Claras Allerleiweltsgedanken

Baltikum 6

25 Kommentare

Tag 8 – 26.5. Abfahrt nach Sigulda – dabei den Gauja Nationalpark und die Burg Turaida streifen

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus – obwohl ich nicht so richtig weiß, ob ein „Abgang“ ins Klinikum Riga ein großes Ereignis ist.  Auf jeden Fall habe ich mich den ganzen Tag ganz gar nicht überhaupt nicht gut gefühlt.

Wir warten alle auf die Abfahrt aus Tallin. Um 9 Uhr soll der Bus starten. Da aber die Fahrstuhl Situation hier mehr als kritisch ist, mussten wir zusehen, unsere Koffer und uns in eine Fahrstuhlkabine zu bekommen. Es gibt für neun Etagen mit 44 Zimmern gerade man zwei kleine Fahrstühle, in die vier Personen ohne Koffer und zwei Personen mit Koffer hinein passen. Das wird manchmal ganz schön eng. Aber jetzt kann ein neuer Tag beginnen.

Dieses Hotel sieht aus wie ein DDR-Plattenbau, dem man 2 Etagen geklaut hat. Unsere typischen Häuser dieser Art waren immer 11geschossig – hatten aber mehr und größere Fahrstühle. – Die Telefonpreise rentieren sich in der heutigen Zeit der Handys sicher auch nicht mehr.

Bei einem kleinen Zwischenstop an der See war es pfiffig, kalt und ungemütlich – bei mir jedenfalls kamen keine Badegedanken auf.

Wir haben heute aus dem Bus heraus den sogenannten Velo Marathon erlebt auf Fahrrädern haben die sich Steigungen hoch gequält, die würde ich noch nicht erstmal laufen wollen. Und mindestens 90% der Radfahrer sind gefahren. Aber es haben auch einige geschoben. Hammer hammer hart.

 Dann konnten wir uns die bekannte Bobbahn in Sigulda näher ansehen – nicht lachen, die hatte außer steiler Abfahrtsbahnen auch eine Toilette. Wenn man so eine Cystitis hatte wie ich, ging das Denken nicht weit über eine Toilette hinaus – und das ist jetzt kein Jammern!!!

Als letztes stutzte ich an einem Souvenirstand über diese Tischdecke – aber ich habe mir dann gesagt, dass es dieses berüchtigte Kreuz nicht ist, weil es ja seitenverkehrt oder anders ist.

Am Abend ging es wieder in das schöne Hotel (sh. Baltikum 3) mit den zu engen Betten, die aber für mich allein vollkommen ausreichten.

Doch ich habe mein Bett für diese Nacht mit einem viel unangenehmeren getauscht – ich bin nämlich wegen ziemlich starker Schmerzen mit dem Krankenwagen ins Klinikum nach Riga gefahren. Dort bekam ich zwei verschiedene – heißt das „Tröpfe“ oder „Tropfe“ und verbrachte dann die Zeit zwischen 0:00 Uhr und 7.30 Uhr in einem Saal mit 6 Betten. Jetzt noch bin ich den Schwestern dankbar, dass sie um mein Bett Sichtblenden gestellt haben.

Diesen Bericht schreibe ich am 6. Juni – und nur soviel, ich komme gerade vom Urologen, weil es immer noch nicht gut ist. Bei der Hitze in den letzten Tagen wollte ich mir weder ein heißes Bad noch ein Heizkissen antun, aber werde ich wohl machen müssen. Das Labor hat eine Kultur angelegt – und wenn da was wächst, schlucke ich das nächste Antibiotikum.

Es ist blödsinnig, dass ich das hier schreibe, denn ihr lest es ja eh erst am 15. Juni – und bis dahin schwimme ich schon wieder wie ein Fisch im Wasser.

Tag 9 – 27. Mai

Die anderen starteten gegen 9:00 Uhr am Hotel und lasen mich gegen 9:30 Uhr in Riga auf der Hauptstraße vor dem Klinikum auf. Der Busfahrer musste NICHT EINEN Umwegkilometer meinetwegen fahren.

Das Ziel unserer Fahrt war die Hauptstadt LitauensVilnius.

Dieses Plakat finde ich ehrlich und aufrichtig:

Vilnius hat wie alle besuchten baltischen Städte wahnsinnig viele Kirchen – und das nicht nur mit der ehemaligen russisch-orthodoxen Vorherrschaft zu tun. Die rein christlichen Kirchen nach europäischem Sinn waren auch vertreten und noch viele andere.

An Wunder und Träume scheint der Mensch zu glauben. Der viereckige Stein mit den Buchstaben hat folgende Bewandnis: Draufstellen, Augen schließen, dreimal mit geschlossenen Augen drehen und sich wünschen, dabei nicht umzufallen – und schon hat sich der Wunsch erfüllt – oder auch nicht.

Der Vogel auf dem Krummstab ist eine Meisterleistung von Prinz Lumix – ich habe den Vogel mit bloßen Augen kaum erkennen können.

Und auf dem letzten Foto trifft sich ein Sangesverein und probt.

Autor: Clara Himmelhoch

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

25 Kommentare zu “Baltikum 6

  1. Um „so viel getrunken (haben), wie es eigentlich notwendig gewesen wäre“, muss man nicht auswärts verweilen. Sagt https://youtu.be/dIHNibtOMV8 Und der Gauck sagte auch was…. der hat das mit „notwendig“ nie begriffen. Liegt aber nicht am Alter.

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  2. Imponiert mir, wie du trotz drängender Blase herumgereist bist und dich für alles mögliche interessiert hast.

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    • Soll ich jetzt antworten: am meisten für die Toiletten des Landes? Nein, ich habe nie so viel getrunken, wie es eigentlich notwendig gewesen wäre Punkt damit bin ich fast immer mit einem 2 Stunden Abstand hingekommen. Und meine Mitreisenden haben mich immer vor gelassen, weil sie ja wussten, wie es um mich bestellt war. Aber was wäre da zu sehen bekommen haben, hat mich schon interessiert und das hat mich auch abgelenkt

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  3. Was treibst du bloß unterwegs?
    Wer reist, sollte nicht Krankenhäuser bereisen! :-O
    Und was macht das leiden jetzt? Ist es wirklichendlich wieder wech? :-O)

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  4. Schön und hochinteressant wieder mal, bis auf die Sichtblendennacht, aber wenn du die nicht gehabt hättest, wäre es wohl voll unerträglich gewesen. Auf den Fotos siehst du wie eine verliebte Mittvierzigerin aus!

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    • Das ist ja ein süßes Kompliment? In wen oder was bin ich verliebt? NICHT in den Busfahrer und in einen anderen Mitreisenden auch nicht.
      Ohne die Medizin und ohne den Antibiotikatropf wäre wirklich nur noch eine Heimfahrt per Flugzeug möglich gewesen. Mein Sohn hatte es mir angeboten – aber ich habe es erst gelesen, als mein Handy wieder aufgeladen war – und das war NACH dem Krankenhausaufenthalt.
      Die Schwestern in dem Schlafsaal haben sich über meine 5 Euro sehr gefreut und wollten sie zuerst gar nicht nehmen. – Ich glaube wirklich, all diese Leute dort in den Ländern sind noch nicht so „geldversaut“ wie sehr viele hier.
      „Valipte“ Grüße von mir

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  5. Ist eben noch ein bisschen die alte Zeit. Früher hatten die Bobbahnen etwa in der Mitte der Strecke eine Toilette, wo die Sportler anhalten konnten, wenn’s dringend war. Heute sind die Toiletten klarerweise im Bob selbst eingebaut, um einen unnötigen Halt zu vermeiden … 😉

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    • Ich bin so begeistert, lieber Herr Ösi, dass ich solche klugen und erinnerungsschwangeren Mitleser hier habe. So oft war ich ja noch nicht auf einer Bobbahn. Früher, als meine Kinder noch klein waren, standen wir mal oben ab Absprung einer Skischanze. Da habe ich ihre Unterarme so umklammert, dass sie nachher blaue Flecken hatten.
      Hier bei der Bobbahn musste ich nur auf mich aufpassen – und das klappte gerade so.
      Das wusste ich noch nicht, dass jetzt jedem Bobfahrer so etwas ähnliches wie ein anus praeter angelegt wird, damit er unterwegs nicht von seiner Blase geärgert wird. 🙂 😉
      Hat dieses Pipipatent nur Deutschland? Sind wir dann immer Weltmeister? Olympiasieger?
      So viele Fragen warten jetzt hier auf Sie!!!!!
      Mit besten Grüßen von Clara

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  6. Liebe Clara!

    Ich hätte mich wahrscheinlich den ganzen Tag mit den Buchstaben vergnügt. Radfahren wäre ja so gar nicht mein Ding. Schon gar nicht bei diesem Wetter.
    Toll, dass Dein Prinz den Raben so gut erwischt hat. Dem entgeht auch nix.
    Die Vilniusianer sind immerhin geraderaus und sagen, was sie möchten: Gib mir Dein Geld! Das ist doch mal eine Ansage. Aber solange ihr nicht für jeden Schritt bezahlen musstet, geht es ja noch 🙂
    Und gut, dass Du bereits wieder wie ein Fisch im Wasser schwimmst. Der nächste Bericht kommt dann sicher aus dem Freibad 🙂

    Liebe Wochenendgrüße
    Mallybeau

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    • Hallo liebe MM, hier schreibt nicht wie üblich CC, sondern FF, was bedeuten soll: Fast Fisch mit dem Namen Clara.
      Dabei ist das derartig gelogen oder zumindest übertrieben, denn ich war trotz größter Hitze in diesem Jahr noch nicht einmal baden oder schwimmen – mir ist allein der Weg bei diesen Glühtemperaturen schon zu beschwerlich. Und wenn ich dann an unsere verdreckten Seeufer mit den Abertausenden von Menschen denke, bekomme ich Schüttelsyndrom.
      Aber gestern saß ich ganz dicht am Wasser – in einem Biergarten an einer Schleuse. Der Blick war sehr schön, der Gestank vom Diesel allerdings weniger. Aber das vergaß ich, da ich eine Bloggerin kennengelernt habe, die ich virtuell seit mindestens 8 Jahren kenne, wenn nicht noch länger. – Es war sehr, sehr schön, den virtuellen Eindruck durch einen reellen Eindruck zu ergänzen.
      Ich habe ja schon Bloggertreffen mitgemacht, Blogger besucht, mich mit Bloggern getroffen – und fast immer stimmten die virtuellen Eindrücke mit den reellen überein. Konnte ich schon die Texte oder anderes im Blog nicht so richtig leiden, war das mit der Person dahinter kaum anders.
      Du sagst, es war ein Rabe??? Ich dachte, der Vogel wäre viel, viel kleiner gewesen.
      Heute Abend ist wieder Dokutermin – aber GsD bin ich ja nicht so auf Gewinnen aus 🙂 😉
      Liebe Wochenendgrüße von FF CC an MM

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  7. Liebe Clara,
    ich habe – neugierig wie ich bin – natürlich gleich mal recherchiert, wie der Wunschstein zu lesen ist etc.

    „Pflasterstein auf dem Domplatz mit dem Wort „Stebuklas“ (das Wunder) aus bunten Buchstaben geschmückt.“

    So, das wäre geklärt! 😉
    Angenehmen Samstag
    und liebe Grüße
    moni

    Gefällt 5 Personen

    • Liebe, liebe moni, DAS ist ein hilfreicher Beitrag, aber die haben dann wohl ein wenig geschummelt – die haben das S am Anfang und am Ende noch einmal verwendet!!! Weil sie keinen Platz mehr hatten? Weil sie Geld sparen wollten?
      Das ist ganz lieb von dir, dass du mir die Lösung verraten hast.
      Als diese Frau gerade noch von ihrem Mann gehalten werden konnte, als sie die dritte Drehung begann hatte niemand mehr Lust, es noch auszuprobieren – ICH gleich GAR NICHT.
      Bei uns werden heute wieder 32° im Schatten – ich mache gleich wieder alle Rollos runter – da lebe ich doch lieber in Dunkelhaft als im Hitzeknast.
      Ganz liebe Grüße zu dir von
      Clara

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  8. Wo beginnt denn die Schrift? EBUKLAST ist cool. KLASTEBU? Mysteriös.

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