Claras Allerleiweltsgedanken


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Kurzgedenken an Leon, meinen Renault Twingo

Am 17. Oktober vor einem Jahr gegen 13.00 Uhr hat er sich von mir verabschiedet, mein kleiner Freund. Diesen Artikel habe ich ihm damals gewidmet.

Richtig ernsthaft habe ich ihn im vergangenen Jahr nicht vermisst, nur manchmal ein ganz kleines bisschen. Hier noch ein paar Gedenk-Erinnerungs-Fotos.

So hat er kurz nach meinem schuldhaften Auffahrunfall ausgesehen. Ich hielt das im ersten Moment für relativ harmlos, da es mir nicht mehr auf Schönheit angekommen wäre. – Doch offenbar hatte er schlimmere innere Verletzungen, die einen Wiederherstellungspreis von 2.500,00 € nach sich gezogen hätten.

Diese beiden Fotos zeigen das Nummernschild, das eine Erinnerung an Heiko war: Seine Initialen und sein Todesjahr. – Die Wimpern habe ich nicht fertig gekauft, sondern in „kreativer Selbstschnipselei“ befestigt.

Soooooooooo musste der arme Leon nieeeeeeeeee rumfahren.

Sein vollkommenes Glasdach und die Schiebeluke – die waren ausschlaggebende Gründe für den Kauf. Und Anna hat ihn immer veredelt.

Aber Lenny stand ihm auch nicht schlecht zu den Polstern, zumal beide mit dem gleichen Buchstaben anfangen. Gut, dass es Ledersitze waren, denn Lenny hat immer so gesabbert.

Die Andenkenfotos sollen ja nicht mehr werden als die Jahre des Besitzes, also Schluss damit.

Der Käufer, der ihn für ein Spottgeld erworben hat, teilte mir nach einiger Zeit mit, dass er wieder zugelassen ist. Dr Preis war weniger, als ich zwei Monate zuvor für 4 Ganzjahresräder bezahlt hatte.


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Darüber ärgere ich mich …

… darüber werde ich richtig wütend, denn es ist Ressourcenvergeudung

Chronologie der Ereignisse:

  • 17.10.2017 – Unfall mit dem Auto – Auto ist vollkommen fahruntüchtig und ein Wiederaufbau wäre mir zu teuer – Post darüber
  • 20.10.2017 – Verkauf des Unfallautos um 13:57 Uhr an einen Tomasz D. für einen Appel und ein Ei
  • 22.10.2017 – Abmeldung des Autos bei der Versicherung und beim Kraftfahrzeugamt
  • 07.12.2017 – Ein Schreiben mit diesem Datum erreicht mich. Mir wird vorgeworfen, am 27.10.2017 gegen 13.57 Uhr „irgendwo“ im Bereich eines Taxistandes verkehrswidrig geparkt zu haben. Für dieses Vergehen soll ich 15,00 € bezahlen.
  • 11.12.2017 – ich wende mich schriftlich an die Bußgeldstelle und erkläre den Sachverhalt, dass ich mein Auto zu diesem Zeitpunkt nicht falsch geparkt haben kann, da ich es gar nicht mehr besaß
  • 29.01.2018 – das ist das Datum des Schreibens, die Ankunft war aber erst 3 Wochen später, wird mir nur kurz und lakonisch mitgeteilt, dass ich eine Kopie des Kaufvertrages beibringen soll.
  • 22.01.2018 – in aller Ausführlichkeit bringe ich alle Beweise bei – Kaufvertrag, Versicherungsauflösungsbescheinigung und Benachrichtigung vom Kraftfahrzeugamt; meine Autoschilder habe ich ja auch schon lange bei mir
  • 06.03.2018 – mit diesem Briefdatum und immer noch falscher Postleitzahl wird mir am 10.03. per Zustellungsurkunde ein Kostenbescheid in den Briefkasten geworfen. Ich soll eine Gebühr von 20,00 € + 3,50 € für Auslagen bezahlen. Der Text dazu lautet:
    Erneuter Falschparkvorwurf. Dann:
    Das in dieser Sache anhängige Bußgeldverfahren ist eingestellt worden. Ihnen werden als Halter die Kosten des Verfahrens auferlegt (§ 25 a StVG), da die Feststellung des Führers des Kraftfahrzeugs, der den Verstoß begangen hat, nicht vor Eintritt der Verfolgungsverjährung möglich war oder einen unangemessenen Aufwand erfordert hätte. Die Kosten des Verfahrens belaufen sich gemäß § 107 Abs. 2, 3 OWiG auf (siehe oben)
  • 11.03.2018 – Natürlich habe ich dagegen Widerspruch eingelegt. Ich habe das vorhergegangene Schreiben kopiert, den Kaufvertrag erneut kopiert und persönlich zur Dienststelle gebracht – gegen Quittung habe ich das Schreiben abgegeben. – Und jetzt hoffe ich, dass endlich Ruhe ist.

Wegen ursprünglich 15,00 € wird eine alte Autofahrerin bezichtigt, die Unwahrheit zu sagen, und mehrere Beamte beschäftigt, da unsere Polizei ja sonst nichts zu tun hat.

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Und weil manche so schön den „Amtsschimmel“ erwähnten, setze ich diesen jetzt noch dazu – nur leider ist der Amtsschimmel nicht so süß und knuffig, sondern zeitaufwändig und manchmal auch teuer.


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Post vom Präsidenten zu bekommen …

ist schon immer etwas Außergewöhnliches. Aber richtig unangenehm wird es erst, wenn sie vom Herrn Polizeipräsidenten kommt. Wenn das in der Vergangenheit der Fall war, dann war das immer eine „Belobigung“ – und zwar für besonders zügiges Fahren. Aber dieses Mal wird er ja richtig böse mit mir – ich bin schon mächtig erschrocken, was daraus noch wird. Es wird doch hoffentlich kein Gerichtsverfahren geben.


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Abschied – weder kurz noch schmerzlos

Es war im Frühjahr des Jahres 2009. Im Land geisterte die Umweltprämie herum. Ich wollte mich diesem Geldsegen anschließen und meinen ca. 13 Jahre alten Renault Clio, genannt Maxx,  den Weg allen Blechs gehen lassen. Deswegen bestellte ich mir den kleinsten der Stierautos, den Toyota Aygo. Mir tat es noch Monate leid, dass ich Maxx, so hieß der Clio, habe abgegeben. Für meine Begriffe war er ein ganz schmuckes Kerlchen, denn ich liebe ja weiße Autos.

Doch dann kamen Gerüchte auf, dass Arbeitslose damit Ärger bekommen können. Wenn es bei mir um Ärger mit Behörden geht, bin ich immer sehr vorsichtig, denn wir Ostkindermenschen kannten und kennen die hiesigen Gepflogenheiten immer noch nicht vollkommen.

Also wollte ich die Bestellung rückgängig machen – aber der Toyotahändler schmollte und wollte mich zu einer ziemlich hohen Strafe verdonnern. Diese hat eine Freundin für mich auf 500,00 € runtergehandelt.

Ich entschied mich für einen Twingo Initiale mit allen Features, die ein Twingo überhaupt haben kann. Sogar beheizbare und von innen verstellbare Außenspiegel waren im Komfort enthalten. Am besten fand ich aber das durchgehende Plexiglasdach, das sogar geöffnet werden konnte.

Ganz stolz fuhr ich vom Hof. Wenn ich ehrlich bin, bei dem geringen km-Stand muss ich meinen Leon mehr im Stall bzw. in der Garage geliebt haben als auf wilder Pistenfahrt.

Leon, du warst die ganze Zeit über ein wenig „empfindlich“ und musstest oft behandelt werden. Sehr luxuriös und auf teure Reparaturdienstleistungen aus warst du auch. Du warst ein einziges Eurograb. Zum Glück habe ich nie alle Summen der Rechnungen addiert, sonst würde ich jetzt frohlocken, dass du nicht mehr fährst.

Irgendwann hat mir ein Idiot die Seitenscheibe eingetreten, um an das Navi zu gelangen. Auch da war die Reparatur durch die Selbstbeteiligung nicht billig.

Da sich aber mit dir so einige gute Erinnerungen verbinden, tut es mir trotzdem Leid, dass du nicht mehr in der Garage auf eine gemeinsame Fahrt wartest. Urlaub mit Anna gehört zu den schönsten Erinnerungen.

 

Jetzt wage ich noch einen Autorückblick, denn ich fahre seit 1973 und da ist natürlich so einiges passiert.

Insgesamt gesehen hatte ich wohl nie das richtige Glück mit Autos. Das erste Auto, noch ein „schwer erwarteter“ Trabant Kombi  wurde mir gleich nach der Wende geklaut. Schlimm war nur, dass er nicht teilkaskoversichert war, weil die Versicherungen noch nicht festgelegt hatten, zu welchem Preis er gehandelt wird. Das Auto war noch nicht ein Jahr alt, als er von meinem Hof verschwand.

Mit dem dann besorgten Toyota Starlet, genannt Hannibal,  gab es keine Querelen, er hat sogar bei meinem Sohn ein reichliches Jahr Linksverkehr in Irland gut überstanden.

Dann kam 1996 und Heikos Tod. Mit meinem Auto waren so viele Erinnerungen an ihn und Hamburg verbunden, so dass ich das Gefühl hatte, etwas ändern zu müssen. Fast im Vorübergehen besorgte ich mir einen gebrauchten Golf. Der Verkäufer hat mich nach Strich und Faden betrogen, das Auto hatte schon einige Unfälle, wie sich beim Wiederverkauf dann herausstellte. Aber so dusselig wie ich damals darf man auch kein Auto kaufen – da war ich wirklich selbst daran Schuld.

Da er für Jugendliche interessante Sachen hatte (Breitreifen, tiefergelegtes Chassis), wurde auch dieses Auto geklaut. Leider, leider tauchte er nach ca. 2 Wochen wieder auf. Und leider hat die Versicherung nicht auf wirtschaftlichem Totalschaden bestanden, sondern er wurde wieder aufgebaut. Wie schlecht alles war und gemacht wurde, habe ich dann bitterböse beim Verkauf gemerkt.

1999 kam dann also Maxx ins Haus. Der weiße Clio war beim Kauf 3 Jahre jung, er hatte mit 18.000 km einen sehr niedrige Kilometerstand. Er blieb 10 Jahre bei mir und war in der Geschichte aller meiner Autos mein Liebling. Auch ihn habe ich abgegeben, als er noch lange keine 100.000 auf den Reifen hatte.

Ich glaube, es ist gut, wenn ich erst einmal meine Finger von Autos lasse. – Ich hoffe nur, dass ich nicht noch eine Strafe nach Bußgeldkatalog bekomme.

Am 20. Oktober ist er in die Hände eines Autohändlers gegangen nach dem Motto: Weg ist weg und futsch ist futsch. Hier sehen seine Wunden und Verletzungen so harmlos aus. Als die Stoßstange abgebaut war, konnte man das Ausmaß des Schadens erst richtig sehen.

 


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Und plötzlich hat’s geknallt

Der Tag, als ich früh beim Zahnarzt war, um mit ihm unsere unterschiedlichen Finanzierungsvorstellungen seiner bzw. der Laborarbeit zu diskutieren, hat mich schon ein wenig aufgeregt. Wenn mich jemand übers Ohr hauen will, kann ich sehr ärgerlich werden. Der Zahnarzt hat sich recht fair verhalten, denn er hat wohl gespürt, dass ich mich sehr gut informiert hatte.

Zu ihm fahre ich immer mit dem Auto, weil es sonst umständlich und langwierig ist, seine Praxis zu erreichen.

Auf dem Heimweg holte ich noch ein Päckchen ab bei der Post, die zum zweiten Mal umgezogen war. Auch das hat mich wohl geärgert, weil ich sie nicht fand.

Und dann hatte ich schlicht und ergreifend Hunger, denn meine Frühstückszeit war um Stunden überschritten.

1000 m von zu Haus – wuseliger Verkehr, viele Fußgänger behinderten die Sicht – ich mit ca. 50 in der linken Spur – – – da will eine ältere Frau auf die Straße treten. Ich bekomme einen Heidenschreck und gehe voll auf die Bremse — allerdings die Augen auf sie gerichtet. Und dann bleibt mir noch ca. ein Meter und dann knallt es ganz fürchterlich.

Ein Wagen will links abbiegen, wegen des Gegenverkehrs kann er das aber nur mit der Schnauze machen – der Hintern des Autos steht noch in meiner Spur.

Auf einem Betriebshof auf die Polizei gewartet, die alles aufgenommen hat. Die Werkstatt wird schon einen großen Schaden draus machen, obwohl außer Stoßstange und Hängerkupplung nicht viel zu sehen war.

Ich fuhr die paar Meter bis zu mir nach Haus. Die Geräusche und der Geruch gefielen mir nicht. Ich rief den ADAC an, die nach einer Stunde mit einem Abschleppwagen kamen. Aufgebockt auf die Hinterräder brachte er das Auto in die Werkstatt.

Gut sieht es nicht aus für ihn, denn der Schaden ist weitaus größer als vermutet. Ich habe mir ein Limit gesetzt, die die Reparatur kosten darf. Er ist mit einem Baujahr von 2005 ja nicht mehr der Jüngste – nur seine 4 Allwetterreifen sind noch absolute Frischlinge.

Ich habe zu diesem Auto eine ganz besondere Beziehung, denn er hat als Autonummer Heikos Initialen und sein Todesjahr.

Leon weint.

Anfangs dachte ich, dass nur mein Auto etwas abbekommen hat – aber nach einer Nacht mit unruhigem Schlaf wachte ich früh auf und hatte starke Nackenschmerzen. Das sieht ja ein wenig nach einem Schleudertrauma aus. Ich habe erst mal alle Termine abgesagt und mir beim Orthopäden einen besorgt. Wahrscheinlich muss ich ein wenig mit Halskrause rumlaufen.

Ich grübele die ganze Zeit darauf herum, wie es ohne Auto wäre.

Ich habe mich schon auf car sharing-Seiten und Autoverleihseiten umgesehen, auch habe ich mir mal diese Kärtchen angesehen, die man immer an die Türklinke gesteckt bekommt. Der freundliche Automechaniker meinte zwar, dass sie es für ca. 2.500,00 € wieder hinbekommen, aber LOHNT sich das wirklich, so selten, wie ich Auto fahre.


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ClaraAugen streifen durch Jordanien 1

„Am Abend wird die Faule fleißig“ – im doppelten Sinne gemeint. 9 Tage vor Weihnachten beginne ich mit einer Reise“reportage“, die sich garantiert bis nach Weihnachten erstreckt.

Generell habe ich mir die Frage gestellt, ob es günstiger ist, allein oder zu zweit zu reisen. Wenn ich all die zwar schon älteren (Viva d’Or ist der Reiseveranstalter für die fortgeschrittene Jugend), aber dennoch sehr liebevoll miteinander umgehenden Paare erlebt habe, spricht das unbedingt für das eheliche Reisen. Na gut, es gab noch einen Reise-Single und zwei anders gemischte Paare unter den 30 Leuten, aber die vermeintlich Glücklichen überwogen mit einer Zahl von 24.

Der Flieger ging am 24. 11. gegen 14.00 Uhr. Zwei Frauen aus meinem ehemaligen Haus kamen früh zum Frühstück und die eine von ihnen fuhr mich dann zum Flughafen. Sie liegen (für mich) zwischen der Töchter- und der Enkelgeneration, also blutjung. Um so schöner finde ich es, dass wir noch immer Kontakt haben. Danke J., danke P.!!!! – Als ich wieder WLAN-Empfang hatte, bekam ich die Daten zu unserem Flug – J. hätte als erste in der Heimat mitbekommen, wenn mit unserem Flug was nicht gestimmt hätte.

Im Flieger saß ich zufällig neben einem Ehepaar aus der Gruppe. Ihren Erzählungen konnte ich entnehmen, dass sie in den Jahren nach der Wende all die Reisen nachgeholt haben, die sie früher nicht machen konnten. Mir wurde ganz schwindlig bei der Aufzählung all der Orte und Länder, in denen sie gewesen sind.

Die Stewardessen sprachen kein Wort Deutsch, obwohl diese Royal-Jordanian-Airlines regelmäßig zwischen Berlin und Amman fliegt. – Das Essen war gut, der Tomatensaft würzig und dieses Bier das letzte preiswerte für Tage. Der in der Rückenlehne eingelassene Bildschirm zeigte immer, ob wir beim zu heftigen Ruckeln nach den Schwimmwesten oder nach den Luftkissen für eine weiche Landung hätten suchen müssen. – Nein, ich will nicht unken, es war ein vollkommen ruhiger und schöner Flug.

Unser Begleiter für die nächsten 12 Tage holte uns am Flughafen ab. Alle Koffer waren da, alle Pässe in Ordnung und bald saßen alle im Bus, der uns zum Grand-Palace-Hotel in Amman bringen sollte. Amman bei Nacht zeigte wenig von dem Sand, dem Staub und dem wenigen Grün, es zeigte Verkehr, es zeigte dicken Verkehr, es zeigte Wahnsinnsverkehr. Es ließ mich zwar keine Verkehrsregeln erkennen, aber es muss welche gegeben haben, denn Unfälle sah ich keine.

Die Schwierigkeiten für die nächsten Tage ließen sich für mich schon vorausahnen. Der Reiseleiter sprach gut deutsch und ich wäre froh, eine Fremdsprache so perfekt zu beherrschen – ich verstand ihn dennoch nicht, zumindest nicht gut, zu wenig, um Zusammenhänge mitzubekommen.

Die ganze Zeit über bekam ich ein Doppelzimmer. Na gut, mit 40,00 € pro Nacht hatte ich den Ausgleich vom EZ zum DZ bezahlt. Ich fand es nur deswegen traurig, weil dieses Land an seiner Trockenheit leidet. Böse Reiseleiter Zungen behaupten, dass ihnen das Wasser vom Nachbarstaat Israel durch einen Staudamm am Jordan abgegraben wird. Und deswegen fand ich es so wahnsinnig schade, wenn nach einer Nacht (die ersten drei Übernachtungen) 4 große Kopfkissenbezüge, ein riesiges Bettlaken und ein riesiger Bettbezug gewaschen werden müssen.

Nach einem superguten Abendessen und einem nicht minder gutem Frühstück ging es in aller Herrgottsfrühe los.

Die großen Einzelbilder kommen immer einen Tag später auf dem Fotoblog, hier gibt es fast nur Collagen, um die Bilderflut in Grenzen zu halten.

Amman – Berg Nebo – unterwegs auf der Straße der Könige – Madaba, die Stadt der Mosaike – Kerak, Festung der Kreuzritter

… so wäre der Programmablauf gewesen, wenn alles glatt gegangen wäre.

Wir fuhren zum Berg Nebo – die Temperaturen und der Wind waren fast so heftig wie in Deutschland. Der Berg hat viel mit Religions(geschichte) zu tun. Besonders beeindruckend waren die Mosaike und Teppiche, die zu besichtigen waren. – Vor einiger Zeit war der letzte Papst auf diesem Berg – und ihm zu Ehren hat man ein Denkmal aufgestellt. (Es ist das unten links)

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Es wurde ein Besucherzentrum eingerichtet, damit man die Mosaike und die Teppiche besser sehen kann.

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Die Bilder waren zwar in einer anderen Kirche, aber solche „Reiseverfälschungen“ müsst ihr in Kauf nehmen.

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Dann ging es in eine Kirche, in der eine ganz berühmte Mosaiklandkarte zu sehen war – ihr könnt sie erst morgen sehen.

Touristen sollen Geld ins Land bringen – und dafür wurden die vielen Verkaufseinrichtungen eröffnet. Zuerst waren wir im Mosaikzentrum. Es war schon interessant, die Männer beim Legen der kleinen Steine zu beobachten, die meist in Naturtönen gehalten werden.

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Und keiner kommt jetzt bitte auf die Idee, dass der Löwe aus bestimmten Gründen mein Lieblingstier sein könnte.

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Dann ging es noch in einen weiteren Laden. Weder die Sessel noch die voluminösen Porzellansachen wollten zu mir nach Haus – vom Ärger mit dem Zoll mal abgesehen, da man nichts davon im Koffer verschwinden lassen kann.

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Auch die Kronleuchter waren mir zu ausgefallen.

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Schlendern macht Appetit oder gar Hunger. Da hatte es dieses Geschäft leicht – alle, alle wollten dort was kaufen.

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Mit diesem schönen Tor verabschiedeten wir uns aus dieser Gegend.

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Dann sollte es zur Festung Karak gehen. Bei den Blicken aus dem Busfenster fielen mir die vielen, vielen Polizisten auf, die überall auf der Straße präsent waren. Auch wir hatten einen mit im Bus, der sich später als sehr nützlich erweisen sollte. Wir fuhren durch einen Ort und plötzlich ein ohrenbetäubender Knall, der von einem kräftigen Zittern des Busses begleitet war.

Ein Auto war uns trotz Ortschaft mit rasender Geschwindigkeit entgegen gekommen. Offenbar hatte der Fahrer die Gewalt über sein Fahrzeug verloren und knallte gegen unseren Bus. Der Beifahrer war sofort tot und der Fahrer verstarb ebenfalls, bevor der Rettungswagen eintraf.1512-coll-busunfallIch will jetzt darüber nicht viel sagen – tragisch war nur, dass die beiden Männer Brüder war und sie zu ihrem schwerkranken Bruder nach Amman wollten. Ich stelle mir den Schmerz der Eltern vor, die auf einen Schlag gleich zwei Söhne verlieren.

Wir standen lange an der Unfallstelle. Viele von uns hatten Prellungen, auch ich war mit dem Brustkorb auf die vor mir eingebaute Getränkekiste geknallt.

Unser Busfahrer – obwohl absolut unschuldig – wurde inhaftiert und nur gegen Kaution freigelassen. Wir unterschrieben dann alle ein Blatt, in dem wir seine Unschuld bezeugten. Seltsame Gerichtsbarkeit.

Wir fuhren im Schritttempo zur Polizeiwache und warteten dort auf einen neuen Bus. Dieser Besichtigungspunkt war außergewöhnlich und hoffentlich einmalig.

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Da es für alle geplanten Unternehmungen zu spät war, spendierte die jordanische Reiseleitung von Hit-Reisen und Viva D’or-Reisen ein Essen. Ich habe zwar nicht das Essen fotografiert, sondern den schönen gestickten Teppich, der dort ausgestellt war.

1512-coll-schriftzug

Reisetag: 25.11.2016

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Morgen Fotos im Fotoblog und dann wieder hier.

 

 

 

 


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Am Samstag gegen 23 Uhr musste mein Schutzengel …

kurzfristig(st) Verstärkung anfordern!

Ich schreibe den Text ca. 10 Stunden später – und mir zittern immer noch die Knie, ganz wirklich ohne Übertreibung. Ich halte das Niederschreiben für Therapie, um den Schreck aus den Knochen zu bekommen.

Was war passiert? Dazu will ich etwas weiter ausholen.

Schon in meinen Anfängerautofahrerjahren (so um 1973 und all die Jahre danach) stellte ich fest, dass ich am Tage wie ein Henker oder der Teufel persönlich fuhr, in der Dunkelheit dagegen wie ein Engel, so dass ich fast schon ein Verkehrshindernis war. Alle überholten mich und ich dachte immer nur: „Raser!!!“

Als dann nach einiger Autobesitzzeit auch der Gatte eine Fahrerlaubnis = einen Führerschein hatte und Fahrten in der Dunkelheit übernahm, starb ich 1000 Angsttode auf dem Beifahrersitz und „wimmerte“ immer nur: „Fahr doch bitte nicht so schnell!“
Seine lakonische Antwort: „Nur, weil du schlecht gucken kannst, muss ich doch nicht langsam fahren!“

Die wenigsten „Leiden“ bessern sich mit der Zeit oder im Alter. Ich bemerkte, dass meine Orientierungsfähigkeit im Dunklen sehr schlecht ist – von Nässe und blendenden Xenongegenlichtscheinwerfern noch gar nicht zu sprechen. Das Navi wurde unumgängliches Hilfsmittel, da es mir den Straßenverlauf mit Kurven und so anzeigt.

Die Vernunft ist jedoch so groß, dass ich Fahrten in der Dunkelheit weitestgehend unterlasse – so fahre ich z.B. zum Doppelkopf seit meinem Umzug öffentlich – die Strecke aus der alten Wohnung hätte ich mit geschlossenen Augen fahren können, so gut kannte ich sie.

Doch keine Regel ohne Ausnahme. Und am Samstag war so eine Ausnahme. Gegen 17.10 Uhr bekomme ich einen Anruf mit der Frage, ob ich den Spieltermin um 17.00 Uhr vergessen hätte. Ich hatte ihn nicht unbedingt vergessen, sondern nicht als endgültige Einladung verstanden, sondern erst als Vorabinformation.

Die Hinfahrt verlief problemlos, da man im Fast-Dauerstau kaum Schwung holen kann, um Mist zu bauen.

Doch dann kam ein SpielErzählDiskussionsabend mit sehr emotionsgeladenen Momenten. Doch darauf will ich das nicht schieben, was jetzt gleich auf dem Bildschirm erscheinen wird – sondern auf meine nachtblindähnliche Fehlsichtigkeit.

Auf dieser Strecke fährt die Straßenbahn — manchmal darf man das Gleisbett zum Fahren benutzen, manchmal jedoch ist die Straßenbahn so eigenwillig und will das ganz allein für sich haben.

Wenn ich ehrlich bin, ich weiß immer noch nicht, wie es zustande gekommen ist – ich will aber auch nicht zurückfahren und die Gefahrenstelle suchen, neinneinnein, will ich nicht.

Plötzlich bemerke ich mit Schreck, dass ich mich mit meinem Auto in voller Fahrt auf einer Fußgängerinsel NEBEN dem Gleisbett befinde. In (leichter) Panik bemerke ich nicht die hohe Bordsteinkante zwischen Insel und Gleisbett. Wie Skispringen und Skifliegen ist, weiß ich – doch jetzt weiß ich auch, wie Autofliegen ist – wenn auch nur für eine sehr kurze Strecke. Vielleicht kann ich es ausbauen, wenn ich noch ein wenig übe. Plötzlich jedenfalls ein lautes Krachen, ein Vibrieren vom feinsten – das Auto braucht einen Moment, sich zu überlegen, ob es sich auf die linke Seite legen will oder doch auf allen vier Rädern weiterfahren möchte – und dann war es auch schon vorbei. Nicht wirklich ein Alptraum, sondern erlebte Wirklichkeit. Da hat der Herr oder die Frau SchutzengelIn hervorragend reagiert und auf mich und auch auf das Auto aufgepasst.

Vielleicht fahre ich nächste Woche mal zur Werkstatt und auf den Bock, um festzustellen, ob der Twingo wirklich so hart im Nehmen ist wie es scheint, denn das Auto ist einwandfrei nach Haus gefahren – nur mein Herz hat aus irgendwelchen Gründen bis zum Hals geklopft.

Und tschüss! Und dabei habe ich gerade irgendwo behauptet, dass ich seit 1973 unfallfrei fahre. Das hier war ja auch keiner, ist ja nochmal gut gegangen.