hätte den Aufwand vervielfacht – also gewöhne ich mich jetzt an die “Knoten”

Hier ist die Vorbepflanzungsvariante zu sehen. Meine Balkonkästen werden immer erst im Mai bepflanzt – jetzt müssen die Kakteentöpfe Lückenbüßer spielen. Sieht gar nicht so übel aus.

2003 Balkon Verkleidung 04

Und jetzt die Fotos von der Arbeit, nach deren Erledigung es sich so schön ruhen lässt.

2003 Balkon Verkleidung 06

2003 Balkon Verkleidung 07

Am Abend ist alles geschafft und die Handwerkerin ist fix und alle.

2003 Balkon Verkleidung 09

Das Frühstück am nächsten Morgen in herrlichem Sonnenschein war herrlich.

2003 Balkon Frühstück 11

Im Laufe des Tages wurde noch ein wenig dem Pflanz- und Dekowahn gefröhnt, damit der Frühlingsanfang wirklich würdig begangen werden kann.

2003 Bepflanzung 19

Jetzt ist erst mal genug – denn wenn die Wohnung noch schöner wird, will der Makler, der nächste Woche zu einem Gespräch in jede Wohnung geht, sie sofort und gleich verkaufen – und das kann ich nicht zulassen.!

2003 Balkon Dekostecker 17

2003 Balkon Dekostecker kl 16

 

 


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Geruch – Gestank – Gekreuch&Gefleuch

Langsam frage ich mich, ob ich wirklich noch in einem “ehrenwerten Haus” lebe – weniger in dem Sinne, wie es Udo Jürgens besungen hat, sondern vollkommen anders. Ich habe jetzt schwarz auf weiß die Gewissheit, dass der Besitzer Dinge mit dem Haus vorhat, die meinen Interessen vollkommen entgegen stehen. Ich will weder rausgegrault noch raussaniert werden, sondern so lange in Ruhe und Frieden leben können, bis ich keine Treppen mehr steigen kann oder bis ich überhaupt nicht mehr leben kann, weil ich vergesse, regelmäßig Luft zu holen.

Wir sind ein Ensemble aus Vorder- und Hinterhaus, gebaut, besser zusammengepfuscht,  Mitte der 90er Jahre. Im Vorderhaus sind von 17 Wohnungen 4 leer, zwei auf meiner Etage. Das wäre ja nicht tragisch, aber sie werden momentan nicht neu vermietet, dafür aufs feinste instandgesetzt.  – Es ist Fakt, die Wohnungen sollen  verkauft werden. Doch was passiert mit den anderen, die noch bewohnt sind? Sollen die bewohnt veräußert werden? Droht mir dann eine Kündigung wegen Eigenbedarf oder bin ich nur Steuersparmodell für jemand, der das Geld nicht dem Finanzamt geben will?. – Dreist wenn ich das Geld hätte, würde ich in meinem Alter diese Wohnung nicht kaufen, da sie in der zweiten Etage als Alterswohnsitz ungeeignet ist.

Vor einiger Zeit wurde ich von einem schrecklich kreischigen Geräusch geweckt. Neugier, dein Name sei Clara, ich gleich in die Sachen und raus auf den Flur, da es durch den Spion fast nach einem Einbruch aussah. Der anwesende Hausverwalter erzählte mir, dass die beiden Mieter seit langem nicht bezahlt hatten und sich unauffindbar verabschiedet hatten. Dabei machten sie einen recht soliden Eindruck. – Jetzt wurde die Wohnung vom Schlüsseldienst geöffnet. Der an die Tür geheftete Brief vom  Obergerichtsvollzieher und das ausgewechselte Schloss machten auf die Mietflüchtlinge keinen Eindruck, denn sie wurden nicht mehr gesehen.

Und dann kam ein Freitag im März. Von überlauten Geräuschen auf dem Hausflur wurde ich geweckt.  Ich stand auf – und mich überfiel schon in meinem Flur ein schrecklicher Geruch – zum Gestank wuchs er sich erst aus, als ich die Wohnungstür öffnete. Riesengroße – noch leere – Mülltonnen standen in der Nische, eine große Gruppe von Männern diskutierte heftig – die beiden Wohnungen wurden zwangsgeräumt. Bei einer konnte man nur von entrümpeln, entmüllen, entwanzen, entstinken, entlausen entsonstwas sprechen. Diese Frau war alkoholkrank (vielleicht), drogenabhängig (fast sicher) und Messie hoch drei 100%ig. In dieser 3-Zimmerwohnung sind zwei Jungen aufgewachsen, haben zusätzlich zu ihr alle Nase lang andere Liebhaber gewohnt. Nachts wurde immer mal wieder einer mit größtem Gebrüll rausgeschmissen. Zusätzlich vegetierten ein Hund, eine Katze und ein Meerschweinchen in diesem Dreckgestanknest. –

Als die Tür offen stand, roch es, als wenn entweder alle Tiere munter ihre Hinterlassenschaften in die Ecken gemacht haben oder alle verwest irgendwo rumliegen. So viel fliegendes Ungezieferzeug könnt ihr euch nicht vorstellen. Da ist ja der wochenlang nicht geleerte Briefkasten, in dem sich offenbar Mahn- und Klagebriefe häuften, ein Kinderspiel gegen das, was die Entrümpler in der Wohnung vorfanden. Sie haben alle nur mit Schutzmasken gearbeitet.

Aber das ist nicht die einzige Etagen”belustigung”.  Meine unmittelbare Nachbarin sorgt nachts gegen 2 Uhr auch öfter mal durch alkoholbedingte Lautmusikexzesse für heftigen Ärger. Als der Mann noch hier lebte, rückte nachts des öfteren die Polizei an. – Oder es bellten die zwei Riesenhunde aus dem Erdgeschoss, die stundenlang allein waren und sich nicht beruhigten. Diese Mieterin ist auch schon gegangen worden. – Ihr seht, langweilig wird es hier nicht.  Bloß gut, dass ich nicht belle und nicht saufe, diese Gründe für eine Zwangsräumung fallen schon mal weg.

Schlimm ist nur, dass die Verwaltung fast allen ausländischen Familien, deren wir sehr viele hier haben, schon massiv mit Kündigung gedroht hat. Ärger haben jedoch bisher nur die Deutschen gemacht: Hunde, Messie, Mietnomaden, Prügelorgien usw. usf.

Na, wenn das kein EHRENWERTES HAUS ist, dann weiß ich auch nicht. Und in diesem “Öko-Haus” wimmelt es jetzt vor Spinnen an den Treppenflurdecken, vor Motten und vor noch viel schlimmeren Tieren, die ich gar nicht wage, hier zu erwähnen. Sie haben vier Beine, einen langen Schwanz und fangen mit “R……” an. Schrecklich! Ich werde noch freiwillig ausziehen.

1903 Messiewohnung 61Und das ist NICHT MEINE KÜCHE!!!! 0103 Clara - Schriftzug


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Ich will den Blick frei haben …

auf alles, was vor und hinter mir liegt und was um mich herum passiert … …

und habe deswegen heute meine  Balkonverkleidung entfernt. Fast 10 Jahre lang schützte mich dieses dunkelgrüne Plastikstangengewirk vor neugierigen Blicken und auch ein wenig vor Windchen – doch jetzt ist es viel heller im Zimmer … und ruhiger. Die orkanartigen Stürme ließen die Verkleidung mit Getöse gegen die Balkonstangen klatschen – und eine morsche Befestigung nach der anderen gab nach und räumte dem Wind noch mehr Spielraum ein.

Auf dem Foto von 2006 müsst ihr euch jetzt den ganzen Schnee als Regen vorstellen und den dunkle Balkonsichtschutz weg.

1101 Balkon oStDaggis Tomatenkräuterzucht ließ mich gleich noch eine Fotozeichnung erstellen, wie es ohne Sichtschutz aussehen wird – nur der Schnee fehlt noch.

1101 Balkon m Stangen

Daggi, und extra nur für dich, setze ich der Fotobastelei noch eine Krone auf (ich gestehe, es gibt bessere Basteleien als diese) und lasse eine Pflanze erblühen – dass sie lila ist, muss wohl nicht extra erwähnt werden :-).

1101 Balkon Hoffnung


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Rumkugeln in der Sonne – RBFB

November 2010 im Fotoblog

Link: https://clarahimmelhoch.wordpress.com/2010/11/23/rumkugeln-in-der-sonne-im-november/

Gerade gestern habe ich im Wetterbericht gehört, dass es der wärmste 19. Dezember seit der Wetteraufzeichnung war. So richtig freuen kann ich mich darüber nicht, eigentlich gar nicht, denn es zeigt, dass die Mär von der Klimaerwärmung eben doch kein Märchen ist.

Deswegen ist es gar nicht so verwunderlich, dass wir nicht nur in diesem Jahr so einen schönen November hatten, sondern auch im Jahr 2010 muss es viel Sonne gegeben haben, sonst hätte ich dieses schöne Balkon-Kugel-Foto nicht machen können. Leider ist die größte Glaskugel nicht mehr unter den Lebenden, dafür folgten ihr viele kleinere aus Metall. (siehe Header)

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Nur noch mit den Beiträgen von 2010 erscheinen die Fotos parallel im Text- UND im Fotoblog (dort allerdings größer als hier), danach wird letzterer pausieren – für unbestimmte Zeit.

https://clarahimmelhoch.files.wordpress.com/2010/11/nov-kugeln-1.jpg?w=501&h=376

 

 

 

 


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Nie richtig Kind – nie richtig erwachsen! RB

Jetzt geht sie also los, die Rückschau-Serie. Ich habe Artikel rausgesucht, die mir wichtig sind. Mal werde ich rebloggen, mal kopieren. Manches ist nach 5 Jahren vielleicht noch gleich, bei anderem hat sich die Sicht verändert.

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Dezember 2009

An was mag es wohl liegen, dass ich das Gefühl habe, immer noch nicht richtig erwachsen geworden zu sein? Liegt das an den fehlenden Kuscheltieren in meiner Kindheit, dass jetzt lauter Löwen, Hunde, Krokodile und Bären aus Plüsch in meiner Wohnung verteilt sind??? Oder hat meine manische Grundeinstellung im Leben auch etwas damit zu tun, dass sich mein Wohnzimmer, mein Bad – nein – alle meine Räume so sehr   von den Räumen anderer Erwachsener unterscheiden?
Aber nicht nur Plüschtiere sind meine Begleiter. In meinem Bad ist alles voller Fische, Seepferdchen, und Seesterne, Schlingpflanzen, Schildkröten, Muscheln, Seeigel und was es nicht noch alles an Meeresbewohnern gibt.

Wer sich schon keinen Urlaub auf Hawaii leisten kann, sollte sich  Meeresgefühle auf andere Weise verschaffen. – Damit ihr mir das auch glaubt, zeige ich euch jetzt ein paar Bilder. – Die Reaktionen der Besucher zeigen mir auch ohne Worte, ob sie zu den “Kindern” oder zu den “Erwachsenen” dieser Welt zählen.
Meine Kinder freuen sich immer wieder darüber, wenn dann auch noch Sterne am Himmel oder phosphoreszierende Delphine im Dunklen leuchten – aber nicht nur die Kinder freuen sich darüber, ich auch, sonst hätte ich es nicht gemacht.

Was kann frau denn noch so alles sammeln in ihrer Wohnung? Antiquitäten? Ist nicht mein Ding – alt werde ich von allein und zu teuer sind sie außerdem. – (Öl-)Gemälde – kann ich mir nur in der Form von Kunstdrucken leisten. Pompöse Bilder mit Goldrahmen sind auch nicht so mein Geschmack. Also blieben mir nur Fächer mit chinesischen Schriftzeichen und Rosen.
Vielleicht finde ich auf diese Weise jemand, der oder die mir sagen kann, was ich da so an meiner Wand zu stehen habe – ich hoffe nur gute Sachen!

Original: https://chh150845.wordpress.com/2009/12/12/nie-richtig-kind-nie-richtig-erwachsen/

 

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