Claras Allerleiweltsgedanken


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Finger weg von IFOHA … Antiwerbung

Alle, die das hier lesen, werden sicher mit dem Firmennamen IFOHA nichts anfangen können.

IFOHA stellt selbstklebende Folien für die unterschiedlichsten Verwendungszwecke her und wirbt mit dem Slogan:

Bei uns bleiben Sie kleben!

Es können Autoscheiben und Fensterscheiben gegen Einsicht oder gegen die Sonne oder Wände mit Dekomotiven beklebt werden. Sicherheitsfolien sollen Glas einbruchssicher machen ODER hochglänzende Glasbilder sollen durch das Aufkleben von Entspiegelungsfolie so entspiegelt werden, dass sich nicht mehr vorwiegend die Umgebung in der Oberfläche spiegelt, sondern das Motiv zu erkennen ist.

Bis auf das Bad sind alle Räume meiner Wohnung mit solchen Glasbildern ausgestattet, ich habe ja lang und ausführlich im Oktober darüber berichtet. Auf manchen Bildern störten die Spiegelungen weniger, auf anderen dagegen war die Spiegelung so massiv, dass ich tatsächlich das Bildmotiv nicht mehr erkennen konnte.

Nach ausgiebiger Recherche fand ich eine Firma, die solch eine Folie produziert. Der Preis ist ziemlich hoch – der Quadratmeter kostet 80,00 €, in Worten: achtzig Euro. In drei Telefonaten wurde mir immer wieder versichert, dass das eine besonders hochwertige Folie ist, die ihren Preis auch wert ist.

Ich bekam ein Musterstück zugeschickt, Größe ca. 20 x 12 cm. Trocken klebte ich es auf das am meisten spiegelnde Bild und war mit dem Entspiegelungseffekt zufrieden.

Doch was dann kam, ist besser als jeder Schildbürgerstreich.

Nach Ausmessen aller Bilder kam ich auf 1,50 lfd. Meter bei 125 cm Breite der Rolle – ein stolzer Preis von 150,00 € kam zusammen, wahrscheinlich für keinen von uns ein Pappenstiel – und die bestellte ich und bezahlte auch im Voraus. Das war mein erster Fehler – die Firma hatte eine Zahlung auf Rechnung angeboten. Doch da ich bei Internetkäufen eine Vorauszahlung gewöhnt bin, habe  ich die 2 % Skonto gewählt und bezahlt.

Das Folienstück auf einer Decke auf den Fußboden gelegt, alle Bilder angezeichnet und zugeschnitten. Bis hierher war noch alles in trockenen Tüchern. Dann ging die Wasserpantscherei los. Die Folien SOLLTEN nass verklebt werden, das wurde per Video und per mitgeschickter Anleitung angeordnet – trocken hätten Flächen von 100 x 50 cm und kleiner auch nicht blasenfrei aufgeklebt werden können.

Also mit der Spezialmischung Scheibe eingesprüht, Folie drauf, Schutzfolie abgezogen, Wasser drauf, Bild mit Wasser besprüht und dann: rakeln, rakeln, rakeln. Die Flüssigkeit, die sich zwischen Scheibe und Folie befindet, muss ja wieder raus. So sorgfältig wie bei diesen Bildern habe ich bisher kaum gearbeitet. – Angefangen habe ich mit 20 x 20 und 30 x 30 – da war das Rakeln noch ein Kinderspiel.

Dann kam der Gendarmenmarkt, der immerhin 30 x 90 cm groß ist und zum Schluss die beiden Monstergrößen von 100 x 50 cm.

Die Bilder wurden stundenlang zum Trocknen gelagert – und da fing ich an, richtig stutzig zu werden. Die Folie hätte schon längst trocken sein sollen, doch ständig bildeten sich neue Luftblasen, die nur zum Teil entfernt werden konnten. Es gab auch Lufteinschlüsse, die von Anfang an nicht entfernt werden konnten.

Doch dann kam richtig Ärger. Bei den beiden großen Bildern löste sich einmal eine Längskante und einmal die kurze Seite – die Folie klebte so ca. 1 – 1,5 cm nicht und konnte auch nicht mehr befestigt werden.

Als ich nach ca. 20 Stunden das Bild vom Gendarmenmarkt in die Halterung schieben wollte, fiel die Folie einfach komplett ab. (Soviel zu dem Slogan der Firma!!!!!)

Natürlich wendete ich mich an den Kundendienst der Firma und nach drei Ablehnungen an den Geschäftsführer. Da steht die Antwort noch aus.

Der immer gleiche Mitarbeiter aus der Kundenbetreuung, Herr R. R.,  begründete einzig und allein mit der Zusendung des Musterstückes seine Ablehnung, einen Teil der Kosten zu erstatten und für die abgefallene Folie Ersatz zu leisten. Daraus hätte ich ersehen können, ob mir die Folie gefällt und ob sie klebt. Herr R., noch einmal langsam zum Mitschreiben:

Es ist ein Unterschied, ob ich ein kleines Folienstück TROCKEN aufklebe oder riesige Teile nass auf die Scheibe bringe. An diesem kleinen Stück kann ich nicht erkennen, ob die Folie dem Verwendungszweck entspricht.

„Bonmots“ aus den Antwortmails von IFOHA:

  1. (1. Mail) Wir haben uns Ihre ausführliche Beanstandung angesehen, können aber keine Fehler unsererseits feststellen.
  2. Sie haben dann ein Muster der Folie bestellt und erhalten. Danach haben Sie sich entschieden, die Folie zu bestellen, da diese scheinbar für Ihren Zweck verwendbar ist.
  3. Es handelt sich um einen wieder ablösbaren und repositionierbaren Silikonkleber mit mittlerer Haftung. (Das war nirgendwo auf der Website zu lesen, dass diese Folie offenbar schwer klebt)
  4. Wie bereits mitgeteilt, haben wir keinen Fehler gemacht und werden daher auch keine Erstattung des Rechnungsbetrages vornehmen (Hatte ich gar nicht verlangt, sondern nur eine Entschädigung)
  5. (2. Mail) (Wiederholung) wir haben Ihnen ein kostenloses Muster zugeschickt. Da Sie mit diesem Muster zufrieden waren und die Eigenschaften Ihrem Zweck entsprachen, haben Sie die Folie bestellt.
  6. … Ausserdem haben wir heute aus dieser Rolle nochmals ein Muster geschnitten und es lässt sich problemlos aufkleben. – Das Musterstück wurde trocken mitten auf das Bild geklebt und blieb maximal 5 Stunden auf dem Bild – denn da hatte ich den Entspiegelungseffekt genügend prüfen können.
  7. (3. Mail) es liegt uns nicht eine weitere Beanstandung eines Kunden vor, dass die Folie nicht kleben soll. (Es wurde aber auch nicht gesagt, wie groß die beklebten Flächen sind.) Daher ist es nicht nachvollziehbar, dass nur Sie Schwierigkeiten bei der Montage haben.  (Das ist der einfachste und bequemste Weg – der Kunde ist der Dumme, und wenn das auch gar noch eine alte Frau ist, dann kann sie ja nur dumm und ungeschickt sein!!!)

Ich könnte über diese Art der Behandelung kochen vor Wut, denn 150,00 € sind kein Peanuts aus der Portokasse – für mich jedenfalls nicht.

 


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Lese- und Lebensstoff

Bald geht es los. Damit Flug- oder andere Leerlaufzeiten gefüllt und die Angst beim Fliegen überwunden werden kann, habe ich mir das Buch

Die Spuren meiner Mutter

besorgt. – Wenn ich zurückkomme, will ich sehen, was die Literatur zum Töchterthema schreibt:

  • Nicht ohne meine Tochter
  • Tochter der Erde
  • Hannas Töchter
  • Geliebte Töchter
  • Tochter des Gehengten
  • Tochter des Drachenkönigs
  • Tochter der Prärie
  • Mönch und Henkerstochter
  • Ein Vater und zwei Töchter
  • Die falsche Tochter

 


Goodbye

… auf deutsch wage ich den Titel nicht in die Überschrift zu setzen, denn ich weiß, es wird nie mehr ein Wiedersehen geben. Nie mehr werde ich deine klugen Gedanken zu hören bekommen, nie mehr werde ich dein unbeschwertes Lachen im Ohr haben, denn du bist gestorben, liebe U. Willst du uns die Erinnerung leicht machen durch das Datum? Oder hast du dich an deine Kindheit und Jugend erinnert, denn du kommst aus einer Ecke, wo die 5. Jahreszeit mehr Bedeutung hat als in Berlin. Gestern bist du beerdigt worden – nicht in Berlin.

Ich weiß nicht, ob es für den Tod ein passendes Alter gibt – auf jeden Fall kommt er zu früh, wenn gerade man eine 5 vorn steht. Und wenn er kommt, wenn in deinem Leben noch so viele Pläne, Gedanken und Ideen sind – dann ist er auf jeden Fall zu früh. Deine Partnerschaft machte auf uns alle so einen unheimlich glücklichen Eindruck – ihr habt euch so wunderbar ergänzt. Viele Jahre kannte ich dich noch suchend und erprobend – doch dann kam G. und alles war klar – dein Herz hatte gefunden, was du so lange gesucht hast. In gegenseitiger Fürsorge habt ihr euch beigestanden bei den doch auch bei euch langsam einsetzenden Zipperlein des Alters. Die eine konnte nach einem Sturz lange Zeit nicht richtig laufen – doch solche Beschwerden werden entweder besser oder heilen sogar ganz aus – die anderen eben nicht.

Als du beim Arzt die Diagnose Mamma-Ca gehört hast, brach für euch beide sicher eine Welt zusammen. Doch du warst es von frühester Jugend an gewöhnt, mit ernsthaften gesundheitlichen Problemen fertig zu werden. Ein Unfall hat dich ein Bein gekostet – doch kaum haben wir es bemerkt, habe ich es gesehen. Nicht nur, dass du immer ohne Unterarmstützen gelaufen bist, nein, du hast auch richtig lange Fahrradtouren gemacht. Wie habe ich dich dafür bewundert. – Es gab kaum etwas, was du nicht machtest – einfach toll.

Und dann deine Rechtskenntnisse, die du einmal so hilfreich für mich eingesetzt hat. Der Autohändler mit dem stierähnlichen Logo wollte mich zu einer ziemlich hohen (vierstelligen) Vertragsstrafe verdonnern, weil ich von einem Vertrag zurück getreten bin.  Es war im Zusammenhang mit der Abwrackprämie und ich traute mich als Hartz-IV-Empfängerin nicht, ein neues Auto zu kaufen. – Du hast dich so intensiv mit dem Geschäftsführer auseinandergesetzt, als wärst du meine Anwältin. Am Ende blieb zwar immer noch ein halber Tausender, doch gegen den Anfangsbetrag war das ein Klacks. – Ich weiß nicht, wie oft ich dir schon dafür gedankt habe – doch diese Dankbarkeit bleibt auch über deinen Tod hinaus. Deine Hilfe kam so selbstverständlich, so selbstlos und so gut überlegt.

Das war dein Motto: lebendig kräftig scharf – so haben wir dich alle immer erlebt – bis der Krebs zugeschlagen hat. (Dieses Foto habe ich bei einem Doppelkopfabend in deiner schönen Wohnung gemacht.) Wie es ganz tief in dir drin ausgesehen hat, weiß ich natürlich nicht, denn sooooooo eng waren wir auch nicht befreundet – aber zumindest wußtest du von Anfang an, dass diese Sorte Krebs nicht heilbar ist – bestenfalls war er mit allen möglichen unangenehmen Therapiemaßnahmen etwas in Schach zu halten. Aber du hast gekämpft, unheimlich tapfer und ohne groß zu jammern. Du wolltest das Bestmögliche und die längste gemeinsame Zeit für euch beide herausholen. Der neue Ring sollte doch wenigstens noch ein paar Alltagsscharten bekommen.1911-t-shirt

Wenn ich nicht schon zwei sehr liebe Menschen an diese Krankheit hätte verlieren müssen, die auch in etwa in deinem Alter waren, wäre ich vielleicht nicht so wütend auf Krebs. Aber er ist so wahnsinnig heimtückisch. Lange Zeit wiegt er die Patienten in Sicherheit, weil sie sich nach der Chemo ziemlich gut und gesund fühlen – aber er wühlt weiter, legt seine widerlichen Ableger in allen möglichen Organen ab, macht auch vor dem Kopf nicht halt. Und wenn er dann massiv zuschlägt, dann ist jeder Widerstand zwecklos – dann müssen ganz nah stehende Freunde und Angehörige und Freunde und Bekannte einfach hinnehmen, dass ein ganz lieber Mensch seinen Weg in die andere Welt angetreten hat.

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Das Bild ist auf deinem 50. Geburtstag aufgenommen. Deine Familie mit Geschwistern und Nichten und Neffen hat einen wunderbaren Sketch für dich aufgeführt und wir konnten sehen, mit was du als Kind gespielt hast und womit du losgewandert bist in die Berge, nämlich mit diesem Rucksack. Ganz unbedeutend war er dich nach 43 Jahren (oder so ähnlich) zu eng und klein geworden – aber es gibt Schlimmeres.

Von meinem letzten Besuch im Britzer Garten schickte ich dir dieses Foto.

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Für einen Besuch bei mir oder ich bei dir warst du schon zu schwach. Ich habe dir gewünscht, dass du noch so viele Wochen leben mögest wie diese Dahlien Strahlen hat – ahnte aber schon, dass es bestenfalls Tage werden. Und so ist es leider auch gekommen – die Krankheit hat dir noch nicht einmal so viele Tage gelassen wie die Dahlie Blütenblätter hat.

Lebe wohl! Hier hast du dich so wohl gefühlt, die Chemo war überstanden, der kahle Kopf stand dir bei deinem Charakterhinterkopf vorzüglich. Gut, eine Zweitfrisur war vorhanden, aber eine Mütze reichte dir oft aus. Später, nach mehreren Wochen kamen lauter lustige kräftige Locken – die Haare zuvor waren viel glatter – jetzt verführten deine Locken alle Besucherinnen, dir mal kurz über den Kopf zu wuscheln. – Du meintest, so hätte es noch lange Zeit weiter gehen können.

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8. Juni 1962 – 11. November 2016

Und jetzt noch ein Abschiedslied für dich – Musik war deine Welt – nicht nur passiv, sondern auch aktiv.

In diesem Blog gibt es noch ein paar Fotos. Für mich als deine ferne Begleitung bei deiner Krankheit war besonders schlimm, dass es ein Wiederholungserlebnis war. T.E. hatte die gleiche Krankheit und wusste auch nach kürzester Zeit, dass es keine Rettung, keine Hoffnung und keine Heilung geben wird.


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LilaLiebe trägt süßeste Früchte …2

Falls ihr den Anfang der LilaLiebe-Geschichte nicht gelesen oder schon wieder vergessen habt, dann schaut auf den 15. November – da steht er.

Ich begab mich also aus dem Haus, um die S-Bahn zu erreichen, die mich zur Regionalbahn bringen sollte. Die ursprünglich geplante hatte mir das Kaffeefleckendrama vereitelt – aber die App sagte mir, dass ich es mit der nächsten auch noch schaffe. Um nicht durch einen unpünktlichen Bus daran gehindert zu werden, hetzte ich im SchweinsClaragalopp zur S-Bahn, um dort auf der Anzeigetafel zu lesen: Die nächste S-Bahn fährt in 14 Minuten. – Noch einmal ein prüfender Blick auf das Smartphone, das mir wieder und wieder sagte: „Die nächste S-Bahn fährt in 4 bzw. inzwischen 3 Minuten“ – also ein Konflikt zwischen reeller und virtueller Welt.

Da hätte ich doch glattweg das Vermummungsverbot hintergehen und demjenigen, der hier so schlampig gearbeitet hat, ein wenig gegen das Schienbein treten wollen. Ich habe das Foto als „Lirka“ bezeichnet, da es ein wenig an eine Burka erinnert.

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Die Hoffnung auf den Anschlusszug hatte ich schon aufgegeben. Richtig geärgert habe ich mich erst, als er erst losfuhr, als ich oben an der Treppe war.

Gegen Kälte und andere Gemeinheiten war ich gut gerüstet und was zu essen und zu trinken gab es auch. Ich glaube, im Winter könnte ich dem muslimischen Kleidungsstil Sympathie entgegen bringen. – Glaubt mir, ich bin nicht nach Anatolien ausgewandert! Die Türkei mit diesem Despoten an der Spitze ist gerade kein Land für mich.

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clara

Der Rest des Tages verlief ruhig und angenehm – ich musste mich nicht mehr maskieren, um meinen lila Schatz unbeschadet behalten zu können.

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Zu Haus wurde das Fleckenspray hervorgeholt und alle Kaffeeflecken besprüht – ein Kurzwaschgang brachte den gewünschten Erfolg.

Jetzt gibt es eine kleine Galerie mit den lila Geschenken, die ich im Laufe meiner Bloggerzeit schon bekommen habe. Ob ich genau die chronologische Reihenfolge eingehalten habe, kann mein Gedächtnis nicht garantieren. Und ich hoffe sehr, dass ich kein lila Geschenk vergessen habe.

christine

Und morgen kommt noch ein kleiner Nachschlag im Fotoblog.


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LilaLiebe trägt süßeste Früchte … 1

… oder rettet einen unglücklich anfangenden Tag

Seit dieses wunderbare Geschenk bei mir angekommen ist, frage ich mich mindestens einmal am Tag:

„Clara, warum fährst du jetzt in ein Land in den Urlaub, wo die Tagesschattentemperaturen bei über 20 ° C liegen? Da kannst du ja mit deinem neuen Schmuckstück gar nichts anfangen!!!“

Einige von euch kennen bestimmt Sunny noch, mit Klarnamen Melanie, die jetzt mit und durch ihren Sohn „Zwerg“ auf die tollsten Näh- und Bastelideen kommt. Da wir uns ein klein wenig privat kennen, bin ich ihr natürlich auf ihren neuen Blog gefolgt.

Und dort las ich eines Tages, dass sie für Clara einen Wickelschal = Loop nähen will und einen Stoff schon hat. Ich wagte gar nicht zu glauben, dass diese Clara ich sei – aber da der Schal lila sein sollte, war eine Verwechslung kaum möglich.

Und wieder einmal dachte ich mir so: „Clara, was dir deine LilaLiebe schon so alles beschert hat, natürlich nur Freuden. Meine Umgebung hier ist voll von lila Aufmerksamkeiten.

ALLE DIE, DIE IHR DARAN BETEILIGT WART – IHR SEID TOLL!!!!

Und dann konnte ich in dem Blog lesen, dass auch der zweite Stoff gefunden sei. Und dann kam die WhatsApp, dass sich der Schal auf den Weg macht, da sie ihre Neugier, wie er mir gefällt, nicht bis nach meinem Urlaub aufschieben will. Es wurden Befürchtungen geäußert, dass er vielleicht kratzt und mir wurde auch zugestanden, dass ich ihn bei aufgekratztem Schlotterhals auch wieder zurückgeben darf.

Ich noch im Schlafanzug – (eine Rentnerin darf ja schließlich am Samstag mal ausschlafen🙂😉 , dröhnt irgendwas in meine Ohren. Wenn die untere Klingel lichtsignalt, dann ist es meist die Post oder andere Beförderungsdienste. Und so wurde mir der Umschlag in die Hand gedrückt.

Sunny war so nett und hat noch einen Brief mit Fotos dazu gelegt, wie ich dieses wunderschöne Nähkunstwerk tragen kann. Doch ich bin manchmal Bilderlegasthenikerin – die Ergebnisse auf vier Fotos sehen wunderschön aus, doch was ich dafür machen müsste, um das zu erreichen, hat sich mir bisher nicht erschlossen – doch das aufgenähte Schild konnte ich geistig verarbeiten.

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Ganz schnell bekam ich mit: „Gestreifte Seite kratzt nicht, lila Seite kratzt ein wenig bis ziemlich.“ – Doch wer lila will, muss lila Kratzen auch ertragen können – und jetzt nach 3 Tagen kratzt er schon (fast) gaaaaaaaaaaaar nicht mehr.  An kalten Tagen sind Rollkragenpullover angesagt – und die kratzen auf keinen Fall.

 

Bei Selfis gucke ich immer so angestrengt verbissen und die Linse ist offenbar auch dreckig. Und meinen plissierten Hals müsst ihr jetzt auch nicht bewundern.

Dann kam der Sonntag und ich wollte einen Tagesausflug machen. Da ich kurz nach sieben nur schwer aus den Federn kam, reichte die Zeit nicht zum Kaffee trinken – ich wollte ihn mitnehmen.

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Der verschlossene Becher wurde im Rucksack verstaut. Als ich mir die Schuhe zumachen wollte, tropfte es plötzlich milchkaffeebraun aus dem Rucksack – nicht nur auf den Teppich, sondern auch auf die extra frisch gewaschene weiße Jacke.

Wütend schmiss ich die weiße in die Wanne und rannte mit der pinkfarbigen los.

Das letzte Foto hatte ich bei Fb als Statusbericht gezeigt und ganz besorgt wurde ich gefragt, warum ich so genervt aussähe. Damit ihr hier nicht auch fragen müsst, habe ich mir einen Schmetterling auf die Mimik gesetzt.

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Mein mir selbst gesetztes Wort- und Fotolimit ist erreicht, deswegen gibt es eine Fortsetzung.


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Das Ohr macht wirklich Karriere

Vielleicht kann sich noch die eine oder der andere an diesen Artikel erinnern:

https://chh150845.wordpress.com/2016/03/29/mein-ohr-sein-ohr-unser-ohr/

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Und schon wieder geht es um Ohren – nicht nur um meine schlechten, sondern erst einmal wieder um das Sandohr.

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Eine Physiotherapeutin aus der Schweiz – Cornelia Schneider – hatte Kontakt zu mir aufgenommen, ob sie das von mir fotografierte Sandohr verwenden dürfte. Der erste Anlauf hat nicht geklappt, aber jetzt bekam ich die Datei zugemailt. – Da ich ganz am Anfang meines Berufslebens auch Physiotherapeutin war und jetzt mit Hör- und Gleichgewichtsproblemen zu kämpfen habe, bekam sie ein ganz freudiges ja von mir. – Richtig glücklich war ich, als ich sie trotz leichter Schweizer Sprachfärbung am Telefon sogar verstand – es war ein sehr langes und sehr schönes Gespräch.

Ich finde es ganz lieb von Frau Schneider, dass sie der Clara Himmelhoch hier einen Auftritt beschert – ich habe mich wirklich ganz, ganz doll gefreut. Den dick gedruckten Text kann man noch recht gut lesen, das andere bei Bedarf auf der Originalseite.

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Dass ich den ganzen Text gelesen habe, ist ja wohl klar. Mir fielen solche Stellen auf:

  • … dass eine bessere Hörverarbeitung in der Regel auch mit einem besseren Gleichgewicht (z. B. der Fähigkeit auf einem Bein zu stehen) einhergeht.  Ich stehe jetzt sicherheitshalber auf zwei Beinen im Leben, damit ich nicht umfalle.
  • … Als Folge sinkt die Fähigkeit, gesprochene Sprache in lauter Umgebung zu verstehen. Die sprachliche Kommunikation wird eingeschränkt. Dies hat psychosoziale Konsequenzen. Die betroffene Person muss sich stark anstrengen, um Zuhören und Sprechen zu können. Dies geht oft zuerst mit einem erhöhten Muskeltonus des ganzen Körpers einher und führt längerfristig zur körperlichen und emotionalen Erschöpfung. Durch den damit verbundenen (sozialen) Rückzug und eingeschränkten Bewegungsradius verändert sich die Bewegungsfreude. Folgen sind eine Verminderung der Muskelmasse und ein höheres Sturzrisiko. Kritisch wird es erst dann, wenn frau auch in leiser Umgebung nicht mehr alles 100%ig versteht und sich teilweise Sachen zusammenreimt, die aber nicht so den Tatsachen entsprechen. An dieser Stelle des Textes wollte ich fast nicht weiterlesen, denn wer möchte denn gern wissen, was einen so in der Zukunft noch alles ereilt.
  • … Untersuchungen gehen davon aus, dass bereits ein Hörverlust von 25 dB, das entspricht Atemgeräuschen und einem Flüstern, das Sturzrisiko erhöht. Ich glaube, ich frage meinen Akustiker lieber nicht, wie hoch der meinige ist.
  • … Beginnender Hörverlust zeigt sich oft durch Symptome wie zunehmende Ermüdung, kurze Aufmerksamkeitsspannen und Vergesslichkeit, was den Symptomen einer kognitiven Einschränkung gleichkommt. Hurra, ich bin gar nicht dement – ich höre nur einfach zu schlecht.
  • Erfasst wurden die Unterscheidbarkeit der Frequenzen von rechtem und linkem Ohr, das Verhältnis Luftleitung von rechtem und linkem Ohr, das Verhältnis Knochenleitung von rechtem und linkem Ohr, so wie das Verhältnis Luft- zu Knochenleitung von rechtem und linkem Ohr. – Ich sehe schon, bei diesem Test hätte ich wohl besonders schlechte Karten gehabt. da das rechte Ohr um DIMENSIONEN schlechter ist als das linke – und das linke ist nur schlecht.
  • Was heisst das konkret? Personen mit intakter Hörverarbeitung wurden beim Gehen als sicher beurteilt. Umgekehrt zeigte sich bei Personen mit eingeschränkter Gehfähigkeit auch eine Hörverarbeitungsbeeinträchtigung. Das Alter wurde in der Untersuchung zwar berücksichtigt, war jedoch nicht die Ursache für ein schlechtes Testergebnis. Auch 80-jährige Personen zeigten in beiden Tests gute Ergebnisse. Das ist erfreulich und macht Mut. – Vielleicht muss ich erst 80 werden, dann ist alles wieder gut.

Da man diesen Blog abonnieren kann, habe ich das erst mal getan. Geht es mir im Laufe der Zeit zuuuuuuuu viel um alte Leute und ihre Probleme, dann lösche ich das Abo eben wieder – ich weiß ja von allein, welche Probleme das Alter bringt.

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Wer den ganzen Text lesen möchte, kann das hier tun:

Horch, was kommt von draussen rein? Der Zusammenhang von Hören und Gleichgewicht in der Lebensspanne


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Kunst in Teltow – Teil 2

Im gleichen Ausstellungsraum (Landhotel Diana) wie die Bilder von Elvira Zimmermann befanden sich auch zwei Portraits von Elena Lück. Sie stammt aus Odessa, wohnt aber jetzt in Trebbin.

Ich bat darum die Bilder fotografieren zu können. Durfte ich und will sie euch jetzt nicht vorenthalten. Sie wirken aus der Entfernung anders als hier, wo ich sie ziemlich aus der Nähe fotografiert habe. Es gibt ja eine Kunstrichtung, die als Pointillismus bezeichnet wird https://de.wikipedia.org/wiki/Pointillismus

Nicht genau so, aber ähnlich empfand ich, als ich mir die beiden Bilder immer und immer wieder ansah. Und ich weiß nur noch den Titel vom zweiten, das erste war ein Männername.

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Von weitem sah er nicht aus wie ein Regenbogengesicht. – Kunst gefällt einem oder sie gefällt einem nicht – dazwischen gibt es nichts.

Und dann hing da das Bild „Meditation“ – das Format war (ca.) 40 x 40. Hat es mich deswegen so angesprochen, weil mir seit einiger Zeit meine innere Ruhe (die eigentlich selten habe) total abhanden gekommen ist? Das Gesicht ist ziemlich gegenständlich – die Farben sind es, die es von der Normalität abweichen lassen. Ich weiß nicht, ob ich es im Zimmer hängen haben möchte …

0911-elena-lueck-meditation

 


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Kunst in Teltow – Teil 1

Dieser Artikel ist mir wichtig – deswegen soll er nicht auf dem Fotoblog verpuffen.

Himmelhohes Fotogeflüster

Diese kleine brandenburgische Stadt im Speckgürtel von Berlin mit direktem S-Bahnanschluss zu der großen Stadt führt jedes Jahr im November einen

Teltower Kunstsonntag

durch – dieses Jahr war es der neunte. Die Bilder, Skulpturen und andere Kunstwerke werden alle von Laien geschaffen, die ihr Können als Autodidakten erlernt haben und in Malkursen oder anderen Weiterbildungsveranstaltungen vervollkommnet haben.

In vier verschiedenen Räumlichkeiten – altes und neues Rathaus, Bürgerhaus und Landhotel Diana – werden an aufgestellten Trennwänden Bilder aufgehängt oder auf Steffeleien gestellt. Jeder Künstler, jede Künstlerin darf offiziell 5 Sachen ausstellen, kleinere Sachen liegen dann auf einem Tisch oder lehnen unten an der Staffelei. Die Besucher entrichten 3,00 € Eintritt und die Künstler müssen auch einen Betrag entrichten, der aber sehr viel höher ist.

Da manche Frauen aus meinem Umkreis nicht nur Doppelkopfkarten mischen, halten und ausspielen können, sondern auch noch Pinsel mit Farbe daran auf eine Leinwand bringen können, gibt…

Ursprünglichen Post anzeigen 314 weitere Wörter


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Neuer Monat – neues Glück

Clara ist wieder da!

Das ist natürlich eine unverschämte Behauptung, dass das „Glück“ bedeutet. Vielleicht für die, die mich vermisst haben, meine leicht ironische, manchmal auch witzige Sicht auf die Welt. Und die anderen, die mich nicht vermissen, denen war mein Aussetzmonat eh egal.

In dem Ruhemonat war ich nicht ganz untätig, bei euch war ich ja auch ab und an zu Besuch. Doch ich habe mir ein „neues Outfit“ zugelegt – immer nur die weißen, kurzen Haare – wurde ja langsam langweilig. Und als ich bei den schönen (lila) Dahlien zu Besuch war, kam mir die Idee, doch zumindest meine Frisur und mein Äußeres ein wenig zu verändern. Ich denke darüber nach, ob ich eines dieser Bilder auch zum Gravatar machen, denn wer fährt schon jetzt im Winter noch gerne Motorroller.

So, Frisur also abgearbeitet. – Obwohl die Dahlienschau im Britzer Garten schon ein Weilchen her ist, will ich hier noch ein paar Fotos ver-galerien. Aber erst mal allgemein zum Britzer Garten:

  • Will ich Ruhe haben – gehe ich in den Britzer Garten
  • Möchte ich auf einer Sonnenbank liegen – strample ich zum Britzer Garten
  • Ist mir nach Fröschen auf Seerosenblättern – stehe ich auf der Brücke im Britzer Garten
  • Habe ich Sehnsucht nach Blumen, speziell Rosen, Dahlien, Rhododendron oder anderen – ist mein Ziel der  Britzer Garten
  • Möchte ich von meinem Ruhesitz aus sportgestählte Jogger und ihre weibliche Begleitung bewundern – dann kann ich das am besten im Britzer Garten
  • Will ich etwa einmal mit einer nostalgischen Parkeisenbahn fahren – stehe ich an einem Bahnhof im Britzer Garten
  • Ist mir nach leicht überteuerten Pausensnacks, weil ich meine eigenen Erfrischungsgetränke und hungerstillenden Joghurtbecher zu Haus vergessen habe – steuere ich einen dieser Kioske im Britzer Garten an
  • Mein Technikwissen über Modellbauboote – wo kann ich es auffrischen? – Natürlich am See im Britzer Garten
  • Wo kann ich mich heftig darüber freuen, dass Tiere auch am Leben bleiben dürfen – vor den Karpfenteichen im Britzer Garten

Wenn das jemand aus der Jahreskartenabteilung in diesem Park liest, muss ich bestimmt noch nachträglich Luxus- oder Vergnügungssteuer bezahlen – vielleicht nicht so ganz unberechtigt🙂

So, jetzt noch ein paar Fotos und dann Schluss für den Wiedereinstieg. Über meine „Veröffentlichungsfrequenz“ bin ich mir noch nicht im klaren, doch kommt Zeit, kommt klarer Clarakopf.

Warum mir dieses Jahr alle Fotos so lilastichig geraten sind, weiß ich auch nicht – müsst ihr mit leben.

Die hatten aber auch was aus meiner Farbvergangenheit – nämlich Dahlie in pink.

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Hier war wohl der Blumennamenbenenner bei „Cla…“ stehen geblieben, weil ich jetzt nicht mehr pink bin – hähähä!

Und auch für meinen Klarnamen haben die eine Dahlie kreiert – toll von den Züächtern.

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Das ist nicht geschummelt – großes CC-Ehrenwort! Und so etwas ähnliches wie Clara gibt es auch: Lustig finde ich, dass ich ein Hirschgeweih aufgesetzt habe und ein wenig „obskur“ bin.

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Nach all der Anstrenung bin ich zu einem Kiosk gegangen und habe mir ein Blumen-Eis am Stiel gekauft – das war ganz schön üppig, besonders, als ich es aus der Verpackung geschält hatte..

Doch jetzt genug für den Wiedereinstieg. Hier noch der Link vom Britzer Garten, falls sich jemand ausführlich informieren möchte:

 https://gruen-berlin.de/britzer-garten