Claras Allerleiweltsgedanken


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Das ist der Umräumaktion dritter und letzter Akt

Es gibt immer und immer wieder Momente, wo ich meinem Aszendenten, der Jungfrau, alle Ehre mache. Man spricht ihr einen ausgeprägten Ordnungssinn zu. Ich brauche schon deswegen eine bestimmte (Grund-)Ordnung, weil mein schlechtes Gedächtnis mich Dinge vergessen lässt, die ich gerade noch vorige Woche, sprich gestern,  in der Hand hatte. Und ständig zu suchen ist auch langweilig.

Die vier weißen Kisten in dem kleinen Regal waren alle mit Deckel ausgestattet, der aber für den täglichen Gebrauch störte. Also standen die Kisten in ihren Deckeln. Plötzlich und unerwartet störte mich das und ich wollte schon alle vier entsorgen. Aber da fiel mir plötzlich eine Verwendung ein.

Kisten schon ohne Deckel

Als ich diese dreckige Mappe hier auf dem Foto sah, habe ich sie sofort herausgezerrt und gründlichst sauber gemacht.

Und dann habe ich in diesen drei Deckeln den Inhalt einer großen Schublade verstaut – ich werde am Ende so viel Platz übrig behalten, dass ich Fächer zur Fremdnutzung vermieten kann. So ähnlich mache ich es schon mit meinem Keller. Meine Lieblingsnachbarn sind sehr sammelintensive Leute – sie haben schon ihre 4 Koffer, eine große Kühlbox und mehrere Klappstühle in meinem Keller untergestellt. Die Stühle verschwinden, wenn die Gartensaison eröffnet wird – danach will ich sie nicht mehr bei mir haben. Ich denke nämlich daran, das geklaute Fahrrad durch ein neues zu ersetzen, denn hier in der Nähe käme es mir sehr zupasse. Aber die Abstellplätze mit Anschließmöglichkeit sind knapp bemessen – und jedes Mal in den Keller zu tragen ist mir zu schwer.

Bei der vielen Räumerei war ein Tisch übrig, der von der Beschaffenheit eigentlich nicht für den Balkon geschaffen ist, weil er nicht wetterfest ist. Doch ich ließ mich nicht davon abbringen, ihn doch dort zu verwenden, um mich richtig ausbreiten zu können. Ich deckte die Platte mit Alufolie in zwei Lagen ab, spannte eine Wachstuchdecke darüber und legte die neu gekaufte Tischdecke auf. Sie sieht aus wie eine Leinendecke und ich wollte ihr die Wasserundurchlässigkeit gar nicht glauben. Als aber die Regentropfen als Wasserkugeln auf der Oberfläche liegen blieben, konnte ich mir Pustespiele nicht verkneifen.

Da ich ja nicht gern was wegwerfe, was noch gut ist, habe ich aus der vorhergehenden runden roten Tischdecke eine für den Küchentisch zugeschnitten.

Auf dem Balkon habe ich plötzlich eine unschöne Entdeckung gemacht – Ein Teil von der vor ca. 3 Jahren gemachten Decke fiel herab – und wie Murphy das so will, genau oberhalb der Markise ist der Schaden. Laut Hausgutachter für Schäden ist das mein Problem, die Garantie ist nach 2 Jahren abgelaufen. – Zum Glück wird gerade wieder ein Stück der Gesamtwohnanlage aufgehübscht, da kann ich mir sicher einen Maler schnappen, der es für Taschengeld macht. – Der Fleck geht auf der anderen Seite der Markise weiter.

Wenn der Berliner was zum Entsorgen hat, macht er das leider Gottes oft so:

Ich wollte den Fernseher auch gleich meinem Sohn zum Entsorgen mitgeben, aber der meinte, ich solle ihn bei eBay oder sonst wo lieber verschenken, der würde noch Abnehmer finden. – Das nehme ich später in Angriff.

Doch für heute ziehe ich mich aus dem „Wohnumräumtheater“ zurück und erscheine nur noch mit einem artverwandten Thema auf dieser Bühne.

 

 


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Das ist der Umräumaktion zweiter Akt

Wenn es mich packt, dann packt es mich richtig, und nicht nur am Popo – und dann lässt es mich auch nicht los bis weit in den Abend hinein, bis hin zu Zeiten, in denen normale Menschen schon längst im Traumreich sind.

Als erstes zeige ich euch den alten Arbeitsplatz, dem ich schon den Unterschrank für den Drucker geklaut habe. Ich kann mir noch gar nicht richtig vorstellen, wie verwaist die ganzen Bilder an der Wand sein werden. Ich kann sie auch nicht abnehmen, denn dann müsste die Wand renoviert werden. Jeder Nagel hinterlässt Löcher im Putz, jeder Klebegummi für leichte Bilder hinterlässt Klebestellen.

Auch das Bett an der alten Stelle führe ich euch noch einmal vor Augen – es ist genau gegenüber vom Arbeitsplatz.

Das Foto vom Bett ist nicht ohne Grund so groß – genau so groß und schwer war das 1,20 m breite Bett mit dicker Matratze und Motor, als ich es Zentimeter für Zentimeter zum neuen Platz hin bewegte. Ganz so schwierig wie die Aktion im Suezkanal war die Aktion allerdings nicht – aber fast.

Als der Mond die Sonne schon lange abgelöst hatte, standen ein Teil der Regale am neuen Fleck und das Bett auch. Aber alle Fächer waren offen – und das sah weniger schön aus. Wer muss mir schon im Nachtschrank in die Intimsphäre gucken?

Da ich ja mit genügend lila Stoffen ausgestattet bin, habe ich erst einmal die Fächer des einen Regals mit helllila Stoff verkleidet – aber kurz danach musste das wundervolle breite Tuch von Amélie für das Nachttischregal herhalten. Es gefiel mit sehr gut – meinem Staubsaugerboy offenbar auch, denn der wollte beim Arbeiten die Fransen fressen und alles runterreißen. Ich konnte ihm gerade noch Einhalt gebieten. – Und dann bezogen die Bären noch ein sonnengeschütztes Sommerquartier. Passt BärLi farblich nicht exzellent zu dem Tuch?

Jetzt nehme ich euch mit zur anderen Zimmerseite. Ganz kurz hatte ich erwogen, den alten Fernseher zwischen die Regale zu stellen, aber als mir der Sohn sagte, dass ich dafür einen Receiver brauche, ließ ich diesen Gedanken fallen und stellte stattdessen eine klimaverbessernde Grünpflanze auf das kleine Zwischenteil Dieses hatte zuerst noch Rollen – aber das war der kleinste Akt, diese abzuschrauben. Frau muss sich auch ein wenig Ästhetik gönnen.

Da ja Frau Wildgans von meinem „Fleiß“ gesprochen hat, muss ich dieser Einschätzung doch kurz nachkommen. Früher war Bettenbeziehen zum Teil eine Qual für das Kreuz – denn die Matratze ist unheimlich schwer- Wenn ich an eine Ecke/Seite nicht rankomme, ist es doppelt schwer. – Jetzt könnte ich Lust bekommen, jede Woche zumindest das Spannbettlaken zu wechseln – da kommen wenigstens alle mal an die Reihe.

Auf den ersten zwei Fotos steht noch der Fernseher auf dem Tisch – auch der war schwer oder ich hatte schon keine Kondition mehr. Zig mal ist er von einer Ablagestelle zu einer anderen „gewandert“, bis ihn endlich der Sohn mitgenommen hat.

Auf dem letzten großen Foto der Collage stehen die Kisten mit lila Blumenmuster. Ich habe sie vor Jahren gekauft, als mein Lilasinn noch nicht halb so ausgeprägt war wie heute. Sie kann man wunderbar offen in Fächern herumstehen lassen, was ich auch gleich genutzt habe.

Und dann ging es langsam an die Feinheiten. Auf dem oberen Foto seht ihr, dass die 4 weißen Kisten alle auf ihren Deckeln stehen – das gefiel mir plötzlich nicht und ich wollte sie schon entsorgen. Doch da fiel mir was ein – dazu später. –

Hier bringt Papa Löwe seinem Sohn Löwe, wie er sich für die Jagd auf die Lauer legen muss, wenn er abends nicht hungrig auf seinem Lager einschlafen will. Manchmal kommen ja kleine braune zottelige Bären vorbei.

Die frei am Fenster und im Zimmer herumfliegenden Schmetterlinge sind aber nicht gefährdet.

Und wenn ihr mir nicht glauben wollt, dass CC auch (ein wenig) hausfrauliche Qualitäten hat, beweise ich euch das mit diesem Foto. Ich habe wirklich alles, was mit Nähen oder Stopfen zu tun hat, in der Wohnung eingesammelt und in diese Kiste gestopft – ihr seht, es kann nicht viel gewesen sein.

Aber jetzt höre ich für heute auf – es soll doch mindestens noch einen dritten Akt geben.


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Das ist der Umräumaktion erster Akt

Dass mir eine Nachbarin das Umräumvirus in den Pelz gesetzt hat, davon schrieb ich ja schon. Doch jetzt, wo alles fertig ist, könnte ich sie knutschen für diese Bemerkung.

Sie war gestern zu ihrem ersten Besuch in meiner Wohnung und bemerkte gleich und sofort, dass sich unser Einrichtungsstil ein wenig ähnelt – zumindest lieben wir es beide farbig an den Wänden. Sie auch bei den Möbeln stärker als ich – denn meine Möbel sind entweder weiß oder schwarz – nur die Polsterstühle machen eine Ausnahme. Aber sie hat in ihrem Wohnzimmer eine riesengroße Eckcouch – und die ist LILA – ich dachte, ich bekomme positives Augenzucken, als ich bei ihr war, um die neuen Fenster zu begutachten. GsD wäre so eine Couch bei mir viiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiil zu groß – und lila passt ja auch überhaupt nicht ins Wohnzimmer – die zweite Aussage stimmt viel mehr als die erste.

Heute will ich nur von meinem neuen  Arbeitszimmer erzählen – es ist einfach nur schön, praktisch und funktional geworden. Das Licht fällt am Tag von links auf Tastatur und Bildschirm, eine Couch unter dem Fenster lädt zur Erholung ein, wenn der Kopf rauch. Das Zimmer ist mal gerade 2,30 m breit – da ist wirklich jeder Zentimeter ausgeknautscht.

So fing es an – ich drehte im Schweiße meines Rückens die Couch aus der Zimmerlängsrichtung in die Querstellung, quartierte den Teppich aus meinem lila Salon vor die Liege  und besann mich auf die Farbe der kleinen Berlinbilder an der Wand und wählte Orange als Liegenbezug. Von dem großen karierten Kissen in gelb/orange nahm ich den lila Bezug ab. Die ehemals an der Seite stehende Schutzwand wollte ich entsorgen, da sie vor der Heizung unangebracht war. Das war ein Moment, wo ich es bedauerte, es allein gemacht zu haben. Ein Bandscheibenvorfall hätte mich nicht gewundert, so sauschwer war das Ding. Der Sohn hingegen hat sie lässig locker aus dem Keller, wo ich sie zwischengelagert hatte, auf dem Kopf zum Auto getragen.

Die nächste Überraschung kam, als ich die Muschelfolie von dem runden Tisch abziehen wollte, da sie mir unpassend erschien. Die muss noch Friedensware gewesen sein, so musste ich beidhändig an ihr ziehen und zerren, bis sie ihren Platz räumte.

Der kleine Schrank in der Ecke ist noch eine Erinnerung an meine Mutter – wir hatten ihn als Zusatzmöbelstück im Zimmer des Pflegeheims aufgestellt. Als ich ihn nach ihrem Tod 2013 in meiner Küche aufstellte, lackierte ich ihn blau und ver(un)zierte ihn mit Zitronen. Ich räumte die Oberfläche ab und gestaltete sie arbeitszimmergerecht.

Als ich im Schrank etwas zusammen- bzw. ausgeräumt hatte, konnten die Bilderkästen nach innen wandern. Der grüne Blumenvasenersatz kam auch wieder weg – schließlich will ich hier ja arbeiten und nicht mich erholen 🙂 😉

Doch was soll ich euch sagen – das mit der Lila-Abstinenz hielt nicht lange an. Ich breitete die herumliegende Tagesdecke auf die Liege, polsterte mit allen vorhandenen lila Kissen die Heizung ab, damit man sich besser anlehnen kann und holte aus dem Abstellschrank das zweite karierte Kissen. Zu dem Zeitpunkt war der Computerarbeitsplatz noch nicht umgeräumt.

Da wurde ich dann langsam hibbelig, weil ich ohne Sohn die Technikumräumaktion nicht in Angriff nehmen wollte.

Und was machte ich – ich machte einen „Brückenlockdown“, blieb wie immer zu Haus und widmete mich hauswirtschaftlichen Tätigkeiten. Ich hatte noch nie so einen schönen Bügelarbeitsplatz – sonst habe ich beim Fernsehen gebügelt, jetzt habe ich mit Fernsicht aus dem Fenster geplättet.

Und das ist das letzte Foto der Umräumaktion aus dem Arbeitszimmer.

Es gab nur ganz leichte Pleiten, Pech und Pannen. Das LAN-Kabel, das von der Fritzbox ursprünglich durch die Wand ins Arbeitszimmer und dann durch die nächste Wand ins lila Clarazimmer verlegt war, konnte jetzt im mittleren Zimmer, dem Arbeitszimmer, bleiben und dort an den Computer gestöpselt werden. Doch die Verbindungskabel zwischen Computer und Drucker waren sehr, sehr knapp bemessen.

Als alles fertig war und der Sohn schon wieder auf dem Heimweg, stellte ich fest, dass ich jedes Mal, wenn ich Papier in den Drucker hätte legen wollen, beide Kabel hätte abstöpseln müssen. – Also verlegte ich das LAN-Kabel so, dass ich  Länge gewann und letztendlich war alles so, wie ich es wollte – UND ES WAR WIRKLICH VIEL BESSER ALS VORHER!


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Vor lauter Umräumerei …

… bin ich so überdreht, dass ich nur noch Blödsinn im Kopf habe

Da ich weder Zeit noch Lust zum Kochen habe, gibt es heute Abend getoastete Mund-Nasen-Schutz-Scheiben zu essen. Alles ist gut abgehangen und frei von sämtlichen Fremdkörpern wie Antibiotika oder gar Viren.

Sollten die Scheiben etwas trocken oder gar dröge sein, kann alles mit dem Bier des Hauses runter gespült werden. Von 99,99% der menschlichen Gattung wird das Bier getrunken – von mir wurde es ans Regal genagelt.

Ihr seid herzlich eingeladen – es ist genug für alle da!

Doch jetzt zum Texteingang zurück. Im Zuge der geplanten Fenstererneuerung war ich noch mal in einer der Wohnungen direkt unter mir – die Frau wohnt auch mehr oder weniger allein in der Wohnung, da die Söhne aus dem Haus und der Gatte andernorts berufstätig ist.

Sie äußerte ihr Unverständnis, warum ich das kleine Zimmer mehr oder weniger ungenutzt lasse und mich mit dem Arbeitsplatz im Schlafzimmer „abplage“. Und da ist der Knoten bei mir geplatzt. Nach oben gekommen – und fast in der gleichen Minute mit dem Planen und Räumen und Schieben begonnen. Und wenn ich einmal angefangen habe, dann kann ich nicht mehr aufhören. Zum Glück bewegten sich alle Möbelstücke fast lautlos auf dem glatten Fußboden, zumindest, wenn man schwerhörig ist, da fand ich es keineswegs laut. Auch in den späteren Abendstunden kam kein Protest – aber dieses Zimmer, in dem die Haupträumaktionen stattfanden, wird unter mir erst nach Mitternacht genutzt.

Leider fehlt bisher immer noch das Umräumen des Computerarbeitsplatzes. Da es dort mit dem durch die Wand gezogenen WLAN-Kabel Probleme geben kann, muss da der Sohn der Hauptakteur sein – alle Vor- und Hilfsarbeiten habe ich schon geleistet. – Fotos gibt es später, heute erst einmal Fotos von der Aktion: Arbeit an der Hörgerätefront.

Die misslungene Sache mit den ersten Innenohrgeräten hatte ich schnell verarbeitet und vergessen. Doch als mich der Akustiker anrief und meinte: „Frau Himmelhoch, ich habe einen Anruf von der Firma Ph. bekommen und die sagen, dass für die geplanten Neugeräte ihr Gehörgang zu schmal ist – da passen die Geräte mit der beabsichtigten Technik nicht rein!“

Da war ich sehr geknickt, denn „mein“ recht erfahrener Akustiker hatte beim Abdruck gemeint, dass alles gut aussieht.

Er hatte zufällig freie Arbeitszeitkapazitäten und flugs war ich bei ihm. Wir haben die Sache mit den Abdrücken mal fotografiert.

Die Hörgeräte können aussehen wie sie wollen, aber nicht so schlüpferfarbig wie diese rosa Abdruckmasse – und auch hautfarben will ich sie nicht – aber das ist alles sekundär.

Das mit dem aufgesetzten roten und blauen Plastikohr ist hier nicht so schön zu erkennen – aber ich sah aus wie ??? – der mit den großen Ohren.

Zum Trost für die schief gelaufene letzte Aktion – aber die Geräte hatte ICH mir im Netz ausgesucht, der Vorschlag kam nicht von IHM – hat er eine doppelte Abdruckserie gemacht und die Abdrücke an ZWEI verschiedene Firmen geschickt. Dann kann ich wunderbar testen, vergleichen aussuchen und am Ende hoffentlich glücklich sein.

So eine Anfertigung geht nicht von heute auf morgen – den nächsten Termin habe ich am 23. April – zum Glück sind die 6 Jahre alten Geräte nicht defekt, sondern nur unzureichend. Aber es gibt ja im Moment eh nichts zu hören.

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Jetzt habe ich noch zwei Fotos, die ich gern zeigen möchte, auch wenn sie mit dem eeeeeeeeeeeewig zurückliegenden Ostern zu tun haben.

Ich konnte es mir nicht verkneifen, meinen Jüngsten beim Ostereiersuchen zu fotografieren – obwohl er gerade bei diesem Nest ganz enttäuscht geguckt hat – da war nämlich nichts drin.

Und auf dem nächsten Foto hat sich eine gefährliche Situation zusammen gebraut. Vor dem Brandenburger Tor rotteten sich viele Eierköppe zusammen – und als sich unter diese Menge auch noch Vermummte mengten, hätte es gefährlich werden können. – Zum Glück blieb alles ruhig.

Also, dann bis bald mal wieder!


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An die Wand „genagelt“ …

… ist zwar immer noch christlicher als ans Kreuz genagelt zu werden …

aber dennoch die falsche Überschrift für diesen ZimmerGroßstadtspaziergang zu Lockdownzeiten –

… denn bei mir wird auch geklebt.

Wenn wir mit dem Spaziergang beginnen, müssen wir ja erst einmal wissen, in welcher Stadt wir uns befinden. Die Silhouetten von Berlin wollen die Betrachter verlocken, durch ihre highlights die Spaziergänger ins Freie zu locken, raus aus der Coronaumklammerung.

Nachdem alle dieser Versuchung widerstanden haben, geht die Besuchergruppe weiter. Bisschen witzig ist das schon, denn plötzlich werden sie von 4 Teufelinnen auf- oder angehalten. Sind das die Berliner Ordnungshüterinnen? Machen die Damen vom Freudenhaus hierher einen Ausflug, um Besucher glücklich zu machen??? – Alles sehr ominös.

Doch letztendlich haben sich Engel und Teufel sehr diskret verhalten und die Besucher mit einem Getränk ihrer Wahl erfreut. Als es einigen zu warm oder heiß wurde, haben die vier Damen beherzt und kurz entschlossen die Fächer von der Wand genommen und den transpirierenden Besuchern Kühlung zugewedelt.

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Man(n) kann auch übertreiben …

… aber (Frau) Clara kann besser!

Ich habe mal ein wenig gelesen, welche Rollen im Theater für ältere Frauen oder Damen so vorgesehen sind. Da gibt es die  „komische Alte“, die „Mutterrolle“ und die „Charakter-Darstellerin“ – unter ferner liefen noch die „Salondame“, die „Sentimentale“ oder die „Naive“.

Jetzt habe ich mich gefragt, ob ich das 1 : 1 auf Frauen im Blogleben übertragen kann. Ich werde den Teufel tun, dafür Beispiele zu benennen – ich kann wirklich nur von mir ausgehen. Da ich ja die Zahl 7 so liebe, ergänze ich einfach mal noch die „femme fatale„.

Wenn manche Leute Fotos von meiner Wohnung sehen, möchte ich manchmal gern in die Köpfe gucken können – nur wäre mir letztendlich das Ergebnis nur zu wenigen Prozent interessant – denn ICH wohne hier, MIR muss es gefallen ICH weiß, dass ich besonders bei der Wohnungsgestaltung SEHR VIEL anders bin als Gleichaltrige plus/minus 10 Jahre. In jungen Jahren hätten mir Lust und Geld gefehlt, um für  meine Wohnungen Antiquitäten zu kaufen und hineinzustellen.

Jetzt fehlen mir Lust in gesteigertem Maße und mein Geld gebe ich viel lieber für andere Sachen aus. Das Motto „Alt bin ich selber“ steht hier in allen Zimmern geschrieben. Lieber nehme ich in Kauf, dass ich einen Spleen, einen Knall und einen Vogel habe – damit kann ich besser leben als mit einem Biedermeiersekretär für schlappe 1000,00 €.

Ich liebe meine Glas- oder Acrylbilder – und die sind alle aus der Jetztzeit!!! Ich liebe auch meinen Löwen-Astrologie-Knall, meinen lila Spleen und mein manchmal ans Infantile grenzendes Naturell. Besonders ohne letzteres würde ich so einiges in meinem natürlichen Umfeld nicht ertragen können. Manchmal können manische Tendenzen auch von Vorteil sein.

In den letzten Tagen ging es mir darum, meinem sehr hellen Löwen an der Wand einen dunkleren Gefährten an die Seite zu stellen, damit ich mich von zwei starken Tieren bewacht fühle. Niemand andere als Mallybeau Mauswohn konnte mir da helfend unter die Arme greifen. Ich suchte mir aus dem Kalender zwei Vorbilder aus und sie entfernte alles, was nicht hingehörte und färbte Hintergründe ein oder um, damit mein Auge wohlgefällig schauen kann – erst das Julioriginal und dann der veränderte Julilöwe.

Letztendlich wollte ich dann doch nicht, dass er ständig und immer seinen Kumpel anschaut, deswegen habe ich mich – vielleicht aus unterbewussten Gründen – für den Augustlöwen entschieden.

Als er auf Acryl geliefert wurde, ging dieses Mal die Aufhängung superschnell. Ein geschenkter Stahlnagel ging in die Wand wie der Finger in Butter und die Auafhängung war blitzschnell aufgeklebt.

Und das ist das Endergebnis:

 

 

 


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Was gut ist gegen Corona –

… muss auch gut sein gegen Asbest!

Diese etwas kuriose Überschrift erkläre ich euch später.

Dass die Fassade unseres Hauses und die der beiden Nachbarhäuser momentan saniert wird, hatte ich ja schon erwähnt. Dicke Dämmplatten und feuerfeste Abschnitte zwischen den Etagen sollen die Kälte, aber auch die Hitze schlechter nach innen dringen lassen und im Ernstfall die Ausbreitung eines Feuers über die Etagengrenzen hinaus verhindern.

Dass das mit viel Dreck, aber mit noch viel mehr Lärm verbunden ist, sage ich euch jetzt einfach.

Vor einiger Zeit hatte ich schon mal irgendwo geschrieben, dass ich dem Firmenchef eine Mail geschrieben habe, weil seine Leute Arbeiten mit dem Bohrhammer OHNE Gehörschutz ausführen mussten. Ich habe die Leute vor kurzem gefragt: Sie haben diese schützenden Kopfhörer bekommen.

Für mich würde sich jetzt gleich ein neueres Feld auftun, um wieder etwas für die Gesundheit der ausländischen Bauarbeiter zu tun.

Unter der Flachdachabdeckung aller Häuser ist alles mit Asbest isoliert. Für die Entfernung dieser Platten müssten die Arbeiter mit Spezialmasken und eventuell bei großflächigen Arbeiten (so war es vor 2 Jahren an der Vorderfassade) sogar mit Schutzanzügen ausgerüstet sein.

Die ersten Wochen der normalen Arbeiten ist natürlich kein Bauarbeiter auf die Idee gekommen, mit Maske zu arbeiten – durch die kann man ja keine Zigarette in den Mund stecken.

Und plötzlich haben die zwei Männer, die mit der Asbestentsorgung zu tun haben, eine Maske auf – und darauf bezieht sich meine Überschrift.

Ich habe mit ihnen gesprochen und sie meinten: Kein DEUTSCHER Bauarbeiter würde mit so einer einfachen Stoffmaske arbeiten, aber mit den Ausländern kann man es ja machen. In dem Moment habe ich mich ein wenig für meine Nationalität geschämt.

So, das war jetzt die ernste Seite der Medaille, jetzt kommt die lustigere.

Da ja mein Badezimmerfenster eine Klarglasscheibe hat und ich auch jegliche Gardine verabscheue, wollte ich den Herren Bauarbeitern nicht unbedingt freie Sicht auf meine Badewanne und meine Toilette gewähren und habe einfach ein Handtuch davor gehängt.

Die Gerüstbretter sind nicht genau in unserer Wohnungshöhe, so dass das schon ein gewisser Schutz ist.

Es ist ein Samstag und ich freue mich auf einen geräuscharmen Tag, weil ja heute keine Bauarbeiter auf dem Gerüst rumwuseln. Leicht bekleidet mit der Nachtwäsche „schwebe“ ich ins Bad, um mir Wasser für ein Morgenbad einzulassen. Und da das: Die Knie eines Bauarbeiters drücken fast meine Fensterscheibe raus.

Um euch den Eindruck plastisch vor Augen zu führen, nehme ich das Handtuch weg und fotografiere im Bad und in der Küche.

Die jetzt vor die Scheiben geklebte Folie soll verhindern, dass beim Verputzen die Scheiben zu dreckig werden – aber den Durchblick beeinträchtigen sie nur minimal.

Den Beitrag habe ich gleich am Anfang meiner Pause geschrieben – die Bauarbeiten sind bei allen drei Häusern inzwischen fast abgeschlossen und es sieht wirklich sehr schön aus.