Claras Allerleiweltsgedanken


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Jetzt ist wirklich Adventszeit –

nicht dann, wenn alle Verkaufseinrichtungen schmücken, anbieten und dudeln wie die Weltmeister.

Gestern ist seit Wochen die erste positive Sache über die Bühne gegangen, ich hoffe, dass jetzt noch einige andere hinterher kommen.

Doch jetzt will ich euch ein wenig Adventsgefühle herüber schicken.

Das Besucherzimmer ist ganz sparsam geschmückt. Diese Weihnachtsdecke habe ich vor ca. 50 Jahren selbst gemalt und meiner Mutter zu Weihnachten geschenkt. Ich wohnte in Dresden und die Kurrendesänger waren ein gängiges Weihnachtssymbol. Nicht nur in der Mitte, nein an allen vier Ecken habe ich mich auch noch betätigt.

 

In der Küche habe ich mich sehr zurückgehalten und nur mit einem – natürlich roten – Stern gezeigt, dass Licht einziehen sollte in der Welt – nicht nur für die satten und alles habenden Deutschen, sondern auch für die Armen im eigenen und fremden Land. – Auf dem einen Foto sieht man nicht, dass der Stern rot ist, deswegen habe ich noch ein zweites gemacht. – Und das Glas mit rotem Weihnachtsschmuck fügt sich gut ein.

 

Mein Zimmer hat auch nicht so sehr viel abbekommen, obwohl noch viele Adventsutensilien im Keller lagern. Ich finde, man darf nicht übertreiben. Ich sehe das immer in einer anderen Wohnung – und das mahnt mich dann zur „Deko-Sparsamkeit“, wenn es überhaupt noch sparsam zu nennen ist.

Ein kleiner und ein großer Krug mit Kugeln, 8 lila Teelichter und ein weißer leuchtender Stern – das ist Vorweihnachten genug. Schmetterlinge und Weihnachtsstern, passen die zusammen?

Das Bad  hat genügend Fische- und Muscheldekoration, da muss nichts mehr hin. Und der Flur glänzt durch seinen neuen Fußboden genug. Außerdem habe ich mich wieder handwerklich betätigt und an zwei Türen eine neue Klinkengarnitur angebracht – die guten, bei denen man keine Schrauben sieht. Ich bin richtig stolz auf mich.

Aber jetzt kommt das Wohnzimmer, da sternt und kugelt und lichtert es nur so um die Wette. Für Kugeln jeder Art habe ich schon lange ein Faible – das ist so etwas Unendliches – kein Anfang und kein Ende. – Sterne am Fenster habt ihr ja jetzt schon zwei gesehen. Dass im Wohnzimmer noch ein gleicher hängt, ist fast selbstverständlich. Die beiden hell leuchtenden sind mit LEDs bestückt und verbreiten bei mir Glücksgefühle. Ich war schon immer der Typ, der es eher hell als schummrig braucht. Meine Mutter saß bei einer 15,5 W-Lampe in ihrem Sessel und las. Ich kam in ihre Wohnung und machte als erstes die Deckenlampe an, weil ich kaum etwas sah.

Doch jetzt zu mir. Der kleine Couchtisch wurde mit einer Sternendecke geschmückt. Advent und Weihnachten ist für mich die einzige Zeit, in der ich goldfarbene Sachen in meiner Wohnung akzeptiere – ansonsten mag ich weder Messing noch Gold. – Meine Couch hat auch ihr Winterfell angelegt, toll kuschelig.

 

Wo leuchtet es denn überall? Und wo kugelt es? Und echte Teelichter haben wir auch! Und Kugeln hinter Glas in Gold und durchsichtig und viele in rot – überall ist Advent – auch im Herzen?

 

 

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Manchmal sehe ich rot

Damit meine ich nicht die erneute Pfuscharbeit meines Zahnarztes, damit meine ich nicht das geräuschempfindliche Leben um mich herum im täglichen Umgang mit Menschen und im weiteren Umfeld – damit meine ich schlicht und ergreifend das leuchtende Rot in meiner Küche. Die – für mich immer noch wunderschönen –

leuchtendroten Fliesen sind an einigen Stellen ein wenig zugestellt, denn irgendwo müssen ja die weniger roten = weißen Küchengeräte ja stehen.

Die Mikrowelle bietet mir roten freudigen Anblick genug, zumal ich ständig Essen oder Trinken kalt werden lasse und es wieder aufwärmen muss – und das schon früh um 9.04 Uhr. – Nach zwei Jahren habe ich entdeckt, dass ich mit ihr auch grillen kann. Beim Erstgebrauch hat es gottsmörderlich gestunken – aber nach 5 Minuten hatte sie sich freigequalmt.

So, Clara, nun komm endlich zu dem, was du erzählen willst. – Da du gegen alle Ratschläge deine Messer immer in der Spülmaschine abgewaschen hast, gab es für „schneiden“ die Synonyme drücken, durch die Materie ziehen und hoffen, dass es endlich abgeschnitten ist. – Na gut, ein wenig claramäßige Übertreibung ist schon dabei, aber so richtig scharf waren oder sind sie nicht. Man kann sie bestimmt schärfen und deswegen werde ich sie auch verschenken und nicht wegwerfen.

Ich ging am letzten Sonntag über den Trödelmarkt. Ich liebe solche Märkte üüüüüüüüüüüüüberhaupt nicht, und noch weniger kann ich es leiden, wenn ich mir etwas ansehen will und der Verkäufer stürzt sich wie ein Geier auf mich, um mir das Produkt schön zu reden. Ich weiß, welche Features ich bei einem Rucksack brauche.

Aber ich wollte wieder tolles Obst kaufen, Khakis, Weintrauben und Clementinen – gegen Marktende steigen die Mengen in den Tüten und fallen die Preise. Und dann kam ich an einem Stand vorbei, an dem Messer verkauft wurden, rote Messer, scharfe Messer, Messer mit einer verkleideten Klinge, die wie Keramik aussehen, aber einen Stahlkern haben.

Natürlich wurde in mir die Hoffnung genährt, dass der junge Koch zu diesem „knife set“ gleich mitgeliefert wurde. Da wurde ich jedoch enttäuscht – aber die wunderschönen Griffe reichten für eine Kaufentscheidung. Ich darf gar nicht sagen, wie wenig Geld diese 5 Messer und ein Schäler gekostet haben. Wenn sie länger als ein Vierteljahr schneiden, dann hat sich der Kauf mehr als gelohnt.

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Wenn schon Küchenrot, dann richtig Küchenrot. Die Adventszeit naht und dann verkleiden wir Frauen ja immer einen Teil unserer Wohnung, denn die Weihnachtsschmuckkisten sollen ja nicht immer so ungenutzt im Keller rumstehen.

In dem Sinne wünsche ich euch eine frohe Voradventszeit!

 


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Es werde Licht – aber nicht immer klappt das

Wahrscheinlich liegt das daran, dass ich weder Gott noch Göttin bin – ersterer sprach ja wohl diesen Spruch vor langen, langen Jahren und meinte damit die Sonne.

Wir dagegen meinen unsere Zimmerlampen. Die normalen Glühbirnen von früher hat man ja vom Markt verbannt – sie waren zu energie-un-sparsam, auf gut deutsch, sie schluckten den Strom in großen Mengen, weil sie sich so sehr aufheizten. Aber wir wollen uns ja nicht die Finger wärmen oder gar verbrennen, sondern einfach nur Licht haben.

Zwei Jahre lang hingen zwei von diesen Exemplaren an der Decke. Ihr Hauptmakel bestand in ihrer Farbe, denn ich habe NICHTS in Messing oder goldfarben in der Wohnung, also auch nicht im Wohnzimmer. Aber sie hielten brav durch und nicht einmal musste ich einen Strahler wechseln – das schätze ich jetzt im Nachhinein sehr.

Dann besorgte ich im Beisein einer Freundin zwei neue Lampen – LED-gespeist. Mich regt bei diesen Lampen auf, dass man die ganze Lampe wegwerfen muss, wenn die LED-Strahler nicht mehr ihren Dienst verrichten. Leider gab es nur noch eine kartonverpackte, die andere musste aus der Ausstellung genommen werden. Wahrscheinlich hat sie dort ihre Mindestbrenndauer erreicht, denn bei mir fielen nach 10 Tagen zwei Strahler aus. – Für mich ist das so besonders ärgerlich, weil ich diese Arbeit auf einer Leiter nicht machen soll. Muss ja nicht sein, von dort oben hinunter zu schwindeln trudeln, könnte böse ausgehen. Also muss ich mir immer eine kundige Person suchen.

Also besorgte ich eine neue Lampe. Die war zwar ähnlich, aber nicht 100%ig identisch. Sie glänzte mehr, hatte eine längere Aufhängeplatte und Glasschirme mit einem blanken Rand am Ende. Doch ich stellte mal meine Pingeligkeit zur Seite, denn im Maler hatte ich ein geeignetes Opfer gefunden. Er baute die alte ab und die neue gleich an.

Jetzt verschließe ich meine Augen davor, dass die neue in den ersten Minuten leicht flackert. Wenn sie nicht wieder gleich ihren Geist aufgibt, darf sie hängen bleiben.

Wenn mich die Industrie weiterhin mit solchen Lappalien in Trab hält, dann kann ich nicht in Ruhe Winterschlaf halten.

Und jetzt habe ich noch ein Beispiel für die Richtigkeit des Satzes: „Am Ende wird alles gut – wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht am Ende.“

Als ich einen Tag nach dem Orkan auf die idiotische Idee kam, die Lampe zurückzubringen, um mir das Geld zu holen, brauchte ich die dreifache Zeit für den Rückweg. Die S-Bahn fuhr nur bedingt, der angekündigte Schienenersatzverkehr war nicht zu finden, weil die Bahn nicht in der Lage war, Hinweisschilder anzubringen. Zum Glück gibt es von A nach B immer mehrere Wege, aber manche sind eben bedeutend länger.

Als ich die Lampe abgeben wollte, meinte er, sie hätten noch eine originalverpackte Lampe von der ersten Sorte vorrätig. Vorher wurde das immer bestritten, aber ich entschied mich doch, diese zu nehmen. Die Löcher in der Decke sind ja vorhanden, also dürfte der Austausch ziemlich schnell gehen und dann ist hoffentlich alles gut!


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Den 100m-Hürdenlauf im Flur bewältigt

Erstens kommt es anders zweitens als frau denkt.

Das Projekt hieß schlicht und ergreifend: Flur mit KlickVinyl auslegen

(Ist wie Laminat, nur besser, teurer und dicker,  nämlich 1 cm stark)
Die Vorbereitungen dafür waren schon lange im Gange. Der Sohn besorgte die (sau-)schweren Pakete mit den Platten und die Scheuerleisten, ich die Abdeckleisten für die Übergänge zwischen den Zimmern. Alle stellten einhellig fest, dass die Wohnungseingangstür um mindestens einen cm gekürzt werden muss.

Gedacht … und schon fing das Problem an. Der Vorbesitzer muss entweder Goldbarren oder tausend andere wertvolle Sachen zu Haus gehortet haben, denn er hat sich eine spezielle Sicherheitstür anfertigen lassen,  in der ein Schloss mit 8 Zapfen, die tief in die Wände gehen,  eingearbeitet ist. Der Tischler meinte, dass er eine derart gesicherte Tür noch nie gesehen hat. Denn zusätzlich zu dem Zapfenschloss besteht das Innenleben aus einem Metallkern nach dem Motto: Diese Tür tritt keiner ein – oder er hat danach einen gebrochenen Knöchel.

Der Tischler, der nicht nach einem Leichtgewicht aussah, war nicht in der Lage, die Tür auch nur einen mm in ihren Angeln nach oben zu bewegen. Also war klar, dass die Arbeit nur mit zwei starken Männern passieren kann..

Die Handwerker und ich waren der Meinung, dass wir das Sägen vor der Wohnungstür im Treppenhaus machen – nur der Hausmeister war konsequent dagegen.

Also blieb nur mein Balkon, bei dem dann die Plastikfliesen auf dem Fußboden und auch die Fensterscheiben und das neue Fensterbrett gut abgedeckt werden mussten. Alle Handwerker gingen davon aus, dass mit der Flex geschnitten  werden muss, deren Funken Schaden anrichten können. Da habe ich mich wirklich gefreut, dass ich nicht nur Spannbettlaken habe, so dass ich eine wunderschöne hellblaue Fensterverkleidung zaubern konnte.

So sah der Flur aus, als der Teppich noch „heil“ war.

Dann kam Montag, der 2. Oktober und der Handwerker stand 8.03 vor der Tür. Der Teppich war mit Nie-wieder-ablöse-Klebemittel mit dem Untergrund verschweißt.. Jetzt weiß ich, warum Handwerker solche dicken Muskeln haben.

 

Dann kam der spannende Moment und der Tischler betrat die „Bühne“. Zu zweit wuchteten sie, werkelten sie, ruckelten sie und plötzlich war die Tür aus den Angeln gehoben – geschätztes Gewicht: 60 kg oder mehr.

Jetzt war der Blick von unten auf das Innenleben der Tür frei. Die beiden Stahlplatten waren mit dünnen MDF-Platten verkleidet. Vielleicht hatten die sich bei der Fabrikation der Sicherheitstür gedacht, dass sie vielleicht mal gekürzt werden muss, denn ein Zentimeter war metallfrei, so dass es ganz, ganz prima per Hand gesägt werden konnte.

Tür mit viel Getöse wieder eingesetzt, Trittschalldämmung und Bodenplatte probehalber hingelegt – und – und – Tür konnte einwandfrei bewegt werden.

Der Tischler ging, der Allroundhandwerker machte weiter.

Und jetzt eine Besonderheit des Hauses Himmelhoch: Teppich in Tüten!

Alle Platten und Scheuerleisten wurden auf dem Balkon gesägt. Ich habe die Bettlaken am Abend in der Badewanne eingeweicht – es kam ein unglaublicher Holzmatschdreck raus, denn mit den ganzen Sägespänen wollte ich mir nicht die Waschmaschine versauen.

Und so ist das Endergebnis

Es sieht so unglaublich gut aus, dass mich (hoffentlich) keine Tischler- und keine andere Handwerkerrechnung Abstriche an meiner Feude machen lassen.

 


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23.09.2015 – Auszug – Umzug – Einzug

Es war in den letzten 24 Monaten nicht zu überlesen, dass mein Lieblings“kind“ meine Wohnung ist, denn für nichts und niemand habe ich mehr Zeit, Geld und Ideen aufgewendet. Alle könnten sagen, das man das nicht sieht oder dass es sich nicht gelohnt hat:

Ich bin da ANDERER Meinung!!!

23.09.2015 – Auszug – Umzug – Einzug

Die meisten Fotos werdet ihr bereits kennen, doch ich möchte sie für mich und vielleicht auch für euch noch einmal auflisten.

Auszug und Umzug

Vielen Ärger dabei habe ich vergessen – die Umzugsleute wollten den Boden unter dem Wohnzimmerteppich nicht vereinbarungsgemäß säubern, maulten über den Fußweg, da der LKW nicht direkt vors Haus fahren konnte und haben mich mit teilweise defekten oder nicht zusammengebauten Möbeln sitzen lassen. Da Vorauszahlung geleistet – war die Motivation nicht groß. – Und dann kam der „Fingerzeig-Dudu-Zettel“ von meinem jungen Nachbar. Da hat es mir erst einmal gereicht.

Die vielen Kisten natürlich alleine gepackt, aber auch allein gestapelt. – So groß war mein Wohnzimmer noch nie. – Einige Schrankwandteile noch schnell etwas aufgehübscht. – Und dann ging es wirklich los.

Zum Glück hatte ich in der neuen Wohnung vorher genügend Zeit, um alles herrichten zu lassen. Die lila Wände strahlten, das Parkett glänzte wie neu, der Vinyl-Fußboden war verlegt, die Küche gefliest, die IKEA-Möbel geliefert und aufgebaut, die Wände natürlich alle wunschgerecht gestrichen. Nur die alte Spüle war noch da.

Einzug – die einzelnen Räume

Der beigefarbige Wasserraum

Das Bad war gefliest, allerdings gefielen mir die Farbe und die eingeprägten Muster nicht. Die Farbe habe ich gelassen, die Bilder überklebt mit wunderschönen Muscheln. Die wunderschöne Muschel im Sand habe ich mir vom Lu = finbarsgift geborgt, weil es sie leider nicht als Aufklebefolie gibt. Ansonsten merke ich, dass sich lila auch im Bad breitmacht – aber es wird durch die grünen Vorleger neutralisiert. Zur Unterstützung habe ich noch grüne Körbchen gekauft, um alles praktisch, aber nicht unbedingt schön, unterzubringen.

An der Aufhängung für den Fön habe ich mir fast meinen handwerklichen Sachverstand gebrochen – nach dem 8. Versuch hat es dann endlich geklappt. Da kann ich ausdauernd und hartnäckig sein.

Das Bilder-Mauer-Kabinett

Im Korridor bleibt eine einzige Arbeit bis nach dem zweiten Jahrestag: Das Rausreißen des Teppichs und das Verlegen von Klick-Vinyl. Es passiert Anfang Oktober. – Deswegen habe ich den Flur auch bildermäßig arm ausgestattet.

Der rote (Nicht-)Koch-Raum

In der Küche sieht es schon anders aus. Die braune Spüle fand andere Liebhaber, da ich sie verschenken wollte; die Tapete fand so gar nicht des Handwerkers Zustimmung; die Gemüseuhr erinnert mich an gesundes Essen (manchmal); der Fahrradstuhl ersetzt zwar keine echten Touren, doch momentan gibt es die nicht;  die weißen Grinsgesichter machen mir noch immer Freude. – Die zwei Induktionsplatten reichen bei meinem Kochumfang vollkommen aus und in der großen roten ALDI-Kiste sind Zwiebeln und Kartoffeln keimfrei gelagert..

Licht – Luft – Lärm

Auf in den nächsten Raum – den Balkon. Die Abendsonne ist mit ihren Untergängen prächtig, die großen Vögel kurven in der Luft und die kleinen bleiben im Nest, Die Fußbodenarbeiten und Bilderwandarbeiten erledigte ich zu meiner Zufriedenheit, so dass ich wieder Aussicht genießen kann.

Der wachsame Augen-Raum

Diese Wohnung hat eindeutig zu viele Räume, denn es fehlen ja noch drei. Ich gehe jetzt ins Besucherzimmer oder Kinderzimmer oder kleinstes Zimmer. Irgendjemand in der Wohnung muss einen Lila-Knall haben, der auch auf dieses Zimmer übergegriffen hat. Na gut, ist eben so. – Die Antiblendfolien, die ich mit soviel Mühe auf finanziellem Aufwand aufgezogen habe, sind inzwischen alle wieder entfernt. Das war ein Schuss in den Ofen.

Mein grüner Salon

Das Wohnzimmer  hat mit seinem aufgearbeiteten Parkett und dem „geerbten“ Eckschrank auch so seine Geschichte, aber letztendlich ist sie zu meiner Zufriedenheit zu Ende gegangen. Tisch und Stühle und das große Regal bauten die auf, die es auch geliefert haben. – Der braune Eckschrank, der für sich nicht schlecht aussah, passte so absolut nicht zu meinen Möbeln und wurde durch eine Glasvitrine ersetzt. – Die letzte Aktion war der Tausch der Deckenlampen. Messing und Gold sind absolut nicht meine Farben, deswegen kamen jetzt 2 chromfarbene Diodenlampen an die Decke – herrlich hell!

Das lila Schlaf und Arbeitskabinett

Und schon sind wir im letzten Raum angekommen, in Claras lila Lieblingsraum. Ich weiß gar nicht, ob es mir am meisten Arbeit gemacht hat – auf jeden Fall ist es der Raum mit den meisten Bildern an der Wand. Noch vor dem Einzug wurde eine 90cm Liege geliefert – sehr chic, aber ich konnte darauf nicht schlafen, weil sie viel zu hart war. Also Tausch mit dem Besucherzimmer und ich kaufte mir mein herrliches Bett mit einer noch herrlicheren Matratze – obwohl es in meinen Augen sauteuer war, habe ich noch nicht einen Euro bereut. Deswegen hier die Aktion mit den zwei Luftmatratzen.

Auf dem letzten Foto scheint der Froschkönig zu überlegen, ob er der Papa von dem kleinen Froschprinzen sein soll oder ob seine Frau fremdgeschwommen ist????

Und nun ist Schluss – ich wünsche euch, dass ihr auch so ein gutes Bett habt! Ich fühle mich in meinem farbenfrohen Paradies sehr wohl und hoffe, dass ich es wenigstens noch so lange genießen kann, bis neu renoviert werden müsste. Ich weiß nicht, ob ich mir das noch einmal antun möchte.


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BB = Balkon nach den Bauarbeiten – Teil 4

Nach der Länge der Berichterstattung über den Balkon könnte man annehmen, dass dieser Raum mein Lieblingsaufenthaltsort ist. Das könnte bei schönem Wetter fast hinkommen, nur der Autolärm steht diesem Prädikat im Wege. – Vielleicht habe ich so viele Male über ihn berichtet, weil er ziemlich arbeitsintensiv gewesen ist. Doch jetzt mache ich mindestens 10 Jahre nichts mehr an und auf ihm – oder zumindest ein Jahr nicht.

Jetzt, wo er fertig ist, frage ich mich doch ganz im fernen Hinterstübchen, ob sich dieser finanzielle Aufwand gelohnt hat, nur um 4 Bilder aufhängen zu können. Die neuen Wände dürfen nicht verletzt werden, also sah ich nur die Möglichkeit, vor eine der Seitenscheiben eine Platte zu setzen, die einen Quadratmeterpreis von 46,00 € hatte. Dazu kamen dann 2 Tuben Spezialklebstoff für 14,00 € und eine Kartusche Silikon zum Abdichten der Fugen zu 10,00 €. Wenn das Zeug wenigstens aufgebraucht werden würde – aber nein, die zweite Klebstofftube ist fast noch voll und Silikon wurde auch nur zur Hälfte aufgebraucht. – Bei der Anbringung der Platte war ich froh, meinen Sohn zu haben, denn ich wäre nie und nimmer auf die Leiter gestiegen, um die Platte fest zu drücken, vor allem aber nicht dafür, die oberste Schraubzwinge anzubringen. Auf dem zweiten Foto zeigen die Pfeile, wo überall Silikon gespritzt werden muss, denn 1972 kannte man offenbar noch keine rechten Winkel.

Als der Kleber ausgehärtet war, entfernte ich die unteren drei Schraubzwingen und hängte die Bilder auf. Damit sie nicht von den häufigen Balkonstürmen geschüttelt werden, klebte ich sie zusätzlich fest. Der Aufhängeort ist genau der richtige, denn ich sehe die Bilder auch von meinem Lieblingsplatz im Wohnzimmer. Und wehe, die gehen im Winter bei Nässe und Kälte kaputt!!!!

An einem Tag zwischen den Regenschauern und Regengüssen war mein Sohn da und hat alle Fugen mit weißem Silikon verschmiert. Liebend gern hätte ich das selbst gemacht, aber wie gesagt: Leiter und Schwindel gehen bei mir nicht den Bund der Ehe ein.

Wenn ich tief in meinen Balkonstuhl eingekuschelt sitze, geben die beiden Blumenkästen folgendes Profil ab – und damit kann ich gut leben.

Und wenn ich euch jetzt noch zeige, wie die kleinen Pflanzschalen aussehen, die nicht mit echten Pflanzen und echten Tieren bestückt wurden, könnt ihr erkennen, dass ich ein verliebtes Vogelpaar habe. Zwei Behältnisse weiter ist der verschmähte Liebhaber zu sehen.

Wenn ihr diese Zeilen lest, treibe ich mich gerade ganz kurz in einer wunderbaren benachbarten Hauptstadt rum, deswegen dauern meine Reaktionen auf eure Kommentare einen Tag länger als sonst..


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Ich passe – oder 18, 20, 22 weg

Falls sich jemand wundert – dieser Artikel war gestern schon mal kurz online. Ich hatte mit meinem Baulärmkopf vergessen, das Erscheinungsdatum richtig einzustellen.

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Die Bauarbeiten haben gerade ihren Lärmhöhepunkt erreicht. Gefühlsmäßig turnen 10 Bauarbeiter genau vor meinem Fenster herum, jeder mit einer Schlagbohrmaschine in der Hand. Und die haben sie nicht zum Spaß in der Hand, sondern nutzen sie dafür, um irgendwelche Metallgegenstände rund um meine Fenster in die Außenhaut des Hauses zu jagen.

Ohropax in den Ohren ist der einzige Schutz, sonst drehe ich durch. In der Nacht zum Donnerstag hatte ich mit angeklapptem Fensterflügel geschlafen, weil es schon so herrlich warm war. Im Normalfall begann der Bau- und Bohrlärm gegen acht Uhr. Doch an diesem Tag glaubte ich an ein Erdbeben, als 7.30 Uhr die Bohrmaschinen ungebremst ihren Lärm in mein Bett verbreiteten.

Abends komme ich nicht zum Schreiben, weil ich den verschiedenartigsten Vergnügungen fröne.

Also macht es gut bis zu besseren und leiseren Zeiten.

Die Fotos sind nicht topaktuell, aber auf dem Balkon hat sich noch nicht wesentliches verändert. Allerdings ist die unterste Lage der Dämmung angeklebt und zwei Fensterbretter sind auch schon vorbereitet, damit dann das Zink-Abdeckblech montiert werden kann.

Eigentlich muss man sich diese Elendsbilder nicht noch vergrößert ansehen, indem man sie anklickt. Doch wer es unbedingt machen will – ich halte keinen davon ab. Ich muss es ja auch immer in Originalgröße sehen.


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Unser Haus wird eingepackt …

und wir müssen den Balkon umpacken!

Sicher gibt es Schlimmeres – ich bin gespannt, wie lange ich die Sonne auf dem Balkon nicht genießen kann und wie lange ich – außer in der Küche und im Bad – durch blaue Schutzfolie auf die Umwelt gucken muss.

Die Wärmedämmung entspricht nicht mehr den neuesten Anforderungen, deswegen muss zusätzlich isoliert werden. Außerdem sind auf den Giebelwänden und an den Fassaden noch die gesundheitsschädlichen Eternitplatten, die man mit Asbest gleichsetzen kann. Diese werden auch entfernt.

Für mich und für alle Mieter in den betroffenen Wohnungen bedeutet das, dass die Balkons total leer geräumt werden müssen. Die Blumenkästen müssen weg, weil die Zinkbleche erneuert werden. Bilder, Möbel, Kästen und anderes – kein Problem, fast alles schon weg. Nur der Fußbodenbelag aus den Kunststofffliesen, der macht mir ein wenig Kummer. Ich will nicht wieder Platte für Platte verbinden, sondern den Fußboden in vier großen Stücken entfernen – ich hoffe, das wird was. – Auf dem Balkon hatte ich ein leuchtendes Blütenbäumchen – das kann ich jetzt in meinem Wohnzimmer erstrahlen lassen.

Für Kitsch, Plastik und Plunder habe ich noch aus der alten Wohnung grüne Kunststoffgefäße, die nicht unbedingt immer mit echten Pflanzen bepflanzt sein müssen. Jetzt ist ein Fensterbrett damit gefüllt. – Meine Schmetterlinge müssen ja auf etwas landen können.

 


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Die Vorgängerversion von jetzt

Ausgangssituation: Ein Bad, ca. 5 qm groß oder klein, von oben bis unten mit grau geflammten Fliesen zugefliest, auch auf dem Fußboden die gleichen 12 x 12 oder 15 x 15 hellgrauen Quadrate. Keine Zierborte, keine Abwechslung, keine Augenfreude.

Wer es dann schafft, nichts an den Wänden anzubringen, nichts aufzukleben, ist in meinen Augen ein Fliesenheiliger – ich habe es nicht geschafft, mir war es zu eintönig. Außerdem hatte ich in diesen Jahren noch oft Kinderbesuch, da ich über den Großelterndienst und das Jugendamt Kinder betreut habe. Die haben immer gejuchzt vor Freude, wenn sie in mein Bad kamen. Da leuchtete die Fisch-Lichterkette, da fluoreszierten die Sterne am Himmel, der Mond leuchtete ganz besonders hell, wenn ich ihn vorher mit Licht aufgepumpt hatte.Tja, von nichts ist nichts, auch kein glimmender Mond.

Zwischendurch immer mal ein bisschen manisch angehaucht, kann es manchmal nicht genug sein – das noch und das noch und das auch noch. Manchmal wird einiges wieder entfernt, zum Beispiel die Steine vom Fußboden, aber ich kann mich gut an viel gewöhnen.

An der Wand tummelten sich Seesterne, eine Riesenschildkröte paddelte durch das Fliesenmeer, Muscheln lagen am „Strand“, überall konnte man hinter Steinen seine „Juwelen“ verstecken,  wenn man in die Fluten tauchen wollte.

Und besser als jetzt: Das Wasser floss üppiger und ließ sich gradgenau auf die Wunschtemperatur einstellen.

In 15 Jahren darf man auch schon mehrere Toilettenbrillen verschleißen – aller 5 Jahre eine neue ist ein sparsamer Durchschnitt. Mr. Erdmann war der absolute Hammer – um den hat es mir sehr leid getan, als ich ihn verlassen musste. Und jetzt passt er nicht auf meiner vornehmen WC-Brille mit Selbstschließautomatik.


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Ich bin von Kopf bis Fuß …

… auf Fische eingestellt.

Ist ja auch kein Wunder, denn meine Mutter und mein Sohn, beide am gleichen Tag geboren, nur lumpige 56 Jahre dazwischen, sind Fische.

In 6 Tagen jährt sich der Umzugstag zum ersten Mal!

(Das ist wie bei dem Hochzeitstag, den allerersten sollte man nicht vergessen, sonst hängt der Haussegen schief!)

Und deswegen wollte ich in diesem Zeitraum alles so haben, wie ich es mir in etwa vorstelle.

In meinem Badezimmer fischelt es schon lange, schon in der vorigen Wohnung. Da aber hier so einige Fliesenbilder abgedeckt werden sollten, fischt es hier noch viel stärker als in Lichterfelde. Ihr könnt euch gern persönlich überzeugen kommen, aber bildlich überzeuge ich euch schon mal.

Hawaii à la Clara

Hawaii à la Clara

Und jetzt reicht es mit der fischigen Selbstbeweihräucherung – wie heißt es so schön: „Fisch und Besuch stinken am dritten Tag“ – das ist ein sehr unliebes Sprichwort, stimmt aber in einigen Fällen.

Das in diesem Post gezeigte Fensterfliesenbild genügt leider nicht meinen Qualitätsanforderungen. Durch die große Fläche und die überdeckten Fugen zieht es Blasen, die auch nicht durch Aufschneiden mit einer Rasierklinge zu beseitigen sind. Außerdem spiegelt es vollkommen ungleichmäßig – gefällt mir nicht. Ich habe mich nach etwas umgesehen, was in Teilen (auf jede Fliese einzeln) aufgeklebt wird. Und wenn ich den Dekowahnsinn dann noch auf die Spitze treiben möchte, kaufe ich mir einen Fugenweißerstift, denn braune Fugen im Wasser sehen blöd aus.