Claras Allerleiweltsgedanken

Der Unvollendete

16 Kommentare

Ich will keinesfalls dem Komponisten Franz Schubert mit seiner Sinfonie „Die Unvollendete“ Konkurrenz machen, aber zu meinem Balkon kann ich nichts anderes als Überschrift wählen, für mich hat er zur Zeit eine große Bedeutung.

Es wird relativ viele Fotos geben, wenig Worte – denn wenn ich meinen Ärger über so manches hier zu Tastatur bringen würde, könnte sich der Ärger noch multiplizieren – das brauche ich momentan nicht.

Dass der Handwerker aus (irgendwelchen) Coronagründen 6 Arbeitstage später als geplant vor meiner Tür stand, hatte ich schon irgendwo erwähnt. Wäre es nach ihm gegangen, hätte er mich an einen Kollegen weitergereicht – aber gegen meinen Protest kam er nicht an. Also musste ich ihn mit seiner für diese Woche planmäßigen Baustelle teilen, so dass er immer nur halbe Tage gearbeitet hat.

Er klingelte am Dienstag (10.08.) vollbepackt, bekam sogleich einen Wohnungsschlüssel ausgehändigt, guckte wie immer zuerst sehnsüchtig nach einem Kaffee und fing an. Die sehr unansehnlichen Metallteile mussten an – oder abgeschliffen werden. Natürlich war das kein Engelsgesang, aber so heftig war es dann auch wieder nicht, dass es manchen total missfiel und diese das auch deutlich äußerten. – Insgesamt dauerte das nicht länger als eine Arbeitsstunde. Und ich sage mal dazu:

Toleranz ist eine Zier – doch weiter kommt man ohne ihr.

Als er anschließend alles Metall grundierte, sah es so aus:

Der untere Rand des Fotos zeigt, dass er mit den Wandfliesen auch schon was gemacht hat. Diese schattierte Farbe erinnerte mich an eine „Wickeltechnik“ beim Malern – das wurde in der DDR oft in Treppenhausfluren angewendet, weil man nicht gleich jeden Dreck sah. Eine helle Grundierfarbe wurde mit einem in dunklere Farbe getauchten gewickelten Lappen über“malt“ – vielleicht gibt es Schöneres, aber vielleicht kennt das noch jemand.

 

Gleich darauf wurden alle Metallteile abgeklebt, damit sie sauber bleiben, wenn es zum nächsten Arbeitsschritt geht.

Lasst euch nicht von einem breiten Handwerkerkreuz ablenken, die zwei Maurerkellen in seinen Händen sind das Wichtigste auf dem Foto – damit wurde die Grundierspachtelmasse aufgetragen, nachdem ein aufgeklebtes Gitternetz (links im Foto) die Sache haltbar machen soll.

So sieht es aus, wenn die ganze Fläche zugespachtelt ist. Die Oberfläche gefällt mir – ein wenig wird davon auch noch unter der Farbe zu sehen sein.

Und dann ging es an die Decke – dort war der Schaden sehr viel größer als anfangs zu sehen. Alles, was lose ist oder in der nächsten Zeit locker werden kann, muss runter.

Wäre ich eine bekannte Künstlerin, könnte ich das vielleicht als Kunstwerk verkaufen.

Und auch dann wurde wieder geputzt oder verputzt. Dabei hat die Markise was abbekommen, da wir die ja nicht ausgebaut haben. Aber mit kräftiger Kernseifenlösung konnte ich das meiste auswaschen. – Wie heißt es: „Wo gehobelt wird, fallen Späne.“

Und zum Schluss wurde am Freitag als Endtermin der 10. August ausgemacht – da wollte er den ganzen Tag arbeiten und ALLES zu Ende bringen. … … … Und wer machte einen Strich durch die Rechnung??? Das Wetter.

Auf meiner Wetterapp für meinen Stadtteil war angegeben, dass ab 12:00 Uhr 80 % Regenwahrscheinlichkeit ist – und für die weiteren Stunden etwas weniger. – Was ist stattdessen passiert? Am 10. schreibe ich diesen Bericht und es hat bis jetzt (16:18 Uhr) noch nicht einen Tropfen geregnet – dafür um so mehr am Abend zuvor.

Die Fotos von den nassen Wänden sehen so aus:

Am nächsten Morgen, also am 10., sahen die Wände nicht viel trockener aus als am Abend zuvor. Ich versuchte es mit einem Heizlüfter, der ein wenig Effekt hatte, aber schneller meinen Stromzähler bewegte als mich zufrieden stellte.

Und da nun endgültig der 11.08. als Fertigstellungstermin ausgemacht ist – und für die Nacht wieder etwas Regen angesagt ist, habe ich sehr eigenartige Vorsorge getroffen. Ich hoffe sehr, dass morgen früh alle Wände trocken sind und der Himmel sich auch anständig benimmt.

Ich bin sehr glücklich, dass ich meine Anti-Regen-Bastion so gut ausgebaut habe, denn von 22:00 Uhr bis 2:00 Uhr am nächsten Tag war Regen – angekündigt waren zwischen 90 % und 60 % – bei mir haben die sich zusammengetan und es hat 150 % geregnet – gefühlsmäßig zumindestens. Deswegen habe ich dann noch Stühle hingestellt zur Stabilisierung der Planen.

Alle diese Fotos werden keinen Schönheitspreis gewinnen – wenn sie mir eine trockene Wand bescheren, haben sie ihren Zweck erfüllt.

Ich werde hoffentlich bald von der Fertigstellung fotografisch berichten können.

Autor: Clara Himmelhoch

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

16 Kommentare zu “Der Unvollendete

  1. Da ich das Endresultat bereits kenne und ich finde es phantastisch, handelt es sich hier um eine Sendung, die ich wohl verpasst habe.
    Was sage ich nun dazu? Von Franz Schubert gibt es eine Symphonie, die als die Verschollene bezeichnet wird. Als er in Bad Gastein gastierte, beugte sich der Unglückliche über das Brückengeländer und schwuppdiwupp landeten die Notenblätter in der Gasteiner Ache. Seitdem spricht man von der Verschollenen Symphonie. Sie wurde niemals aufgeführt. Vielleicht hat sie der Schubert auch niemals komponiert. Was wissen wir schon?

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    • Ösi, Ösi – gut, dass das Internet auch ein wenig weiß – also so ganz richtig hat es die Theorie von deiner verschollenen Schubert-Sinfonie NICHT bestätigt – ist aber egal, ich fand es dennoch lustig.
      Letzte Nacht habe ich zu wenig geschlafen, heute muss es mehr werden!

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  2. Liebe Clara Himmelhoch,

    zu einer sachlichen, fairen und offenen Auseinandersetzung gehört, dass auch der Betroffene bzw. Beschuldigte sich äußern kann, was Sie mündlich ja verhindert haben, weshalb ich es hiermit tue.

    Zum Ereignis selbst also sage ich, dass an jenem Morgen die Arbeiten mit einem elektrischen Schleifgerät an Metallteilen des Balkons so überraschend und unvermittelt begannen, dass wir von den äußerst lauten und unangenehmen Geräuschen in unserem unmittelbar darunter liegenden Wohnzimmer völlig überrumpelt wurden. Sicher wurden die Schleifgeräusche durch die Betonwände, mit denen das Haus errichtet ist, und dem darunter liegenden Raum (eben unserem Wohnzimmer) noch verstärkt. Gut möglich, dass sie auf dem Balkon nicht so laut wahrgenommen wurden.

    Es wäre gut gewesen, wenn sie uns vorher über die bevorstehenden Arbeiten in Kenntnis gesetzt hätten (schon in den Vorbemerkungen der von allen Eigentümern seinerzeit beschlossene Hausordnung wird auf einvernehmliches Handeln hingewiesen), dann hätten wir uns darauf einstellen können und wären außer Haus gewesen. Stattdessen bekamen wir auf die Frage, ob es auch anders geht, von dem Handwerker eine kurze abweisende Antwort in rüdem Ton. Und später durften wir uns von Ihnen ebenfalls noch Vorwürfe anhören, weil wir es gewagt hatten, uns über diesen unmöglichen Lärm zu beklagen. Dabei war es nie unsere Absicht, uns gegen die Arbeiten an sich zu wenden. Und dass es nach einer Stunde vorbei sei würde, war zu dem Zeitpunkt nicht zu erkennen. Ein kurzes ‚tut mir leid‘ hätte die Atmosphäre sicher entspannt. Stattdessen haben Sie uns wütend angedroht, nun auch noch die gesamte Wohnung renovieren zu lassen! Sich in die Lage des Anderen zu versetzen, ist Ihre Stärke nicht. Übrigens – Bauarbeiten haben in unserer Wohnung so lange Sie hier im Hause wohnen nicht stattgefunden.

    Dieser Kommentar steht hier, weil ich vor längerer Zeit von Ihnen den Hinweis erhalten hatte, als Norwegenkenner die Berichte über Ihre Norwegenreise in Ihrem Blog zu lesen, was ich mit Interesse auch getan habe. Jetzt aber wird mir der Zugang zu diesem Blog sicher für alle Zeiten verwehrt werden.

    Sei’s drum!

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    • Hallo, schön zu wissen, dass Sie meinen Blog abonniert haben – hier wurde noch nie jemandem der Zugang verwehrt.
      Ohne Ihre mehrmaligen heftigen Proteste gegen meinen Kinderbesuch hätte sich mein Verhältnis zu Ihnen nicht so verschlechtert. Es begann 3 Monate nach meinem Einzug am 2. Weihnachtstag 2015, dass Sie sich von zwei Kindern, die NICHT in der Wohnung getobt haben, gegen 17:00 Uhr so massiv gestört fühlten, dass Sie vor meiner Tür standen. – Alle anderen Ereignisse kennen Sie selbst, denn Sie wollen es bestimmt nicht, dass ich diese alle hier aufzähle.
      Und mehr will ich zu all dem ganzen nicht sagen, denn das sind alles Sachen, die zu einem Leben in einem Mehrfamilienhaus gehören.

      Es tut mir leid, dass Deckenfarbenteilchen bei Ihnen auf dem Balkon gelandet sind – leider muss ich den „Pfusch“ der Handwerker, die die Wärmedämmung angebracht haben, jetzt auf meine Kosten beseitigen lassen, weil es nicht mehr als Reklamation gilt.

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  3. Liebe CC,
    Das sieht schwer nach Arbeit bei Dir aus! Die Sicht im Teuto beträgt heute Morgen schlappe 100 Meter, der Wald hat das getan, was er am allermeisten liebt: er hat sich nämlich eingenebelt…
    So sehr ich mich dieses Jahr über den vielen Regen freue, hoffe ich, dass „der Unvollendete“ in Berlin heute vollendet werden kann. Mich rufen heute Nachmittag Blumenbabies zum Auspflanzen in den elterlichen Garten und der Giersch bildet zwischen den Rosen eine große Koalition mit dem Franzosenkraut und dem Schachtelhalm. Diesem Trio Infernale rücke ich nachher also auch auf den Pelz. Ansonsten kocht und gärt es gerade lustig in meiner Sippe. Nein, Sippe ist hier kein Tuppfehler. 🙈
    Liebe Grüße
    Amélie

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    • Hallo, liebe Amélie, das war heute eine wirklich kurze Nacht. Bis gegen 2.00 Uhr in der Früh hat es geregnet und ich war beschäftigt, die Regenschutzmaßnahmen zu überwachen.
      Dann sollte es für lange, lange Zeit trocken bleiben.
      Also versuchte ich gar nicht erst, mich gegen 2.00 Uhr zum Schlafen zu überreden, sondern räumte alle Regenplanen weg, damit die Luft besser das trocknen konnte, was doch an die Wand gekommen ist.
      In meinem Zimmer habe ich große Handtücher gelegt und alles dort drauf gestellt, was trocknen musste.
      Damit die Planen nicht wegfliegen können, habe ich sie mit großen schweren Sachen auf der Brüstung gesichert – u.a. Werkzeugkisten und Konservenbüchsen. – In den Behältnissen, die unten geschlossen waren, stand fast 10 cm das Wasser.- Also alles Werkzeug auch auf Handtücher gelegt und heute morgen wieder in den Schrank geräumt. – Jetzt soll es laut Wetterapp, die sich alle Nasen lang ändert, tagelang trocken bleiben – wäre nicht schlecht, jetzt müsste alles mit Wasser versorgt sein.
      Viel Spaß heute mit den Blumenbabies und natürlich auch mit dem Giersch 😉
      Liebe Grüße zu dir

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  4. Auf den „fertigen“ Balkon bin ich sehr gespannt.

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    • Ich erst – und ich hoffe sehr, dass ich ihn noch mit 75jährigen Augen bestaunen und bewundern kann. – Hätte ich heute Nacht nicht in den drei Stunden so eine intensive Regenvermeidung betrieben, hätte der Maler heute nicht die Wände bearbeiten können. Da war es wenigstens zu etwas gut.

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  5. Ach ja, die lieben Nachbarn, zumindest die ganz empfindlichen. Solche habe ich über mir. Wenn hier unten bei mir der kleinste Laut zu vernehmen ist, latscht es oben an den Bettgiebel. Zumindest stelle ich mir das so vor und auch, dass er irgendwann mal krachend abfällt.
    Liebe Clara, der Anfang sah doch vielversprechend aus und ich hoffe, dass er auch so fertiggestellt wird.
    Liebe Grüße unf gute Nacht.

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    • Liebe Gudrun, da wir ja ausgiebig miteinander telefoniert haben, spare ich mir jetzt einen langen ausführlichen Kommentar.
      Auch hier wünsche ich dir ausdrücklich, dass deine Beschwerden aufhören. Dass du deine Rheumamedikamente zeitweilig abgesetzt hast, gefällt mir gar nicht – aber du musst ja eben mit den Auswirkungen leben.
      Ganz ganz ganz ganz liebe Grüße zu dir

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  6. Der angedeutete Po des Handwerkers würde mich reizen. Eine ordentliche Portion Juckpulver…
    Ach, was erträgt man nicht alles für einen zauberhaften Balkon…

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